Viele Menschen klagen, besonders im Wechsel der Jahreszeiten, über zunehmenden Haarausfall. Bei Männern ist dies oft ein ständiges Problem, während es bei Frauen häufig an den Hormonen liegt, insbesondere nach der Schwangerschaft. Doch es gibt auch andere Ursachen für Haarausfall, wie die Traktionsalopezie.
Die Traktionsalopezie ist eine Form des Haarausfalls, die durch übermäßige mechanische Belastung der Haare entsteht. Traktion bedeutet "Ziehen" oder "Zugkraft". Es handelt sich nicht um eine körperliche Erkrankung, sondern um einen selbst verursachten Verlust von Haaren durch das Binden von Zöpfen oder andere zugbeanspruchende Frisuren.
Eine Traktionsalopezie entsteht durch wiederholte mechanische Reizung bestimmter Haarbereiche. Durch Druck, Zug oder Reibung kommt es zu einer Verkrümmung der Haarwurzel. Dadurch werden die Haare immer dünner und die Wachstumsphase verkürzt sich. Schließlich fällt das Haar aus.
Die Spannung wird z.B. durch das Tragen von zu engen Zöpfen oder Dreadlocks verursacht. Auch die chemische Haarentfernung ist eine bekannte Ursache für diese Art von Haarausfall. Dies ist eine bekannte Stylingmethode, insbesondere für Frauen mit krausem Haar. Wenn Schwänze, Zöpfe, Dreadlocks oder Extensions zu eng sitzen, stehen die Haarwurzeln unter starker Spannung. Wenn diese Spannung über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wird, verschlechtert sich die Durchblutung der Haarfollikel.
Häufige Ursachen sind:
Wer erste Symptome nicht bemerkt und entsprechend handelt, riskiert ein weiteres Fortschreiten des Haarverlusts.
Typische Symptome sind:
Meist bemerkt man zuerst, dass die strapazierten Haare am Haarschaft abbrechen und Frizz entsteht - einzelne Härchen, die aus der Frisur abstehen.
Bei der Traktionsalopezie fallen die Haare in den Regionen aus, die mechanisch belastet sind, also meistens an den Haaransätzen der Stirn und der Schläfen. Diese Art von Haarausfall tritt häufig zunächst im Bereich des Haaransatzes auf. Die kahleren Stellen befinden sich daher zunächst hauptsächlich am Hals, über den Ohren und am Haaransatz der Stirn.
Um die Diagnose zu sichern, kann eine Trichoskopie (eine digitale Mikroskopuntersuchung der Kopfhaut) hilfreich sein. Dabei lassen sich Zustand und Dichte der Haarfollikel beurteilen sowie mögliche Narbenbildungen oder Entzündungen erkennen, die typisch für eine fortgeschrittene Traktionsalopezie sind. Ein erfahrener Dermatologe oder Haarspezialist kann anhand der Kombination aus Anamnese, Sichtbefund und ergänzenden Untersuchungen in der Regel eine zuverlässige Diagnose stellen.
Eine Traktionsalopezie wird behandelt, indem man ihren Auslöser vermeidet. Frisuren oder Kopfbedeckungen sollten so gestaltet sein, dass sie keine Zugkraft oder Druckbelastung auf das Haar und die Haarwurzel ausüben. Das Haar sollte öfter mal einfach locker oder offen getragen werden. Auch das tägliche Styling kann die Haare überstrapazieren.
Wenn die Stressbelastung für die Haare frühzeitig behoben wird, solange die Haarwurzeln noch nicht zu sehr geschädigt sind, kann das Haar normal nachwachsen. Meistens setzt innerhalb von sechs Monaten wieder ein normaler Haarwuchs ein.
Es gibt verschiedene Behandlungsansätze:
Zusätzlich gibt es psychische Faktoren, die eine Traktionsalopezie hervorrufen. Bei einer Erkrankung namens Trichotillomanie reißen sich Betroffene die Haare selbst aus. Sollten Sie unter zwanghaftem Haare reißen und ziehen leiden, kann ein Entspannungstherapeut helfen und Sie dabei unterstützen, die Energie in eine andere Richtung zu kanalisieren und dem Zwang zu entsagen.
