Shampoo gegen erblichen Haarausfall im Test: Was hilft wirklich?

Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, das viele Menschen im Laufe ihres Lebens betrifft. Dabei ist es normal, täglich eine gewisse Menge an Haaren zu verlieren. Wenn der Haarausfall jedoch übermäßig wird und die Haare zunehmend dünner erscheinen, kann dies zu erheblichem emotionalem Stress führen. Viele Shampoos gegen Haarausfall versprechen schnelle Hilfe, aber ist das wirklich möglich? Dieser Artikel beleuchtet die Wirksamkeit verschiedener Shampoos und Inhaltsstoffe, um Ihnen bei der Wahl des richtigen Produkts zu helfen.

Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich? Etwa hundert Haare verlieren wir täglich, das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Gegen den Kahlschlag auf dem Kopf versprechen viele Mittel Abhilfe. Doch wirklich hilfreich sind nur wenige.

Der Testsieger: Regaine Frauen mit Minoxidil

Laut Stiftung Warentest helfen bei erblich bedingtem Haarausfall nur die Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil. Während Produkte mit Finasterid verschreibungspflichtig sind, können Sie welche mit Minoxidil auch im Handel kaufen - wie die von Regaine.

Regaine Frauen ist keine typische Shampoo, sondern eine Lösung mit dem Wirkstoff Minoxidil, der in der Lage ist, den Haarwuchs zu stimulieren und den Haarausfall zu verlangsamen. Diese Lösung tragen Sie direkt auf die Kopfhaut auf. Sie zielt darauf ab, die Haarfollikel zu reaktivieren.

Besonders bei Frauen, die unter erblich bedingtem Haarausfall leiden, zeigt sich Regaine als wirkungsvolle Unterstützung. Ein entscheidender Punkt ist jedoch, dass es nur wirkt, wenn Sie es konsequent über mehrere Monate hinweg anwenden. Brechen Sie ab, lässt der Effekt nach.

Falls Sie Regaine Frauen über einen längeren Zeitraum anwenden möchten, sprechen Sie am besten mit einem Hautarzt oder einer Hautärztin.

Was sind die besten Shampoos gegen Haarausfall?

Wichtig: Es gibt kein freiverkäufliches Shampoo, das nachhaltig gegen erblich bedingten Haarausfall wirkt. Es ist bedeutsam zu verstehen, dass die Wirkung begrenzt ist: Sie stärken das Haar von außen und fördern die Gesundheit der Kopfhaut. Daher sollten Sie Shampoos gegen Haarausfall nur als Teil einer umfassenden Pflege- und Gesundheitsstrategie betrachten.

Hier sind einige der besten Shampoos gegen Haarausfall, die auf dem Markt erhältlich sind:

1. Vichy Dercos: Stimulierendes Shampoo mit Aminexil

Vichy Dercos setzt auf den bewährten Wirkstoff Aminexil, der das Absterben der Haarwurzel verhindern soll. Durch die Stärkung der Haarfaser wird der Haarverlust reduziert. Anwender berichten von einem kräftigeren Haargefühl und einer verbesserten Haarstruktur.

Die Grenze des Produkts liegt darin, dass es vor allem bei fortgeschrittenem Haarausfall unterstützend wirkt, jedoch keine alleinige Lösung ist.

2. Plantur 39 Phyto-Coffein-Shampoo: Stärkung mit Koffein

Plantur 39 ist speziell für Frauen ab 40 Jahren konzipiert, deren Haarausfall hormonell bedingt ist - besonders in den Wechseljahren. Mit seinem Phyto-Koffein-Komplex zielt es darauf ab, die Haarwurzeln zu stärken und die Wachstumsphasen des Haares zu verlängern. Für jüngere Frauen eignet sich Plantur 21.

Beachten Sie: Bei anderen Ursachen wie genetischem Haarausfall, Stress oder ernährungsbedingtem Mangel zeigt Plantur 39 möglicherweise weniger Wirkung.

Immer wieder tauchen im Internet Sicherheitsbedenken hinsichtlich einer möglichen krebserregenden Wirkung hinsichtlich Plantur 39 auf. Sie sind aber unbegründet, da keine wissenschaftlichen Beweise dafür existieren.

3. Alpecin Coffein-Shampoo C1: Präventive Wirkung

Alpecin Shampoos sind ebenfalls für ihre koffeinhaltige Formel bekannt, die die Durchblutung der Kopfhaut anregen soll. Dies kann dazu beitragen, den Haarverlust zu reduzieren und das Haarwachstum zu fördern.

Während Alpecin häufig bei Männern zum Einsatz kommt, profitieren auch Frauen von seiner präventiven Wirkung. Wie bei vielen Produkten hängt die Wirksamkeit jedoch stark von der individuellen Haar- und Kopfhautsituation ab. Während viele Nutzer von positiven Ergebnissen berichten, gibt es begrenzte wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit von Koffein bei der Behandlung von Haarausfall umfassend belegen.

