Stiftung Warentest Schuppen Shampoo Test: Effektive Hilfe gegen lästiges Rieseln

Viele Menschen, die mit Schuppen zu kämpfen haben, wünschen sich glänzendes, kräftiges Haar und eine gesunde Kopfhaut. Anti-Schuppen-Shampoos versprechen eine schnelle und effektive Lösung, um das lästige Rieseln loszuwerden. Doch wirken sie tatsächlich? Dieser Frage sind Stiftung Warentest und ÖKO-TEST nachgegangen und haben verschiedene Shampoos näher unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis ist erfreulich: Die meisten Produkte schützen effektiv vor Schuppen. Lästiges Rieseln können Verbraucher gut behandeln, auch für wenig Geld. Im Test der Stiftung Warentest schnitt ein Discounter-Shampoo am besten ab.

Wie wirken Anti-Schuppen-Shampoos?

Anti-Schuppen-Shampoos enthalten Antimykotika - Wirkstoffe, die bestimmte Mikroorganismen auf der Kopfhaut bekämpfen, wie etwa die Hefe Malassezia furfur. „Deren Stoffwechselprodukte reizen die Haut und rufen Entzündungen hervor. Die Folgen sind Schuppen, manchmal auch Rötungen und Juckreiz“, sagt Dr.

Häufig sind in den getesteten Shampoos die Stoffe Piroctone-Olamine und Zink-Pyrithione enthalten, teils kombiniert mit anderen Wirkstoffen. Sie gelten als sicher und sind laut EU-Kosmetikverordnung zugelassen.

Testergebnisse der Stiftung Warentest

Die wichtigste Frage im Test war: Wie gut wirken die Shampoos gegen Kopfhautschuppen? Um das herauszufinden, haben sich mehr als 200 Männer und Frauen, die unter Schuppen leiden, vier Wochen lang die Haare gewaschen und ihre Kopfhaut mehrfach von einer Expertin kontrollieren lassen. Zudem wollte man wissen, wie die Shampoos das Haar pflegen. Glänzt es nach dem Waschen? Ist es geschmeidig und lässt es sich leicht kämmen? Eine Friseurin hat das an weiteren 20 Probanden pro Produkt geprüft.

Die Testtabelle zeigt die Prüfergebnisse für elf Shampoos, die laut Anbieter gegen Schuppen helfen sollen. Bewertet wurden neben der Anti-Schuppen-Wirkung auch die Pflegewirkung und die Anwendung (Verteilen, Schaum, Auswaschen) sowie Deklaration und Verpackung.

An der Tabellenspitze steht ein Anti-Schuppen-Shampoo vom Discounter. Es schneidet als einziges im Test insgesamt sehr gut ab. Mit umgerechnet 50 Cent pro 100 Milliliter ist es zudem vergleichsweise preisgünstig. Das von uns geprüfte Shampoo des Marktführers Head & Shoulders landet im Mittelfeld. Insgesamt ausreichend und damit Schlusslicht ist das einzige Naturkosmetikum im Test. Im Vergleich mit einem Naturkosmetikprodukt aus einem früheren Test schneidet es zwar ordentlich ab - immerhin wirkt es gegen Schuppen.

Testsieger bei Stiftung Warentest

Das preiswerte Shampoo „Cien Anti-Schuppen Shampoo für normales und trockenes Haar” von Lidl hat als einziges die Note „sehr gut” bekommen. Von den anderen zehn hob es sich vor allem durch die Pflegewirkung ab - also durch leichte Kämmbarkeit und Glanz nach dem Waschen. Gegen Schuppen wirkten fast alle getesteten Produkte.

Weitere gute Platzierungen

Auf den Plätzen zwei und drei landeten das „Anti-Schuppen Pflegeshampoo Power” von Nivea Men und „Biocura Hair Care Shampoo Anti-Schuppen Lemongras” von Aldi Nord. Sie erhielten jeweils ein „Gut”. Das Biocura-Shampoo hat laut Hersteller die gleiche Rezeptur wie das entsprechende Produkt in den Regalen von Aldi Süd. Dort heißt es „Kür Haircare Shampoo Anti-Schuppen Lemongras-Extrakt”.

Wer Wert auf silikonfreie Shampoos legt, ist laut Warentest mit dem Produkt "Isana Shampoo Anti Schuppen" von Rossmann gut beraten.

Die Ergebnisse zeigen: Um Schuppen erfolgreich behandeln zu können, muss man nicht tief in die Tasche greifen.

ÖKO-TEST: Ergebnisse und Empfehlungen

ÖKO-TEST hat in der Ausgabe 5/2023 insgesamt 27 Shampoos untersucht, die zur Bekämpfung von Schuppen ausgelobt sind. Dabei unterschieden sich die Shampoos auf den ersten Blick vor allem beim Preis: Während günstige Eigenmarken bereits für weniger als 1 Euro pro 250 Milliliter angeboten werden, kosten die teuersten Shampoos bis zu 20 Euro bei der gleichen Menge.

Von insgesamt 27 Shampoos gegen Schuppen schneiden sieben "sehr gut" ab. Unter den Testsiegern befindet sich auch ein günstiges Produkt vom Drogeriemarkt dm. Weitere sieben schneiden "gut" ab. Neben günstigen Eigenmarken von Edeka, Aldi, Rossmann und Co. landen hier auch bekannte Namen wie Nivea und Swiss O-Par.

Allerdings fallen auch einige bekannte Marken durch: Drei Produkte kassieren von den Experten Note 6 - darunter auch der bekannte Marktführer Head & Shoulders Anti-Schuppen Tiefenpflege Shampoo von Procter & Gamble.

