Haarige Angelegenheit in Shrek: Die Evolution der Computeranimation

Computeranimation ist eine haarige Angelegenheit. Das lässt sich nirgends besser beobachten als bei den Shrek-Filmen, deren jüngste Folge - "Shrek der Dritte" - am Donnerstag ins Kino kommt. Shrek, der grüne Oger, trägt auch in seinem dritten Abenteuer Glatze. Doch viele andere Märchenfiguren in dem Animationsfilm schütteln wallendes Haupthaar.

Die Hauptcharaktere aus Shrek.

Die technischen Herausforderungen

Als der grüne Oger 2001 zum ersten Mal über die Leinwand stapfte, klebte vielen Figuren die Frisur noch am fest am Kopf, und Prinzessin Fiona musste ihr Haar im Zopf gebunden tragen. Im zweiten Teil zeigten sich schon Fortschritte: In einer Szene weht der blonde Schopf von Prinz Charming golden und in Zeitlupe umher wie in der Shampoo-Werbung. Aber auch das reichte den Filmemachern nicht. "Diese eine Szene hat Monate gedauert", stöhnt Andrew Pearce, Leiter der hauseigenen Dreamworks-Forschungsabteilung. Deshalb blieben luftige Tollen, mit wenigen Ausnahmen, für die Filmemacher weiter tabu.

In Teil drei bekommen die Kinogänger nun eine ganze Parade prächtiger Mähnen zu sehen, wenn Shrek sein jüngstes Abenteuer im Märchenland Weit Weit Weg besteht: Daheim am Hof des Königs schwirren Prinzessin Fionas Föhnfrisur-Freundinnen umher, von Schneewittchen über Aschenputtel bis hin zu Rapunzel (die, ganz klar, ihr Haar herablässt); anderswo zeigen der bärtige Zauberer Merlin und der wuschelköpfige Thronfolger Artie, welche Fortschritte die Technik gemacht hat.

Prinz Charming mit seinem blonden Schopf.

Rechenleistung und Realismus

Schiere Rechenkraft ist ein Teil der Erklärung für die realistischere Märchenwelt auf der Leinwand: "Früher haben wir mit Pentium-3-Systemen gearbeitet, heute sind es 64-Bit-Workstations mit Doppelkern-Prozessoren", sagt Pearce. Was Shrek, genaugenommen, zu einem Sachsen macht. Denn in den HP-Rechnern, mit denen er zum Leben erweckt wird, stecken "Opteron"-Chips von AMD aus Dresden.

4000 Rechenhirne schnaufen in einem klimatisierten, nach Chemie riechenden Raum um die Wette: Dies ist eine der beiden Dreamworks-"Renderfarmen", in denen Hunderte von "Proliant"-Servern (Stückpreis: 1000 Euro und aufwärts) die künstlichen Welten erschaffen. In mannshohen Regalen liegen sie da, mattschwarze, anonyme Kisten, die geschäftig mit ihren Leuchtdioden blinken, und arbeiten sich durch Zahlenkolonnen, die früher Tausende von Mathematikern jahrelang ins Schwitzen gebracht hätten. "Der technische Fortschritt in den vergangenen zehn Jahren war einfach atemberaubend", sagt Dreamworks-Mitgründer Jeffrey Katzenberg.

Aber je mehr die Rechenhirne können, um so mehr verlangen ihre Nutzer auch von ihnen. "Der Appetit unserer Künstler scheint dem, was möglich ist, immer einen Schritt voraus zu eilen", sagt Katzenberg. "Das Problem war anfangs, dass es zu glatt, zu sauber aussah", erklärt Entwicklungschef Andrew Pearce. "Die Regisseure sagten: 'So sieht kein Haar aus, das wollen wir nicht!'" Also bauten die Programmierer statische Elektrizität in ihre Computermodelle ein. Das sollte dafür sorgen, dass sich die Strähnen eher zufällig - und damit realistischer - bewegen.

Wieder nichts. Jetzt klebte die Frisur zu stark am Kopf, und die Filmemacher klagten: "Lasst es dynamisch aussehen, aber passt auf, dass es nicht vor dem Gesicht herumhängt", erzählt Pearce. Damit ist eine Hürde genommen, aber es bleiben genug andere für den nächsten Shrek-Film.

Shrek der Dritte: Eine Parade prächtiger Mähnen.

