Thallium sulfuricum: Ursachen und Behandlung von Haarausfall

Giftmorde ziehen sich durch das gesamte literarische Werk der britischen Kriminalautorin Agatha Christie. Dabei kennen Kreativität und Skrupellosigkeit der fiktiven Täter keine Grenzen: Vergiftet werden die ahnungslosen Opfer mit allem, was hierfür irgendwie infrage kommt. Nikotin, Arsen, Thallium, Morphin, Strychnin und Digitalis gehören unter anderem zum Repertoire der Mörder in Christies fesselnden Romanen.

Warum Gift zu den bevorzugten Mordwaffen in Agatha Christies Werken gehört? Wahrscheinlich, weil sich die „Duchess oft Death“ nun einmal hervorragend mit giftigen Substanzen auskannte, war sie in jungen Jahren doch in einer Apotheke tätig. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete sie in ihrem Geburtsort Torquay erst als Krankenpflegerin in einem Feldlazarett und später als Assistentin in einer Krankenhausapotheke.

Mit Akribie erfasste sie in Notizbüchern in alphabethischer Reihenfolge Aussehen und Eigenschaften von Substanzen, fertigte fein-säuberliche Tabellen über die Zubereitung von Belladonna, Digitalis & Co. Perfekter Mord?Gift als perfekte Mordwaffe? Das war vielleicht einmal. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe,wie es Gerichtsmedizinern heute gelingt, Vergiftungen nachzuweisen.

Thallium diente in Christies Krimi „Das fahle Pferd“ aus dem Jahr 1961 als Mordinstrument. Als die Autorin das Werk verfasste, konnte sie nicht ahnen, dass ihr Krimi Jahre später einem Kind das Leben retten sollte.

In England wurde 1977 ein neunzehn Monate altes Kleinkind mit schweren, aber unspezifischen Krankheitszeichen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte rätselten über die Ursachen, bis plötzlich eine Krankenpflegerin den entscheidenden Hinweis lieferte: Thallium! Mit ihrer „Diagnose“ traf sie ins Schwarze, sodass das Kind mit einem Antidot gerettet werden konnte.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Eltern zu Hause ein thalliumhaltiges Rattengift ausgelegt hatten, dass ihr Kind wohl in den Mund gesteckt und versehentlich geschluckt haben musste.

Thallium (chemisches Symbol Tl) zählt zu den Schwermetallen und wurde im letzten Jahrhundert als Rattengift gehandelt. Für Giftmörder bot es sich aufgrund seiner Geruchlosigkeit und Geschmacksneutralität als Mordwaffe in nahezu idealer Weise an. Nicht nur im Krimi, sondern auch in der Realität ereigneten sich zahlreiche Thalliumvergiftungen. Heute sind sie jedoch glücklicherweise eine Rarität und Thallium wird häufiger zum Heilen als zum Morden eingesetzt.

Auch mit Arsen (Elementsymbol As), dem „Gift der Gifte“, beförderte Agatha Christie fiktive Opfer ins Jenseits. So beispielsweise den bedauernswerten Albert Ackenthrope im Miss-Marple-Klassiker „16 Uhr 50 ab Paddington“.


Arsen Probe

Auch die Fantasie zahlreicher anderer Autoren regte das hochgiftige Halbmetall immer wieder an. So beschreibt die englische Schriftstellerin Dorothy L. Sayers in ihrem Roman „Starkes Gift“ den Mord mit einem mit Arsen vergifteten Omelett.

Eine akute Arsenvergiftung verursacht Krämpfe, Übelkeit, innere Blutungen, Koliken und führt schließlich zu Nieren- und Kreislaufversagen. Die Einnahme von 60 bis 170 Milligramm Arsen(III)-oxid (Arsenik) gilt für Menschen als tödliche Dosis - meist tritt der Tod innerhalb von einigen Stunden oder wenigen Tagen ein.

