Shampoo gegen trockenes Haar ohne Silikone: Ein umfassender Test

Trockenes Haar benötigt eine besondere Pflege, um wieder geschmeidig und glänzend zu werden. Pflegende Shampoos versprechen, sprödes Haar schon nach kurzer Zeit wieder zum Glänzen zu bringen. Dabei setzen viele Hersteller auf unterschiedliche Strategien. Einige verwenden synthetische Silikone, die sich um die Haare legen und sie vorübergehend geschmeidig machen. Andere Anbieter mischen Pflanzenöl oder Aloe Vera ins Shampoo - die bessere Variante.

Warum Shampoo ohne Silikone?

Nachhaltiger für Haar und Umwelt sind Shampoos ohne Silikone. Silikone sind beliebt bei Kosmetik-Herstellern, da sie einfach und billig herzustellen, lange haltbar und geruchslos sind. Im Shampoo sorgen Silikone dafür, dass die Haare glatt und geschmeidig sind. Dazu legen sie sich wie ein Mantel um die Haare - richten aber ansonsten kaum etwas aus. Im Gegenteil: Auf Dauer können sie das Haar lasch machen.

Es gibt viele Nachteile, die mit der Verwendung von normalen Shampoos mit Silikon einhergehen:

  • Silikon lagert sich als sogenannter Build-up ab.
  • Das Haar verliert an Glanz und wirkt platt.
  • Spliss und Haarbruch werden zwar versiegelt, jedoch nicht repariert.
  • Colorationen und Tönungen können uneben ausfallen.
  • Ablagerungen auf der Kopfhaut können Schuppen und Juckreiz verursachen.
  • Silikone stellen eine Belastung für die Umwelt dar.

Wer trockene Haare gut pflegen will, greift besser zu Produkten ohne umstrittene Inhaltsstoffe. Nachhaltiger für Haar und Umwelt sind Shampoos ohne Silikone.

Problematische Inhaltsstoffe in Shampoos

Einige Hersteller haben ihren Shampoos eine Extraportion Kunststoff zugesetzt: Diese synthetischen Polymere erkennst du an den Bezeichnungen „Polymer“ oder „Polyquaternium“ im Namen des Inhaltsstoffs. Auch sie sollen kurzzeitig für Glanz sorgen, gelangen über das Abwasser aber ebenfalls in die Umwelt. Es handelt sich bei den Polymeren um wasserlösliche Kunststoffverbindungen.

Im Shampoo-Test enthalten acht Produkte flüssiges Mikroplastik, darunter das Pantene Pro-V Vita Glow Hydra Boost Shampoo. Schlecht für die Umwelt: Flüssiges Mikroplastik.

In manchen Shampoos gegen trockenes Haar stecken einige problematische Inhaltsstoffe: Das Guhl Feuchtigkeits-Aufbau Shampoo Kaktusfeigen-Öl enthält neben Silikonverbindungen und Mikroplastik auch erhöhte Mengen an krebsverdächtigen Formaldehyd/-abspalter. Dieses kann zudem die Schleimhäute stark reizen und allergische Reaktionen auslösen, so Öko-Test. Außerdem steckt auch ein bedenklicher UV-Filter im Shampoo. Ethylhexyl Methoxycinnamat steht im Verdacht wie ein Hormon zu wirken. Im John Frieda Hydrate & Recharge Shampoo steckt der UV-Filter ebenfalls.

Außerdem hat Öko-Test umstrittene halogenorganische Verbindungen gefunden: Das Iodpropinylbutylcarbamat kann Allergien auslösen und die Umwelt schädigen, erklärt Öko-Test. Eine andere halogenorganische Verbindung ist Methylchloroisothiazolinon (MIT), die im Pantene Pro-V Vita Glow Hydra Boost Shampoo steckt. Dieser Stoff ist in Kosmetik, die auf der Haut bleibt, bereits verboten. In abwaschbaren Produkten dürfen Hersteller den Stoff aber noch verwenden, kritisiert Öko-Test.

