Ketoconazol Shampoo: Anwendung, Wirkung und wichtige Hinweise

Ketoconazol ist ein Imidazol-Antimykotikum, das zur Behandlung von Hautpilzinfektionen eingesetzt wird, indem es die Ergosterinbiosynthese hemmt. Der Wirkstoff findet Anwendung in der Therapie verschiedener Erkrankungen.

Anwendungsgebiete

  • Endogenes Cushing-Syndrom bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren
  • Seborrhoische Dermatitis bei Erwachsenen und Jugendlichen
  • Pityriasis versicolor bei Erwachsenen und Jugendlichen
  • Dermatomykosen wie z. B. Tinea pedis/cruris/corporis, Mikrosporien sowie Soormykosen bei Erwachsenen

Tinea corporis auf dem Arm

Anwendungsart

Das Arzneimittel Ketoconazol ist in Deutschland als Shampoo, Creme und in Form von Tabletten verfügbar.

  • Shampoo: Die betroffenen Areale müssen mit dem Wirkstoff eingerieben und nach drei- bis fünfminütiger Einwirkzeit ausgewaschen werden.
  • Creme: Ketoconazol sollte auf die erkrankte Haut samt 1-2 cm der umgebenden Hautfläche aufgetragen und solange mit dem Finger einmassiert werden, bis der Wirkstoff eingezogen ist.
  • Tabletten: Die Tabletten mit dem Wirkstoff Ketoconazol sollten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Wirkmechanismus

Der Wirkstoff Ketoconazol ist ein Imidazol-Derivat, welches als starker Blockierer der Steroidogenese durch seine Eigenschaften als Hemmer der Cytochrom-P450-Enzyme in der Nebenniere wirkt. Es blockiert insbesondere die 17α-Hydroxylase und beeinflusst zudem die 11-Hydroxylierung sowie bei höherer Dosierung die Spaltung von Cholesterinseitenketten, wodurch es sowohl die Cortison- als auch die Aldosteronsynthese unterdrückt. Ketoconazol hemmt auch die Androgensynthese, indem es die C17-20-Lyase in den Nebennieren und Leydig-Zellen blockiert. Zusätzlich hat es direkte Effekte auf kortikotrope Tumorzellen bei Patienten mit Cushing-Syndrom.

Zudem wirkt Ketoconazol als Antimykotikum stark gegen die Ergosterinbiosynthese, einem wesentlichen Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Diese Substanz reguliert die Membranpermeabilität und modifiziert andere Lipidbestandteile der Zellmembran. Bei fungistatischer Wirkung fördert es die Vermehrung des Plasmalemmas und die Verdickung der Zellwand, was zu Änderungen in der Membranpermeabilität führt und die Aufnahme essenzieller Nährstoffe behindert. In fungizider Konzentration verursacht es die Nekrotisierung des Zellinneren. Ketoconazol ist effektiv gegen diverse Pilzerreger, inklusive Dermatophyten und Hefen wie Malassezia spp., die bei seborrhoischer Dermatitis eine Rolle spielen.

Pharmakokinetik

Resorption

Ketoconazol benötigt für seine Auflösung und Resorption eine saure Umgebung. Nach Einnahme einer 200-mg-Dosis erreicht es Spitzenplasmakonzentrationen von etwa 3,5 μg/ml innerhalb von 1 bis 2 Stunden, insbesondere wenn es mit einer Mahlzeit eingenommen wird. Die maximale Konzentration und die Fläche unter der Kurve (AUC) steigen überproportional mit der Dosis.

Verteilung

Etwa 99% des Ketoconazols im Plasma sind an Proteine gebunden, hauptsächlich an Albumin. Ketoconazol verteilt sich weit im Gewebe, gelangt jedoch kaum in den Liquor cerebrospinalis.

Metabolismus

Ketoconazol wird umfangreich in inaktive Metaboliten umgewandelt, hauptsächlich durch das Enzym CYP3A4. Hauptwege der Biotransformation umfassen die Oxidierung und den Abbau der Imidazol- und Piperazinringe sowie oxidative O-Dealkylierung und aromatische Hydroxylierung.

