Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Viele kennen die entzündlichen Hautveränderungen von den Gelenkbeugen; aber Neurodermitis kann auch am Kopf, das heißt an der behaarten Kopfhaut oder hinter den Ohren auftreten. Die Diagnostik, Pflege und Behandlung von Ekzemen am Kopf ist eine besondere Herausforderung, da die Kopfhaut eine Besonderheit im Vergleich zur restlichen Körperhaut darstellt.
Es ist schwierig, eine genaue Aussage über die Häufigkeit der Neurodermitis speziell am Kopf zu machen. Neurodermitis ist eine sehr häufige Erkrankung. Etwa 7 Prozent der Kinder und 4 bis 5 Prozent der Erwachsenen leiden darunter. Während Neurodermitis am Kopf bei Erwachsenen eher untypisch ist, gehört die Kopfhaut bei Kindern, insbesondere Säuglingen, zu den Prädilektionsstellen für die atopische Dermatitis.
Die Entstehung der Neurodermitis ist nicht vollständig geklärt. Auf jeden Fall spielen genetische Faktoren eine Rolle, sowie Umweltfaktoren und Lebensstil. Zentrale Entstehungsmechanismen der atopischen Dermatitis sind eine Störung der Barrierefunktion und eine Entzündungsreaktion der Haut, die vor allem durch spezielle Immunzellen, die sogenannten T-Zellen, vermittelt wird.
Die Kopfhaut unterscheidet sich von der Haut des restlichen Körpers: Sie ist dicker und wird von etwa 100.000 Haarfollikeln, dichten Schweißdrüsen und Talgdrüsen besetzt.
Dennoch ist die Kopfhaut nicht die typische Befallsregion für Neurodermitis. Es ist deshalb mitunter nicht einfach, Neurodermitis allein aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes von anderen ekzembildenden Hauterkrankungen zu unterscheiden. Bei Neurodermitis am Kopf können sich Phasen mit heftigen Beschwerden mit symptomfreien Intervallen abwechseln.
Sind die ekzemartigen Hautstellen besonders entlang des Haaransatzes zu finden, dann ist die seborrhoische Dermatitis die wichtigste Differentialdiagnose der Neurodermitis. Seborrhoische Dermatitis betrifft typischerweise den Haaransatz, die Augenbrauen sowie die Bart- und Schnurrbartregion. Auch die Schuppenflechte kommt am behaarten Kopf häufiger vor als die Neurodermitis. Patienten mit Neurodermitis sind häufiger von Ekzemen am Ohr betroffen. Jedoch kann eine Dermatitis des Ohres oder Gehörgangs auch andere Ursachen als die atopische Dermatitis haben. So können die seborrhoische Dermatitis, die Schuppenflechte oder ein Kontaktekzem die Ursache für Ekzeme am Ohr sein. Insbesondere für Kontaktekzeme sind Patienten mit Neurodermitis anfälliger.
Im Sommer können die höheren Temperaturen zu vermehrtem Schwitzen, besonders auf der behaarten Kopfhaut, führen. Durch vermehrte Feuchtigkeit und Temperaturstau entsteht ein ideales Milieu für Entzündungen und Bakterien und Pilze. Im Sommer kann es deshalb zu einer Verschlimmerung des Ekzems am Kopf kommen. Allerdings heißt das nicht, dass Neurodermitis am Kopf generell im Sommer schlechter wird. Auch der Winter kann umgekehrt durch den Einfluss von Kälte und vermehrt trockener Haut zu einer Verschlechterung der Hautsymptome am Kopf führen.
Die Diagnose der Neurodermitis allgemein wird in erster Linie klinisch gestellt. Das gilt auch für die Diagnose der Neurodermitis am Kopf.
