Ein unerwünschter Lilastich in den Haaren kann schnell zum Albtraum werden - besonders, wenn das Farbergebnis anders geplant war. Ob durch ein Silbershampoo, eine Tönung oder eine missglückte Coloration verursacht: Keine Sorge, es gibt Wege, wie Sie den Lilastich wieder loswerden - sogar mit Hausmitteln.
Ein unerwünschter Lilastich kann verschiedene Ursachen haben.
Ursachen für einen Lilastich
- Blondieren: Blondiermittel enthalten oft blaue beziehungsweise violette Farbpigmente, um zu verhindern, dass die Haarpracht beim Blondieren zu gelb wird. Geht das Blondieren daneben, kann es zum gegenteiligen Effekt kommen und Ihre Haare bekommen einen Lilastich.
- Silbershampoo: Wer seine Haare blond, weiß oder grau trägt, sollte die Anschaffung eines Silbershampoos in Erwägung ziehen. Denn egal ob natürlich, gefärbt oder gesträhnt: Silbershampoo ist ein wahrer Lebensretter für besagte Haarfarben.
- Falsche Anwendung von Blondiermitteln: Fehlerhaftes Auftragen von Blondiermitteln, die in der Regel blaue bis lilafarbene Farbpigmente enthalten, kann ebenfalls zu einem Lilastich führen. Die sollen dafür sorgen, dass kein allzu gelber Farbton zustande kommt.
Was tun nach einer Blondierpanne?
Nach der Blondierpanne sollten Sie Ihre Haare auf keinen Fall gleich nochmal blondieren. Der unerwünschte Lilastich geht nach einigen Haarwäschen von allein raus. Wie viel mal Haare waschen genau nötig sind, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Lilafärbung ist. Alternativ nutzen Sie ein spezielles Tiefenreinigungsshampoos greifen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich nicht scheuen, den Frisör Ihres Vertrauens aufzusuchen. Eventuell kann Ihnen der Haarprofi eine Sofortlösung anbieten.
Hausmittel gegen den Lilastich
Ein Lilastich lässt sich auch mithilfe von Hausmitteln abschwächen:
- Zitronensaft: Zitronensaft wirkt leicht aufhellend und kann helfen, überschüssige Farbpigmente aus dem Haar zu lösen. Mischen Sie Zitronensaft mit Wasser im Verhältnis 1:2, tragen die Mischung auf das feuchte Haar auf und lassen das Ganze etwa 15 Minuten lang einwirken.
- Apfelessigspülung: Ähnlich kann auch eine Apfelessigspülung gegen den Lilastich helfen. Mischen Sie 1 Teil Apfelessig mit 3 Teilen Wasser und geben die Mischung ins Haar. Ausspülen brauchen Sie das Ganze nicht - der Geruch verfliegt nach dem Trocknen.
- Kamillentee: Die Komplementärfarbe von Lila ist Gelb. Nutzen Sie eine Spülung mit Kamillentee, um den Lilastich abzumildern. Brühen Sie die Kamillenblüten auf und lassen sie mehrere Stunden ziehen. Geben Sie die Spülung ins Haar und lassen sie 15 Minuten einwirken, bevor Sie sie ausspülen.
- Backpulver: Ist ein Missgeschick beim Färben der Haare passiert, lässt sich Backpulver einsetzen, weil es bleichend wirkt. Dazu ein Päckchen Backpulver mit lauwarmem Wasser vermischen und die Masse im trockenen Haar verteilen.
- Aspirin: Ein Hausmittel ist, einige Aspirin mit Vitamin C zu zerdrücken und mit etwas Haarspülung zu einer Paste zu verarbeiten. Das ganze wird auf das Haar aufgetragen und nach einiger Zeit gründlich ausgespült.
Silbershampoo gegen Gelbstich
Wer helle Haare hat, kennt das Problem des unliebsamen Gelbstichs, der die Mähne statt cool und glamourös plötzlich ungepflegt aussehen lässt. Gründe für den Gelbstich gibt es viele: Rotpigmente im Haar, das falsche Färbemittel, eine zu kurze Einwirkdauer, Umwelteinflüsse wie Chlor, Salzwasser oder UV-Strahlung, oder der natürliche Alterungsprozess des Haares.
Silbershampoo gegen Gelbstich ist ein spezielles Shampoo, das entwickelt wurde, um unerwünschte Gelb-, Messing oder Kupferstiche in blondem, grauem oder weißem Haar zu neutralisieren. Es enthält in der Regel violette und/oder bläuliche Farbpigmente, die das Haar entfärben oder »abmattieren«. Das Ganze funktioniert dank des Prinzips der Komplementärfarben.
Die violetten oder bläulichen Pigmente wirken als Gegenspieler zu den gelblichen und orangen Reflexen im Haar. Obwohl sie an sich keine bleichende Wirkung haben, kann eine Wäsche mit Silbershampoo das Haar heller aussehen lassen, da das Blond ohne den Gelbstich reiner und kühler wirkt. Deshalb gibt es beim Friseur nach dem Blondieren oft noch eine violette Tönung. Silbershampoo ist eine einfachere und günstigere Methode, zuhause zwischendurch einen ähnlichen Effekt zu erzielen.
