Shampoo mit Goldpigmenten: Ein umfassender Test und Ratgeber

Die richtige Pflege für das eigene Haar ist nicht immer einfach. Bei der Reizüberflutung an Angeboten in Drogeriemärkten geht schnell der Überblick verloren. Oftmals greift man aus Zeitgründen unüberlegt zu irgendeinem beliebigen Shampoo, welches nicht unbedingt auf die eigenen Haarbedürfnisse angepasst ist. Wer sich hingegen bei der Shampoo-Auswahl mehr Zeit nimmt und ein auf die eigene Haarstruktur angepasstes Shampoo kauft, tut seinem Haar etwas Gutes. Mittlerweile gibt es neben dem flüssigen Shampoo auch festes Shampoo und Haarseifen.

In der Juni 2020-Ausgabe von Stiftung Warentest werden zahlreiche Shampoos auf Wirkung und Umweltfreundlichkeit getestet. Neben flüssigen und festen Shampoos gibt es auch Haarseifen. Feste Shampoos sollen besser für die Umwelt sein, denn sie sparen viel Verpackungsmüll. In der Juni 2020-Ausgabe stellt Stiftung Warentest diverse feste Shampoos auf die Probe. Das Lamazuna-Shampoo ergattert den 2.

TEST // Silbershampoos: Welche funktionieren wirklich?

Die Vielfalt der Shampoos

Die Auswahl an Shampoos auf dem Markt ist vielfältig und reicht von teuren Spezialshampoos bis hin zu preisgünstigeren Drogerieprodukten. Zu den teureren Marken gehören Olaplex und Kerastase Paris. Olaplex zeichnet sich vor allem durch seine einzigartige Olaplex-Technologie aus, die Disulfidbindungen aufbaut, sodass gesunde und glänzende Haare das Ergebnis sind. Die Preise liegen hier bei ungefähr 24 Euro. Kerastase Paris ist die weltweit berühmteste Luxus-Haarpflege Marke und bietet eine breite Produktpalette für jeden Haartyp an. Sie ist eine Tochtergesellschaft der preisgünstigeren französischen Marke L’Oreal und zeichnet sich durch ihre Qualität und Vielfalt aus.

Neben diesen Produkten gibt es auch günstigere Marken aus der Drogerie, welche ebenfalls empfehlenswert sind. Zu ihnen gehören Nivea, Schauma, Pantene Pro-V, Guhl, Plantur, Sante, Garnier, Dove, Fanola, Schwarzkopf, Alpecin, Sebamed und Lavera. Auch hier gibt es eine umfangreiche Produktpalette, welche sich im preislichen Rahmen von 2 bis 15 Euro befindet.

Wer feines oder dünnes Haar hat, sollte beim Waschen nur eine kleine Menge an Shampoo verwenden, um das Haar nicht zusätzlich zu beschweren. Um den feinen Strukturen ein wenig mehr Volumen und Schwung zu verleihen, eignen sich Volumen-Shampoos wie das Batiste Heavenly am besten. Zusätzliche Pflegeprodukte wie Kuren und Spülungen sollten Nutzerinnen und Nutzer nur in Maßen verwenden, da diese die Haare noch dünner und platter wirken lassen.

Dickes Haar lässt sich oft schwer bändigen und wirkt strohig. Aus diesem Grund greift man zu einem Feuchtigkeitsshampoo wie dem Kérastase Nutritive Bain Satin 2, welches dem Haar ausreichend Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit verleiht. Gefärbtes Haar wäscht man grundsätzlich eher selten, um die Haare nicht zusätzlich zu strapazieren. Färben schädigt und strapaziert die Haare. Aus diesem Grund braucht es besonders viel Pflege.

Zunächst greifen Nutzerinnen und Nutzer zu einem Color-Shampoo wie dem L'Oréal Serie Expert Vitamino Color Shampoo, welches speziell für gefärbtes Haar geeignet ist. Nicht jeder ist von Natur aus mit schönem, glänzendem Haar gesegnet. Wer trockenes Haar hat, muss seine Haare mit viel Feuchtigkeit versorgen. Aus diesem Grund sind Haarkuren- und Öle, die pflegende Stoffe wie Mandel- oder Arganöl enthalten, empfehlenswert.