Die Therapie der atopischen Dermatitis am Kopf ist ziemlich anspruchsvoll, denn es ist schwierig, die behaarte Kopfhaut mit Basiscremes oder wirkstoffhaltigen lokalen Therapeutika einzucremen. Zunächst ist es entscheidend, in welchem Zustand sich die Haut gerade befindet. Ist die Haut am Kopf sehr trocken, dann sind Basistherapeutika mit fettiger Grundlage notwendig; ist die Haut eher fettig, dann ist eine Öl-Wasser-Emulsion geeigneter. Auf entzündete Kopfhaut beruhigend wirken topische Präparate mit Glukokortikoiden oder Calcineurininhibitoren. Ergeben sich Zeichen für eine bakterielle Superinfektion, dann können antiseptische oder antibiotische Wirkstoffe zur Anwendung kommen.
Gerade bei Neurodermitikern ist bei der Anwendung von Pflegeprodukten immer Vorsicht geboten. Zur Pflege der Kopfhaut bei Neurodermitis kann außerdem Klettenwurzelhaaröl eine gute Wahl sein. Zu beachten ist weiterhin, dass in einigen Kosmetika bzw. Ölzubereitungen Erdnussöl beigemischt ist. Gegen Krusten auf der Kopfhaut herkömmliches Antischuppen-Shampoo einzusetzen, ist fehl am Platz, da es die Kopfhaut zusätzlich reizen und einen Triggerfaktor darstellen kann. Zu empfehlen ist dagegen ein Pflegeshampoo, eine Waschlotion oder Lotions mit Urea. Urea hält die oberste Hautschicht feucht, kann Krusten lösen und fördert das Abschuppen abgestorbener Hautschuppen. Außerdem wirkt es juckreizlindernd und antibakteriell. Ein sehr wirksamer keratolytischer Wirkstoff ist Salicylsäure. Sie löst das Keratin auf, dass in Haut, Haaren und Nägeln enthalten ist und hilft, die abgestorbenen Zellen aus der Hornschicht zu entfernen.
Es gibt einige Pflanzen mit medizinischer Wirkung auf neurodermitische Haut. Teilweise ist deren Wirkung zwar nicht in Studien belegt, jedoch sind individuell positive Wirkungen auf die entzündlichen Veränderungen berichtet worden. Teile dieser Pflanzen werden in Cremes, Gels, Essenzen, Tropfen oder Dragees etc. verarbeitet. An der behaarten Kopfhaut ist natürlich nicht jede Art von Anwendung geeignet. Insbesondere Cremes und Öle sind hier schwierig anzuwenden, ohne dass die Haare fettig und ungepflegt erscheinen. Diese Hausmittel ersetzen jedoch nicht die Basispflege und -therapie der Neurodermitis am Kopf und sollten mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Natürlich muss man auch mit Neurodermitis auf dem Kopf seine Haare waschen. Urea- oder Glycerinhaltige Shampoos ohne Silikon, Konservierungsstoffe oder Duftstoffe wirken beruhigend und feuchtigkeitsbindend und können der Pflege neurodermitischer Kopfhaut dienlich sein. Haarsprays, Haarfestiger, Leave-in-Produkte mit Zusatzstoffen und Haarfärbemittel trocknen die Kopfhaut aus und können deshalb einen ungünstigen Effekt auf Neurodermitis oder andere Ekzeme am Kopf haben. Deshalb sollte man, wenn möglich, als Neurodermitiker darauf verzichten. Jojobaöl ist für die Haut- und Haarpflege bei Neurodermitis möglicherweise ein wertvoller Tipp. Eigentlich ist es nämlich kein fettiges Öl, sondern flüssiges Wachs, das hautpflegend, erweichend und feuchtigkeitsspendend ist.
Ständiger Juckreiz auf der Kopfhaut oder am Ohr ist ein sehr unangenehmes Gefühl und kann sehr quälend sein. Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und sogar Depression können die Folge sein. Den Juckreiz wirksam zu behandeln ist deshalb ein sehr wichtiges Anliegen. Prinzipiell führt eine effektive Neurodermitis-Therapie auch langfristig zu einer Linderung des Juckreizes. Einer Austrocknung der Haut entgegenzuwirken, lindert auch den Juckreiz.
