Trockene Haut kann sehr belastend sein, besonders an den Händen, die im Alltag stark beansprucht werden. Die Haut an den Fingern und Handflächen spannt, juckt und kann in schweren Fällen aufplatzen und bluten. Es kann auch zu Schuppenbildung kommen, die so stark sein kann, dass sich kleine weiße Hautschüppchen auf dunkler Kleidung zeigen. Trockene Haut an den Händen ist ein Zeichen für eine geschwächte Hautbarriere.
Der sogenannte Hydrolipidfilm besteht sowohl aus Fett als auch aus Feuchtigkeit und soll die Haut nach außen vor Bakterien und Schadstoffen schützen. Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass die Hautbarriere gestört ist und die Hände diese Trockenheitssymptome aufweisen.
Äußere Faktoren, die trockene, rissige Hände verursachen
Zum einen kann es an Umwelteinflüssen liegen, dass die Haut an den Händen austrocknet, besonders wenn es kalt und windig ist. Die Luftfeuchtigkeit draußen ist während der kalten Jahreszeit geringer als im Sommer. Und drinnen entzieht die warme und trockene Heizungsluft unserer Haut weitere Feuchtigkeit. Dazu kommt, dass die Talgdrüsen der Haut bei niedrigeren Temperaturen weniger Fett produzieren. Durch den fehlenden Fettfilm verdunstet die Feuchtigkeit an der Hautoberfläche schneller.
Doch nicht nur kalte Temperaturen setzen unseren Händen zu. Im Sommer können auch zu viel Sonne, das Baden in chlorhaltigem Wasser oder in Meerwasser sowie trockene Luft dazu führen, dass die Haut an den Händen austrocknet.
Häufiges, intensives Reinigen der Hände mit austrocknenden Waschlotionen und Seifen oder mit alkoholhaltigem Desinfektionsmittel können die Haut ebenfalls austrocknen. Menschen, die beruflich viel mit Wasser oder hautschädigenden Stoffen in Kontakt kommen, leiden häufig an rauer und rissiger Haut an den Händen. Das betrifft zum Beispiel Friseurinnen und Friseure, Pflege- und Reinigungskräfte, aber auch Beschäftigte im Baugewerbe und in der Gastronomie.
Innere Faktoren als Ursache für trockene Haut an den Händen
Neben den äußeren Einflüssen begünstigen chronische Erkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder Diabetes eine trockene Haut - sowohl an den Händen als auch an anderen Körperstellen. Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung die Haut austrocknen.
Frauen haben generell eine feinere Haut, die eher zu Trockenheit neigt, als Männer. Durch den Rückgang des Östrogens in den Wechseljahren wird die weibliche Haut zusätzlich dünner und kann Feuchtigkeit schlechter speichern. Dazu kommt, dass im Alter sowohl die Haut von Frauen als auch die Haut von Männern das schützende Fett schlechter bilden und Feuchtigkeit weniger gut speichern können.
Mangelernährung, Stress oder Rauchen sind zusätzliche Faktoren, die trockene Hände begünstigen können.
Die besten Tipps für trockene Haut | Dr. Johannes Wimmer
Die richtige Pflege im Alltag: Was kann ich selbst tun?
Ob es der Einkaufswagen im Supermarkt ist oder der Haltegriff in der U-Bahn: Unsere Hände kommen täglich mit Oberflächen in Kontakt, die Träger von Keimen und Bakterien sein können. Durch die gestörte Hautbarriere trockener Hände können diese leichter in die Haut eindringen und zusätzlich Infektionen begünstigen. Deswegen ist es wichtig, die Barrierefunktion der Haut wieder herzustellen beziehungsweise sie zu stärken.
Mit der richtigen Pflege können Sie viel gegen trockene Hände tun. Gute Handcremes enthalten Fette und natürliche Feuchthaltefaktoren - sie können die geschädigte Hautbarriere wieder aufbauen. Cremen Sie Ihre Hände mehrmals am Tag ein, besonders nach dem Händewaschen. Je trockener die Hände, desto reichhaltiger, also fetter darf die Creme sein.