Nutzerinnen und Nutzer, die mit einem schnell fettenden Haaransatz zu kämpfen haben, können zu Produkten wie dem Head & Shoulders Citrus greifen. Diese nehmen das Fett auf und entfernen es. Um eine schuppige Kopfhaut zu verhindern, können Nutzerinnen und Nutzer feuchtigkeitsspendende Produkte verwenden. Hier eignen sich beispielsweise Shampoos mit Kokosöl. Das Sante Naturkosmetik Haarpflege Shampoo Kraft & glanz schneidet hier unter den Kundenbewertungen sehr gut ab. Wer unter Haarausfall leidet, sollte zu Produkten aus pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Arganöl oder Aloe Vera greifen. Bei Haarbruch helfen Produkte mit Keratin. Keratin repariert die Haare und baut sie von innen auf. Ein gutes Shampoo mit Keratin ist laut Kundenbewertungen das Syoss Haarpflege Keratin Shampoo. Zudem ist die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln möglich, welche gegen Haarbruch wirken.

Alpecin bietet dieses sowohl für Männer als auch für Frauen an. Wer trockene Kopfhaut hat, muss diese mit viel Feuchtigkeit pflegen. Hier greift man zu Produkten, welche Tenside enthalten. Diese nehmen das Fett auf und entfernen es. Entsprechende Produkte massiert man grob in die Kopfhaut ein. Bei schuppiger Kopfhaut sind feuchtigkeitsspendende Produkte mit Ölen ratsam. Sie wirken entzündungshemmend und beruhigend.

Shampoos können bis zu 2 Jahre halten, verlieren aber mit der Zeit ihre Wirkung.

Silbershampoo: Ein Lebensretter für helle Haare

Wer seine Haare blond, weiß oder grau trägt, sollte die Anschaffung eines Silbershampoos in Erwägung ziehen. Denn egal ob natürlich, gefärbt oder gesträhnt: Silbershampoo ist ein wahrer Lebensretter für besagte Haarfarben. So entfernt es dank Komplementärprinzip gelblich-orange Verfärbungen und bringt kühle Farbnuancen so richtig zum Strahlen.

Gründe für den Gelbstich gibt es viele: Rotpigmente im Haar, das falsche Färbemittel, eine zu kurze Einwirkdauer, Umwelteinflüsse wie Chlor, Salzwasser oder UV-Strahlung, oder der natürliche Alterungsprozess des Haares. Silbershampoo gegen Gelbstich ist ein spezielles Shampoo, das entwickelt wurde, um unerwünschte Gelb-, Messing oder Kupferstiche in blondem, grauem oder weißem Haar zu neutralisieren. Es enthält in der Regel violette und/oder bläuliche Farbpigmente, die das Haar entfärben oder »abmattieren«.

Das Ganze funktioniert dank des Prinzips der Komplementärfarben. Die violetten oder bläulichen Pigmente wirken als Gegenspieler zu den gelblichen und orangen Reflexen im Haar. Obwohl sie an sich keine bleichende Wirkung haben, kann eine Wäsche mit Silbershampoo das Haar heller aussehen lassen, da das Blond ohne den Gelbstich reiner und kühler wirkt. Deshalb gibt es beim Friseur nach dem Blondieren oft noch eine violette Tönung. Silbershampoo ist eine einfachere und günstigere Methode, zuhause zwischendurch einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

Die Zusammensetzung der einzelnen Silbershampoos auf dem Markt variiert stark. Einige enthalten Feuchtigkeitsspender, andere die Kopfhaut pflegende Wirkstoffe. Insgesamt liegt der Fokus von Silbershampoos allerdings auf der Funktion, den Gelbstich zu neutralisieren, und nicht auf der pflegenden Wirkung.

Farbstoffe: Für den entfärbenden bzw. ausgleichen Effekt in Silbershampoos sind die enthaltenen Farbpigmente verantwortlich, meist violett, blau oder eine Kombination aus beidem. Üblicherweise erkennt man sie in der Liste der Inhaltsstoffe an den Begriffen Acid Violet 34 oder CI 60730. Die Konzentration der enthaltenen Pigmente kann je nach Produkt stark variieren: Manche Silbershampoos sind durchsichtig und haben nur einen ganz dezenten Lilastich, während andere fast Schwarz aussehen. Bei manchen Shampoos sind zudem Glanzpigmente zugesetzt, sodass das Shampoo lila schimmert.