Weitere Behandlungen:
Wenn die Haarwurzeln bereits geschädigt sind und Haare ausgefallen sind, hilft eine Haarverpflanzung. Dank der Weiterentwicklung der DHI-Methode ist heute möglich, nur durch die Rasur eines Streifens in der Spenderzone die notwendigen Anzahl an Grafts zu entnehmen. Dies erleichtert es unseren Patientinnen und Patienten, nach der Haartransplantation schnell in ihren normalen Alltag zurückzukehren.
Einer Traktionsalopezie lässt sich vorbeugen, indem man Stress für die Haare so weit wie möglich reduziert. Dazu gehört insbesondere das richtige Styling und der richtige Haarschmuck. Es spricht nichts dagegen, auch mal eine straffe Frisur zu tragen. Das sollte man aber nicht täglich tun. Wenn die Frisur durch Zug an den Haaren schmerzt, sollte man sie direkt lösen. Auch chemischen Stress für die Haare sollte man vermeiden - dazu gehören vor allem Färben, Tönen und Blondieren.
Weitere Tipps zur Vorbeugung:
Psychisch mit sich im Reinen zu sein ist auch gut für die Haare - manche Menschen neigen dazu, bei Stress an den Haaren zu ziehen oder sich die Haare auszureißen.
Die Traktionsalopezie wird oft mit der Alopecia areata verwechselt, da diese ebenfalls mit lückenhafter Kahlheit einhergeht. Dies ist jedoch eine völlig andere Art von Haarausfall. Alopecia areata ist eine Haarkrankheit, die zu völlig kahlen Stellen auf dem Kopf führt, an denen (normalerweise) Haare nachwachsen können. Traktionsalopezie hingegen ist keine Haarerkrankung, sondern eine Form des Haarausfalls, die durch einen äußeren Faktor verursacht wird: zu viel Spannung. Indem Sie diese Spannung beseitigen, können Sie diese Art von Haarausfall selbst verhindern. Im Gegensatz zu Alopecia areata ist diese Form des Haarausfalls irreversibel. Die Chance, das verlorene Haar wiederzuerlangen, ist daher leider gering.
Wenn Sie feststellen, dass die betroffenen Bereiche für Sie selbst und Ihre Umgebung immer sichtbarer werden, können Sie sich dafür entscheiden, diese Bereiche zu kaschieren.
Wenn Sie bemerken, dass Ihre Haare an der Stirn oder den Schläfen dünner werden, sollten Sie frühzeitig einen Experten für Haarausfall-Behandlungen aufsuchen. So kann die richtige Diagnose gestellt und weitere Faktoren von Haarausfall ausgeschlossen werden.
Wichtige Maßnahmen im Überblick:
Frühe Erkennung und Veränderungen in der Haarpflege sind entscheidend, um dauerhafte Schäden an den Haarfollikeln und irreversiblen Haarausfall zu verhindern. Bei anhaltenden Problemen sollte ein Dermatologe konsultiert werden, um geeignete Behandlungsoptionen zu besprechen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, Haare können bei Traktionsalopezie wieder nachwachsen - vorausgesetzt, die Haarwurzeln sind noch intakt.
Styling-Vorsichtsmaßnahmen: Vermeiden Sie enge Frisuren und entscheiden Sie sich für weichere Frisuren, die das Haar nicht belasten.
Stimulierende Bürste: Nutzen Sie unsere stimulierende Bürste, die die Kopfhaut sanft massiert.
Natürliches Gelee für stilvolle Frisuren: Für alle, die stilvolle Frisuren beibehalten möchten, ohne die Gesundheit ihrer Haare zu gefährden, bietet unser natürliches Gel perfekten Halt und schont gleichzeitig die Kopfhaut.
Traktionsalopezie kann ein ernstes Problem sein, aber mit dem richtigen Ansatz und der richtigen Pflege ist es möglich, ihren Auswirkungen entgegenzuwirken.
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