Die Haarporosität ist ein Schlüssel zur optimalen Haarpflege, denn wenn ihr versteht, wie eure Haare ticken, könnt ihr sie viel besser pflegen. Also, seid gut zu euren Haaren, sie werden es euch danken! Die Haarporosität entscheidet darüber, welche Pflegeprodukte für euch geeignet und eher ungeeignet sind. Deswegen solltet ihr diese nicht nur mithilfe des Wasserglas-Tests bestimmen, sondern eure Pflegeroutine anschließend auch entsprechend des Ergebnisses anpassen. Denn nur dann könnt ihr euch langfristig über gesunde und glänzende Haare freuen.
Die Haarporosität beschreibt, wie aufnahmefähig eure Haare für Feuchtigkeit und Pflegeprodukte sind. Das hängt alles von der äußeren Schicht eurer Haare ab, der sogenannten Kutikula. Stellt euch vor, die Kutikula sind wie kleine Schuppen auf einem Fisch - sie können sich öffnen und schließen.
Ihr seid neugierig geworden und wollt nun eure Haarporosität testen? Da haben wir einen Trick - den Wasserglas-Test. Ihr braucht nichts weiter als ein Glas Wasser und ein Haar. Zuerst findet ihr dafür ein sauberes Haar zum Testen: „Ihr nehmt am besten die Haare, die vorher gewaschen wurden. Ich empfehle immer die Haare, die ausfallen oder raus rutschen, wenn die Haare schamponiert sind, bevor man die Spülung aufträgt. Einfach einige Haare vom Boden der Dusche nehmen, aufheben und - nachdem die getrocknet sind - sie dann in Glas Wasser zu geben. Dann könnt ihr schauen, wieviel Wasser diese aufsaugen.”, sagt der Friseur Dominik Tjumen im Interview mit rtl.de.
„Es kann auch sein, dass Teile des Haares nach unten absinken und andere Teile oben bleiben. Das kann auch durch die Haarpflege zustande kommen. Günstigerweise solltet ihr das Haar wirklich gut reinigen, bevor ihr den Test macht”, betont der Friseur. Sind eure Haare weder gefärbt, noch blondiert, sollten sie eigentlich immer oben an der Wasserfläche bleiben. Sinken sie ab deutet das laut Tjumen auf Haarschädigungen durch Hitze oder mechanische Belastungen, wie strenge Zöpfe, hin. Eure Haare sind gefärbt oder blondiert und schwimmen trotzdem oben? „Dann macht ihr einfach relativ viel richtig mit Ihrer Haarpflege und solltet die nicht verändern”, sagt Tjumen.
Laut Wasserglas-Test haben eure Haare eine geringe Porosität? Dann könnt ihr laut Tjumen eure Haarpflege genauso beibehalten. „Solltet ihr mit dem Haargefühl nicht zufrieden sein, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr einfach ein bisschen mehr Feuchtigkeit braucht”, sagt er und empfiehlt eine eher einfache Haarwasch-Routine: „Ihr nehmt ein Shampoo, was abgestimmt ist auf die Bedürfnisse eurer Kopfhaut. Gut geeignet ist ein leichtes Feuchtigkeitsshampoo. Danach verwendet ihr einen feuchtigkeitsspendenden Conditioner und einmal in der Woche eine Haarmaske.” Zusätzlich empfiehlt Tjumen einen Hitzeschutz, sowie einen Leave-in-Conditioner. „Für Haare mit wenigen Bedürfnissen, reicht das. Alles was dann on top kommt, sollte euch nur das Styling erleichtern”, sagt er.
Ihr habt Haare mit mittlerer Porosität? Dann seid ihr echte Glückspilze. Denn, in der Welt der Haarpflege seid ihr das, was manche als „Goldlöckchen” bezeichnen würden - nicht zu porös, nicht zu undurchdringlich, einfach genau richtig. Aber natürlich habt ihr trotzdem auch eure eigenen Herausforderungen. „Bei einer mittlere Porosität, mache ich immer davon abhängig, wie die Haarstruktur ist. Wenn ihr eine wellige oder eine lockige Struktur habt, wird es in der täglichen Pflege immer eher auf Richtung Feuchtigkeit gehen, um das Haar beweglich zu halten und dann einmal in der Woche wirklich mit einer intensiven Pflege daran gehen und dann das Protein da reinbringen”, betont der Friseur.