Die Vorteile von Naturkosmetik-Shampoos

Bei Öko-Test war das nur bei Naturkosmetik der Fall: Alle sieben zertifizierten Shampoos haben die Bestnote „sehr gut“ bekommen. Sie sind frei von synthetischen Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel PEGs und Silikonen. Naturkosmetik-Shampoo bleibt deshalb die erste Wahl.

Auch die Angabe „ohne Silikone“ ist kein Garant für ein umwelt­freundliches Pflegeshampoo, viele andere Pfle­gestoffe sind ebenfalls schwer abbaubar. Welche Auswirkungen das für die Umwelt hat, ist unzu­reichend erforscht.

Die besten silikonfreien Shampoos

Immer mehr Shampoos kommen mit dem Hinweis „ohne Silikon“. Doch das sagt wenig über ihre tatsächliche Pflegewirkung und erst recht nichts über die Eignung für deinen Haartyp aus.

Hier sind einige Empfehlungen:

  • Urtekram Shampoo Sensitive Scalp Shampoo: Super für Allergiker und Minimalisten! Das Haarshampoo der dänischen Naturkosmetik-Marke setzt auf eine milde Formel ohne Duftstoffe oder Silikone.
  • Cantu Feuchtigkeitsshampoo für Locken: Geeignet für Curly-Girl-Methode. Das Creme-Shampoo von Cantu ist ein wahrer Lockenprofi und streicht obendrein Mineralöl, Parabene und Alkohol von der Inhaltsstoffliste.
  • Le Petit Olivier Mizellen-Shampoo zur Tiefenreinigung: Es eignet sich für normales bis fettiges Haar und reinigt intensiv Talg, Stylingrückstände und Silikon-Reste.
  • Maria Nila Structure Repair Shampoo: Das schwedische Shampoo soll die Haarstruktur kräftigen, Frizz bändigen, Feuchtigkeit schenken und super weiches Haar verleihen.
  • Kérastase Symbiose Bain Crème Anti-Pelliculaire Anti-Schuppen Shampoo: Es ist speziell für zu Schuppen geneigte Kopfhaut gedacht und balanciert empfindliche Haut aus.
  • Sante Naturkosmetik Glanz-Shampoo: Es enthält keine Silikone, Sulfate und Parabene und verwendet ausschließlich Inhaltsstoffe in Bio-Qualität.

Ein gutes Shampoo für geschädigtes Haar hilft, die Haar­struktur zu glätten und es so leichter kämm­bar, geschmeidig und glänzend zu machen. Ihre Wirkung verdanken Repair-Shampoos - wie auch Conditioner - verschiedenen Pfle­gestoffen wie etwa Sili­konverbindungen. Ihr Nachteil: Sie sind teils biologisch schwer abbaubar.

Shampoo-Test von Stiftung Warentest

In der Juni 2020-Ausgabe von Stiftung Warentest werden zahlreiche Shampoos auf Wirkung und Umweltfreundlichkeit getestet. Neben flüssigen und festen Shampoos gibt es auch Haarseifen. Feste Shampoos sollen besser für die Umwelt sein, denn sie sparen viel Verpackungsmüll.

Im Repair-Shampoo-Test haben Friseu­rinnen für die Stiftung Warentest alle Produkte an je 20 Test­personen mit leicht bis mittel­stark geschädigtem Haar angewendet. Sie beur­teilten, wie gut sich die Produkte anwenden ließen und bewerteten die Pfle­geeigenschaften und -Wirkungen − zum Beispiel Geschmeidig­keit und Glanz des Haars nach der Anwendung.

