Die Geschichte der Frisuren ist eng mit den kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Menschheit verbunden. Von der Antike bis zur Gegenwart haben Frisuren eine Vielzahl von Bedeutungen, sowohl persönlich als auch allgemein. Sie unterscheiden das Männliche und das Weibliche, kennzeichnen Lebensphasen, soziale Schichten und Hierarchien.
Auch in China wurde den Haaren immer sehr viel Bedeutung beigemessen. Entsprechend traditionell ging es sehr lange bei den Chinesen in der Frisurenmode zu. Kultur und Tradition spielen in China eine wichtige Rolle.
Die Han-Chinesen glaubten daran, dass man die Haare, die Haut und den Körper von den Eltern geerbt hat und folglich die Haare nicht schneiden dürfe. Während der Mandschu-Herrschaft begann die Zeit der ausrasierten Stirn. Ein Gesetz, das zu Beginn der Quing-Dynastie erlassen wurde, befahl außerdem allen Männern das Tragen von einem Zopf. Bis zum Ende der Kaiserzeit war der lange Zopf typisch bei den Männern.
Im alten China wurden die Mädchen im 15. Lebensjahr volljährig und galten somit als heiratsfähig. Um das nach außen zu demonstrieren, steckten sie ihre Haare mit einer Haarspange zu einem Haarknoten des Knotens.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts, am Ende der Qing-Dynastie, trugen die Damen ebenfalls einen Haarknoten am Hinterkopf. Das Haar wurde streng nach hinten gekämmt und die Stirn blieb frei. Um die Haarpracht fülliger und den Knoten dicker erscheinen zu lassen, wurden schon in der Tang-Dynastie (618-907) Haarteile und Perücken getragen.
Mit der Revolution 1911 wurde die Frisurenmode vielseitiger. Durch westliche Einflüsse wurden kurze, lange und dauergewellte Haare in Schanghai salonfähig. In den Kriegswirren wurden praktische Kurzhaarfrisuren getragen, die Frauen schenkten ihrer Frisur zu dieser Zeit kaum Bedeutung. Die Frisurenmode wurde in China in jedem Jahrzehnt vielseitiger.
Die Japaner haben viele ihrer kulturellen Traditionen von den Chinesen übernommen. Also entlehnten die Japaner die Teezeremonie von den Chinesen, die Kunst des Schreibens - Kalligraphie und die Sprache selbst. Und auch Anzug und Haare. Die Bewohner der japanischen Inseln segelten jedoch vor langer Zeit selbst aus China. Aber die Japaner haben nie gedankenlos kopiert. Ausgehend von den Grundlagen modifizierten sie alles bis zur Unkenntlichkeit, während sie es verbesserten und eleganter machten. Das gleiche passierte mit den Frisuren.
Die Samurai hatten auch ihre eigene Frisur. Es wurde "Samurai-Frisur" genannt. Von vorne wurden die Haare abrasiert, vom Hinterkopf und den Schläfen stiegen sie auf und kräuselten sich in einem Tourniquet, der durch ein kleines Etui geführt wurde. Das Gehäuse wiederum könnte aus Brokat, Bambusstäben oder vergoldetem Karton bestehen.
Geisha hatte die kompliziertesten Frisuren. Das Wort Geisha (oder Geisha) bedeutet wörtlich übersetzt ein Mann der Kunst. Der Legende nach war die erste Geisha ein Mann. Dies war ein Mann, dessen Aufgabe es war, edle Japaner während einer Mahlzeit zu unterhalten - er musste in der Lage sein, ein Gespräch aufrechtzuerhalten. Das gleiche wurde die Aufgabe der Geisha - mit Männern beim Essen zu kommunizieren, ihre Freizeit zu verschönern, ein Gespräch über Literatur und Kunst zu führen.
Geisha-Frisuren waren die komplexesten im Design. Aber ihr Hauptunterschied zu den Frisuren gewöhnlicher japanischer Frauen waren Haarnadeln mit winzigen Fächern an den Enden sowie Papierblumen im Haar.
Was einem auf dem ersten Blick auffällt, ist dass der Friseurberuf in China hauptsächlich nur von Männern ausgeübt wird. Also komplett spiegelverkehrt, wie in Deutschland, wo der Friseurberuf für viele ein typischer „Frauenberuf“ ist. Eine Frau wird man hier nur sehr selten mit einer Schere in der Hand sehen. Wenn dann steht Frau hinter der Theke und kassiert oder nimmt Bestellungen entgegen.
Die Haarwäscher dort haben fast einen einheitlichen Stil. Entweder sind sie in schwarz oder weiß gekleidet. Meistens sieht man sie in einem schwarzen oder weißem Hemd mit einer schwarzen Stoffhose. Und die Haare natürlich tip top gemacht.
Je nachdem, was für Vorstellungen du hast dauert der Besuch beim Friseur unterschiedlich lang. Einen Termin braucht man in China normalerweise nicht vorher vereinbaren. In der Regel wird in China nicht trocken geschnitten. Der Schnitt hängt fast immer mit einem Waschgang zusammen, welches nicht nur dazu dient die Haare sauber zu bekommen, sondern soll dem Kunden etwas Entspannung bringen. Denn beim Haare waschen bekommst du zugleich auch eine schöne Kopfmassage.
Oft fragt der Friseur dich, ob du z.B ein besonderes Shampoo testen willst, eine Spülung wünschst und und und. Das ist aber kein kostenloses Angebot, sondern kommt später ganz dicke auf deine Rechnung dazu. Also immer schön ablehnen, wenn du nicht einen kleinen Herzinfarkt bei der Bezahlung kriegen willst.
Ich rate dir nicht immer den Friseuren zu glauben, was sie dir sagen. Gesagt wurde mir, dass es mindestens ein halbes Jahr lang so glatt bleiben würde. Nach drei Tagen waren sie so zerzaust wie vorher. Ein anderes mal habe ich mir die Haare wellig machen lassen. Gesagt wurde mir, dass sie für immer wellig bleiben würden und erst beim Abschneiden die Wellen hinaus gehen.
Ich sehe sehr viele, die sich gleich das Mittag- oder Abendessen dorthin bestellen, weil das Frisieren so lange dauert. Die Friseure haben da nicht mal was dagegen.
In China sind viele Friseur Salons total groß aufgemotzt. Sie sehen von innen richtig chic und edel aus. Oft werden aber nur billige Produkte verwendet und für teuer verkauft. Am Anfang sagt man denen z.B. was man haben möchte, aber mittendrin fragen die dann, ob man dieses Shampoo haben möchte, dieses Gel oder was weiß ich. Und am Ende wird dann nochmal alles dazu gerechnet.
tags: #traditionelle #chinesische #frisuren #frauen #geschichte
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.