4. Kérastase Specifique Bain Prévention: Hilfe mit Basilikumextrakt

Kérastase Specifique Bain Prévention ist darauf ausgelegt, die Kopfhaut zu stimulieren und das Haarwachstum zu fördern. Der enthaltene Basilikumextrakt hat sich als wirksames Hausmittel gegen hormonell bedingten Haarausfall bewährt, da es die Umwandlung von Testosteron in das sogenannte DHT-Hormon blockieren kann. Dadurch, dass weniger DHT produziert wird, können sich die Haarwurzeln regenerieren und gesünder wachsen.

Das Shampoo ist deshalb besonders geeignet für diejenigen, die nach einer sanften, aber effektiven Lösung suchen, um den Haarausfall zu reduzieren und die Kopfhaut zu pflegen. Aber auch hier gilt: Es gibt begrenzte wissenschaftliche Beweise für die Effektivität von Basilikumextrakt bei jeder Form von Haarausfall. Zudem sind oft längere Anwendungszeiträume notwendig, um Ergebnisse zu sehen.

Übrigens: Sägepalmenextrakt hat einen ähnlichen Effekt wie Basilikumextrakt.

SEBAMED ANTI-HAARVERLUST SHAMPOO – Das BESTE Mittel gegen Haarausfall? | SHAMPOOSCHAU – GREY YOUNG

Welche Inhaltsstoffe im Shampoo helfen gegen Haarausfall?

Es gibt verschiedene Inhaltsstoffe, die in Shampoos gegen Haarausfall enthalten sind und unterschiedliche Wirkungen haben:

Minoxidil

  • Wirkung: Minoxidil ist ein Mittel, das direkt auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Es erweitert die Blutgefäße, verbessert die Durchblutung der Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase der Haare. Es ist sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet und kann den Haarausfall verlangsamen sowie neues Haarwachstum anregen.
  • Grenzen: Die Wirkung von Minoxidil zeigt sich oft erst nach mehreren Monaten der Anwendung und hält nur so lange an, wie das Mittel regelmäßig angewendet wird. Nach dem Absetzen kann der Haarausfall zurückkehren. Einige Nutzer berichten von Nebenwirkungen wie Hautreizungen oder unerwünschten Haarwuchs an anderen Körperstellen.

Koffein

  • Wirkung: Koffein ist bekannt dafür, die Durchblutung der Kopfhaut zu fördern und die Haarfollikel zu stimulieren. Es kann den Wachstumszyklus der Haare verlängern und so Haarausfall entgegenwirken.
  • Grenzen: Die Wirkung von Koffein ist oft oberflächlich und kann bei tief verwurzelten Ursachen des Haarausfalls wie genetischen Faktoren nur bedingt helfen. Zudem ist die Konzentration in Shampoos häufig niedrig, was die Effektivität einschränkt.

Biotin (Vitamin B7)

  • Wirkung: Biotin unterstützt die Keratinbildung, ein essenzieller Bestandteil der Haarstruktur. Es kann helfen, das Haar zu stärken und brüchige Haare zu reduzieren.
  • Grenzen: Während Biotin Mangelerscheinungen im Haarwachstum behebt, zeigt es bei erblich bedingtem Haarausfall weniger Wirkung. Zudem sind viele Menschen bereits ausreichend mit Biotin versorgt, sodass eine zusätzliche Einnahme oft keinen Unterschied macht.

Keratin

  • Wirkung: Als Hauptbestandteil der Haare sorgt Keratin für Elastizität und Festigkeit. Es kann geschädigtes Haar reparieren und vor äußeren Einflüssen schützen.
  • Grenzen: Keratin wirkt hauptsächlich auf der Haaroberfläche und hat keine direkte Wirkung auf die Haarwurzel oder das Haarwachstum. Es verbessert eher das Aussehen als dass es die eigentlichen Ursachen des Haarausfalls bekämpft.

Aminexil

  • Wirkung: Aminexil hilft, die Verhärtung des Kollagens um die Haarwurzel herum zu verhindern, wodurch das Haar besser verankert bleibt. Es kann so den Haarausfall verlangsamen.
  • Grenzen: Die Wirkung von Aminexil ist vor allem bei frühem oder leichtem Haarausfall sichtbar. Bei fortgeschrittenem Haarausfall oder genetischen Ursachen kann es weniger effektiv sein.

Sägepalmen- und Basilikumextrakt

  • Wirkung: Der Extrakt sowohl von Sägepalme als auch Basilikum hemmt wie oben beschrieben die Bildung von DHT, einem Hormon, das Haarausfall fördert. Dadurch kann es helfen, hormonell bedingten Haarausfall zu reduzieren.
  • Grenzen: Die Wirksamkeit variiert stark zwischen Individuen und es gibt begrenzte wissenschaftliche Beweise für seine Effektivität bei jeder Form von Haarausfall. Zudem sind oft längere Anwendungszeiträume notwendig, um Ergebnisse zu sehen.

