Lange, dichte Wimpern sind ein Schönheitsmerkmal, das viele Menschen anstreben. Da nicht jeder von Natur aus damit gesegnet ist, versprechen Wimpernseren Abhilfe, indem sie das Wachstum der Wimpern fördern und für einen volleren, längeren Look sorgen sollen. Doch halten diese Produkte wirklich, was sie versprechen? Der F.A.Z. Kaufkompass hat in einem Vergleich von 14 Wimpernseren - mit und ohne das Hormon Prostaglandin - untersucht, ob diese Produkte ihre Versprechen erfüllen. Dabei wurde die Wirksamkeit anhand von Vorher-Nachher-Bildern überprüft.
Wimpernseren versprechen, die eigenen Wimpern auf natürliche Weise länger wachsen zu lassen. Die Anwendung ist denkbar einfach: Ein- bis zweimal täglich entlang des Wimpernkranzes aufgetragen, sollen die Wimpern in die Länge wachsen. Es gibt verschiedene Arten von Wimpernseren: hormonfreie Produkte und Seren mit synthetischen Prostaglandin-Analoga. Diese unterscheiden sich nicht nur in Preis und Wirkung, sondern auch in potenziellen Risiken.
Um Ihnen die Wahl des passenden Serums zu erleichtern, hat der F.A.Z. Kaufkompass beide Varianten über einen längeren Zeitraum getestet und die Ergebnisse miteinander verglichen. Im Test vom FAZ Kaufkompass lag die Preisspanne zwischen 3 und 70 Euro.
Grundsätzlich werden Wimpernseren mit und ohne dem Hormon Prostaglandin unterschieden:
Hier ist eine detaillierte Betrachtung beider Varianten:
Wimpernseren, die Prostaglandin-Analoga enthalten, gelten als "hormonhaltig" und sorgen für längere und vollere Wimpern. Die synthetischen Prostaglandin-Analoga wurden ursprünglich zur Behandlung von Glaukom entwickelt und zeigten dabei auch eine positive Wirkung auf die Wimpern. Diese kosmetischen Wimpernseren sind nicht verschreibungspflichtig und enthalten Derivate mit der Silbe "-prost-" im Namen.
Prostaglandin-Analoga verlängern die Wachstumsphase der Wimpernhärchen, wodurch sie länger und dichter wirken. Das Prostaglandin kann zudem das Wimpernvolumen erhöhen, indem es den Follikel und den Haarschaft minimal verdickt. Einige Benutzer berichten auch von dunkleren Wimpern aufgrund der angeregten Melaninproduktion. Jedoch sind Prostaglandin-Analoga bekannt für mögliche Nebenwirkungen. Dazu gehören Hautverfärbungen und in seltenen Fällen auch Verfärbungen der Iris.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Irritationen der Lidhaut oder der Augen, die sich in juckenden, brennenden oder tränenden Augen äußern können. Auch erhöhte Lichtempfindlichkeit und verschlechtertes Sehvermögen wurden berichtet.
Die EU prüft derzeit, ob diese Wirkstoffe weiterhin in Kosmetikprodukten zugelassen werden sollten. Ein Verbot ist möglich, aber es ist wahrscheinlicher, dass die Konzentrationen reguliert werden. Um möglichen Nebenwirkungen vorzubeugen, sollte ein Wimpernserum mit Prostaglandin-Analoga gemäß den Anweisungen sorgfältig angewendet werden, um den Augenkontakt zu vermeiden. Es wird auch empfohlen, das Serum nach einer bestimmten Verwendungsperiode vorübergehend abzusetzen.
Im Test erzielten Wimpernseren mit Prostaglandin-Analoga die längsten Wimpern. Der Unterschied zu nicht-hormonhaltigen Produkten war deutlich sichtbar. Die Wimpern fühlten sich dicker an und der Wimpernkranz wirkte dichter. Im Test zeigten sich keine Verfärbungen der Haut oder des Lidrands. Allerdings berichtete die Testerin von etwas trockeneren und gereizteren Augen im Vergleich zu Wimpernseren ohne Prostaglandin. Die Reizung war jedoch nicht stärker ausgeprägt als bei Produkten auf Peptid-Basis. Ein hochwertiges Wimpernserum mit Prostaglandin-Analoga verursacht im Durchschnitt Kosten von etwa 20 Euro pro Monat.
