Mythen und Fakten rund um das Haarwachstum: Hilft Thymian wirklich?

Ob schwarz, braun oder rot, in glatt, gelockt oder kraus - der Mensch hat zwischen 80.000 und 120.000 Haare auf dem Kopf. Die Anzahl hängt von der Farbe ab, wobei natürlich blonde Menschen oft die höchste Anzahl aufweisen. Im Sommer schirmen Haare vor allem die Kopfhaut vor Sonnenstrahlen ab, sind aber auch selbst anfällig für Schäden. Es gibt zahlreiche Mythen und Ratschläge rund um die Haarpflege. Doch was davon ist wahr und was nur ein Mythos?

Viele Menschen suchen nach Wegen, ihr Haarwachstum zu fördern und die Haargesundheit zu verbessern. Dabei kursieren zahlreiche Hausmittel und vermeintliche Wundermittel. Eines davon ist Thymian. Doch was steckt wirklich dahinter?

Häufige Mythen rund um die Haarpflege

Es gibt viele Behauptungen über die richtige Haarpflege. Hier sind einige der häufigsten Mythen und die Fakten dazu:

Mythos 1: Tägliches Waschen macht die Haare fettig

Falsch! Das hängt vor allem von den Genen ab. Aber auch Ernährung und Hormone haben Einfluss, erklärt Dermatologin Alice Martin. Die für die Fettproduktion verantwortlichen Talgdrüsen kann man weder an- noch abtrainieren. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass mit jeder Wäsche der sogenannte Säureschutzmantel der Kopfhaut abgewaschen wird, erklärt Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Dadurch wird die Talgproduktion immer wieder angeregt. Ihm zufolge können manche Menschen durch größere Abstände der Haarwäschen die Rückfettung leicht verlangsamen.

Mythos 2: Salz- und Chlorwasser schädigen das Haar

Stimmt zum Teil. Der Haarmediziner Andreas Finner sieht die Gefahrenquelle vor allem darin, dass Salz- und Chlorwasser die Haare spröder sowie stumpfer machen und sie damit anfälliger für Reibung sind. Sie könnten dann „mehr aneinander reiben oder auch an Bürsten oder auf dem Kissen“, erklärt Finner. Aber Blondinen aufgepasst! „Je nachdem wie stark Pools gechlort sind, kann das einen Grünstich im blonden Haar verursachen“, so Friseurmeister Weinitschke. Hoher Kupfergehalt im Chlorwasser kann eine solche Verfärbung hervorrufen.

Mythos 3: Haarmasken wirken wie Sonnencreme

Nur bedingt. „Es ist sinnvoll, das Haar vor UV-Einstrahlung zu schützen, weil diese eine chemische Reaktion im Haar-Keratin bewirkt, wodurch die Struktur geschwächt wird“, erklärt Finner. Dann sei es anfälliger für mechanische oder chemische Einflüsse und das Risiko für Spliss und Bruch steige. Haarmasken mit Lichtschutzfaktor böten allerdings nicht so eine hohe Prävention wie etwa eine Sonnencreme mit Faktor 50, sagt Weinitschke.

Mythos 4: Mittel aus Grünkohl oder Thymian fördern das Wachstum

Kaum erforscht. Expertin Martin, die sich unter anderem auf Aufklärungsarbeit in den sozialen Medien spezialisiert, ordnet solche Videos über beispielsweise Thymian- oder Rosmarin-Öle differenziert ein: Zum einen gebe es keine großangelegten Studien, die eine positive Wirkung bestätigten. Nur in kleineren Tests zeigten sich zum Teil positive Trends. Diese positive Wirkung kann Martin zufolge auch daran liegen, dass die Betroffenen sich ohnehin bewusster um ihre Körper kümmern.

Mythos 5: Durch Rasieren sprießt es mehr

Falsch! „Das ist Quatsch“, sagt Martin. Das Haar wachse unabhängig davon, ob es rasiert werde oder nicht.

Mythos 6: Besser nicht nass kämmen

Stimmt zum Teil! Durch die geöffnete Schuppenschicht bei nassen Haaren könnten diese schneller brechen, erklärt Dermatologin Martin. Das sei aber an sich nichts Schlimmes. „Es ist keine Erkrankung. Haare sind wie totes Material“, sagt sie. Friseur Weinitschke zufolge lassen sich Haare im nassen Zustand bis fast über die Hälfte ihrer ursprünglichen Länge dehnen. Damit könnten sie das auch beim Kämmen gut aushalten.

Die Wirkung von Kräutern auf das Haarwachstum

Viele Menschen greifen auf natürliche Mittel zurück, um ihr Haarwachstum zu fördern. Kräuter spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie oft entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen. Hier sind einige Kräuter, die potenziell das Haarwachstum unterstützen können:

  • Brennnessel: Wirkt ähnlich wie Kamille bei Schmerzen, nur gezielter auf die Kopfhaut. Sie hemmt das Enzym 5‑α‑Reduktase, stoppt die DHT-Produktion und stärkt das Haar vom Ansatz her durch bessere Durchblutung.
  • Rosmarinöl: Wirkt antientzündlich und durchblutungsfördernd. Studien zeigen ähnliche Ergebnisse wie Minoxidil 2 %, verursacht jedoch deutlich weniger Irritationen.
  • Kurkuma & Ingwer: Das entzündungshemmende Duo unterstützt auch die Kopfhaut. Studien zeigen, dass Curcumin mit Ingwer Entzündungsmarker stärker senkt als alleine.
  • Minze, Thymian & Basilikum: Liefern kühlende, antiseptische und antioxidative Eigenschaften. Sie halten die Kopfhaut gesund, verhindern schuppige oder ölige Rückstände und fördern ein ausgeglichenes Hautmilieu.

Thymian im Fokus: Was sagen die Studien?

Thymian wird oft als Mittel zur Förderung des Haarwachstums angepriesen. In den sozialen Medien kursieren immer wieder Videos, in denen Thymian-Öl zum Auftragen auf die Haare empfohlen wird. Expertin Martin ordnet solche Videos differenziert ein: Es gibt keine großangelegten Studien, die eine positive Wirkung bestätigen. Nur in kleineren Tests zeigten sich zum Teil positive Trends. „Man kann jetzt medizinisch nicht sagen, dass es definitiv wirkt, aber es gibt einzelne Berichte, bei denen es als positiv eingestuft wird.“

Diese positive Wirkung kann auch daran liegen, dass die Betroffenen sich ohnehin bewusster um ihre Körper kümmern. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Thymian-Öl genetischen oder krankheitsbedingten Haarausfall nicht aufhalten kann.

Weitere Tipps für gesundes Haarwachstum

Neben der Verwendung von Kräutern gibt es noch weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Haarwachstum zu fördern und die Gesundheit Ihrer Haare zu verbessern:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen ist entscheidend für gesundes Haarwachstum.
  • Sanfte Haarpflege: Vermeiden Sie aggressive Shampoos und Stylingprodukte, die das Haar schädigen können.
  • Kopfhautmassage: Eine regelmäßige Kopfhautmassage kann die Durchblutung fördern und das Haarwachstum anregen.
  • Stressreduktion: Stress kann sich negativ auf die Haargesundheit auswirken. Versuchen Sie, Stress abzubauen, zum Beispiel durch Sport oder Entspannungsübungen.

Es ist wichtig, die Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, um die richtige Behandlung zu finden. Ein Arzt oder Dermatologe kann Ihnen dabei helfen.

Das beste Mittel gegen Haarausfall? | Quarks

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