Zunächst einmal können ganz einfache allgemeine Maßnahmen helfen: Wärme verschlimmert Juckreiz, weshalb man Hitzestau am Kopf dringend vermeiden sollte. Antihistaminika, die bei allergischem Juckreiz eingesetzt werden, helfen bei der Neurodermitis aber leider nicht. Dagegen kann Polidocanol in Form einer Lotion gut juckreizlindernd wirken, allerdings ist die Anwendung auf der behaarten Kopfhaut problematisch. Auch die Verwendung von einer Lotion mit dem synthetischen Gerbstoff Tamol wird auf der Kopfhaut nicht empfohlen, da es zur Verklebung der Haare führt. Natürliche Gerbstoffe sind dafür in schwarzem Tee oder Eichenrinde enthalten.
Wichtiger Hinweis: Neurodermitis, auch an der Kopfhaut, ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Allerdings lässt sich die Hautkrankheit durch eine gute, geeignete und konsequente Hautpflege verbessern.
Viele Betroffene suchen nach geeigneten Shampoos, die ihre empfindliche Kopfhaut nicht reizen. Hier sind einige Erfahrungen und Empfehlungen:
Einige Anwender haben positive Erfahrungen mit den Produkten von SIRIDERMA gemacht. Eine Mutter berichtet, dass die LIPID Intensivcreme und HYDRO Intensivcreme den Juckreiz bei ihrer Tochter deutlich reduziert haben. Nach 48 Stunden kratzte sich ihre Tochter im Schlaf nicht mehr blutig und nach einer Woche aß und trank sie wieder, ohne sich im Gesicht zu jucken. Mittlerweile wenden sie die SIRIDERMA Produkte bereits 3 Monate an und die Haut ihrer Tochter ist nahezu komplett beschwerdefrei. Auch das SIRIDERMA Pflege-Shampoo wird von Anwendern mit Kopfhautproblemen positiv bewertet.
Dieses Shampoo enthält milde Tenside und pflegende Inhaltsstoffe wie Tocopherol (Vitamin E), das trockne und geschädigte Haar und sehr empfindliche Kopfhaut behutsam reinigt. Es ist daher mehrmals täglich anwendbar und somit auch ideal für Allergiker in der Pollenflugzeit, da hier häufiges Haarewaschen zum Entfernen der Allergene empfohlen wird, aber oft zu Kopfhautreizungen führt. Das Extra Milde Shampoo ist zudem auch für Babys und Kinder geeignet.
Studienergebnisse:
Hauptinhaltsstoffe für die Pflege sehr empfindlicher und gereizter Kopfthaut:
Eine Anwenderin berichtet: "Ich habe lange nach einem Shampoo gesucht, das meine empfindliche Kopfhaut nicht reizt. Das Physiogel Scalp Care Shampoo ist eine Wohltat! Es brennt nicht, hinterlässt ein angenehmes Gefühl und die Kopfhaut ist viel weniger trocken."
Weitere Shampoos, die bei Schuppenflechte und Neurodermitis helfen können:
| Produktmodell | Preis ca. | Löst Schuppen | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Psorisdin Shampoo von Isdin | ca. 19 € | besonders gut | Reduziert Rötungen im Kopfbereich |
| Ketozolin 2% Shampoo von Dermapharm AG Arzneimittel | ca. 16 € | besonders gut | Wirkung bei seborrhoischer Dermatitis auf der Kopfhaut |
| Shampoo von Stieproxal | ca. 12 € | sehr gut | Kombi aus 3 wirksamen Stoffen |
| Forte Shampoo von Linola | ca. 16 € | gut | Silikonfrei |
| Kelual DS von Ducray | ca. 15 € | sehr gut | Silikonfrei |
Hinweis: Die hier dargestellten Informationen dienen lediglich der allgemeinen Information und ersetzen nicht den Besuch beim Arzt. Bei spezifischen Fragen oder Beschwerden sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
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