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Naturkosmetik als Alternative?

Zertifizierte Naturkosmetikhersteller verzichten auf synthetisch hergestellte Antimykotika. Sie setzen auf natürliche Substanzen - etwa bestimmte pflanzliche Auszüge. Im Test der Stiftung Warentest reduzierte ein Naturkosmetikprodukt Schuppen immerhin befriedigend. Im Kampf gegen das Rieseln bietet es Anhängern natürlicher Kosmetika also durchaus eine Alternative.

Allerdings zeigte sich bei der Bewertung der Pflegewirkung, dass das Naturkosmetikprodukt und das Shampoo einer Drogeriemarktkette nicht überzeugen konnten. Die Messungen in der Zugprüfungsmaschine bestätigten das Urteil der Expertin. Um die Teststrähnen zu kämmen, die mit diesen beiden Shampoos gewaschen wurden, braucht die Maschine deutlich mehr Kraft als bei jenen, die mit den Konkurrenzprodukten behandelt wurden. Den Shampoos gelingt es offensichtlich nicht, die äußere Schicht der Haare zu glätten. Beide Produkte enthalten keine Silikone.

Diese Stoffe glätten die Haaroberfläche, machen die Mähne geschmeidig und leicht kämmbar. Bei Umweltschützern und vielen Verbrauchern stehen sie aber in der Kritik, weil sie biologisch schwer abbaubar und ihre Auswirkungen auf die Umwelt noch ungeklärt sind.

Tipps zur richtigen Anwendung von Anti-Schuppen-Shampoos

Wer effektiv gegen Schuppen vorgehen will, sollte nicht nur auf das richtige Shampoo setzen, sondern die Haare auch entsprechend pflegen. Auch hierfür gibt Stiftung Warentest Tipps:

  • Shampoos sollten stets gründlich auf der Kopfhaut einmassiert werden und vor dem Ausspülen etwa eine Minute einwirken.
  • Conditioner und Kuren haben auf der Kopfhaut dagegen nichts zu suchen und auch beim Föhn empfiehlt es sich, eine Stufe runterzuschalten: Idealerweise ist die Luft warm, aber nicht zu heiß.
  • Die Wirkstoffe in Anti-Schuppen-Shampoos müssen die Kopfhaut erreichen. Conditioner und Kuren nicht auf der Kopfhaut anwenden - sie waschen die Anti-Schuppen-Wirkstoffe wieder aus.
  • Warm, aber nicht heiß gilt beim Waschen und Fönen.
  • Schuppen nicht unter Hut oder Mütze verstecken.
  • Reste von Stylingprodukten können wie Schuppen wirken.

Es ist wichtig, geduldig zu bleiben. Anti-Schuppen-Shampoos müssen häufig über längere Phasen angewendet werden. Wer sie nach einer ersten Besserung wieder vollständig absetzt, kann schnell erneut vor einem Schuppenproblem stehen. Sind die Schuppen weniger geworden, reicht es aber oft, ein Anti-Schuppen-Shampoo zweimal pro Woche zu benutzen und zwischendrin ein mild reinigendes, herkömmliches Shampoo.

Optimal für Schuppengeplagte ist es, wenn schon das Shampoo gute Arbeit leistet. Denn: Die Wirkstoffe müssen bei der Wäsche auf die Kopfhaut gelangen. Sie sollten mit zusätzlichen Pflegeprodukten nicht gleich wieder weggespült werden. Wer auf Kur und Spülung nicht verzichten will, sollte diese nur in die Längen geben. Eine Alternative sind sogenannte Leave-on-Produkte, die Nutzer ins Haar sprühen oder einmassieren und nicht wieder ausspülen.

Ursachen von Schuppen

Bei Schuppen gibt die Kopfhaut vermehrt Hautpartikel ab. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein und reichen von Krankheiten wie Neurodermitis über Symptome von Stress, Reaktion auf falsches Shampoo oder zu heißes Föhnen.

Grundsätzlich hat die Kopfhaut dieselbe Grundstruktur wie die Körperhaut. Auf dem Kopf wachsen die Haare aber meist dichter und die Haarwurzeln reichen sehr tief. Auch die Talgdrüsen sind hier recht aktiv und produzieren viel Fett.

Die Haut ist immer mikrobiell besiedelt: mit Bakterien, Hefen, Pilzen. Das ist ganz normal und gesund. Wenn sich bestimmte Hefen zu stark vermehren und so ein Ungleichgewicht entsteht, kann das Probleme machen. In den großen Haaröffnungen auf dem Kopf haben sie viel Platz; die hohe Talgproduktion bietet ideale Voraussetzungen, um sich weiter auszubreiten. Stoffwechselprodukte der Hefen reizen die Haut. Es kommt zu Entzündungen.

Etwa 50 Prozent der Bevölkerung leiden unter Schuppen, Männer etwas häufiger. Schuppen treten vermehrt in bestimmten Lebensphasen auf - etwa in der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter. Dann produziert die Haut in der Regel deutlich mehr Talg.

Fettige und trockene Schuppen

Grob unterscheiden lassen sich zwei Gruppen: fettige und trockene Schuppen. Bei beiden spielen die genannten Hefen eine wichtige Rolle. Fettige Haut bietet ihnen ideale Bedingungen, um sich zu stärken - denn Hefen lieben Fette. Bei trockener Haut ist die Hautbarriere geschwächt. Vor allem im Winter, wenn die Luft trocken und das Immunsystem nicht in Höchstform ist, ist sie wenig wehrfähig. Die Fettsäuren, die die Hefen beim Stoffwechsel erzeugen, reizen trockene Haut deshalb schnell.

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