Inhaltsstoffe von Silbershampoos
- Farbstoffe: Für den entfärbenden bzw. ausgleichen Effekt in Silbershampoos sind die enthaltenen Farbpigmente verantwortlich, meist violett, blau oder eine Kombination aus beidem. Üblicherweise erkennt man sie in der Liste der Inhaltsstoffe an den Begriffen Acid Violet 34 oder CI 60730. Die Konzentration der enthaltenen Pigmente kann je nach Produkt stark variieren: Manche Silbershampoos sind durchsichtig und haben nur einen ganz dezenten Lilastich, während andere fast Schwarz aussehen. Bei manchen Shampoos sind zudem Glanzpigmente zugesetzt, sodass das Shampoo lila schimmert.
- Silikone: Wie bei herkömmlichen Shampoos gibt es auch bei Silbershampoos solche mit und ohne Silikone. Und wie bei allen anderen Shampoos auch umhüllen die Silikone im Silbershampoo die Haare, machen sie kämmbarer und glatter und lassen sie glänzender und gesünder aussehen. Der Nachteil: Da einige Silikone sich nicht so einfach auswaschen lassen, sondern sich auf Dauer auf dem Haar anreichern, können sie das Haar beschweren und kraftlos oder stumpf werden lassen.
- Tenside: Die meisten Silbershampoos in unserem Test enthalten Sodium Laureth Sulfate (SLES) als Haupttensid. Obwohl es auch SLES-freie Silbershampoos auf dem Markt gibt, sind diese Produkte eher selten. Sodium Laureth Sulfate hat die Funktion, Schmutz und Öl von Haar und Kopfhaut zu entfernen und bildet einen reichhaltigen Schaum. Das in verschiedensten Kosmetika weitverbreitete Tensid hat einen äußerst schlechten Ruf, da es die Haut austrocknen und Reizungen hervorrufen kann.
SILVER SHAMPOO - 6 TIPPS bei der Anwendung von No-Yellow Shampoo!
Anwendung von Silbershampoo
Grundsätzlich wird Silbershampoo wie ein normales Shampoo verwendet und einfach auf die nassen, ungewaschenen Haare aufgetragen. Anschließend aufschäumen, einmassieren und für einen stärkeren Effekt einwirken lassen - je nach Hersteller lautet die Empfehlung zwei bis zehn Minuten. Anschließend das Silbershampoo ausspülen und die Haare wie gewohnt trocknen und stylen. Wer mag, kann den Effekt noch mit passenden Conditionern und Haarmasken intensivieren. Auch mit einem anfänglichen häufigeren Einsatz von Silbershampoo kann das Ergebnis optimiert werden.
Empfehlenswerte Silbershampoos
Hier sind einige Silbershampoos, die im Test gut abgeschnitten haben:
- Langhaarmädchen Shampoo Silver Blonde: Tolle Pigmentierung, tolle Inhaltsstoffe, toller Preis - unser Testsieger! Das Silbershampoo mit Lavendelöl und Pfingstrose-Extrakt macht die Haare wunderschön weich - und das ganz ohne Silikone.
- Fanola No Yellow Shampoo: Beim Fanola No Yellow Shampoo ist der Name Programm: Gelbe Reflexe im Haar haben keine Chance! Das Silbershampoo hat mit Abstand die stärkste Violettpigmentierung im Test und wirkt intensiver als alle anderen Shampoos.
- Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo: Für alle, die mit Silbershampoos aufgrund der oft aggressiven Tenside in der Vergangenheit Probleme hatten, ist das Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo auf jeden Fall einen Versuch wert. Als eines der wenigen enthält das Silbershampoo kein SLS/SLES.
- Olaplex Nº4P Blonde Enhancer Toning Shampoo: Das stylishe Olaplex Nº4P Blonde Enhancer Toning Shampoo hält, was viele Influencer versprechen: Es reinigt mild, hat ordentlich Farb-Power und dabei nur wenige Nachteile.
Zusätzliche Tipps
- Verwenden Sie Silbershampoo nicht bei jeder Haarwäsche: Das bedeutet im Umkehrschluss: Verwenden Sie ein Shampoo oder eine Spülung mit violetten Farbpigmenten zur Vorbeugung eines Gelbstichs am besten nicht bei jeder Haarwäsche, sondern im Wechsel mit einem normalen Shampoo. So vermeiden Sie, dass sich zu viele Farbpigmente im Haar festsetzen.
- Achten Sie auf die Einwirkzeit: Je nach gewünschtem Effekt für 1-5 Minuten. „Überzieht man die Einwirkzeit, kann das Haar einen Grau- oder sogar Lila-Stich bekommen“, weiß Friseurin Merret Pass.
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