Ursachen für Starken Bartwuchs und Haarausfall: Ein Umfassender Überblick

Das Haarwachstum ist für viele Männer und Frauen ein wichtiges Thema. Volles Haupthaar gilt als Schönheitsideal, wohingegen Haarausfall und damit einhergehend lichtes Haar eine Belastung darstellen kann. Aber nicht nur zu wenig Haar, sondern auch eine übermäßige Behaarung kann für Betroffene sehr belastend sein. Zwar handelt es sich nur um einen kosmetischen Makel, doch kann das eigene Behaarungsmuster zu einer psychischen Dauerbelastung werden.

Gerade bei Frauen führt eine verstärkt männlich anmutende Gesichts- und Körperbehaarung oft zu einer Minderung des eigenen Wohlbefindens. Unsere Experten des HAARZENTRUM AN DER OPER erklären häufige Ursachen für ein verstärktes Haarwachstum und mit welchen Methoden die störende Behaarung behandelt werden kann.

Übermäßiger Bartwuchs bei Frauen: Das PCO-Syndrom

Übermäßiger Bartwuchs, zu viele Kilos auf den Hüften - fast jede zehnte Frau leidet unter dem PCO-Syndrom. Stoppeln am Kinn und einen Flaum über der Oberlippe: Bei rund 10 bis 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter ist der Haushalt der Geschlechtshormone gestört, sie leiden unter dem polyzystischen Ovarsyndrom, kurz PCOS. Die Folgen können vielfältig sein, oft zeigt sich das Syndrom jedoch durch einen starken Haarwuchs im Gesicht und am Körper.

"Die Psyche leidet in jedem Fall. Die Patientinnen fühlen sich in ihrer weiblichen Identität gestört", sagt Susanne Reger-Tan, PCOS-Expertin und Fachärztin für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Essen. Ein Damenbart und eine kräftige Körperbehaarung allein sind allerdings noch kein sicheres Zeichen für PCOS, ein solcher sogenannter Hirsutismus kann vielfältige Ursachen haben.

Bei der PCOS tritt er gemeinsam mit anderen Symptomen auf, zu denen ein unregelmäßiger Zyklus, Übergewicht, Akne, Haarausfall, ein gestörter Zuckerstoffwechsel bis hin zu Typ-2-Diabetes, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck gehören können. Ein einheitliches Krankheitsbild existiert nicht, die Symptome können bei jeder Frau unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Alle Betroffenen haben jedoch viel zu hohe Werte an männlichen Sexualhormonen, den Androgenen, und hohe Östrogenwerte, die gerade noch im normalen Bereich liegen. Das Gelbkörperhormon Progesteron ist dagegen in zu niedrigen Konzentrationen vorhanden. Das Missverhältnis führt dazu, dass der Eisprung ausbleibt.

Bei PCOS verstärken sich mehrere endokrinologische, das heißt hormonelle Störungen in einem Teufelskreis. Dieser wird weiter verstärkt, wenn, wie bei vielen Frauen mit PCOS der Fall, eine - möglicherweise genetisch bedingte - Insulinresistenz vorliegt. Als Reaktion darauf produziert die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin. Dies führt wiederum zu einer gesteigerten Ausschüttung des luteinisierenden Hormons durch die Hirnanhangsdrüse, das die Bildung von Östrogenen und Androgenen in den Eierstöcken stimuliert.

Außerdem sorgt das Insulin dafür, dass Energie für Notzeiten als Fett gespeichert wird. Deshalb sind viele Betroffene übergewichtig. "Ein Teil der betroffenen Frauen weiß lange Zeit gar nichts von dem 'Problem'", sagt Reger-Tan. "Trotz fehlenden Eisprungs haben die Frauen einen regelmäßigen Zyklus oder sie nehmen bereits seit der Pubertät die Antibabypille zur Verhütung ein." Diese führt regelmäßig zur Abbruchblutung und vermindert die Körperbehaarung.

Viele Betroffene berichten Reger-Tan, dass sie mit ihren Beschwerden erst einmal von Arzt zu Arzt gezogen sind. "Wichtig ist, dass eine Frau, die die geschilderten Symptome hat, zu einem Gynäkologen oder Endokrinologen geht, der sich sehr gut mit der Thematik PCOS auskennt und über ein gutes Netzwerk aus Ärzten anderer Fachrichtungen verfügt", sagt Reger-Tan.