Die Zukunft der Animation

Teil vier der Saga, die in den Kinos bisher weltweit über 1,5 Milliarden Euro eingespielt hat, ist bereits in Vorbereitung. "Langes Haar ist schwer, Wasser ist schwer, Menschenmengen sind schwer", sagt Pearce. "Ich seh's kommen: Eines Tages lassen sie sich eine Szene einfallen, in der ein Haufen Leute im Wasser steht und kämpft.

Man muss vielleicht daran erinnern, dass es noch nicht so lange her ist, da die Computeranimation mit Menschen nichts anzufangen wusste. Pixar erweiterte das Figuren-Repertoire der Tiere und Fabelwesen kunstfertig um Spielzeuge, Autos und Roboter. Aber Menschen blieben lange unbefriedigende Animationsobjekte, die entweder allzu gefällig oder schlecht getroffen wirkten. Spielzeugbesitzer Andy aus "Toy Story", die Menschen in "Ice Age" oder in "Shrek" - sie alle rissen niemanden vom Hocker.

Erst mit "The Incredibles" wagte man 2004 einen Film mit menschlichem Cast. Seither haben "Ratatouille" oder "Up" die darstellerische Bandbreite von Pixar ergänzt.

Mit so viel Entwicklung konnte Disney nicht glänzen. Hier sah jede Prinzessin aus wie eine dreidimensionale Version vom Ur-"Schneewittchen", bestenfalls mit neuer Haarfarbe: die eine blond, die andere rot, die nächste braun. "Merida" verabschiedet nun die Standardform des ovalen Gesichts mit Rehaugen, Schmollmund und Plinkerwimpern. Bei ihr steht die Haarpracht im Mittelpunkt: Die roten Locken sind so lebendig, dass sie fast wie eine eigene Figur wirken.

Pixars Animatoren haben ihre Kunst in den 17 Jahren, seit mit "Toy Story" der erste computeranimierte Film erschien, so verfeinert, dass komische Karikaturen neben hyperrealistischen Naturszenen stehen, ohne dass es zu einem ästhetischen Bruch kommt.

Merida: Die Haarpracht im Mittelpunkt.

Shrek

Shrek auf der Bühne

Gar nicht mehr „weit, weit weg“ ist die Premiere des preisgekrönten Musicals SHREK am 19. Oktober 2014 im Capitol Theater Düsseldorf. Auf der Bühne werden dann die bekannten Musical-Darsteller Andreas Lichtenberger, Bettina Mönch, Andreas Wolfram und Carsten Lepper stehen. Sie übernehmen die Rollen der vier Hauptcharaktere Shrek, Fiona, Esel und Lord Farquaad.

Andreas Lichtenberger ist auf den Bühnen im deutschsprachigen Raum zu Hause. Aktuell ist er noch als Kerchak in TARZAN zu sehen, ehe er sich ab Oktober täglich in einen großen, grünen Oger verwandelt. Ab dann ist auch Bettina Mönch als eigenwillige Prinzessin Fiona immer an seiner Seite. Die gebürtige Münchnerin absolvierte ihre Ausbildung am Konservatorium Wien und schloss diese mit Auszeichnung ab. Als Greaseball dreht Andreas Wolfram derzeit noch seine Runden im Bochumer Starlight Express Theater, im Herbst begibt er sich als plappernder Esel auf eine abenteuerliche Reise mit seinem neuen Freund Shrek. Und die wahrscheinlich „kleinste“ Rolle seiner Karriere spielt Carsten Lepper als Lord Farquaad, er feiert fast auf den Tag genau der SHREK-Premiere sein 15jähriges Bühnenjubiläum.

Die Originalproduktion von DreamWorks Theatricals am Broadway wurde mit acht Nominierungen für den TONY Award, den renommiertesten Preis für Theaterproduktionen, bedacht. Basierend auf dieser Inszenierung präsentiert Mehr! Entertainment eine eigens für den deutschsprachigen Raum bearbeitete Version von SHREK - Das Musical unter der Leitung von Regisseur Andreas Gergen: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Darstellern und das Wechselbad zwischen großen Gefühlen und komischen Momenten. Denn neben der Komik spielen auch Liebe und Freundschaft in SHREK eine große Rolle sowie die Erkenntnis, dass wahre Schönheit von innen kommt.

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