Sharon Battiste ist ein bekanntes TV-Gesicht, sie war Bachelorette und bei Let‘s Dance dabei. Weniger bekannt war lange, dass sie unter kreisrundem Haarausfall leidet. Bis sie im TV mit dem Tabu brach. Davor lag eine lange Leidensgeschichte.
Sharon Battiste mit und ohne Haare
Seit mehr als 15 Jahren leidet Sharon Battiste an kreisrundem Haarausfall. Schon im Kindesalter fing es an, dass plötzlich kahle Stellen am Kopf auftauchten. Es begann ein Ärzte-Marathon, an dessen Ende eine Diagnose stand: Alopecia areata, eine Autoimmunerkrankung, auch als kreisrunder Haarausfall bekannt.
„Typisch für die Alopecia Areata sind die kreisrund ausfallenden Haare“, schreibt der Verein Alopecia Areata Deutschland (AAD) auf seiner Internetseite - daher auch die Bezeichnung. Obwohl mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen seien und die Krankheit seit Langem bekannt sei, sei deren Ursache weitgehend unerforscht.
Medizinerinnen und Mediziner gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Das Immunsystem bekämpft nicht mehr nur gefährliche Viren oder Bakterien, sondern greift die eigenen Haare an den Haarwurzeln an. Laut AAD gibt es derzeit keine Chance auf Heilung und auch die vorhandenen Therapieansätze seien - wenn sie überhaupt anschlugen - allesamt nur solange wirksam, bis man sie wieder absetze.
Es wird angenommen, dass die Krankheit psychische Ursachen haben kann, weshalb ich mehrere Jahre eine Therapie machte. Aber um ehrlich zu sein, brachte sie mir genauso wenig wie Kortisonspritzen, Mesotherapien und Zinktabletten - meine Haare fielen weiter aus.
Die Ausprägung der Krankheit ist sehr unterschiedlich. Einige Betroffene erleben nur im Ohren- und Nackenbereich kahle Stellen (Alopecia Ophiasis), andere verlieren auch Wimpern, Augenbrauen und den Rest ihrer Körperbehaarung (Alopecia Universalis). Doch viele Menschen sind schon in jungen Jahren, oft schon im Kindesalter, vom diesem bislang unheilbaren Haarausfall betroffen.
Hier eine Tabelle mit den wichtigsten Fakten zu Alopecia Areata:
| Fakt | Details |
|---|---|
| Name | Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall) |
| Ursache | Autoimmunerkrankung, Ursachen weitgehend unerforscht |
| Betroffene | Ca. 1,5 Millionen Menschen in Deutschland |
| Symptome | Kreisrunder Haarausfall, kann den gesamten Körper betreffen |
| Behandlung | Nicht heilbar, Therapieansätze oft nur zeitweise wirksam |
Anfangs kann Sharon den Haarausfall noch kaschieren, doch es wird immer schlimmer. Irgendwann fängt sie an, Perücke zu tragen. Denn lange denkt sie: Eine Frau ohne Haare im TV, das geht nicht! Doch das Versteckspiel kann und will sie irgendwann nicht mehr aufrecht erhalten, sie fühlt sich traurig und gebrochen.
Etwa im Alter von 26 Jahren war es dann so schlimm, dass ich nur noch mein Deckhaar hatte - es sah aus wie ein Undercut. Ich schämte mich, nur meine engsten Vertrauten wussten Bescheid. Ich habe dann die Entscheidung getroffen, eine Perücke zu tragen. Über eine Freundin erfuhr ich, dass es auch permanente Perücken gibt - die werden beim Friseur ans Eigenhaar geflochten und halten dann erst einmal eine ganze Weile. Das habe ich dann auch gemacht, aber wie es das Schicksal nun mal so will, bekam ich genau eine Woche später Corona und lag tagelang im Bett. Das Fatale? Die Perücke verrutschte und ich musste sie wieder herausnehmen lassen. Bei diesem Prozess verlor ich weitere 50 Prozent meiner Haare, es sah furchtbar aus.
Dann der Entschluss: Ich rasiere alles ab! Es folgen Tränen, Panikattacken und danach eine Art Wiederauferstehung. Heute ist Sharon eine stolze Glatzenträgerin. Sie habe sich als Frau neu kennen und schätzen gelernt.
2021 entschied sie sich dann, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und ihre Haare komplett abzurasieren. Ihr erster Gedanke, als sie in den Spiegel schaute: "Boah, wie geil, ich habe mein Leben zurück." Heute trägt sie ihre Glatze mit Stolz. Hin und wieder zeigt sie sich aber auch mit Fake-Haaren. "Perücken sind für mich so eine Leichtigkeit geworden, ein Add-on, ein Accessoire."
Kurz bevor ich mich zum ersten Mal mit Glatze im Spiegel sah, bekam ich dann doch etwas Panik: Steht mir das überhaupt? Fühle ich mich ohne Haare noch wie eine Frau? Und was werden die anderen sagen?
Und so unglaublich es sich auch anhören mag - all diese Zweifel waren verflogen, als ich mich dann zum ersten Mal ohne Haare sah. Ich fand den Look nicht nur unfassbar cool an mir, ich war in diesem Moment auch sehr stolz auf mich! Es fühlte sich an, als hätte ich den Kampf gegen die Krankheit gewonnen. Und auch heute noch liebe ich meine Glatze, aber auch die Freiheit, mich mithilfe von Perücken und Tüchern immer wieder neu zu entdecken. Mir ist klar geworden, dass eine lange Walla-Walla-Mähne nicht zwingend ein Zeichen von Weiblichkeit ist! Ich gehe selbstbewusster denn je durchs Leben und hoffe, mit meiner Geschichte auch anderen Frauen mit einem ähnlichen Schicksal Mut machen zu können.
Mit ihrer Erkrankung geht Sharon offen um. So erzählte sie bereits in der Auftaktfolge, dass sie sich die Haare abrasiert hat. Dazu sagte sie in einem RTL-Interview:"Seitdem erfinde ich mich mit Perücken neu und kann, wenn ich möchte, jeden Tag in eine neue Rolle schlüpfen."
Gleichzeitig betonte die Bachelorette, dass sie sich auch ohne Perücke "wohler als je zuvor" fühle: "Die Glatze hat mir meine Stärke zurückgegeben."
Einen Beitrag dafür, dass Menschen für das Thema sensibilisiert werden, leistet auch Sharon als Bachelorette. Ihr offener Umgang mit der Krankheit soll anderen Betroffenen Mut machen:"Ich hoffe, dass ich da einfach mithelfen kann."
Denn früher habe sie vor allem eine Sache belastet: Die Ungewissheit, woher der Haarausfall kommt.
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