Tarmed Shampoo: Inhaltsstoffe, Anwendung und Risiken

Schuppen können unangenehm sein, besonders wenn sie auf dunkler Kleidung sichtbar werden. Spezielle Shampoos, sogenannte Teershampoos, können hier Abhilfe schaffen. Ein bekanntes Produkt ist Tarmed Shampoo, das den Wirkstoff Steinkohlenteer enthält.

Kopfhaut mit Schuppenflechte

Inhaltsstoffe von Tarmed Shampoo

Tarmed enthält den Wirkstoff Steinkohlenteer. Die genaue Zusammensetzung laut Packungsbeilage umfasst:

  • Steinkohlenteerlösung (4 %)
  • Dodecylpoly(oxyethylen)-x-hydrogensulfat-Natriumsalz
  • 2-[(3-Kokosfettsäureamidopropyl) dimethylazaniumyl]acetat
  • Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph.Eur.)
  • Citronensäure-Monohydrat
  • Benzylalkohol
  • alpha-Stearoyl- omega-stearoyloxypoly(oxyethylen)-150
  • 2-Methylpentan-2,4-diol
  • Oleylalkohol (Ph.Eur.)
  • Poly(O-{2-[2-hydroxy-3-(trimethylazaniumyl) propoxy]ethyl})cellulose-polychlorid
  • Timotei Früchte-Parfümöl AF17050, Quest International
  • gereinigtes Wasser

Anwendung von Tarmed Shampoo

Tarmed sollte immer genau nach Anweisung des Arztes oder Apothekers angewendet werden. Die übliche Empfehlung lautet, Tarmed 1- oder 2-mal wöchentlich über vier Wochen anzuwenden. Dabei sollte man wie folgt vorgehen:

  1. Haare und Kopfhaut mit Wasser anfeuchten.
  2. Das Shampoo auf die Kopfhaut auftragen und einmassieren, bis es schäumt.
  3. Sicherstellen, dass die Kopfhaut, das Haar und die angrenzenden Bereiche ausreichend mit Schaum bedeckt sind.
  4. Das Shampoo mit viel warmem Wasser ausspülen und den Vorgang wiederholen.
  5. Das Arzneimittel sollte bei beiden Anwendungen nicht länger als insgesamt 3-5 Minuten auf der Kopfhaut bleiben.

Risiken und Nebenwirkungen

Steinkohlenteer-haltige Präparate werden seit mehr als 100 Jahren zur Behandlung chronischer Hauterkrankungen eingesetzt. Das Destillationsprodukt aus Kohle enthält hunderte Inhaltsstoffe, darunter Benzole, Naphthalin und Phenole.

Einige Studien haben gezeigt, dass viele Teershampoos mit Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sind, von denen einige Krebs auslösen können. Schon 1990 ermittelte die Chemische Landesuntersuchungsanstalt Freiburg bis zu 50 mg Benzo(a)pyren in Teershampoos. In ihrem neuesten Jahresbericht 1993 halten die Freiburger noch einmal fest, daß für den Stoff „eine krebserzeugende und erbgutverändernde Wirkung auch bei äußerlicher Anwendung als erwiesen gilt“.

Bekannte Risiken und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Überempfindlichkeit gegen Steinkohlenteer oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe.
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Direkte Sonneneinstrahlung oder UV-Bestrahlung (Höhensonne, Solarium) während der Behandlung vermeiden, da sonst schnell ein Sonnenbrand droht.
  • Bei unkontrollierter, regelmäßiger und langjähriger Anwendung muss mit einer krebsauslösenden Wirkung gerechnet werden.

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten Teershampoos nicht anwenden. Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben.

Bei einer Überdosierung kann es zu Hautreizungen und erhöhter Lichtempfindlichkeit der Haut kommen. Bei versehentlichem Verschlucken sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Aufgrund der nicht auszuschließenden krebsauslösenden Wirkung ist der Zusatz von Steinkohlenteer in Kosmetika verboten und in der Medizin eingesetzte Präparate wurden der Verschreibungspflicht unterstellt.

Alternativen zu Tarmed Shampoo

Da Tarmed Shampoo in Deutschland zeitweise nicht erhältlich war, suchen viele Patienten nach Alternativen. Hier sind einige Optionen:

  • Rezeptur vom Arzt: Ein Arzt kann eine gleichartige Rezeptur mit Steinkohlenteer verschreiben.
  • Neutrogena T/Gel Therapeutic Shampoo: Dieses Shampoo enthält ebenfalls Steinkohlenteer.
  • Präparate mit sulfoniertem Öl aus schwefelreichem Schiefer: Diese haben ähnliche Eigenschaften wie Teer, aber weniger Nebenwirkungen. Beispiele sind das Medizinal Shampoo von Dermasence oder Bionatar von faroderm.
  • Shampoos mit Kiefernteer oder Birkenteer: Diese sind beispielsweise bei Amazon erhältlich.

Eine weitere Alternative sind schwefelhaltige Schieferöle: z.B. Ichthyol-Creme, Crino Cordes, Ichthoderm Creme, Cadiker Shampoo (Wacholderteer).

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Behandlung von Kopfhautproblemen: Weitere Tipps

Neben der Verwendung von Spezialshampoos gibt es weitere Maßnahmen, die bei Kopfhautproblemen helfen können:

  • Ölpackungen: Über Nacht Oliven- oder Kokosöl auf die Kopfhaut auftragen.
  • Urea-Shampoos: Einige Anwender berichten von guten Erfahrungen mit Urea-Shampoos.
  • Arztbesuch: Bei offenen, juckenden Stellen auf der Kopfhaut sollte ein Hautarzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu finden.

Wirksamkeit von Tarmed Shampoo

Viele Patienten mit Psoriasis schwören auf Tarmed Shampoo und berichten von einem phänomenalen Erfolg nach wenigen Anwendungen. Die Kombination mit Daivonex-Lösung (Calcipotriol) hat sich bei einigen Anwendern als besonders wirksam erwiesen. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse der Kopfhaut zu berücksichtigen und gegebenenfalls verschiedene Produkte und Behandlungsmethoden auszuprobieren, um die optimale Lösung zu finden.

Tabelle: Vergleich von Inhaltsstoffen und Risiken verschiedener Shampoos

Shampoo-Typ Hauptwirkstoff Vorteile Risiken
Tarmed Shampoo Steinkohlenteer Wirksam bei Psoriasis und Schuppen PAK-Belastung, Krebsrisiko bei langfristiger Anwendung, erhöhte Lichtempfindlichkeit
Neutrogena T/Gel Steinkohlenteer Ähnlich wie Tarmed Ähnlich wie Tarmed
Dermasence Medizinal Shampoo Sulfoniertes Schieferöl Weniger Nebenwirkungen als Teer Weniger stark wirksam als Teer
Bionatar Sulfoniertes Schieferöl Weniger Nebenwirkungen als Teer Weniger stark wirksam als Teer
Urea-Shampoo Urea Feuchtigkeitsspendend Kann bei manchen Anwendern zu trockenen Haaren führen

Wichtig: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei spezifischen Fragen oder Bedenken sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

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