Viele Patienten schwören zur Behandlung ihrer Kopf-Psoriasis auf ein Shampoo mit Steinkohlenteer. Ein Teershampoo ist erfahrungsgemäß für leichte, eventuell auch für mittelschwere Fälle gedacht. Du hast bisher mit Tarmed Shampoo erfolgreich Deine Kopfhaut-Psoriasis behandelt und bist nun verunsichert, weil das Produkt nicht mehr erhältlich ist? Kein Grund zur Sorge!
Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über Tarmed Shampoo, seine Anwendung, mögliche Nebenwirkungen und verfügbare Alternativen.
Tarmed enthält den Wirkstoff Steinkohlenteer. Der Wirkstoff ist: Steinkohlenteerlösung. 100 g Shampoo enthalten 4 g Steinkohlenteerlösung (4 %).
Die sonstigen Bestandteile sind:
Der Wirkstoff Steinkohlenteer führt zu einer Wachstumsverlangsamung von Zellen im Bereich der Haut.
Schuppenbildung kann durch Shampoos mit Steinkohlenteer behandelt werden (Symbolbild)
Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an. Wenden Sie Tarmed 1- oder 2-mal wöchentlich über vier Wochen an.
Art der Anwendung? Tragen Sie das Arzneimittel auf die Kopfhaut auf und massieren Sie es ein. Zuvor feuchten Sie die Haare mit Wasser an. Danach spülen Sie das Arzneimittel mit viel warmem Wasser aus und wiederholen den Vorgang. Das Arzneimittel sollte bei beiden Anwendungen nicht länger als insgesamt 3-5 Minuten auf der Kopfhaut bleiben. Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit den Augen.
Dauer der Anwendung? Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung. Die Behandlungsdauer beträgt im Allgemeinen 4 Wochen. Eine längere Behandlungsdauer sollte nur unter Kontrolle Ihres Arztes erfolgen.
Dosierung: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene eine ausreichende Menge 1-2mal wöchentlich unabhängig von der Tageszeit. Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Was spricht gegen eine Anwendung?
Welche Altersgruppe ist zu beachten? Kinder unter 12 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Überdosierung? Bei einer Überdosierung kann es zu Hautreizungen und erhöhter Lichtempfindlichkeit der Haut kommen. Bei versehentlichem Verschlucken wenden Sie sich umgehend an einen Arzt.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen.
Was sollten Sie beachten?
Als die frühere Herstellerfirma Stiefel vom Pharmakonzern GSK gekauft wurde, gab es offiziell „technische und juristische Probleme“. Drei Jahre lang gab es Tarmed nicht auf dem deutschen Markt.
Das Teer-Shampoo wird weiterhin in Portugal, Spanien und in Großbritannien angeboten - unter dem Namen Polytar und rezeptfrei. Für Deutschland „ist ein entsprechender Vertrieb zum heutigen Zeitpunkt nicht geplant“, so eine Sprecherin von STADA im Herbst 2023. Beruhigend fügte sie hinzu: „Allerdings prüfen wir regelmäßig alle Optionen“.
Alternativen:
Einige Alternativen zu Tarmed Shampoo
In den 90er Jahren gab es Bedenken, dass der enthaltene Steinkohlenteer krebserregend sei. Wegen seines 4%-igen Steinkohle-Teergehalts war das Tarmed-Shampoo in Deutschland verschreibungspflichtig. Es wurde bei Psoriasis als einziges Shampoo von den Krankenkassen bezahlt.
Als das Harburger Institut Innolab im Auftrag von Öko- Test verschiedene Teershampoos (Berniter, Fongitar, Polytar, Preval, Resdan, Tarmed und T/Gel) untersuchte, entpuppten sich die meisten Flaschen als hochgradig mit PAK belastet. Das Labor stellte Werte bis zu 3280 Milligramm pro Kilo (mg/kg) fest.
Viele dieser Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) lösen Krebs aus. Allein von dem besonders gefährlichen krebserregenden Benzo(a)pyren waren bis zu 56 Milligramm nachweisbar. Als harmlos erwiesen sich lediglich Produkte mit Holzteer. Solche Shampoos werden auch in Bioläden verkauft.
Die gefährlichen Eigenschaften der Teerprodukte sind bekannt: „Bei unkontrollierter, regelmäßiger und langjähriger Anwendung muß mit Karzinogenese gerechnet werden“, gutachtete die Kommission B 7, die im Auftrag des Bundesgesundheitsamtes Arzneimittel mit Steinkohlenteer bewertete. Sie kam Ende 1992 zum Schluß, daß solche Medikamente „nur nach strengster Abwägung, unter ärztlicher Kontrolle und möglichst kurzfristig anzuwenden“ seien.
Schwangere Frauen und stillende Mütter dürften sie überhaupt nicht an ihre Haut lassen. Die meisten Teershampoos sind jedoch keine Medikamente, sondern Kosmetika. Für sie gelten die Kommissionsempfehlungen absurderweise nicht. Von „ärztlicher Kontrolle“ kann bei ihnen also keine Rede sein. Jeder kann die Schuppenkuren kaufen, sie tragen noch nicht einmal Warnhinweise für Schwangere.
Schon 1990 ermittelte die Chemische Landesuntersuchungsanstalt Freiburg bis zu 50 mg Benzo(a)pyren in Teershampoos. In ihrem neuesten Jahresbericht 1993 halten die Freiburger noch einmal fest, daß für den Stoff „eine krebserzeugende und erbgutverändernde Wirkung auch bei äußerlicher Anwendung als erwiesen gilt“.
Selbst das nicht immer kritische, inzwischen aufgelöste Bundesgesundheitsamt (BGA) wollte die Giftladungen aus den Läden haben. Auf seinen Rat stellte das Bonner Gesundheitsministerium schon vor zwei Jahren bei der Europäischen Union den Antrag, Teer in Kosmetika zu verbieten. Doch getan hat sich in Brüssel seither nicht viel.
Auch die Hersteller haben die Aktivitäten der Überwachungsbehörden bisher kalt gelassen. Anstatt wenigstens mit Warnhinweisen zu vorsichtiger und kurzzeitiger Verwendung aufzurufen, verharmlosen die Verpackungstexte und Beipackzettel die Gefahr.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
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