Silikone: Wie bei herkömmlichen Shampoos gibt es auch bei Silbershampoos solche mit und ohne Silikone. Und wie bei allen anderen Shampoos auch umhüllen die Silikone im Silbershampoo die Haare, machen sie kämmbarer und glatter und lassen sie glänzender und gesünder aussehen.

Der Nachteil: Da einige Silikone sich nicht so einfach auswaschen lassen, sondern sich auf Dauer auf dem Haar anreichern, können sie das Haar beschweren und kraftlos oder stumpf werden lassen. Davon ist helles und feines Haar stärker betroffen als dickes, dunkles oder krauses Haar - diese Haartypen können von den beschwerenden Eigenschaften unter Umständen sogar profitieren. Da Silbershampoo vorwiegend auf feinem, hellen und durch eventuelles Färben sowieso schon strapaziertem Haar angewendet wird, finden wir den Einsatz von Silikonen hier eher unglücklich. Im Test gab es deshalb Punktabzüge und wir empfehlen kein Silbershampoo mit Silikonen.

Tenside: Die meisten Silbershampoos in unserem Test enthalten Sodium Laureth Sulfate (SLES) als Haupttensid. Obwohl es auch SLES-freie Silbershampoos auf dem Markt gibt, sind diese Produkte eher selten. Sodium Laureth Sulfate hat die Funktion, Schmutz und Öl von Haar und Kopfhaut zu entfernen und bildet einen reichhaltigen Schaum. Das in verschiedensten Kosmetika weitverbreitete Tensid hat einen äußerst schlechten Ruf, da es die Haut austrocknen und Reizungen hervorrufen kann.

Die Betonung liegt allerdings auf dem Wort »kann». Während alle mit sehr sensibler Haut, Hauterkrankungen und bekannten Allergien SLES tatsächlich meiden sollten, heißt das nicht, dass normale Haut nicht damit klarkommt. In unserem Test hatten wir bei keinem Silbershampoo Probleme mit irritierter Kopfhaut.

Grundsätzlich wird Silbershampoo wie ein normales Shampoo verwendet und einfach auf die nassen, ungewaschenen Haare aufgetragen. Anschließend aufschäumen, einmassieren und für einen stärkeren Effekt einwirken lassen - je nach Hersteller lautet die Empfehlung zwei bis zehn Minuten. Anschließend das Silbershampoo ausspülen und die Haare wie gewohnt trocknen und stylen. Wer mag, kann den Effekt noch mit passenden Conditionern und Haarmasken intensivieren. Auch mit einem anfänglichen häufigeren Einsatz von Silbershampoo kann das Ergebnis optimieren.

Das Silbershampoo mit Lavendelöl und Pfingstrose-Extrakt macht die Haare wunderschön weich - und das ganz ohne Silikone. Die langen, blonden, leicht strapazierten Haare unserer Testerin fühlen sich nach dem Waschen mit diesem Produkt kraftvoll und geschmeidig an, haben einen tollen Grip und viel Volumen. Der Violettton des Silbershampoos ist satt und dunkel, vor allem im Vergleich zu anderen im Drogeriemarkt erhältlichen Alternativen. Beim Kontakt mit Wasser verwandelt sich die Flüssigkeit in einen stabilen, feinen Schaum, den man problemlos mehrere Minuten auf dem Haar einwirken lassen kann, ohne dass einem ständig violettes Wasser ins Gesicht läuft. Das Shampoo lässt sich einfach wieder ausspülen, zurück bleibt ein minimaler Film, etwa wie beim Benutzen von Conditioner.

Der Duft ist bei diesem Produkt relativ stark und ebenso blumig wie das Design zu 97 Prozent aus Recyclingplastik bestehenden 300-ml-Flasche. Auf den Haaren verflüchtigt er sich aber schnell. Weitere Pluspunkte: Das Langhaarmädchen Shampoo Silver Blonde ist vegan, frei von Mikroplastik, ohne Parabene und kostet nur knapp fünf Euro. Bisher gibt es keine weiteren seriösen Tests zu Silbershampoos.

