Viele Alltagsprodukte enthalten giftige Substanzen, darunter Klebstoffe, Scheibenwischwasser, Haarspray, Nagellack und Putzmittel. Schadstoffe dünsten nicht nur aus Produkten aus, sondern auch aus Wänden, Teppichen, Böden und Möbeln. Im Jahr 2020 wurden allein im US-Bundesstaat Kalifornien mehr als 5.000 Tonnen flüchtige Chemikalien freigesetzt, wobei fast 300 Tonnen davon aus Mottenkugeln (1,4-Dichlorbenzol) stammen.
Wissenschaftler des Silent Spring Institute und der University of California in Berkeley haben herausgefunden, dass viele gängige Produkte wie Shampoos, Körperlotionen, Reinigungsmittel, Mottenkugeln und Farbentferner giftige flüchtige organische Verbindungen (VOC) enthalten. Diese Chemikalien entweichen als Gase, reichern sich in der Raumluft an und können eine Reihe von Gesundheitsproblemen verursachen, darunter Krebs. Unternehmen sind jedoch nicht verpflichtet offenzulegen, wie viele VOC ihre Produkte beinhalten, was es erschwert, die tatsächliche Exposition der Menschen zu bestimmen.
Die Studie von Kristin Knox und ihren Kollegen nutzte Daten des California Air Resources Board (CARB), der seit über 30 Jahren VOCs in Konsumgütern verfolgt, um den Smog zu reduzieren. Die Analyse konzentrierte sich auf die im kalifornischen "Prop65-Gesetz" aufgeführten 33 VOCs, darunter Formaldehyd. Dabei ergab sich, dass mehr als 100 Arten von Produkten VOCs gemäß "Prop 65" enthalten.
Besonders besorgniserregend sind Produkte, die am Arbeitsplatz genutzt werden und mindestens eine gefährliche Chemikalie enthalten. Mitarbeiter von Nagel- und Friseursalons verwenden beispielsweise Nagellacke, Nagellackentferner, Klebstoffe für künstliche Nägel, Haarglätter und andere Kosmetika, die bis zu neun verschiedene giftige und ausdünstende VOCs enthalten können.
Arbeitnehmer sollten über die Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, informiert werden und Zugang zu sichereren Produkten haben. Obwohl "Prop 65" giftige Chemikalien reduziert hat, sind Menschen weiterhin vielen unsicheren Chemikalien ausgesetzt.
Die Inhaltsstoffe von Haarsprays haben sich im Laufe der Zeit verändert, insbesondere im Hinblick auf die verwendeten Harze und Treibmittel.
Früher enthielten Spraydosen oft FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) und FKW (Fluorkohlenwasserstoffe) als Treibmittel. Diese Stoffe wurden jedoch als ozonschädlich erkannt und sind heute verboten oder in ihrem Einsatz beschränkt.
Harze: Filmbildende synthetische Polymere, die hauptsächlich in Nagellacken und Haarstylingprodukten verwendet werden, wie Urethane oder Acrylsulfonamide. Natürliche Harze wie Mastix oder Styrax werden heute kaum noch als Kosmetikrohstoffe eingesetzt, aber ihre Extraktionsprodukte dienen als Basisrohstoffe für Parfümöle.
Toluolsulfonamid-Formaldehydharz: Ein Inhaltsstoff, der in einigen Haarsprays und Nagellacken verwendet wurde, aber aufgrund von Bedenken hinsichtlich Formaldehydfreisetzung weniger verbreitet ist.
Heute werden vor allem Kohlenwasserstoffe wie Propan, Butan und Isobutan als Treibmittel eingesetzt. Auch Dimethylether findet Anwendung. Diese Stoffe sind leicht entzündlich, was die Brandgefahr erhöht.
Bei Haarsprays wird die Fixierung durch unterschiedliche Polymere erzielt. Die Zusammensetzung ist zwar je nach Hersteller individuell, dennoch findet man in den Inhaltsstofflisten der meisten Testprodukte vor allem »Octylacrylamide/Acrylates/Butylaminoethyl Methacrylate Copolymer«.
Bei zertifizierter Naturkosmetik wird mangels Alternativen auf Schellack (Shellac) gesetzt, das aus den Ausscheidungen bestimmter Läuse gewonnen wird. Es ist unbedenklich und biologisch abbaubar, jedoch begrenzt erhältlich und nicht vegan. Haarsprays auf dieser Basis haben den Nachteil, nicht wasserresistent zu sein und Rückstände zu hinterlassen.
Essenziell für eine optimale Verteilung und lange Haltbarkeit ist der Einsatz von Alkohol. Durch die sofortige Verdunstung kann sich ein weniger poröses und somit stabileres Polymernetz bilden. Auch bleiben die Haare so trocken und wie gewünscht frisiert.
Spraydosen müssen gemäß der VO (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-VO) mit den relevanten Kennzeichnungselementen versehen werden, einschließlich Gefahrenpiktogrammen, Signalwörtern, Gefahrenhinweisen (H-Sätze) und Sicherheitshinweisen (P-Sätze). Das „3“-Zeichen (umgekehrtes Epsilon) bestätigt die Einhaltung bestimmter Sicherheitsanforderungen.
Nach REACH Anhang XVII Eintrag 40 dürfen Stoffe, die als entzündbare Gase, Flüssigkeiten oder Feststoffe eingestuft sind und einen entzündbaren Stoff der genannten Kategorie enthalten, nicht an private Endverbraucher verkauft werden. In diesen Fällen ist die Aerosolpackung zusätzlich mit der Aufschrift „Nur für gewerbliche Anwender.“ zu versehen.
Es gibt Ausnahmen für Spraydosen für Unterhaltungs- und/oder Dekorationszwecke, wenn nachgewiesen wird, dass die Aerosolpackung als „nicht entzündbar“ eingestuft ist. In solchen Fällen muss die Spraydose mit dem Hinweis "enthält x Masse % entzündliche Bestandteile" versehen werden.
Es gibt eine wachsende Anzahl von Haarsprays auf dem Markt, die auf natürlichere Inhaltsstoffe setzen und weniger schädliche Chemikalien enthalten. Naturkosmetik-Haarsprays verwenden beispielsweise Schellack anstelle synthetischer Polymere.
Hier sind einige Beispiele für Haarsprays, die in Tests gut abgeschnitten haben:
Es ist ratsam, die Inhaltsstofflisten von Haarsprays sorgfältig zu prüfen und Produkte zu wählen, die weniger schädliche Chemikalien enthalten. Bei der Anwendung von Haarspray sollte man darauf achten, es nicht einzuatmen und für eine gute Belüftung zu sorgen.
Auch die Reinigung der Brille von Haarspray-Rückständen ist wichtig. Hier hilft ein Ultraschallreinigungsgerät mit einem milden Öko-Reiniger.
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