Auch wenn eine Bestimmung des Hormonstatus und ein Ultraschall über die Scheide wichtige Indizien liefern, ist PCOS nicht einfach zu diagnostizieren. "Es gibt eine ganze Reihe anderer Erkrankungen, die eines der typischen PCOS-Symptome verursachen können, und die erst einmal ausgeschlossen werden müssen.

Klappt es trotz der Stoffwechselkrankheit mit der Schwangerschaft, besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie eine Frühfehlgeburt oder ein Schwangerschaftsdiabetes. Die Risiken lassen sich durch eine geeignete Behandlung verkleinern, ebenso wie die Gefahr etwaiger Spätfolgen. PCOS steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Ursachen für Übermäßiges Haarwachstum

Wir Menschen haben neben dem Terminalhaar auch feines, helles Körperhaar, das als Vellushaar bezeichnet wird und völlig normal ist. Wenn Frauen jedoch übermäßiges Gesichts- oder Körperhaar entwickeln, ist dies oft das Ergebnis einer als Hirsutismus bekannten Erkrankung. Sie bewirkt eine Überproduktion von männlichen Hormonen wie Testosteron, wodurch ein hormonelles Ungleichgewicht verursacht wird. Dies ist jedoch nicht die einzige Ursache für übermäßigen Haarwuchs.

Es gibt vier Hauptursachen für übermäßiges Haarwachstum:

  1. Hormonelles Ungleichgewicht: Alle Frauen haben eine bestimmte Menge an männlichen Hormonen, jedoch leiden Frauen, die einen hohen Anteil an männlichen Hormonen produzieren, manchmal an einer Erkrankung, die als PCOS oder Polycystic Ovary Syndrome bekannt ist. Bei dieser Krankheit werden die Hormonschwankungen durch Zysten an den Eierstöcken verursacht.
  2. Cushing-Syndrom: Eine weitere Erkrankung, die bei Frauen zu übermäßigem Haarwuchs führen kann, ist das Cushing-Syndrom. Das Cushing-Syndrom verursacht Tumore in den Nebennieren und auch hormonelle Ungleichgewichte. Andere hormonelle Veränderungen wie bei Frauen, die sich in einem Stadium vor und nach der Menopause befinden, können ebenfalls zu einem Anstieg der männlichen Hormone oder des Testosteronspiegels führen. Auch hier kann die Folge ein zunehmendes Haarwachstum am Körper und im Gesicht sein.
  3. Medikamente: In gewissen Medikamenten sind ebenfalls Inhaltsstoffe enthalten, die übermäßiges Haarwachstum anregen können. Der Konsum dieser Arten von Medikamenten ist eine häufige Ursache für die störende Körperbehaarung. Übermäßige Haarstörungen, die durch diese Medikamente verursacht werden, haben wiederum zur Entwicklung innovativer Haarwuchsmittel geführt. Minoxidil, auch bekannt als Endarzneimittel Regaine, wird für äußerliche Formulierungen verwendet. Finasterid unter dem Handelsnamen Propecia hat sich hingegen als wirksames Haarreparaturmittel für den Mann etabliert.
  4. Genetik: Leider kann übermäßiges Haarwachstum verstärkt in Familien auftreten. Wenn die Mutter bereits unter starker Körper- oder Gesichtsbehaarung leidet, ist es wahrscheinlich, dass auch die Töchter davon betroffen sind. Nicht selten haben Frauen aus dem Nahen Osten, Südasien und dem Mittelmeerraum eher eine Veranlagung zu dunkler und vermehrter Behaarung.
  5. Stress: Die am wenigsten bekannte Ursache für ein starkes Körperhaarwachstum ist wahrscheinlich Stress. In Stressphasen werden die Nebennieren hyperaktiv und pumpen Stresshormone aus, was zu übermäßigem Haarwuchs führen kann. Jedoch ist nicht ein einzelner schlechter Tag im Büro das Problem, sondern lange, ununterbrochene Stressperioden, die das veränderte Haarwachstum auslösen.

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Hypertrichose und Hirsutismus

Hypertrichose ist eine androgenunabhängige Zunahme des Haarwuchses, bei der Alter oder Geschlecht keine Rolle spielen. Es gibt einen Unterschied zwischen angeborener und erworbener Hypertrichose. Bei der erworbenen übermäßigen Behaarung kann die Wachstumsphase des Haarzyklus beschleunigt sein. Die Gründe dafür sind vielfältig. So kann zwei bis vier Monate nach einer traumatischen Hirnverletzung starker Haarwuchs auftreten, der bis zu einem Jahr anhält. Wiederholte Frakturen und Nervenschäden können ebenfalls mit einem beschleunigten Haarwachstum zusammenhängen.