Elimination

Die Elimination aus dem Plasma erfolgt biphasisch mit einer anfänglichen Halbwertszeit von 2 Stunden und einer nachfolgenden Halbwertszeit von 8 Stunden. Etwa 13% der Dosis werden im Urin ausgeschieden, wobei 2-4% unverändert bleiben. Der Haupteliminationsweg ist die Ausscheidung über die Galle in den Darm.

Bei der topischen Anwendung von Ketoconazol als Antimykotikum auf der Haut können keine messbaren Plasmakonzentrationen festgestellt werden. Die Penetration von Ketoconazol bleibt größtenteils auf die oberen Hautschichten begrenzt, mit den höchsten Konzentrationen im Stratum corneum. Eine Verlängerung der Kontaktzeit der Creme auf der Haut beeinflusst diese Penetrationskinetik nicht.

Dosierung

Dosierung von Ketoconazol als orale Therapie des Cushing-Syndroms

Beginn der Behandlung bei Erwachsenen und Jugendlichen: 400 - 600 mg täglich, aufgeteilt in zwei oder drei Dosen.

Anwendung von Ketozolin® 2 % Shampoo

Ketozolin® 2 % Shampoo ist ein medizinisches Anti-Pilz-Shampoo, das erfolgreich zur Behandlung und Vorbeugung von Kopfschuppen mit Juckreiz und Rötungen (seborrhoisches Ekzem) und Kleienpilzflechte eingesetzt wird. Es enthält den pilzhemmenden Wirkstoff Ketoconazol, der den Hautpilz bekämpft.

Um Kopfschuppen mit Juckreiz und Rötungen in den Griff zu bekommen, sollten Sie Ketozolin® 2 % Shampoo über einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen zweimal pro Woche anwenden. Fünf Tage lang, 1 x täglich so lautet die Empfehlung zur Behandlung akuter Symptome der Kleienpilzflechte mit Ketozolin® 2 % Shampoo.

Ihr Anti-Pilz-Shampoo mit der bewährten 4+1-Wirkung bei Kopfschuppen mit Juckreiz und Rötungen (seborrhoisches Ekzem) und Kleienpilzflechte:

  • Lindert schnell den Juckreiz
  • Bekämpft den Hautpilz
  • Entfernt die Schuppen langanhaltend
  • Lindert die Entzündung
  • Arzneimittel mit belegter Wirksamkeit

Zur Akuttherapie und Vorbeugung geeignet. Ohne Duftstoffe.

Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels? Bei äußerlicher Anwendung schädigt der Wirkstoff Ketoconazol die äußere Hülle, die sog. Zellmembran von auf der Haut wachsenden Pilzen. Diese Hülle verliert somit einen Teil ihrer Funktionen, sie wird z.B. für Nährstoffe undurchlässiger - die Zelle hungert.

Dosierung von KETOZOLIN 2% Shampoo

Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis):

  • Behandlung:
    • Jugendliche und Erwachsene
    • Einzeldosis: eine ausreichende Menge
    • Gesamtdosis: 2-mal wöchentlich (im Abstand von 3-4 Tagen)
    • Zeitpunkt: unabhängig von der Tageszeit
  • Vorbeugung gegen Wiederauftreten:
    • Jugendliche und Erwachsene
    • Einzeldosis: eine ausreichende Menge
    • Gesamtdosis: 1-mal wöchentlich oder alle 2 Wochen
    • Zeitpunkt: unabhängig von der Tageszeit

Hautflechte durch Kleienpilz (Pityriasis versicolor):

  • Behandlung:
    • Jugendliche und Erwachsene
    • Einzeldosis: eine ausreichende Menge
    • Gesamtdosis: 1-mal täglich
    • Zeitpunkt: unabhängig von der Tageszeit
  • Vorbeugung gegen Wiederauftreten:
    • Jugendliche und Erwachsene
    • Einzeldosis: eine ausreichende Menge
    • Gesamtdosis: 1-mal täglich
    • Zeitpunkt: unabhängig von der Tageszeit

Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.