Obwohl einerseits hochtoxisch, wurde Arsen auch lange Zeit in Arzneimitteln eingesetzt. Im 18. Jahrhundert wurde eine Mischung aus Kaliumarsenit und Lavendelwasser als „Fowlersche Lösung“ bekannt. Sie galt als medizinisches „Wundermittel“ und wurde unter anderem zur Fiebersenkung eingesetzt.

Von medizinischer Bedeutung war lange Zeit auch das von Paul Ehrlich entwickelte arsenhaltige Arsphenamin, das Anfang des letzten Jahrhunderts zur Behandlung von Syphilis auf den Markt kam. Auch in der modernen Medizin spielt das chemische Element Arsen wieder eine Rolle und zwar sowohl in der Homöopathie in Form von Arsenicum album als auch in der Krebstherapie.

Arsenikhaltige Präparate werden heute gegen eine bestimmte Form der Leukämie, die so genannte akute Promyelozyten-Leukämie (APL), eingesetzt.

Als Apothekenmitarbeiterin kannte sich Agatha Christie auch hervorragend mit Alkaloiden aus. Kein Wunder also, dass einige ihrer Krimiopfer an Strychnin-, Morphin- oder auch Nikotin-Vergiftungen starben.

„Das fehlende Glied in der Kette“ (1920) heißt der erste Kriminalroman der Autorin, in dem Meisterdetektiv Hercule Poirot in einem Strychninmord ermittelt. Hinter Strychnin verbirgt sich ein außerordentlich toxisches Alkaloid, das in den Samen der Brechnuss (Strychnos nux vomica) zu finden ist.

Schon vergleichsweise gering dosiert kann Strychnin Grausames bewirken: Muskelzuckungen, schwere Krämpfe und schließlich Tod durch Atemlähmung.

Im gleichnamigen Werk aus den 1940er-Jahren sterben zwei Frauen an Morphinvergiftungen. Morphin, das Hauptalkaloid des Opiums, ist aus der modernen Medizin nicht wegzudenken: Als besonders stark wirksames Analgetikum kann es selbst bei schwerstkranken Patienten das Leiden lindern.

Erstmals 1804 gelang es dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Adam Sertürner, Morphin aus Opium, also aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns, zu isolieren - ein Meilenstein in der Pharmaziegeschichte. Doch wie Morphin Leiden lindern kann, wirkt es in der Überdosis tödlich.

Im Agatha-Christie-Kriminalroman „Nikotin“ aus dem Jahr 1934 schließlich ermittelt Spürnase Hercule Poirot im Fall zweier Giftmorde durch das Nervengift Nikotin. In den Wurzeln der Tabakpflanze wird das Alkaloid gebildet und wandert mit zunehmender Reife in ihre Blätter.

Dort dient es der Abwehr von Fraßinsekten. Was den Insekten zum Verhängnis wird, kann auch den Menschen umbringen: Bei einer schweren Nikotinvergiftung kommt es zum Kreislaufkollaps und schließlich zum Tod durch Atemlähmung. Die tödliche Dosis für den Menschen beträgt 50 Milligramm.

Nikotin als Mordwaffe inspirierte nicht nur Agatha Christie, sondern beflügelt auch die Fantasie moderner Drehbuchautoren. Im ARD-Tatort „Schleichendes Gift“ aus dem Jahr 2007 musste ein Ministeriumsbeamter sein Leben lassen.


Blauer Eisenhut

AUGEN AUF UND FINGER WEG!

Zu den gefährlichsten Giftpflanzen gehören:

