Shampoo ohne Perubalsam: Was Sie über Perubalsamallergie wissen sollten

Perubalsam ist ein klebriges, wohlriechendes Sekret, ein transparentes, braunes, öliges Harz, das aus der Rinde eines Baumes aus Mittel- und Südamerika gewonnen wird (Myroxolon balsamum). Bei der Entdeckung Südamerikas durch die Spanier war Perubalsam bei den Indianern als Heilmittel weitverbreitet; seit ca. 550 Jahren wird es nach Europa importiert, heute in einer Menge von ca. 200 Tonnen im Jahr. Der Name "Peru"-Balsam ist entstanden, weil Mittelamerika zur Zeit der Eroberung Mittel- und Südamerikas durch die Spanier insgesamt mit dem Namen Peru bezeichnet wurde.

Myroxylon balsamum

Was ist Perubalsam und warum ist er in so vielen Produkten?

Perubalsam riecht sehr gut: er verströmt einen angenehmen Geruch nach Vanille und Zimt, der Geschmack ist unverdünnt kratzig und etwas bitter. Perubalsam enthält zahlreiche heilsame Inhaltsstoffe, die den Baumsaft zu einem wichtigen Zusatzstoff der pharmazeutischen Industrie werden ließ. Etwa 190 Inhaltsstoffe sind analysiert. Der Rest ist ein Gemisch verschiedener weitgehend unbekannter Harze, verschiedene Fruchtsäuren (ähnlich wie in Fruchtsäurepeeling).

Perubalsam spielt eine bedeutende Rolle in der Nahrungsmittel- und pharmazeutischen Industrie. Es wird in zahlreichen Produkten verarbeitet:

  • als Aromastoff in Nahrungsmitteln, Zigaretten uvm
  • als Bindemittel
  • als keimhemmender und pilzabtötender Zusatz
  • als Schutz gegen Parasiten
  • als Zusatzstoff bei Parfums und Körperpflegemitteln
  • als Geschmackstoff in Nahrungsmitteln und Getränken
  • als Zusatz von Rauchwaren
  • als Heilmittel in verschiedenen Heilsalben

Die Tabakindustrie hat lange mit Perubalsam experimentiert und festgestellt, dass der Zusatz von Perubalsam zu Tabakwaren, Zigaretten usw. die Entstehung der Zigarettenabhängigkeit beschleunigt und fördert. Entsprechend häufig wurde und wird der Stoff in Tabakwaren zugesetzt, um den Geschmack zu verbessern.

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Die Perubalsamallergie: Eine zunehmende Herausforderung

Leider gibt es zahlreiche Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine Allergie dagegen entwickeln und grosse Probleme haben, Perubalsam im Alltag zu meiden. Zwar verbietet die Kosmetikrichtlinie der EU seit 2005 den Einsatz von Perubalsam als Duftinhaltsstoff; nach unserer Erfahrung ist seitdem die Häufigkeit der Perubalsamallergie zurückgegangen. Die Kosmetikindustrie nutzt stattdessen Perubalsamöl, das weitgehend unbedenklich ist (wird durch Destillation des Perubalsam hergestellt).

In allen anderen Bereichen der industriellen Nutzung dagegen wird es weiter verwendet; wegen der häufigen Kreuzallergien und des Vorkommens in Nahrungsmitteln wird die Zahl der Menschen mit Perubalsamallergie vorerst sicher weiter zunehmen. Perubalsamallergie zählt mit Nickel und Duftstoffen zu den häufigsten Kontaktallergenen europaweit. Etwa 30 Inhaltsstoffe von Perubalsam können eine Allergie auslösen, das Hauptallergen ist Coniferylbenzoat.

Durchführung eines Allergietests

Symptome und Diagnose einer Perubalsamallergie

Eine Allergie gegen Perubalsam kann sämtliche Beschwerden einer Kontaktallergie verursachen. Dazu zählen vor allem juckende, schuppende Rötungen der Haut (zB nach Anwendung einer perubalsamhaltigen Wundcreme), Rötungen um den Mund (nach Anwendung von Zahnpasta mit Perubalsam), immer wieder aufflammende Schübe von Handekzemen (Bläschen, Juckreiz, Rötungen der Handflächen und Finger nach Zigaretten, Bonbons, perubalsamhaltigen Nahrungsmitteln), Mundentzündungen oder Aphthen, Lippen- oder Mundwinkelrötungen.

Ein erster Hinweis auf eine solche Allergie ist meist eine Unverträglichkeit gegen Parfums oder duftstoffhaltige Cremes. Man sollte in einem solchen Fall den Hautarzt aufsuchen. Dieser führt einen sog. Epikutantest mit Perubalsam durch (10% Perubalsam). Bei fast jedem zweiten Menschen mit Duftstoffallergie wird eine Perubalsamallergie entdeckt.

Wie man Perubalsam im Alltag vermeidet

Die Behandlung der Allergie ist nicht einfach. Am wichtigsten ist es, den Kontakt mit Perubalsam zu meiden, so gut es geht. Dies kann im Alltag sehr schwierig, manchmal unmöglich sein. Viele Substanzen, die den Inhaltsstoffen von Perubalsam verwandt sind, können bei Perubalsamallergie ebenfalls Allergiereaktionen auslösen.

Bei der Verwendung von Cremes, Zahnpasta, Körperpflegemitteln usw. sollte man bei nachgewiesener Perubalsamallergie darauf achten, dass diese weder Perubalsam, noch Tolubalsam oder irgendeines der anderen verwandten Produkte auf dem Etikett deklariert haben. Der Apotheker sollte bei der Suche nach einer Alternative behilflich sein können.

Hier sind einige Tipps zur Vermeidung von Perubalsam:

  • Tragen Sie immer Ihren Allergiepass bei sich, damit Sie auch in der Drogerie Ihren Einkauf kontrollieren können.
  • Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab - den Perubalsamgehalt einer Tabakware werden Sie niemals feststellen können.
  • Bei Süssigkeiten muss man ausprobieren - manches wird vertragen, anderes nicht.
  • Vermeiden Sie wenn möglich auch die Gewürze, die Perubalsam enthalten könnten.
  • Achten Sie bei Haut- und Körperpflege auf möglichst wenige Inhaltsstoffe und bevorzugen Sie parfümfreie Produkte.

Alternativen und Empfehlungen

Für Allergiker ist Naturkosmetik aber nicht immer geeignet. Bei allsana bieten wir Ihnen deshalb nur die Serien aus der Naturkosmetik an, die extra für Allergiker und Neurodermitiker entwickelt und getestet wurden.

Einige Betroffene haben positive Erfahrungen mit indischen Waschnüssen gemacht, die als natürliche Seife für die Wäsche verwendet werden können. Der Sud aus diesen Waschnüssen kann sogar als Haarshampoo dienen.

Inhaltsstoffe in Physiogel A.I. und Calming Relief A.I.

Es ist wichtig, die Inhaltsstoffe von Hautpflegeprodukten sorgfältig zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie frei von Perubalsam oder verwandten Substanzen sind. Produkte wie Physiogel A.I. und Calming Relief A.I. sind speziell für empfindliche Haut entwickelt und können eine gute Option sein, aber es ist ratsam, die Inhaltsstoffliste zu überprüfen.

Denken Sie daran: Bei Unsicherheiten oder anhaltenden Beschwerden ist es immer ratsam, einen Hautarzt zu konsultieren. Ihre Hautgesundheit liegt in Ihren Händen!

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