Haarausfall betrifft viele Menschen, sowohl Männer als auch Frauen, und kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Stress spielt hierbei oft eine entscheidende Rolle. In diesem Artikel werden die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von stressbedingtem Haarausfall beleuchtet, einschliesslich medikamentöser Optionen und anderer hilfreicher Massnahmen.
Ein paar Haare im Kamm sind noch kein Grund zur Sorge. Jeder Mensch verliert bis zu hundert Kopfhaare pro Tag. Wenn jedoch mehr verloren gehen, liegt ein Haarausfall (Effluvium) vor. Davon sind etwa ein Drittel der Männer und jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens betroffen.
Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls:
Ein wichtiger Faktor, der die Haare ebenfalls schwinden lässt, ist anhaltender starker Stress. Unser Körper reagiert sensibel auf psychische und körperliche Belastungen. Dazu gehört auch das Haarwachstum. Der genaue Mechanismus ist nicht geklärt.
Vermutlich erhöht Stress die Konzentration von Botenstoffen wie etwa Noradrenalin am Haarfollikel, was über eine Reihe von Prozessen eine Entzündung in Gang setzt. Dies beendet die Wachstumsphase des Haares vorzeitig, und die Haarwurzel geht in eine Ruhephase über. Nach zwei bis drei Monaten fällt das Haar aus.
Zum einen schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, welches das Haarwachstum hemmt. Zum anderen erhöht sich die Anzahl der Nervenfasern, die jeden Haarfollikel umgeben. Über diese Nervenfasern werden verschiedene Botenstoffe, zum Beispiel Neuropeptide, freigesetzt. Diese Stoffe reizen Abwehrzellen (unter anderem die sogenannten Mastzellen). Es kommt zu einer neurogenen Entzündung und Zellen sterben vermehrt ab. Die Folge: Haarausfall. Diese entzündliche Reaktion kann sich auch als Juckreiz bemerkbar machen.
Besonders nach körperlichem Stress - z. B. einer Erkrankung, Operation oder einer Covid-Infektion - kann es 3 bis 6 Monate später zu starkem Haarausfall kommen.
Stress kann den normalen Haarwachstumszyklus erheblich beeinflussen. Hier ist eine Übersicht der Phasen:
Dass die Haare ausfallen, bemerkt man übrigens erst, wenn bereits etwa zehn bis 20 Prozent der gesamten Haarpracht fehlen. Manche sehen es sogar erst, wenn deutlich mehr Haare verloren gegangen sind.
Weitere Symptome können sein:
Die effektivste Methode, stressbedingten Haarausfall zu therapieren, ist, Stress zu vermeiden. Hierfür gibt es kein Patentrezept, denn Stressbewältigung ist sehr individuell.
Stress abbauen lässt sich zum Beispiel durch Sport, Hobbys, Sozialkontakte und vor allem Ruhephasen. Gegen Zeitdruck hilft ein geeignetes Zeitmanagement und eine klare Strukturierung des Tages. Erholung für den Körper bringen ausreichender Schlaf und eine ausgewogene Ernährung.
Zusätzlich gibt es eine Reihe von Entspannungstechniken, die beim Stressabbau helfen. Diese reichen von Akupunktur über Bachblütentherapie bis hin zur Streicheltherapie. Die bekanntesten Methoden sind autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson und die Atemtherapie. Aber auch Yoga, Tai-Chi und Meditation helfen beim Entspannen, weshalb entsprechende Kurse von vielen Krankenkassen finanziell unterstützt werden.
Wenn es sich um Stress handelt, sollten Betroffene zunächst überlegen, um welche Art von Stress es sich handelt. Je nach zugrundeliegendem Problem gibt es unterschiedliche Ebenen, auf denen der Stress bearbeitet werden kann. Die Therapieoptionen reichen von dem Erlernen einer Entspannungstechnik über Konfliktbewältigungstechniken und Verhaltenstherapie bis hin zur tiefenpsychologischen Therapie und Psychoanalyse.
Daher ist eine medikamentöse Therapie beim diffusen Haarausfall nicht erforderlich. Es existiert aber eine Reihe von Präparaten, die den Haarwuchs verbessern sollen. Bei vielen ist die Wirkung wissenschaftlich nicht gut bewiesen. Dennoch kann eine Therapie im Einzelfall hilfreich sein.