  • der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus): Sein Hauptgift, das Aconitin, ist in allen Pflanzenteilen zu finden, vor allem jedoch in der Wurzel und in den Samen. Zwei Gramm der Wurzel sind absolut tödlich. Vergiftungserscheinungen sind Herzrhythmusstörungen und Krämpfe, in schweren Fällen Kreislauflähmungen bis hin zum Tod. In der Homöopathie wird Aconitum in verdünnter Zubereitung therapeutisch eingesetzt, unter anderem bei akuten entzündlichen Erkrankungen.
  • die Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna): Alle Pflanzenteile, vor allem jedoch die hochtoxischen schwarzen Beeren, enthalten das Gift Atropin. Bei Kindern kann bereits der Verzehr von drei bis fünf, bei Erwachsenen von etwa zehn Beeren innerhalb von Stunden zum Tod durch Atemlähmung führen. In homöopathischer Aufbereitung wird die Tollkirsche (Belladonna) heute gegen zahlreiche Beschwerden eingesetzt, typischerweise bei schmerzhaften Erkrankungen mit hohem Fieber.
  • die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale): Das Alkaloid Colchicin steckt in allen Pflanzenteilen, vor allem jedoch in den Samen. Übelkeit und Tod durch zentrale Atemlähmung sind die Folgen einer Intoxikation. Die Herbstzeitlose wurde 2010 zur „Giftpflanze des Jahres“ gewählt.
  • der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea): Seine Pflanzenteile sind allesamt hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich enden. Symptome einer Vergiftung sind Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Haluzinationen. In der Medizin werden Digitalispräparate bis heute zur Behandlung von Herzmuskelschwäche und bestimmten Formen von Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
  • der Gefleckte Schierling (Conium maculatum): Alle Pflanzenteile, vor allem jedoch die Samen, sind hochgiftig. Das Alkaloid Coniin kann sogar über die unversehrte Haut eindringen. In der Antike war das Trinken des Schierlingsbechers eine verbreitete Todesstrafe, unter anderem für den griechischen Philosophen Sokrates. Heute kommt Conium maculatum als Homöopathikum zum Einsatz, beispielsweise gegen Schwindel und Muskelschwäche.

Der Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/11 ab Seite 54.

Es gibt eine Vielzahl von Gründen für Haarausfall, und die Behandlung hängt von der spezifischen Ursache ab. In einigen Fällen kann Thallium sulfuricum als Mittel zur Behandlung von Haarausfall eingesetzt werden.

Ein Erfahrungsbericht schildert den Fall einer Person, bei der im April letzten Jahres Alopecia Areata (AA) auftrat. Die größte Stelle hatte bereits einen Durchmesser von ca. 5-6 cm am Hinterkopf, und eine zweite, kleinere Stelle befand sich auf der rechten Seite des Hinterkopfes. Zwei Tage später begann der Hautarzt mit der DCP-Therapie. Die Vermutung, was die Ursache betrifft, liegt im beruflichen Bereich, da die Person 8 Jahre lang in einem Geschäft gearbeitet hat, in dem die Chefin ihre eigenen psychischen Probleme ausgelassen hat, woraufhin sie gekündigt wurde.

Die DCP-Therapie wurde die ganze Zeit durchgeführt, und es dauerte zwar etwas, aber die ersten Haare wuchsen auch wieder nach. Das blöde war nur, sobald eine Stelle anfing zuzuwachsen, tauchte wieder eine neue auf. Insgesamt gesehen hatte die Person 7 Stellen, an denen der Haarausfall aufgetreten ist. Ende letzten Jahres hatte die Person dann endlich wieder etwas Hoffnung, da "nur noch" 2 kleinere Stellen am Hinterkopf betroffen waren und der Hautarzt auch schon vom Ende der Therapie sprach. Allerdings hat die Kopfhaut zu dem Zeitpunkt auch immer stärker auf das DCP reagiert, der Juckreiz war dauerhaft da, Lymphknoten am Hals und Nacken extrem angeschwollen, Nässen, Krustenbildung, Kopfschmerzen.

Am 8. wurde mit dem Hautarzt aufgrund der extremen Reaktion eine Behandlungspause mit DCP vereinbart, und als die Person am 18. beim Heilpraktiker war, wurde ihr Thallium sulfuricum verschrieben. Am 11. Juni war die Person wieder beim Heilpraktiker, der meinte, dass die Haare auch schon wieder wesentlich mehr Glanz hätten, als vor der Einnahme der Arznei, und verpasste ihr nochmal eine Intensiv-Aufbau-Kur fürs Immunsystem. Seitdem sind die Haare an der Schläfe geradezu nachgeschossen und es ist von kahlen Stellen absolut nix mehr zu sehen. Noch ein positiver Nebeneffekt des ganzen Wassers und der Aufbaukur (trinke weiterhin 1 1/2 l stilles Wasser täglich): Die Person schläft seitdem wesentlich besser.