Anwendungshinweise

Waschen Sie mit den Arzneimittel Haare und Kopfhaut. Oder: Reiben Sie das Arzneimittel auf die betroffene(n) Hautstelle(n) ein. Zuvor feuchten Sie die betroffene(n) Stelle(n) mit Wasser an. Das Arzneimittel sollte 3-5 Minuten auf der Haut einwirken. Danach spülen Sie es mit viel Wasser aus. Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit den Augen.

Dauer der Anwendung

Die allgemeine Anwendungsdauer bei Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis) beträgt zur Behandlung 2-4 Wochen und zur Vorbeugung gegen ein Wiederauftreten 3-6 Monate. Die Anwendungsdauer bei Hautflechte durch Kleienpilz (Pityriasis versicolor) beträgt zur Behandlung maximal 5 Tage und zur Vorbeugung gegen ein Wiederauftreten maximal 3 Tage.

Überdosierung?

Wird das Arzneimittel wie beschrieben angewendet, sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Bei versehentlichem Verschlucken größerer Mengen wenden Sie sich umgehend an einen Arzt.

Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.

Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.

Wechselwirkungen

Ketoconazol kann die Konzentration anderer Medikamente erhöhen, was zu verstärkten Effekten oder Nebenwirkungen führen kann. Medikamente, die den Magensäuregrad verändern, können die Absorption von Ketoconazol beeinträchtigen.

Einige Beispiele für Wechselwirkungen:

  • Statine (z. B. Simvastatin, Atorvastatin): Erhöhtes Risiko von Muskeltoxizität, inklusive Rhabdomyolyse.
  • Eplerenon: Erhöhtes Risiko von Hyperkaliämie und Hypotonie.
  • QT-Verlängernde Substanzen: Beispiele sind Methadon, Chinidin und Pimozid, welche das QT-Intervall verlängern können.
  • Dabigatran: Erhöhtes Blutungsrisiko.

Für die vollständige Angabe aller Wechselwirkungen von Ketoconazol wird auf die Fachinformation des jeweiligen Herstellers verwiesen.

Das SHAMPOO bei Schuppen, Juckreiz, Haarausfall - So wirkt Ketoconazol! [KET - Nizoral Shampoo]

Kontraindikation

Die Anwendung von Ketaconazol ist kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Ketoconazol und/oder jegliche Imidazol enthaltende Antimykotika
  • Akuter oder chronischer Lebererkrankung und/oder bei Leberenzymwerten mehr als zweifach über der Obergrenze des Normalwerts
  • Schwangeren und Stillenden
  • Angeborenen oder belegten erworbenen QTc-Verlängerungen

Weitere Kontraindikationen umfassen die gleichzeitige Anwendung bestimmter Medikamente, die über CYP3A4 metabolisiert werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Da Ketaconazol bei oraler Anwendung die Plazenta passiert und eine teratogene Wirkung haben kann, ist die Einnahme während der Schwangerschaft kontraindiziert. Ketoconazol wird bei oraler Anwendung in die Muttermilch ausgeschieden. Stillende Mütter sollten daher während der Behandlung mit Ketoconazol nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit

Bei oraler Einnahme kann Ketoconazol Schwindel und Schläfrigkeit verursachen.

Ketozolin® 2 % Shampoo bei seborrhoischem Ekzem und Kleienpilzflechte

Hinter unangenehmem Juckreiz, entzündeter Haut und lästigen Schuppen können das seborrhoische Ekzem oder eine Kleienpilzflechte stecken. Ketozolin® 2 % Shampoo zur Anwendung auf Kopf und Haut hilft dabei, die Symptome schnell in den Griff zu bekommen. Dank der bewährten 4+1-Wirkung von Ketozolin® 2 % Shampoo sehen und spüren Sie oft schon nach wenigen Anwendungen eine deutliche Besserung.

Seborrhoisches Ekzem & Kleienpilzflechte - Was genau ist das, und woran kann ich es erkennen?

Das seborrhoische Ekzem, auch bekannt als seborrhoische Dermatitis, zeigt sich durch weiß-gelbliche, oft fettige Schuppen. Darunter ist die Haut gerötet und entzündet. Dieses Ekzem tritt in der Regel im Gesicht oder am Haaransatz auf und führt zu einer stark juckenden Kopfhaut. Auch der Rücken, die Brust oder der Genitalbereich können betroffen sein.