Beim Fanola No Yellow Shampoo ist der Name Programm: Gelbe Reflexe im Haar haben keine Chance! Das Silbershampoo hat mit Abstand die stärkste Violettpigmentierung im Test und wirkt intensiver als alle anderen Shampoos. Das geleeartige Silbershampoo für jede Haarstruktur ist wirklich extrem dunkel und scheint fast Schwarz aus der 350-Milliliter-Flasche zu fließen. Auch der Schaum ist richtig violett, leider aber nicht ganz so stabil wie bei unserem Testsieger, sodass die empfohlene Einwirkdauer von bis zu fünf Minuten eher kürzer ausfällt. Das Shampoo fängt schon nach kurzer Zeit an, wieder aus den Haaren zu fließen. Das macht allerdings nichts, denn die Farbpower ist so stark, dass sich sogar die Haut an den Händen beim Aufschäumen und Einmassieren kurz lila färbt. Der Hersteller empfiehlt deshalb, bei der Anwendung Handschuhe zu tragen. Auch ohne werden die Hände aber nach ein paar mal Waschen wieder sauber.

Auch dieses Silbershampoo ist silikonfrei sowie frei von Mikroplastik und tierischen Inhaltsstoffen. Juhu! Der Duft des Shampoos liegt irgendwo zwischen „leicht chemisch“ und „typisch Friseur“, stört aber nicht. Größter Nachteil ist der Verschluss. Der ist wirklich unzuverlässig und das Fanola No Yellow Shampoo läuft ständig aus. Wer es bei sich zu Hause in der Dusche stehen hat, sollte damit kein Problem bekommen. Bevor es ins Reisegepäck wandert, aber unbedingt umfüllen.

Endlich mal ein Silbershampoo, das komplett auf SLS/SLES verzichtet! Für alle, die mit Silbershampoos aufgrund der oft aggressiven Tenside in der Vergangenheit Probleme hatten, ist das Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo auf jeden Fall einen Versuch wert. Die Rezeptur verzichtet darüber hinaus auf jegliche tierische Bestandteile sowie Silikone. Einige potenziell reizende PEG-Derivate sind zwar enthalten, dennoch ist das Silbershampoo insgesamt betrachtet eines der mildesten in unserem Test. Die Farbe des Shampoos ist dunkelviolett mit Stich ins Blau. Beim Verteilen im Haar schäumt es wenig, aber dennoch genug. Nach längerem Einmassieren wird der Schaum weiß, die Haut bleibt weitgehend violett-frei.

Das heißt aber nicht, dass das Shampoo nicht so gut funktioniert wie andere, im Gegenteil! Richtig toll finden wir auch, wie gepflegt und weich sich die Haare beim und nach dem Waschen anfühlen.

Das stylishe Olaplex Nº4P Blonde Enhancer Toning Shampoo hält, was viele Influencer versprechen: Es reinigt mild, hat ordentlich Farb-Power und dabei nur wenige Nachteile. In der Rezeptur steckt ein guter Mix aus schonenden Tensiden, intensiven Farbpigmenten und pflegenden Inhaltsstoffen, die die Haarstruktur stärken: Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleate ist der zentrale, patentierte Bestandteil der Olaplex-Technologie, die dabei hilft, beschädigte Disulfidbindungen im Haar zu reparieren. Gerade bei blondiertem oder chemisch behandeltem Haar ist diese Reparaturfunktion wertvoll, da sie die Haarstruktur stärkt und Haarbruch vorbeugt.

Gleichzeitig ist das Olaplex Shampoo äußerst effektiv im Kampf gegen unerwünschten Gelbstich. Die Violettfärbung gehört zu den stärksten im Test. Damit gehört das Shampoo zu denjenigen, bei denen alle mit sehr hellen Haaren ein bisschen aufpassen müssen. Lässt man den feinporigen, violetten Schaum zu lange einwirken oder hat bereits platinblonde Strähnen und Spitzen, können die Haare einen Blaustich annehmen.

Das Verteilen des Shampoos im Haar funktioniert gut, auch wenn es vergleichsweise wenig schäumt und eher gelartig aus der Flasche fließt. Der Duft ist dezent, frisch, angenehm. Nach dem Trocknen haben die Haare ordentlich Grip, fühlen sich gestärkt und widerstandsfähig an, wenn auch minimal trocken. Mit rund 20 Euro pro 250 Milliliter gehört das Shampoo zu den teuersten im Test.