Richtiges Cremen bei trockenen Händen
Nutzen Sie eine Handcreme ohne Parfüme, künstliche Konservierungsstoffe wie Parabene und andere bedenkliche Inhaltsstoffe, die Ihre Haut zusätzlich belasten könnten. Tagsüber sollten Sie eine Handcreme nutzen, die Feuchtigkeit spendet und gut einzieht. So sind Sie nicht durch einen Fettfilm an den Händen in Ihren täglichen Abläufen eingeschränkt.
Wer beruflich viel mit Wasser oder chemischen Stoffen in Kontakt kommt, kann eine sogenannte Protect-Handcreme nutzen. Diese bildet einen Schutzfilm auf der Haut und lässt sich auch vor dem Tragen von Gummihandschuhen gut anwenden.
Vor dem Schlafengehen können Sie die Basispflege etwas dicker auftragen, eine reichhaltigere Pflege oder eine Repair-Handcreme nutzen und dazu dünne Baumwollhandschuhe (aus der Drogerie) tragen, um Ihre Bettwäsche zu schützen.
Hautschonendes Händewaschen
Heißes Wasser entzieht der Haut zusätzliche Feuchtigkeit. Deswegen waschen Sie Ihre Hände am besten mit lauwarmem Wasser, regelmäßig, aber nicht zu oft, und nutzen Sie eine milde Reinigung ohne Duftstoffe mit einem hautneutralen pH-Wert oder ein rückfettendes Handwaschöl. Dann trocknet die Haut nicht zusätzlich aus. Je trockener die Hände, desto reichhaltiger darf die Creme sein.
Hilfe: Wirkstoffe und Inhaltsstoffe gegen trockene Hände
Natürliche pflanzliche Öle pflegen die Haut mit wertvollen Fettsäuren und halten sie elastisch. Pflanzliche Öle können zum Beispiel aus Oliven, Soja, Avocado, Nüssen oder Mandeln gewonnen werden. Cremes, die diese Öle enthalten, stärken die Hautbarriere und wirken der trockenen Haut entgegen. Auch Sheabutter versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und wertvollen Inhaltsstoffen, darüber hinaus wirkt sie entzündungshemmend und schützend.
Die beiden Wirkstoffe Urea (Harnstoff) und Glycerin spenden Feuchtigkeit und binden sie in den oberen Hautschichten, der Epidermis. Urea ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor und wird besonders zur Pflege von sehr trockener Haut genutzt. Aber Achtung: Bei stark aufgerissenen Händen kann Harnstoff auf der Haut brennen. Glycerin ist in den meisten Handcremes enthalten.
Zur Beruhigung von stark strapazierten und offenen, rissigen Stellen an den Händen eignen sich die Inhaltsstoffe Bisabolol, Allatonin und Dexpanthenol, das auch zur Wundheilung eingesetzt wird.
Bei Cremes ist es übrigens wie bei Lebensmitteln: Je weiter vorn eine Substanz in der Liste der Inhaltsstoffe steht, desto mehr davon ist im Produkt enthalten.
Tipp: Was im Handel als Natur- oder Biokosmetik verkauft werden darf, ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Wenn Sie allergisch auf bestimmte Substanzen oder Bestandteile reagieren, prüfen Sie die Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung, ehe Sie eine Creme benutzen. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie Ihre Handcreme auch ganz einfach selbst herstellen oder sich in der dermatologischen Praxis oder der Apotheke beraten lassen.
Trockene und rissige Hände: Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Wenn Sie trotz intensiver Pflegemaßnahmen Ihre trockenen Hände nicht in den Griff bekommen, sollten Sie eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen. Dasselbe gilt natürlich, wenn sich die Haut an Ihren Händen zusätzlich entzündet, nässt und eitert.
Bei stark entzündeter - nicht blutender - Haut kann zunächst eine kortisonhaltige Salbe hilfreich sein. Salben mit Kortison sind in der Regel verschreibungspflichtig.
Vorsicht: Wenn Sie hochdosiertes Kortison über längere Zeit verwenden, kann das die Haut dünner machen und zusätzlich austrocknen. Deswegen nutzen Sie Kortisonsalben immer nur nach Anweisung der Ärztin oder des Arztes.