Eine schwerwiegende Unterernährung bei Magersucht oder auch Malignome, also bösartige Tumore, gelten eher selten als Ursache.

Hirsutismus: Es kommt vor, dass Frauen aus den südlichen Regionen ein Haarwachstum in einem männlichen Muster im Genitalbereich, auf der Brust und im Gesicht aufweisen. Diese Frauen haben zudem ein erhöhtes Risiko für Akne, Menstruationsstörungen und Ausfall der Kopfbehaarung. Der erbliche Hirsutismus beginnt in der Pubertät und ist durch den Überschuss an männlichen Hormonen (Androgene) auf eine Veränderung des Hormonstoffwechsels zurückzuführen.

Die am häufigsten vorkommende Form des Hirsutismus im Gesicht ist der sogenannte Damenbart. Eine schnelle und kostengünstige Haarentfernungstechnik ist das Rasieren, dieses muss jedoch täglich erfolgen.

Die Wirkung von Wachs oder Enthaarungsmitteln zur Entfernung von Haaren (einschließlich Wurzeln) hält mehrere Wochen an. Erst in der nächsten Wachstumsphase tritt eine neue Keimung auf. Diese oft schmerzhafte mechanische Haarentfernungsmethode kann jedoch im Gesicht und in den Intimbereichen nur in einem begrenzten Bereich durchgeführt werden.

In anderen Bereichen kommen häufig Enthaarungs- oder Bleichcremes zum Einsatz. Der Erfolg von Haarentfernungscremes kann bis zu zwei Wochen anhalten, die Anwendung kann jedoch Hautreizungen verursachen.

Behandlung von Übermäßigem Haarwachstum

Empfehlenswert ist es, sich medizinisch behandeln zu lassen, wenn sich das eigene Haarwachstum plötzlich verändert. Es gibt je nach Befund Medikamente, die von Fachärzten verschrieben werden können. Jedoch sollte man dabei bedenken, dass die Haare in vielen Fällen nachwachsen, sobald Sie die Arzneimittel nicht mehr einnehmen.

Laser-Haarentfernung

Als effektivste und dauerhafte Lösung der Haarentfernung gilt die Laser-Behandlung. Bei der professionellen Laser-Haarentfernung wird ein konzentrierter Lichtstrahl verwendet, der die Haarfollikel schädigt. Beschädigte Haarfollikel können keine Haare mehr produzieren.

Für die dauerhafte Haarentfernung mittels Laser sind in der Regel fünf bis sieben Behandlungen notwendig. Diese effiziente Methode entfernt unerwünschte Behaarung im Gesicht, unter den Achseln, an Armen und Beinen, am Rücken sowie im Intimbereich. Auch der Hals kann problemlos gelasert werden.

Die besten Ergebnisse erzielt die Laser-Haarentfernung bei der Kombination aus dunklem Haar und heller Haut. So können die Absorption von Lichtenergie und eine dauerhafte Schädigung der Haarwurzeln am besten erreicht werden. Daher ist gebräunte Haut weniger für die Laserbehandlung geeignet. Darüber hinaus sollten Körperhaare vor der dauerhaften Entfernung nicht gezupft oder epiliert werden. Empfehlenswert ist es, den behandelten Bereich immer zwei Wochen lang vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen sowie einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 aufzutragen.

Behandlungsmethode Beschreibung Vorteile Nachteile
Rasieren Abschneiden der Haare an der Hautoberfläche Schnell und kostengünstig Tägliche Anwendung notwendig
Wachs/Enthaarungsmittel Entfernung der Haare mit Wurzeln Hält mehrere Wochen Schmerzhaft, begrenzte Anwendungsbereiche
Enthaarungscremes Chemische Auflösung der Haare Einfache Anwendung Kann Hautreizungen verursachen
Laser-Haarentfernung Zerstörung der Haarfollikel durch Lichtstrahl Dauerhafte Lösung Mehrere Behandlungen notwendig, teuer

Haarausfall bei Männern: Alopecia Barbae

Bei Männern weist ein gesunder, voller Bartwuchs auf Männlichkeit und Dominanz hin. Wie die Haare aussehen und wie stark sie wachsen, ist allerdings sehr individuell. Oft wächst der Bart nicht gleichmäßig oder ist an einigen Stellen voller als an anderen. Dies lässt sich durch eine Rasur oder eine andere Bartform in der Regel gut kaschieren. Anders sieht es jedoch aus, wenn es zu sichtbaren Lücken im Bart kommt, denn diese sind fast immer präsent. Wir zeigen dir, welche Ursachen es für die sogenannte Alopecia barbae gibt und was du tun kannst, wenn dein Bart Lücken aufweist.