Taurin

  • Wirkung: Taurin ist eine Aminosäure, die als Antioxidans wirkt und bekannt dafür ist, das Haar zu stärken und seine Struktur zu verbessern. Es kann helfen, die Haarfollikel zu schützen und den Haarverlust durch äußere Einflüsse zu minimieren. Taurin wird oft in Kombination mit anderen Inhaltsstoffen in Haarpflegeprodukten verwendet, um deren Wirksamkeit zu erhöhen.
  • Grenzen: Obwohl Taurin zur Stärkung des Haares beitragen kann, gibt es begrenzte wissenschaftliche Beweise für seine Wirksamkeit bei der Behandlung von Haarausfall. Es sollte als Teil eines umfassenden Ansatzes zur Haarpflege betrachtet werden und nicht als alleiniges Mittel gegen Haarausfall.

Wann spricht man von Haarausfall?

Fallen über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare aus, spricht man von Haarausfall. In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, um die mögliche Ursache für den Haarverlust zu finden.

Die Ursachen für Haarausfall sind nämlich vielfältig: Von genetischen Veranlagungen über hormonelle Veränderungen bis hin zu Stress und unausgewogener Ernährung gibt es zahlreiche Auslöser. Frauen sind oft von hormonell bedingtem Haarausfall betroffen, der durch Schwangerschaft, Wechseljahre oder hormonelle Störungen hervorgerufen werden kann.

Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen. Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil.

Wie wirkt Minoxidil?

Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet. Denkbar ist auch, dass die Neubildung von Blutgefäßen gefördert wird, wodurch diese durchlässiger werden und mehr Wachstums- Faktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute.

Frauen sprechen nach diesen Ergebnissen besser auf den Wirkstoff an, bei ihnen genügen schon geringere Mengen an Minoxidil. Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an. Ein kosmetisch akzeptables Ergebnis findet sich allerdings nur bei etwa 10 bis 20 von 100 Behandelten. Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein.

Über eine Langzeitbehandlung (Zeiträume von mehr als einem Jahr) liegen keine aussagekräftigen Daten vor.

Bei etwa einem von hundert Behandelten kann die Haut an der Stelle, an der das Mittel aufgetragen wurde, jucken, schuppen, sich röten oder entzünden.

Minoxidil kann sich eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist. Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Bei bis zu einem von 1000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (zum Beispiel im Gesicht).

Minoxidil darf bei Männern nur im Alter zwischen 18 und 49 Jahren angewendet werden.

Minoxidil wird auch als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Wenn Sie es dafür bereits angewendet und nicht vertragen haben, sollten Sie es auch als Haarwasser nicht einsetzen.

Wie wirkt 17-alpha-Estradiol?

17-alpha-Estradiol gehört zu den Östrogenen, wirkt aber nur sehr schwach hormonell. Es hemmt vielmehr das Enzym 5-alpha-Reduktase. Durch dieses entsteht aus dem männliche Geschlechtshormon Testosteron das wirksamere Dihydrotestosteron. Dieses ist bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden und kann den Haarwuchs an den Haarwurzeln behindern und so Haarausfall fördern.

Bisher ist die therapeutische Wirksamkeit von 17-alpha-Estradiol bei Haarausfall aber nicht ausreichend nachgewiesen. Die Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb wenig geeignet. Der Alkoholanteil in dem Haarwasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut sich rötet und brennt. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sollten Sie die Mittel nicht anwenden.

Weitere Shampoos gegen Haarausfall im Überblick

Hier ist eine Tabelle mit einigen der beliebtesten Shampoos gegen Haarausfall und ihren wichtigsten Eigenschaften:

Shampoo Hauptwirkstoffe Geeignet für Besondere Eigenschaften
Plantur 21 Nutri-Coffein Shampoo Koffein, Biotin, Mineralstoffe Frauen Stimuliert und stärkt die Haarstruktur
Alpecin Coffein Shampoo C1 Koffein, Niacinamid, Panthenol Männer Wirkt gegen erblich bedingten Haarausfall
Rosmarin-Shampoo Rosmarin, Panthenol, Arganöl, Urea, Allantoin, Biotin Frauen und Männer Feuchtigkeitsversorgung und Pflege der Kopfhaut
Priorin Shampoo Panthenol, Hirseextrakt, Cystin Frauen und Männer Stärkt die Haarstruktur und verhindert Haarbruch
Vichy Dercos Vital Anti-Haarverlust Shampoo Aminexil, Panthenol, Vitamin B6 Frauen und Männer Mehr Volumen und gegen fettenden Ansatz
Kérastase Hydra-Fortifiant Biotin Frauen Extra für feines und dünner werdendes Haar
Typology - Verdichtendes Pflegeshampoo Koffein, Acetyltetrapeptid-3 Frauen und Männer Für empfindliche Kopfhaut
Sebamed Anti-Haarverlust Shampoo Coffein, Ginkgo Biloba Frauen und Männer Regt die Durchblutung in der Kopfhaut an

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit von Shampoos gegen Haarausfall von Person zu Person variieren kann. Es ist ratsam, verschiedene Produkte auszuprobieren und die Inhaltsstoffe zu berücksichtigen, um das beste Shampoo für Ihre individuellen Bedürfnisse zu finden.

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