Die Kleienpilzflechte, auch Pityriasis versicolor, zeigt sich üblicherweise in Form von kreisförmigen, gelblich-braunen Flecken an Brust, Rücken oder Hals.

Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Wie wirkt Ketozolin® 2 % Shampoo?

Ketozolin® 2% Shampoo gelangt nicht in den Körper, sondern entfaltet seine Wirkung in der obersten Hautschicht, wo es für eine Veränderung der Zellmembranen des Pilzes sorgt und die Pilzinfektion effektiv zurückdrängt. Ketozolin® 2% Shampoo enthält den pilzhemmenden Wirkstoff Ketoconazol, der den Hautpilz bekämpft.

Wie schnell wirkt Ketozolin® 2 % Shampoo?

Die pilzhemmende Wirkung von Ketozolin® 2 % Shampoo tritt schnell ein. Nach wenigen Anwendungen sehen Sie deshalb bei der seborrhoischen Dermatitis meist eine deutliche Besserung der Symptome. Bei der Kleienpilzflechte müssen Sie ein wenig mehr Geduld aufbringen, da Ihre Haut eine Weile braucht, bis sie sich regeneriert und wieder gleichmäßig pigmentiert ist.

Wann sollte Ketozolin® 2 % Shampoo nicht verwendet werden?

Sie sollten Ketozolin® 2 % Shampoo nicht verwenden, wenn Sie allergisch oder überempfindlich gegen Ketoconazol oder einen weiteren Bestandteil des Arzneimittels sind. Auch bei Kindern sollte Ketozolin® 2 % Shampoo keine Anwendung finden, da bisher keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Vermeiden Sie den Kontakt von Ketozolin® 2 % Shampoo mit den Augen. Sollte das Shampoo dennoch in die Augen gelangen, spülen Sie diese mit kaltem Wasser gründlich aus. Falls Sie aktuell kortisonhaltige Arzneimittel zur äußeren Anwendung verwenden, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker über die Anwendung des Shampoos.

Wie lange darf man Ketozolin® 2 % Shampoo benutzen?

Bei Kopfschuppen (seborrhoische Dermatitis) beträgt die Behandlung zwei bis vier Wochen und zur Vorbeugung gegen ein Wiederauftreten drei bis sechs Monate. Bei Kleienpilzflechte soll Ketozolin® 2 % Shampoo zur Behandlung maximal 5 Tage lang und zur Vorbeugung gegen ein Wiederauftreten maximal 3 Tage lang verwendet werden.

Wichtige Hinweise zu KETOZOLIN 2% Shampoo

Was sollten Sie beachten?

  • Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Pilzmittel (z.B. Clotrimazol)!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Formaldehyd (E-Nummer E 239)!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Tartrazin (E 102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Amaranth (E 123) und Ponceau 4R (E 124)).
  • Konservierungsstoffe (z.B. Sorbinsäure und Sorbate, E 200, E 201, E 202, E 203) können Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben.

Nebenwirkungen von KETOZOLIN 2% Shampoo

Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung des Arzneimittels auftreten können.

Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?

  • Entzündung des Haarfollikels
  • Geschmacksverzerrung (Dysgeusie)
  • Reizung des Auges
  • Tränende Augen
  • Akne
  • Haarausfall
  • Kontaktdermatitis
  • Austrocknung der Haut
  • Haarstrukturveränderung
  • Hautausschlag
  • Brennen auf der Haut
  • Entzündungsreaktionen der Haut
  • Schuppenbildung der Haut
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
    • Hautrötung
    • Hautreizungen
    • Juckreiz
    • Hautbläschen

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Bitte beachten Sie: Unsere Datenbank gibt nicht die Original-Gebrauchsinformation aus, die Sie als Beipackzettel in der Verpackung Ihres Medikaments finden. Die Angaben können sich von der jeweiligen Packungsbeilage unterscheiden und sind auch anders aufgebaut.

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