Kreisrunder Haarausfall am Bart: Alopecia Barbae

Kreisrunder Haarausfall am Bart kann psychischen Stress verursachen. Die Alopecia barbae ist kein genetisch bedingter Haarausfall (Alopecia androgenetica), sondern eine Unterform des am Oberkopf auftretenden kreisrunden Haarausfalls (Alopecia areata). Dennoch handelt es sich bei der Alopecia areata und der Alopecia barbae um zwei verschiedene Arten des Haarausfalls, die unabhängig voneinander auftreten können.

Ist dein Bart betroffen, bedeutet dies nicht, dass du auch am Oberkopf kahlen Flecken bekommst oder umgekehrt. Die Alopecia barbae, also der Haarausfall am Bart, ist vor allem ein kosmetisches Problem, das aber zu einer starken Belastung werden kann. Die haarlosen Areale erscheinen klar abgegrenzt, können im gesamten Bereich des Bartes auftreten und sind meist kreisrund. Außenstehende wissen oft nicht, dass Alopecia barbae völlig harmlos ist, sondern vermuten dahinter eine ansteckende Krankheit. Dies erhöht den psychischen Druck der Betroffenen zusätzlich.

Die Alopecia barbae ist zwar nur ein kosmetisches Problem, wird aber für viele zur psychischen Belastung.

Ursachen der Alopecia Barbae

Wie bei der Alopecia areata liegt der Alopecia barbae eine Autoimmunkrankheit zugrunde. Das eigene Immunsystem greift die Haarfollikel an, sodass diese zerstört werden und nicht wieder nachwachsen. Als Auslöser kommen verschiedene Faktoren infrage:

  • starke psychische Belastungen oder anhaltender Stress
  • genetische Ursachen
  • chemische Stoffe

Beim Auftreten einer Alopecia barbae sollten Betroffene zunächst einen Arzt aufsuchen. Dieser kann mit dir gemeinsam den Ursachen für den Haarverlust auf den Grund gehen und in einigen Fällen sogar beheben.

Behandlungsmöglichkeiten der Alopecia Barbae

Die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten für den kreisrunden Haarausfall am Bart sind sehr beschränkt. Bei einigen Betroffenen hat Cortison gute Ergebnisse erzielt. Oft setzt der Haarausfall aber wieder ein, sobald das Präparat abgesetzt wird.

Um das Immunsystem daran zu hindern, die eigenen Haare anzugreifen, könnten Immunsuppressiva eingesetzt werden. Da diese jedoch sehr starke Nebenwirkungen mit sich bringen, werden sie allgemein bei Alopecia areata nicht verschrieben.

Dennoch gibt es einen manchmal einen Lichtblick für Betroffene: In gewissen Fällen, bei denen die Alopecia barbae nur in einer schwachen Form auftritt, verschwinden die Symptome nach einiger Zeit von selbst und die Haare beginnen wieder zu wachsen.

Möglichkeiten zur Kaschierung der Alopecia Barbae

Die haarlosen Stellen im Bart lassen sich nur schwer übersehen. Selbst nach der Rasur sind die Stellen oft zu erkennen, wenn du dunkle Haare oder einen starken Bartwuchs hast.

Eine Möglichkeit, die vielen Betroffenen attraktiv erscheint, ist eine Haartransplantation. Dabei werden Haare von anderen Körperstellen ins Gesicht verpflanzt. Diese Methode kann jedoch nicht erfolgreich sein, solange das Immunsystem die eigenen Haarwurzeln im betroffenen Bereich angreift.

Die einzig effektive Lösung stellt eine Haarpigmentierung dar, bei der die kahlen Stellen optimal kaschiert werden. Dadurch fallen sie sowohl in einem Vollbart weniger auf als auch in einem rasierten Gesicht. Ein weiterer Vorteil: Eine Haarpigmentierung am Bart ist langanhaltend und völlig unbedenklich.

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