Schlagen die ersten Behandlungsversuche nicht an, kann in der dermatologischen Praxis abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich „nur“ um trockene Haut an den Händen handelt oder ob die Beschwerden vielleicht eine andere Ursache haben. Denn weitere Auslöser für die trockenen, rissigen Hände können auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder eine Pilzinfektion sein. Auch ein chronisches Handekzem, beispielsweise ein Kontaktekzem, ausgelöst durch den Umgang mit allergieauslösenden Substanzen, kann ein ähnliches Krankheitsbild hervorrufen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird die weitere Therapie entsprechend der Diagnose ausrichten.
Vorbeugen: Wie kann ich trockene Hände vermeiden?
Auch wenn Sie keine Probleme mit trockener Haut an den Händen haben, sollten Sie Ihre Hände gut pflegen. Nutzen Sie mehrmals täglich eine feuchtigkeitsspendende Handcreme und pH-neutrale Seife oder Waschlotion. Beim Putzen oder wenn Sie Ihr Geschirr per Hand abwaschen, schützen Sie die Haut Ihrer Hände am besten zusätzlich durch Gummihandschuhe.
Wenn es der Haut allgemein gut geht, geht es meist auch den Händen gut. Deswegen achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, trinken Sie viel Wasser und wenig Alkohol und hören Sie gegebenenfalls mit dem Rauchen auf.
Im Winter schützen Sie Ihre Hände mit einer reichhaltigen Basispflege und tragen Sie draußen eine Kälteschutzcreme oder Handschuhe. Auch vor starker Sonnenstrahlung sollten Sie Ihre Hände schützen, indem Sie Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 nutzen und sich generell nicht zu lange in der prallen Sonne aufhalten.
Schuppige Haut durch unterschiedliche Ursachen
Trockene, schuppige Haut ist meist ein Zeichen für ein Ungleichgewicht der Haut und einer Störung der natürlichen Fett- und Feuchtigkeitsregulation. Manchmal ist die Haut zusätzlich gerötet, spannt, juckt und ist z.T. sogar rissig. Trockene, schuppige Haut zeigt sich häufig im Gesicht, um den Mund, an Stirn und Nase, an der Kopfhaut, sowie im Ohr, an den Händen, zwischen den Fingern, den Zehen und an den Beinen.
Trockene, schuppige Haut kann verschiedene Ursachen haben, unter anderem:
- Veranlagung: Die häufigste Ursache ist eine trockene Haut, d.h. die natürliche Fett- und Feuchtigkeitsregulation der Haut ist gestört. Die Haut ist trocken, rau und schuppt sich. Im Extremfall kann sich ein Austrocknungsekzem bilden, dann zeigt sich eine trockene, rissige Haut mit Entzündungen.
- Falsche Hautpflege: Häufiges Waschen und stark entfettende Reinigungsprodukte stören den Hautschutzmantel, lassen die Haut schnell austrocknen und verursachen Hautschuppen.
- Äußere Einflüsse: Schwitzen im Sommer entzieht dem Körper Flüssigkeit und die Haut trocknet schneller aus. Bei kalten Außentemperaturen drosselt die Haut ihre Fettproduktion, sodass sie ebenfalls schneller austrocknet. Auch Wind, trockene Heizungsluft und Klimaanlagen begünstigen trockene und schuppige Haut.
- Fortschreitendes Alter: Im Alter lässt die Fettproduktion der Haut natürlicherweise nach und die Haut wird trockener.
- Hauterkrankungen: Viele Hauterkrankungen gehen mit einer schuppigen Haut einher, so z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte, Pilzerkrankungen der Haut, Ekzeme (z.B. Kontaktekzeme oder seborrhoisches Ekzem), Ichthyosen oder Mundrose.
- Ernährung und Lebensstil: Eine Fehl- und Mangelernährung, Vitaminmangel, Alkohol, Rauchen sowie zuwenig Flüssigkeit können sich in einer trockenen, schuppigen Haut zeigen.
Behandlung und Pflege von schuppiger Haut
Neben der Diagnose der Ursache für das Ungleichgewicht in der Haut ist eine sorgfältige Pflege trockener, schuppiger Haut mit geeigneten Produkten das A und O:
- Die Fähigkeit Ihrer Haut, Feuchtigkeit und Lipide (Hautfette) zu speichern, können Sie durch den regelmäßigen Einsatz von rückfettenden Lotionen oder Cremes unterstützen. Wer sehr trockene Haut hat, sollte sich mindestens nach jedem Duschen oder Baden eincremen.