Die Haare sehen nach dem Waschen wirklich toll aus. Das beste am Shampoo: Es macht die Haare nicht nur seidig weich und glänzend, sie sehen nach dem Trocknen auch sofort heller und „einheitlicher“ aus. Unterschiedliche Farbnuancen in den Haaren wirken optisch ausgeglichen - das schmeichelt besonders weißen oder grauen Haaren, bringt aber auch hellblond Strähnchen so richtig zum Strahlen.

Weitere getestete Silbershampoos

  • Guhl Silberglanz Shampoo: Für ein Silbershampoo für helle Haarfarben zu wenig Wirkung, für ein normales Shampoo zu wenig Pflegekraft.
  • Balea Shampoo Silberglanz: Das Shampoo ist fast durchsichtig, nur geringfügig violetter als das Silbershampoo von Guhl und ist uns damit ebenfalls viel zu schwach.
  • Matrix Total Results So Silver Shampoo: Etwas unangenehm fanden wir im ersten Moment den leicht schwefeligen Duft.
  • Kérastase Bain Ultra-Violet: Im Vergleich ist die Konsistenz eher flüssig und gestaltet die empfohlene Einwirkzeit von zwei Minuten schwierig - der Schaum zerfließt schnell und hält sich kaum auf den Haaren.
  • Wella System Professionals Silver Shampoo: Dazu kommen ein sehr starker Duft, den man auf der Zunge fast schmecken kann.
  • L’Oreal Elvital Silbershampoo: Weniger gut fühlen sich allerdings die Haare nach dem Waschen an.
  • John Frieda Violet Crush Shampoo: Leider enthält es eine lange Liste potenziell bedenklicher Inhaltsstoffe.
  • OGX Purple Tuning Shampoo: Das Silbershampoo bietet eine gute Kombination aus pflegenden, feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen und milden Tensiden ohne SLS/SLES mit einem Fokus auf Haarreparatur.

Color-Shampoos im Test: Farb­schutz oder leere Versprechen?

Rote Farbtöne verleihen dem Haar eine gewisse Faszination. Rot ist auch die perfekte Farbe, um Color­schutz-Shampoos zu testen. Sie besteht aus empfindlichen Pigmenten, die bei Kontakt mit Wasser oder Sonne schnell verloren gehen. Wir wählten ein Profi-Rot vom Friseur und färbten damit Natur­haar­strähnen. Im Test traten 15 Farb­schutz-Shampoos gegen­einander an - vom güns­tigen Drogerie­produkt von dm für 1,35 Euro bis zum 28 Euro teuren Brilliant Colour Beauty Shampoo von Judith Williams.

Sie versprechen nicht nur Farb­glanz, sondern Farb­schutz bis hin zu lang anhaltender Farb­intensität. Bringt nichts. Kein geprüftes Farb­schutz-Shampoo erhielt für Wochen die Farbe des kolorierten Haars. Versprechen wie „bis zu 12 Wochen Farb­schutz“, wie sie Markt­führer Henkel für Gliss Kur und Syoss macht, schießen weit übers Ziel hinaus. Sie schaffen nicht einmal die Hälfte der Zeit. Die meisten scheitern an der Farb­schutz-Prüfung, andere halten den versprochenen UV-Schutz nicht ein.

Sechs der mangelhaften Produkte waschen die Farbe schnell aus: dm, Guhl, Lavera, L‘Oréal, Pantene und Gliss Kur. Ernüchternd: Sie schützen nicht besser als ein Repair-Shampoo für geschädigtes Haar, das keinen Farb­schutz verspricht, und sogar schlechter als ein mildes Kinder­shampoo.

Nur fünf Shampoos versagen nicht komplett im Farb­schutz und machen keine UV-Versprechen. Sie testeten wir umfassend: Nivea, Garnier, Udo Walz, Rausch und Paul Mitchell.

Experten beur­teilten den Zustand der gefärbten Strähnen nach dem neunten und zwölften Waschen und Bestrahlen mit UV-Licht - im Vergleich zu frisch kolorierten Strähnen.

Während der Prüfung steckte jede Strähne in einem Rahmen, sodass nur der mitt­lere Bereich bestrahlt wurde.