Bei glatten Haaren sieht das schon wieder anders aus: „Ich würde ein Shampoo, Conditioner und Maske mit 50 Prozent Protein und 50 Prozent Feuchtigkeit nehmen. Wichtig ist, dass die Haare dann entweder einmal in der Woche wirklich richtig viel Protein sehen und den Rest der Zeit Feuchtigkeit, oder aber die ganze Zeit über immer Proteine und eine Feuchtigkeitsmaske gleichermaßen”, sagt Tjumen.
Eure Haare sind quasi eine offene Tür für alles - sie lassen Feuchtigkeit schnell rein, aber auch genauso schnell wieder raus. Deshalb ist es wichtig, ihnen ein bisschen extra Liebe zu schenken. „Bei einer bei hohen Porosität kommt es immer drauf an: Ist es quasi jetzt gerade ein akuter Notfall? Heißt, du hast dir die Haare blondiert und die fühlen sich an wie Gummi oder die Haarstruktur hat nach der letzten Behandlung rapide abgenommen? Dann würde ich dazu raten erstmal eine Keratin-Behandlung zu machen” sagt Tjumen. Dabei handelt es sich um eine Pflegebehandlung mit sehr viel Protein, Keratin oder Aminosäuren. „Ie mehr Protein irgendwo drin ist, desto weniger Feuchtigkeit gibt das Ganze. Das heißt, das Haargefühl wird irgendwann sehr fest werden. Aber um von diesem gummiartigen Zustand zu einem normalen Haargefühl zurückzukommen, brauchst du Festigkeit”, erläutert er. Irgendwann sollten sich eure Haare aber wieder normal anfühlen.
Wenn ihr hochporöse Haar habt, solltet ihr dem Friseur zufolge schon vor der Haarwäsche anfangen, die Haare vorher mit Öl zu versiegeln, bevor die überhaupt nass werden. „Wenn ihr eine Haarpflegereihe verwendet, wo es ein Pre-Shampoo gibt, dann verwendet ihr auf jeden Fall das und dann shampooniert ihr”, sagt er. Es kann allerdings sein, dass eure Haare dann schneller fettig werden. „Bei einer hohen Porosität würde ich wirklich komplett auf Protein oder Bonding-Optionen gehen”, betont Tjumen.
Die Porosität bestimmt, wie gut dein Haar Feuchtigkeit aufnimmt, speichert und wieder abgibt. Porosität ist ein zentraler Faktor für die Wahl der richtigen Haarpflege. Sie beschreibt den Zustand der äußeren Schuppenschicht (Cuticula) des Haares - also wie durchlässig das Haar für Wasser, Pflegewirkstoffe und Stylingprodukte ist. Man unterscheidet drei Porositätsstufen: niedrige, normale und hohe Porosität.
Die jeweilige Porosität ist entweder genetisch bedingt oder entwickelt sich durch äußere Einflüsse wie intensive Sonneneinstrahlung, häufiges Hitzestyling, Blondierungen oder chemische Behandlungen. Auch mechanische Belastung, etwa durch häufiges Kämmen im nassen Zustand, kann die Cuticula schädigen und die Porosität erhöhen. Wer seine Porosität kennt, kann Pflege gezielt darauf abstimmen - denn nur wenn die Wirkstoffe dort ankommen, wo sie gebraucht werden, entfaltet Haarpflege ihr volles Potenzial.
| Porosität | Beschreibung | Merkmale | Pflegehinweise |
|---|---|---|---|
| Niedrige Porosität | Die äußere Schuppenschicht (Cuticula) liegt eng und geschlossen an. |
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| Normale Porosität | Die Schuppenschicht des Haares ist leicht geöffnet. |
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| Hohe Porosität | Die äußere Schuppenschicht (Cuticula) steht geöffnet oder ist beschädigt. |
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