So sollen Biotin (Vitamin H), Thiamin (Vitamin B1), Pantothensäure (Vitamin B5) sowie das Spurenelement Zink das Haarwachstum fördern. Bei den Zinkpräparaten ist darauf zu achten, dass sie organisches Zink in genügend hoher Dosierung enthalten sollten (zum Beispiel Zink Verla 10 mg). Das Haarwachstum verbessern können auch Kombinationen von Zink, Biotin und Panthothensäure (zum Beispiel Sanhelios Zink plus).
Auch schwefelhaltigen Aminosäuren wie Cystein und Methionin und Kombinationen mit Vitaminen (zum Beispiel Pantovigar) wird diese Wirkung zugeschrieben. Bei der androgenetischen Alopezie wird häufig ein Hirseextrakt zusammen mit Weizenkeimöl (Priorin) eingesetzt. Da das Präparat die schwefelhaltige Aminosäure L-Cystin in Kombination mit Vitamin B5 enthält, kann sein Einsatz auch bei diffusem Haarausfall helfen. Das Nahrungsergänzungsmittel »Bockshorn plus Mikronährstoff Haarkapseln« hat in einer klinischen Studie das Haarwachstum verbessert.
Zwei der wirksamsten Medikamente zur Behandlung von Haarausfall sind Minoxidil und Finasterid. Minoxidil regt die Durchblutung der Kopfhaut an, Finasterid blockiert das für Haarausfall mitverantwortliche DHT-Hormon.
Es gibt noch weitere Produkte, die bei der Behandlung von stressbedingtem Haarausfall helfen können:
Biotin kann als Nahrungsergänzungsmittel deine Haarstruktur stärken und das Haarwachstum zusätzlich unterstützen - besonders, wenn durch Stress eine Mangelversorgung besteht.
Häufig unbekannt ist, dass auch einige Medikamente zu Haarausfall führen können, so zum Beispiel Methylphenidat, Allopurinol, Heparin, Valproinsäure oder Clofibrat.
Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen.
Hier sind einige Beispiele:
Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren. Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden.
Eine geeignete Haarpflege ist bei Haarausfall unumgänglich. Zudem können Pflegefehler sogar Haarverlust auslösen.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen sowie Spurenelementen ist entscheidend für eine gesunde und widerstandsfähige Haarpracht. Ein einfacher Bluttest beim Dermatologen gibt Aufschluss, ob bei brüchigem Haar oder Haarausfall ein Nährstoffmangel vorliegt.
Hier ist eine Übersicht wichtiger Nährstoffe:
Gesunde Ernährung ist Pflicht für alle, die sich gesundes und kräftiges Haar wünschen. Auch wenn man annimmt, dass Mangelerscheinungen in Deutschland nicht vorkommen, gehören sie mit zu den häufigsten Gründen für diffusen Haarausfall. Man sollte deshalb auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten sowie ggf. nach ärztlicher Rücksprache bestimmte Vitamine und Spurenelemente zusätzlich substituieren.
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum vermehrt Haare verlieren oder Schmerzen an der Kopfhaut spüren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der richtige Ansprechpartner ist hier ein Dermatologe. Er kann eine gesicherte Diagnose stellen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.
Die gute Nachricht: Wenn die Belastung, und damit der Stress, vorbei ist, wächst das Haar auch wieder - häufig sogar kräftiger und stärker pigmentiert als vorher. Doch dafür müssen Betroffene zunächst herausfinden, was sie belastet, und eine Lösung dafür finden.
Anhaltender Stress kann auch zu Haarausfall führen. Anders als der hormonell bedingte, ist diese Form aber umkehrbar. Lässt der Stress nach, wachsen auch die Haare wieder. Wenn der Stress nachlässt, wächst das Haar in der Regel im Laufe von sechs bis neun Monaten wieder nach. Haarausfall durch Stress ist belastend - aber oft nicht dauerhaft.
Stressbedingter Haarausfall ist eine reversible Form des Haarverlusts, die durch anhaltenden Stress ausgelöst wird. Die Behandlung umfasst Stressbewältigungstechniken, eine ausgewogene Ernährung und gegebenenfalls die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung durch einen Dermatologen sind entscheidend, um bleibende Schäden zu vermeiden.
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