Erfüllt ein „Color­schutz“-Shampoo seine Grund­funk­tion nicht, ist es also nicht besser als andere Shampoos, sind aus unserer Sicht weitere Prüfungen - etwa der Pfle­geigenschaften, Anwendung, Verpackung - nicht wichtig. Wir haben auf sie verzichtet.

Wie nützlich sind UV-Filter in Shampoos? Die Filter in den Test­produkten sind meist wasser­löslich und werden unseres Wissens nach in geringer Konzentration einge­setzt. „Sie machen dort keinen Sinn“, sagt Kerstin Etzenbach-Effers, Chemikerin bei der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen. „Weil Haarshampoos wieder ausgespült werden.“

Um die Haar­oberfläche vor Sonne zu schützen, dürfte das nicht reichen.

Color­schutz-Shampoos braucht keiner zwingend. Auch wenn einige gut pflegen, wie der Test bei den ausreichenden Produkten zeigt. „Nehmen Sie ein schonendes Produkt, damit die Schuppen­schicht des Haars nicht zu stark aufgeraut wird“, rät Antonio Wein­itschke, Art Director des Zentral­verbands des Deutschen Friseur­hand­werks. Wichtig sei ein Conditioner. „Er schließt das Haar wieder, schützt die Farbe und sorgt für Glanz.“

Tipps für langanhaltende Farbe

  • Waschen Sie die Haare selten.
  • Nutzen Sie ab und zu ein Trockens­hampoo.
  • Meiden Sie Wasser und Sonne.

Das erste Foto zeigt eine frisch gefärbte Strähne. Auf dem zweiten Foto ist ihr Zustand nach sechs Wochen zu sehen: Sie wurde regel­mäßig gewaschen, der mitt­lere Teil UV-Licht ausgesetzt.

Test­urteil: Ausreichend. Es handelt sich also um eines der besseren Shampoos.

Mit den vier anderen Mangelhaften - von Judith Williams, Ross­mann, Schauma und Syoss - verblasst die Haarfarbe bei der Bestrahlung mit UV-Licht deutlich (siehe Foto UVA-/UVB-Filter), so wie übrigens bei allen Produkten im Test.

Rund zwölf Millionen Bürger im Land färben sich die Haare. Die häufigsten Gründe sind laut Umfragen: graues Haar abdecken, Abwechs­lung, mehr Selbst­bewusst­sein und bessere Laune.

Bei Rausch und Paul Mitchell wiesen wir zwei Duft­stoffe nach, die in seltenen Fällen Allergien auslösen können, aber nicht angegeben waren: Limonen bei beiden, Linalool zusätzlich bei Rausch. Beide hätten wegen ihrer Gehalte in der Inhalts­stoff­liste genannt werden müssen.

Shampoo-Typ Empfohlene Inhaltsstoffe Vermeiden
Trockenes Haar Mandel- oder Arganöl -
Fettiger Ansatz Citrus-Extrakte -
Schuppige Kopfhaut Kokosöl -
Haarausfall Arganöl, Aloe Vera -
Haarbruch Keratin -

ISANA Blütenkraft Glanz Shampoo mit wertvollen Blütennektar, Passionsblütenextrakt und Reiswasser verleiht dem Haar wundervollen Glanz und haucht ihm neues Leben ein. Das Shampoo befindet sich in einer lilafarbenen Plastikflasche mit Klappverschlussdeckel. Dieser Deckel lässt sich sehr einfach auf- und zuklappen. Die darunter liegende Öffnung ist relativ groß, deswegen muss man beim Dosieren vorsichtig sein, da schnell zu viel rauskommt. Durch das Aufschäumen kann man das Shampoo gut verteilen und auf der Kopfhaut einmassieren. Dabei hat es eine gute Waschkraft und entfernt Fett, Haarspray und Staub. Mit warmem Wasser kann man alles ausspülen, ohne einen Film auf den Haaren zu hinterlassen. Der Duft ist himmlisch. Die Mischung aus Blütennektar, Passionsblütenextrakt und Reiswasser riecht blumig und süß, aber dennoch sehr angenehm. Ich könnte die ganze Zeit an dem Shampoo riechen. Eine gute Waschkraft mit einem sehr guten Duft.

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