Beim Sport, bei Hitze oder auch vor Aufregung - jeder Mensch schwitzt. Zum Glück! Denn das schützt den Körper vor Überwärmung. Die Schweißdrüsen geben das wässrige Sekret ab und der Schweiß verdampft auf der Haut. Das kühlt den Körper. Dafür können täglich mehrere Liter Schweiß nötig sein.
Manche schwitzen aber ganz ohne Einflüsse von außen übermäßig stark. Die Erkrankung Hyperhidrose ist dadurch gekennzeichnet, dass Betroffene stark schwitzen, ohne dass sie gerade Sport treiben oder es draußen heiß ist. Das Schwitzen steht bei ihnen also nicht im Zusammenhang mit der Regulation der Körpertemperatur. Stattdessen werden diese bei ihnen durch das vegetative Nervensystem zu stark stimuliert.
Schwitzen ist ein natürlicher Mechanismus des Körpers zur Regulierung der Temperatur: Es dient der Abgabe überschüssiger Körperwärme, um eine Überhitzung zu vermeiden.
Wenn die Umgebungstemperatur steigt oder der Körper durch körperliche Aktivität Wärme produziert, aktivieren die Schweißdrüsen die Produktion von Schweiß. Dieser besteht hauptsächlich aus Wasser und Salzen und wird auf die Hautoberfläche abgegeben.
Durch die Verdunstung des Schweißes wird Wärme von der Haut abgeführt, was zu einer Abkühlung des Körpers führt. Neben der thermoregulatorischen Funktion kann Schwitzen auch durch emotionale Faktoren wie Stress, Angst oder Aufregung ausgelöst werden, da das autonome Nervensystem auf solche Reize reagiert.
Mediziner unterscheiden folgende Formen von normalem Schwitzen:
Schwitzen nach dem Konsum von heißen Speisen oder Getränken zählt nicht zum gustatorischen Schwitzen im engeren Sinne, da es durch die Hitze und nicht durch einen Geschmacksreiz ausgelöst wird.
Bei manchen Menschen ist die Schweißproduktion gestört - die Betroffenen schwitzen entweder gar nicht, reduziert oder übermäßig stark. Mediziner sprechen von:
Die Übergänge zwischen dem "normalen" (physiologischen) Schwitzen und dem krankhaften (pathologischen) Schwitzen sind fließend, da die Schweißabgabe von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist.
Die primäre Hyperhidrose, auch als essenzielle oder idiopathische Hyperhidrose bekannt, ist eine Form des übermäßigen Schwitzens, bei der keine zugrundeliegende Erkrankung oder äußere Ursache identifiziert werden kann. Diese Art der Hyperhidrose ist deutlich häufiger als die sekundäre Form und tritt meist während der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter auf. Charakteristisch für die primäre Hyperhidrose ist, dass das starke Schwitzen nachts nicht auftritt.
Die primäre Hyperhidrose ist auf bestimmte Körperstellen begrenzt (fokale Hyperhidrose). Typische Bereiche sind der Kopf, das Gesicht, der Schritt sowie Hände und Füße.
Neben der fokalen Hyperhidrose gibt es auch die generalisierte Hyperhidrose, bei der das starke Schwitzen den gesamten Körper betrifft.
Sekundäre Hyperhidrose ist eine Form des übermäßigen Schwitzens, die häufig als Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung auftritt. Mögliche Auslöser sind Infektionen wie Grippe oder Malaria, Krebserkrankungen wie Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, hormonelle Störungen wie bei Schilddrüsenüberfunktion oder in den Wechseljahren oder neurologische Krankheiten wie Morbus Parkinson. Auch bestimmte Medikamente wie Antidepressiva können verstärktes Schwitzen verursachen.
Im Gegensatz zur primären Hyperhidrose kann bei der sekundären Hyperhidrose auch nächtliches Schwitzen auftreten. Man spricht dann von nächtlicher Hyperhidrose. Lässt sich keine Ursache für das nächtliche Schwitzen finden, sprechen Ärzte von idiopathischem Nachtschweiß.
Nächtliches Schwitzen kann bei der Frau durch hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren entstehen. Bei Männern kann ein sinkender Testosteronspiegel im Alter ebenfalls zu starkem nächtlichem Schwitzen führen.
Wird das starke Schwitzen von einem unangenehmen Geruch (ranzig, muffig, käsig etc.) begleitet, liegt eine sogenannte Bromhidrose vor.
Nasse Haare, Schweiß auf der Stirn und Wassertropfen, die abperlen: Wer vermehrt unter Schweißausbrüchen am Kopf oder im Gesichtsbereich leidet, kennt solche Probleme. Oft hilft nur noch der Griff zum Taschentuch, um sich die feuchte Stirn zu trocknen.
Vergleichsweise harmlose Ursachen für starkes Schwitzen am Kopf können zum Beispiel emotionale Zustände (Angst, Nervosität), hohe Außentemperaturen, zu dicke Kleidung, körperliche Anstrengung oder scharfe Lebensmittel sein. Zu den ernsten Ursachen für Schwitzen am Kopf zählen etwa Infektionskrankheiten, eine Schilddrüsenüberfunktion, neurologische Krankheiten (wie Morbus Parkinson), starkes Übergewicht (Adipositas) oder Tumorerkrankungen.
Ist eine Grunderkrankung für das Schwitzen am Kopf verantwortlicht, fokussiert sich die Behandlung in erster Linie auf diese Krankheit. Wenn keine konkreten Ursachen vorliegen, behandeln Ärzte zum Beispiel medikamentös (mit Anticholinergika, Betablockern oder Antidepressiva), durch das Einspritzen von Botox unter die Haut oder durch Operationen (etwa bei der Blockade des Sympathikusnervs).
Um Schwitzen am Kopf vorzubeugen, eignen sich beispielsweise Maßnahmen wie das Auftragen von Babypuder oder Natron, das Einmassieren von Apfelessig, Wechselduschen, der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol oder Nikotin, Entspannungsübungen sowie das Tragen von möglichst leichter und temperaturangepasster Kleidung.
Wenn Sie häufig und übermäßig schwitzen, und dies unabhängig von Temperatur, körperlicher Aktivität oder dem Genuss scharfer Speisen auftritt und Ihren Alltag beeinträchtigt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Möglicherweise leiden Sie an einer Hyperhidrose, die medizinisch behandelt werden sollte.
Immer zum Arzt sollten Sie:
Rufen Sie sofort den Notarzt bei:
In solchen Fällen deutet das Schwitzen in Kombination mit den anderen Symptomen auf eine ernste Ursache hin, die sehr rasch behandelt werden muss!
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um das Schwitzen zu reduzieren:
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