Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich? Etwa hundert Haare verlieren wir täglich, das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Gegen den Kahlschlag auf dem Kopf versprechen viele Mittel Abhilfe. Doch wirklich hilfreich sind nur wenige. Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet.
Das ernüchternde Ergebnis: Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen. Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil.
Ein Haarserum ist ein leichtes Leave-in, das entweder auf der Kopfhaut oder in den Längen wirkt. Anders als Shampoo oder Conditioner verbleibt es im Haar und arbeitet gezielt. Im Vergleich zu Haaröl ist es dünnflüssiger, zieht schneller ein und lässt sich punktgenau dosieren.
Die Wirkung hängt von den Inhaltsstoffen ab:
Damit lässt sich das richtige Serum nach Bedarf auswählen: zur Kopfhautpflege, für Styling-Kontrolle oder für extra Pflege der Spitzen.
Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet. Denkbar ist auch, dass die Neubildung von Blutgefäßen gefördert wird, wodurch diese durchlässiger werden und mehr Wachstums-Faktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute.
Frauen sprechen nach diesen Ergebnissen besser auf den Wirkstoff an, bei ihnen genügen schon geringere Mengen an Minoxidil. Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an.
Ein kosmetisch akzeptables Ergebnis findet sich allerdings nur bei etwa 10 bis 20 von 100 Behandelten. Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein.
Über eine Langzeitbehandlung (Zeiträume von mehr als einem Jahr) liegen keine aussagekräftigen Daten vor.
Bei etwa einem von hundert Behandelten kann die Haut an der Stelle, an der das Mittel aufgetragen wurde, jucken, schuppen, sich röten oder entzünden. Minoxidil kann sich eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist.
Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Bei bis zu einem von 1000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (zum Beispiel im Gesicht).
Minoxidil darf bei Männern nur im Alter zwischen 18 und 49 Jahren angewendet werden. Minoxidil wird auch als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Wenn Sie es dafür bereits angewendet und nicht vertragen haben, sollten Sie es auch als Haarwasser nicht einsetzen.
Wie wirkt der Wirkstoff? 17-alpha-Estradiol gehört zu den Östrogenen, wirkt aber nur sehr schwach hormonell. Es hemmt vielmehr das Enzym 5-alpha-Reduktase. Durch dieses entsteht aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron das wirksamere Dihydrotestosteron.
Dieses ist bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden und kann den Haarwuchs an den Haarwurzeln behindern und so Haarausfall fördern. Bisher ist die therapeutische Wirksamkeit von 17-alpha-Estradiol bei Haarausfall aber nicht ausreichend nachgewiesen. Die Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb wenig geeignet.
Der Alkoholanteil in dem Haarwasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut sich rötet und brennt. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sollten Sie die Mittel nicht anwenden.
Power für die Haarwurzeln: Shampoos mit Koffein gegen Haarausfall regen nach etwa 2 Minuten Einwirkzeit die Durchblutung an, funktionieren aber in der Regel nur richtig in Kombination mit koffeinhaltigen Haarwassern.
Denn erst die Tinktur vermag es, tiefere Schichten der Kopfhaut zu durchbluten, sodass noch aktive Follikel kräftigere Haare produzieren können, wodurch ein fülligeres Haarbild entsteht. Leider trocknen viele Tonics die Kopfhaut aus. Nicht so das neue "Hybrid Coffein Liquid" von Alpecin, das eine bereits irritierte, juckende Kopfhaut sogar beruhigt und wieder in Balance bringt.
In unserem Haarserum-Test haben wir unterschiedliche Formeln verglichen. Vom Kopfhaut-Serum bis zum Stylingprodukt.
Hier eine Tabelle mit einigen der getesteten Haarseren und ihren Eigenschaften:
| Produkt | Hauptwirkstoffe | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|
| The Ordinary Multi-Peptide Serum for Hair Density | Koffein, Peptide, Pflanzenextrakte | Kopfhautpflege für mehr Fülle |
| Aveda Invati Advanced Scalp Revitalizer | Pflanzliche Inhaltsstoffe | Naturkosmetik, unterstützt das Haarbild |
| Genesis Homme Serum | - | Für Männer, stärkt das Haar, gegen Haarausfall |
| M2 Beauté Hair Activating Serum | - | Pflegende und stimulierende Inhaltsstoffe |
| Dr. Balwi Hair Serum | - | Wissenschaftlich positionierter Ansatz |
| Aesop Tame Hair Serum | - | Minimalistischer Luxus, pflegt und bändigt |
| Revlon Brightastic Serum | - | Glanz und Kontrolle, günstiger Preis |
| Olaplex No. 9 | - | Styling mit Pflege |
| Elvital Hydra Hyaluronic Serum | Hyaluronsäure | Feuchtigkeit und Kämmbarkeit, günstig |
| Wella Elements Calming Serum | - | Für sensible Kopfhaut, silikonfrei |
Das Leave-in-Produkt ist unkompliziert in der Anwendung, doch die richtige Vorgehensweise hängt von der Art des Serums und von der Formulierung ab, z. B. ob es ein Kopfhaut- oder Längen-Serum ist. Wichtig: Unbedingt die Hinweise auf dem Produkt oder der Verpackung beachten, da nicht jedes Serum gleich angewendet wird.
Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Haarserum-Anwendung:
Viele Haarseren setzen auf Wirkstoffe wie Koffein, Peptide oder spezielle Komplexe (z. B. Aminexil), die die Kopfhaut stimulieren und das Haar kräftiger wirken lassen können. In Laborversuchen zeigte Koffein einen stimulierenden Effekt auf Haarfollikel, und auch Aminexil kann das Verhältnis zwischen Wachstums- und Ruhephasen der Haare positiv beeinflussen.
Wichtig ist eine realistische Erwartung. Kosmetische Haarseren können das Haarbild verbessern, ersetzen aber keine medizinische Behandlung. Wer das Gefühl hat, unter echtem Haarverlust zu leiden, sollte die Ursachen - etwa erblich bedingte Faktoren, Nährstoffmangel, Stress oder auch mechanische Belastung - ärztlich abklären lassen. Erst dann lässt sich entscheiden, ob kosmetische Pflege genügt oder ob medizinische Wirkstoffe wie Minoxidil (frei verkäuflich) oder verschreibungspflichtige Präparate in Betracht kommen.
Die Stiftung Warentest hat kein Haarserum direkt geprüft, verweist aber darauf, dass nur Minoxidil als wirksames Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall gilt - ein wichtiger Unterschied zu einem kosmetischen Haarserum.
Es pflegt gezielt Kopfhaut oder Längen, sorgt für Glanz, weniger Frizz und kann das Haar optisch voller wirken lassen. Medizinische Effekte sind jedoch nicht zu erwarten.
Kopfhaut-Seren können täglich angewendet werden, Seren für die Längen nach jeder Haarwäsche; am besten die Herstellerangaben beachten.
Kosmetische Seren können das Haar kräftiger erscheinen lassen. Wer echten Haarverlust vermutet, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen, bevor eine gezielte Behandlung gewählt wird.
Selten kann es zu Hautreizungen oder Unverträglichkeiten kommen, etwa durch Duftstoffe oder Alkohol.
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