Silikonfreie Shampoos: Wirklich besser für Umwelt und Haare? | Marktcheck SWR

Weitere Tipps für die Haarpflege

Zudem geht bei der Reizüberflutung an Angeboten in Drogeriemärkten schnell der Überblick verloren. Oftmals greift man aus Zeitgründen unüberlegt zu irgendeinem beliebigen Shampoo, welches nicht unbedingt auf die eigenen Haarbedürfnisse angepasst ist. Wer sich hingegen bei der Shampoo-Auswahl mehr Zeit nimmt und ein auf die eigene Haarstruktur angepasstes Shampoo kauft, tut seinem Haar etwas Gutes.

Mittlerweile gibt es neben dem flüssigen Shampoo auch festes Shampoo und Haarseifen. Festes Shampoo zeichnet sich dadurch aus, dass ihm Wasser entzogen und es anschließend in Form gepresst wird. Wenn es mit Wasser in Berührung kommt, funktioniert es demnach wie flüssiges Shampoo. Die Konsistenz erweist sich jedoch als etwas bröckelig. Festes Shampoo schäumt man in den Händen auf oder reibt es direkt auf die Haare.

Haarseife funktioniert ähnlich wie festes Shampoo. Hier schneiden Nutzerinnen und Nutzer im Vorhinein ein kleines Stück der Seife ab, um nicht die ganze Seife auf einmal zu verwenden. Den Rest der Seife bewahrt man in einem Seifensäckchen oder einem Kunststoffgefäß auf. Haarseife zeichnet sich vor allem durch ihre schonende Reinigung aus.

Shampoo-Arten für verschiedene Haartypen:

  • Feines oder dünnes Haar: Volumen-Shampoos wie das Batiste Heavenly verwenden, um das Haar nicht zusätzlich zu beschweren.
  • Dickes Haar: Ein Feuchtigkeitsshampoo wie das Kérastase Nutritive Bain Satin 2 verwenden, welches dem Haar ausreichend Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit verleiht.
  • Gefärbtes Haar: Ein Color-Shampoo wie das L'Oréal Serie Expert Vitamino Color Shampoo verwenden.
  • Schnell fettender Haaransatz: Produkte wie das Head & Shoulders Citrus verwenden.
  • Schuppige Kopfhaut: Feuchtigkeitsspendende Produkte mit Kokosöl verwenden.
  • Haarausfall: Produkte aus pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Arganöl oder Aloe Vera verwenden.
  • Haarbruch: Produkte mit Keratin verwenden.

Nicht jeder ist von Natur aus mit schönem, glänzendem Haar gesegnet. Wer trockenes Haar hat, muss seine Haare mit viel Feuchtigkeit versorgen. Aus diesem Grund sind Haarkuren- und Öle, die pflegende Stoffe wie Mandel- oder Arganöl enthalten, empfehlenswert.

Preisvergleich und Marken

Die Auswahl an Shampoos auf dem Markt ist vielfältig und reicht von teuren Spezialshampoos bis hin zu preisgünstigeren Drogerieprodukten. Zu den teureren Marken gehören Olaplex und Kerastase Paris. Neben diesen Produkten gibt es auch günstigere Marken aus der Drogerie, welche ebenfalls empfehlenswert sind. Zu ihnen gehören Nivea, Schauma, Pantene Pro-V, Guhl, Plantur, Sante, Garnier, Dove, Fanola, Schwarzkopf, Alpecin, Sebamed und Lavera.

Hier ist eine Tabelle mit einigen beliebten Marken und ihren Eigenschaften:

Marke Preisspanne (ca.) Besondere Eigenschaften
Olaplex 24 Euro Olaplex-Technologie, die Disulfidbindungen aufbaut
Kerastase Paris Hochpreisig Breite Produktpalette für jeden Haartyp
Nivea 2-15 Euro Günstige Drogerieprodukte
Schauma 2-15 Euro Günstige Drogerieprodukte
Pantene Pro-V 2-15 Euro Günstige Drogerieprodukte
Sante 2-15 Euro Naturkosmetik

tags: #shampoo #gegen #trockenes #haar #ohne #silikone

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen