Silikonöl und Haarausfall: Was Sie über die Wirkung wissen sollten

Viele Menschen leiden unter Haarausfall und dünner werdendem Haar. Oftmals sind der natürliche Alterungsprozess, ein Proteinmangel in der Ernährung oder falsche Entscheidungen bei der Haarpflege die Ursache. Hier erfahren Sie, welche Faktoren Sie berücksichtigen sollten.

Es lohnt sich, einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe des Shampoos zu werfen, das Sie verwenden. Wer ohnehin schon dünnes Haar hat, sollte beim Shampoo-Kauf darauf achten, dass bestimmte Inhaltsstoffe nicht enthalten sind.

Inhaltsstoffe, die Haarausfall begünstigen können

Haben Sie auch mit dünner werdendem Haar zu kämpfen und das Gefühl, die Haare fallen schneller aus als sie wachsen? Im Schnitt verlieren wir zwischen 50 und 100 Haare am Tag. Wenn es kontinuierlich mehr werden oder sich erste kahle Stellen am Kopf bilden, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen.

Sulfate

Sulfate sind Tenside, die in vielen Shampoos als Reinigungsmittel verwendet werden, da sie Schmutz und überschüssiges Fett effektiv entfernen. Allerdings können sie auch das Haar austrocknen und die natürlichen Öle der Kopfhaut stören, was zu Haarausfall führen kann, insbesondere bei Menschen mit empfindlicher Haut. Laut Hairlust.de ist besondere Vorsicht bei Natrium-Lauryl-Sulfat geboten, da dies einer Studie zufolge eine degenerative Wirkung auf die Zellmembranen der Kopfhaut hat, was das Haarwachstum beeinträchtigen kann.

Parabene

Parabene sind künstliche Konservierungsmittel, die in einigen Kosmetikprodukten, einschließlich Shampoos, vorkommen. Sie können die Kopfhaut reizen und austrocknen und somit auch Haarausfall begünstigen. Parabene erkennen Sie auf der Inhaltsstoffliste u.a. an Bezeichnungen wie Oxybenzoate, Oxybenzoesäure, Butylparaben, Ethylparaben und Co. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie nach parabenfreien Shampoos suchen.

Silikone

Silikone werden oft in Shampoos zur Verbesserung der Textur und des Glanzes verwendet. Obwohl sie vorübergehend tolle Ergebnisse liefern können, neigen sie dazu, das Haar zu beschweren, da sie sich auf der Kopfhaut ansammeln. Die Folge: Die Poren verstopfen und das Haarwachstum wird behindert.

Shampoos, die Sie bedenkenlos verwenden können

Einige Expertinnen und Experten empfehlen, dass Menschen mit dünner werdendem oder feinem Haar für optimale Ergebnisse nur von Dermatolog*innen empfohlene Produkte verwenden sollten. Hairstylistin Lauren Holland rät, sich für sulfatfreie Shampoos zu entscheiden, da diese Kopfhaut und Haar weniger reizen und schädigen. Sie rät aber allgemein zu natürlichen Inhaltsstoffen. Schonende Inhaltsstoffe wie Aloe Vera, Kamille, grüner Tee oder auch Biotin können das Haar stärken und das Haarwachstum fördern. Holland sagt außerdem: „Gönnen Sie Ihrer Kopfhaut zwischen den Haarwäschen eine Pause. Ihre natürlichen Öle werden aus einem bestimmten Grund produziert, also geben Sie ihnen eine Chance, ihre Arbeit zu tun.“

Dünnes Haar braucht eine spezielle Pflege, nicht nur unter der Dusche. Nach dem Haarewaschen sollten Sie Ihre nassen Haare daher nicht mit einer normalen Bürste bürsten. Die enganliegenden Borsten sind zu aggressiv für nasses Haar und können beim Kämmen im schlimmsten Fall viele Haare ausreißen. Greifen Sie besser zu einem grobgezinkten Kamm, da er die feuchten Strähnen sanft löst und nicht so stark zieht. Fangen Sie bei den Spitzen an und arbeiten Sie sich dann langsam nach oben.

Shampoos gegen Haarausfall

Was Shampoos wirklich können

Shampoos, die kaputte Haare reparieren oder sogar vor Haarausfall schützen sollen, gibt es inzwischen viele. Schönes Haar scheint heute weniger eine Gabe der Natur als eine Frage der richtigen Kaufentscheidung zu sein. Tatsächlich sind Shampoos mittlerweile hoch entwickelte Hightech-Produkte mit patentierten Wirkstoffen. Der Shampoo-Markt wächst stetig, die Hersteller werben mit vollmundigen Produktversprechen: Manche Shampoos sollen für ein stärkeres Wachstum sorgen, andere die brüchige Haarstruktur reparieren oder sogar erblich bedingten Haarausfall stoppen.

Haare bestehen aus dem gleichen Material wie Finger- und Fußnägel: aus Horn - also abgestorbenen Zellen. Jedes Haar hat einen Haarschaft und eine Haarwurzel. Der Schaft ist der sichtbare Teil des Haares, der aus der Haut herausragt. Die Wurzel steckt in der Haut und reicht bis in das Unterhautgewebe. Das untere Ende der Haarwurzel ist kugelig verdickt und wird deshalb Haarzwiebel genannt. In der Haarzwiebel werden ständig neue Zellen gebildet, die miteinander verkleben und dabei verhornen. Weil sich von unten immer neue verhornte Zellen an das Haar ankleben, schiebt es sich allmählich aus der Haut heraus.

Die Produktion von Haarfasern kann durch Medikamente, hormonelle Veränderungen, Krankheiten oder Mangelernährung beeinflusst werden. In der Regel ist es aber das ständige Föhnen, Rubbeln und Bürsten, das die Haare schädigt.

Repair-Shampoos: Was sie leisten können

"Ultimate Repair", "Structure Repair", "Total Repair" - die Produktversprechen von Shampoos und Spülungen verheißen viel, halten aber meist wenig. Denn brüchige und strapazierte Haare lassen sich nicht einfach mit einem Shampoo "reparieren". Repair-Shampoos bilden also nur eine Schicht um die Fasern, sodass das Haar glatter erscheint. Dieser Effekt hält nur bei regelmäßiger Anwendung an.

"Fördert das Wachstum von 100 Prozent stärkerem Haar" - so wirbt ein Hersteller auf der Verpackung seines Shampoos. Experten wie die Hamburger Dermatologin Dr. Julia Maerker-Stroemer zweifeln derartige Werbesprechen stark an: "Ein Haar hat einen Wachstumszyklus, der bei jedem Menschen unterschiedlich, ungefähr zwischen drei und sechs Jahren liegt, und den wird ein Shampoo nicht verändern können." Das Haar könne außerdem durch ein Shampoo oder eine Spülung nicht zum Wachstum angeregt werden, da es aus seiner Wurzel herauswächst, die unter der Hautoberfläche liegt. "An diese Stelle kommt so ein Präparat gar nicht heran," erklärt die Dermatologin.

Hormonelle Veränderungen im Körper, beispielsweise nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren, können zu Haarausfall führen. Das Haar regeneriert sich in diesen Fällen aber meistens von selbst, wenn sich der Hormonspiegel wieder normalisiert. Auch die männliche Glatze zählt in der Regel nicht zu den Haarkrankheiten. Sie ist genetisch bedingt und eher ein kosmetisches Problem.

In-vitro-Studien vs. In-vivo-Studien

Die Hersteller werben gerne mit wissenschaftlich belegter Wirksamkeit ihres Produkts - meist mit dem Zusatz "In-vitro-Studie". "In vitro" bedeutet, dass unter Laborbedingungen getestet wurde. Das Gegenteil davon sei eine In-vivo-Studie an echten Probanden, erklärt Dermatologin Dr. Julia Maerker-Stroemer. "In einer In-vitro-Studie werden Zellkulturen in eine Nährlösung gelegt und dann mit einer Substanz wie zum Beispiel Koffein über eine längere Zeit zusammengebracht. Tatsächlich ist es so, dass diese Zellen durch Koffein in ihrem Wachstum angeregt werden." Aber das spiegele nicht die Realität wider. "Shampoos haben beim Waschen eine Kontaktzeit von etwa 30 Sekunden auf der Kopfhaut.

Eine Vielzahl von Faktoren kann Haarausfall auslösen: Wissenschaftlich anerkannt sind Vergiftungen, Pilzinfektionen der Kopfhaut, chronische Erkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente. Dauerwellen, Colorationen, häufige Nutzung eines Glätteisens, starke UV-Strahlung sowie Chlor- und Salzwasser sind außerdem enorme Strapazen für Haare und Kopfhaut.

Ein Haarverlust von etwa 100 Haaren pro Tag ist völlig normal. Wer deutlich mehr Haare verliert, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Rund 100.000 Haare haben die Menschen durchschnittlich auf dem Kopf.

Styling-Tipp für mehr Volumen

Wie wir nun wissen, ist es keine gute Idee, dünnes Haar mit übermäßig Stylingprodukten zu belasten. Doch es gibt einen simplen Trick, der dünnem Haar Volumen schenkt und ganz ohne Hitze, Haarspray und Co. funktioniert: Ändern Sie Ihren Scheitel! Einen echten Volumen-Boost bekommen Ihre Haare, wenn Sie einen Seitenscheitel ziehen und die Haare von der einen Seite zur anderen stylen.

tags: #silikonöl #haarausfall #wirkung

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