Beliebte Produkte mit Prostaglandin-Analoga:
Wenn es um Wimpernseren ohne Prostaglandin geht, sind Peptide die vielversprechende Option. Peptide sind Bausteine von Proteinen und spielen eine immer größere Rolle in der Kosmetik. Sie signalisieren dem Körper, dass eine Reparatur nötig ist, wenn Proteine beschädigt sind. Die Wirkung von Peptiden auf das Wimpernwachstum ist noch nicht ausreichend erforscht, aber die getesteten Seren zeigen positive Ergebnisse. Im Vergleich zu Prostaglandin-haltigen Produkten sind Wimpernseren mit Peptiden relativ günstig und haben geringere Risiken.
Die Anwendung von Peptid-Seren kann zu sichtbaren Ergebnissen in Bezug auf die Länge der Wimpern führen. Sie sind eine sanftere Alternative zu Prostaglandin-haltigen Seren, obwohl das Ergebnis etwas kürzer ausfallen kann. Jedoch können gelegentliche Nebenwirkungen wie Rötungen, Schuppungen, Juckreiz oder trockene Augen auftreten.
Mit einem Peptid-Serum kann man das Wimpernwachstum testen, bevor man viel Geld für ein stärkeres Serum ausgibt. Manche Nutzerinnen empfinden extrem lange Wimpern nicht immer als Vorteil etwa, wenn sie beim Tragen einer Brille die Gläser berühren.
Beliebte Produkte ohne Hormone:
Hier eine Zusammenfassung der im Test erwähnten Produkte:
Der Orphica ReaLash Eyelash Enhancer ist ein Wimpernserum mit Prostaglandin-Analogon und daher mit Vorsicht zu genießen. Dafür kann man hier mit deutlichem Wachstum und Volumen rechnen, das mit Peptid-Seren kaum zu erzielen sein dürfte. Zusätzlich enthält es auch ein potenziell wachstumsförderndes Peptid sowie allerlei Extrakte. Die Kombination der Wirkstoffe erinnert an den Klassiker von Revitalash, ist aber günstiger (preislich sowie in der Füllmenge).
Das The Ordinary Lash & Brow Serum ist mit diversen Peptiden und Aminosäuren gespickt und kommt ohne Prostaglandinderivat aus, um zu wirken. Das Resultat ist entsprechend nicht so üppig wie mit Hormonderivaten, sorgt aber dennoch für längere, gegebenenfalls dichtere und gepflegte Wimpern. Die Formulierung könnte auf dem Papier kaum beeindruckender aussehen. Viel mehr als andere Peptid-Seren schafft es allerdings unserer Erfahrung nach nicht. Dafür ist es günstig, bleibt sicherlich lange im Sortiment und kommt von einer vertrauenswürdigen Marke.
Laut Hersteller ist der Revitalash Advanced Eyelash Conditioner das meistverkaufte Wimpernserum weltweit und gilt als Pionierprodukt, das viele Anwender seit Jahren schätzen - trotz der damit einhergehenden Risiken. Es kombiniert Prostaglandin und ein Peptid für lange, kräftige und dichte Wimpern. Die Testergebnisse sind beeindruckend.
Hier ist eine vergleichende Tabelle der genannten Wimpernseren:
| Produktname | Inhaltsstoffe | Wirkung | Preis |
|---|---|---|---|
| Orphica ReaLash Eyelash Enhancer | Prostaglandin-Analogon, Peptide, Extrakte | Deutliches Wachstum und Volumen | Günstiger als Revitalash |
| The Ordinary Lash & Brow Serum | Peptide, Aminosäuren | Längere, dichtere und gepflegte Wimpern | Günstig |
| Revitalash Advanced Eyelash Conditioner | Prostaglandin, Peptid | Lange, kräftige und dichte Wimpern | Hochpreisig |
Wimpernseren enthalten oft weitere Inhaltsstoffe, die das Wachstum und die Pflege der Wimpern unterstützen sollen:
Damit die Wimpernhärchen tatsächlich sprießen und das Wimpernwachstum kontinuierlich angeregt wird, ist es wichtig, ein Wimpernserum konsequent zu verwenden, anfangs am besten täglich. Auch sollte man die Dauer bis zu sichtbaren Erfolgen nicht unterschätzen. Je nach natürlicher Wimpernlänge vergehen Monate, bis die neuen, langen Härchen die alten überholen.
Hier sind einige Tipps für die Anwendung:
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