- Schuppig-rissige Hautstellen versorgen Sie am besten mit einer Wund- und Heilsalbe, z.B. mit der von Bepanthen®. Der Wirkstoff Dexpanthenol fördert den natürlichen Heilungsprozess der Haut, indem er die Neubildung von Hautzellen und damit die Regeneration der Haut anregt. Zudem stärkt die Bepanthen® Wund- und Heilsalbe die Hautschutzbarriere und das Feuchthaltevermögen der Haut.
- Waschen Sie Ihre Haut nur mit milden, pH-neutralen und parfumfreien Syndets. Duschen Sie nur kurz mit lauwarmem Wasser und verzichten Sie auf heiße, ausgedehnte Vollbäder.
- Schützen Sie im Winter empfindliche Partien, wenn Sie ins Freie gehen: cremen Sie das Gesicht mit einer fetthaltigen Creme ein und benutzen Sie einen Schal und Handschuhe, um die Haut vor Kälte zu schützen. Achten Sie auch im Winter auf einen ausreichenden Sonnenschutz.
Wie behandelt man trocken-schuppige Haut bei Kindern?
Bei Babys und Kindern arbeiten Schweiß- und Talgdrüsen noch nicht in dem Ausmaß wie bei Erwachsenen, deshalb ist die Hautschutzbarriere noch schwach ausgeprägt und die Haut oft trocken und empfindlich. Daher sollten Sie bei Kindern und Babys mit trocken-schuppiger Haut besonders sorgfältig auf die Hautpflege achten:
- Verwenden Sie nur sehr milde Reinigungs- und Pflegeprodukte, die speziell für empfindliche Kinderhaut geeignet ist
- Lassen Sie Ihr Kind nur maximal 10 Minuten mit lauwarmem Wasser baden oder duschen.
- Cremen Sie die Haut Ihres Kindes regelmäßig mit rückfettenden Pflegeprodukten ein. Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis sollten Sie ausschließlich für Neurodermitis geeignete Produkte verwenden.
- Achten Sie auf locker sitzende, nicht scheuernde Kleidung und verwenden Sie Waschmittel, das speziell für empfindliche Haut geeignet ist.
Wenn die Symptome trotz Pflege bestehen bleiben oder sich verschlimmern, sollten Sie einen Kinder- oder Hautarzt aufsuchen.
Häufig gestellte Fragen zu schuppiger Haut
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zum Thema schuppige Haut:
| Frage | Antwort |
| Wann ist ein Arztbesuch wichtig? | Wenn sich bei schuppiger Haut trotz gezielter Pflege keine Besserung einstellt oder weitere Beschwerden wie Rötungen, Schmerzen oder Entzündungen hinzukommen, gilt es, tiefer liegende Ursachen bei Ihrem Arzt auszumachen. |
| Wo kann schuppige Haut auftreten? | Prinzipiell kann schuppige Haut überall auftreten. Häufige Stellen für Hautschuppen sind Gesicht, Stirn, Nase, Kopfhaut, Beine und Hände. Mit der richtigen Pflege lassen sich die Beschwerden bei schuppiger Haut meist gut lindern. |
| Was tun gegen schuppige Haut? | Schuppige Haut sollten Sie nur mit milden, pH-neutralen Produkten waschen. Um die Fettregulation Ihrer Haut wieder zu stabilisieren, eignen sich zudem reichhaltige Cremes oder Lotionen. Bei schuppig-rissigen Hautstellen eignet sich die Bepanthen® Wund- und Heilsalbe. |
| Was tun gegen trockene schuppige Haut im Gesicht? | Trockene und schuppige Haut im Gesicht sollten Sie im Winter mit einem Schal vor Kälte schützen. Achten Sie zudem auf ausreichenden Sonnenschutz und cremen Sie die Haut mit einer rückfettenden Creme ein, bevor Sie ins Freie gehen. |
| Warum schuppige Haut? | Bei schuppiger Haut ist meist die natürliche Fett- und Feuchtigkeitsregulation der Haut gestört. Mögliche Ursachen sind eine falsche Hautpflege, genetische Veranlagung, Alter, Ernährung, äußere Faktoren wie kalte oder heiße Luft sowie verschiedene Hauterkrankungen. |
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