Das Mittel ist Thallium sulfuricum. Bei der Person hat´s gewirkt. Was jetzt aber in der Intensiv-Aufbau-Kur für´s Immunsystem drin war, kann nicht verraten werden.

Interessanterweise hatte die Person immer zwei "kahle"(mehr oder weniger) Stellen - sobald eine davon wieder komplett bewachsen war, tauchte eine neue auf... also immer zwei! Aber seitdem die Person das Thallium schluckt sind alle 3 Stellen (die zuletzt noch da waren) stabil, bzw. Am wachsen. Von daher ist die Person der Meinung, dass es am Thallium liegt. Der Kopf hat sich genau in der Zeit stabilisiert und der richtige Schub kam nochmal durch diese Aufbaukur.

Allerdings hatte die Person die Behandlung mit DCP abgebrochen, nachdem sie beim Heilpraktiker war, da ihre Kopfhaut die letzten Male sehr, sehr extrem darauf reagiert hat und der Heilpraktiker fast hinten 'rüber gefallen ist vor Schreck, als er die behandelten Stellen gesehen hat.

Irgendwann im Herbst letzten Jahres hat die Person die Thallium sulfuricum Tabletten nur noch jeden zweiten Tag genommen und dann Ende Januar ganz damit aufgehört. Genau eine Woche später hatte sie zwei kleinere kahle Stellen am Hinterkopf. Der Heilpraktiker meint, dass ließe nur auf eine "Vergiftung" schließen - im weitesten Sinne des Wortes. Es muss wohl irgendetwas geben, mit dem die Person ständig zu tun hat, in Berührung kommt, was sie nicht verträgt/ was ihr Immunsystem beeinträchtigt.

Also: Thallium geschluckt, als der erste Haarwuchs einsetzte: Aufbaukur für´s Immunsystem... Nach einer Woche Pause war die Person wieder da und der Heilpraktiker war total entsetzt. Nach hin- und herüberlegen, haben sie dann auch die Ursache dafür gefunden: Die Person hatte ca. 2 Wochen zuvor wieder angefangen, Cetirizin gegen Allergien zu schlucken ( was sie seit März letzten Jahres nicht mehr getan hatte) und das Cetirizin hemmt (laut Beipackzettel) die Lebertätigkeit, soll heißen: Das Thallium sorgt eigentlich für die Entgiftung des Körpers, wird aber durch die Wirkung des Cetirizins auf die Leber daran gehindert.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit von Thallium sulfuricum bei der Behandlung von Haarausfall von Person zu Person variieren kann. Es ist ratsam, einen qualifizierten Arzt oder Heilpraktiker zu konsultieren, um eine individuelle Diagnose und Behandlungsplan zu erhalten.

Weitere Aspekte von Haarausfall

Es gibt auch Diskussionen und Fragen zum diffusen Haarausfall, bei dem verschiedene Faktoren eine Rolle spielen können. Einige der genannten Aspekte sind:

  • Bakterielle Entzündungen
  • Niedriger Ferritin-Wert
  • Fettige Kopfhaut
  • Medikamente wie Finasterid und Minoxidil
  • Pilzbefall
  • Hormonelle Ungleichgewichte
  • Stress

Es wird empfohlen, verschiedene Blutwerte überprüfen zu lassen, um mögliche Ursachen zu identifizieren. Einige Benutzer haben auch über Juckreiz auf der Kopfhaut im Zusammenhang mit Haarausfall berichtet und verschiedene Shampoos und Behandlungen ausprobiert, um das Problem zu lindern.

Es ist wichtig, die individuellen Umstände zu berücksichtigen und professionellen Rat einzuholen, um die beste Vorgehensweise bei Haarausfall zu bestimmen.

Diffuser Haarausfall: Ursachen & Behandlung – Was hilft?

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