Selbstbildnisse mit offenem Haar: Eine Analyse von Elisabeth Vigée Le Brun und Frida Kahlo

Selbstbildnisse sind ein faszinierendes Genre der Kunstgeschichte, das Künstlern ermöglicht, sich selbst zu erforschen und ihre Identität auszudrücken. Zwei bemerkenswerte Künstlerinnen, Elisabeth Vigée Le Brun und Frida Kahlo, haben dieses Medium auf einzigartige Weise genutzt, um ihre inneren Welten und äußeren Erfahrungen darzustellen.

Elisabeth Vigée Le Brun: Zwischen Rokoko und Revolution

Elisabeth Vigée Le Brun (1755 - 1842) war eine gefeierte Künstlerin des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, bekannt als Hofmalerin Marie Antoinettes und Mitglied der Akademie. Ihr Leben war geprägt von Talent, Erfolg und den Umwälzungen der Französischen Revolution.

Das ovale Porträt „Femme à la robe rouge“, das 2021 bei Christie’s Paris versteigert wurde, ist eine Sensation. Es zeigt Vigée Le Brun in einem roten Kleid, mit offenem Haar und einem kleinen Lächeln in den Augen. Dieses Selbstbildnis, datiert auf etwa 1789, fängt einen Moment der Unsicherheit und Verletzlichkeit ein, während sie vor den Revolutionswirren nach Italien flieht.

Die Nasenspitze, die großen graublauen Augen und der kleine, geschwungene Mund sind unverkennbar. Sie war das It-Girl des Rokoko. Vigée Le Brun galt als frei zu einer Zeit, als Freiheit nur für wenige galt - und schon gar nicht für Frauen? „Doch!“ begehrte sie noch als 80jährige auf, „im Ancien régime herrschten die Frauen - und das Talent.“ Vigée Le Brun bleibt Monarchistin, und war doch revolutionär. In ihrer Kunst, aber vor allem in ihrem Leben.

Ihre Modelle schauen den Betrachter an - schelmisch, maliziös, amüsiert, abgeklärt, herausfordernd. Ein Dialog entspinnt sich, wird zu Interesse, zu Sympathie - zum Flirt über die Jahrhunderte hinweg. Die Lehren der Aufklärung, Rousseaus Ruf „Zurück zur Natur“ klingen in ihren Bildern. Aber es ist eine kunstvoll inszenierte Natürlichkeit, un désordre savant wie ihre wilden Locken, wie das zufällig von der Schulter gleitende Negligé, wie die hauchfeinen Voiles, die ein Luftzug hebt… Und sie wäre nicht das Kind ihrer Zeit, malte sie nicht knisternde Spitze, Seide, Pelz, Federn und nackte Haut, so fein wie der Samt auf Schmetterlingsflügeln. Malerei als Flirt. Sie lässt Fuchsrot mit kühlem Blau und Violett kokettieren, schlägt samtig dunkle Akkorde und immer wieder perlmuttzarte, lichtblau-ätherische Töne an.

Vigée Le Brun war eine Meisterin der Inszenierung, die es verstand, Natürlichkeit und Eleganz zu verbinden. Ihre Selbstbildnisse zeigen eine Frau von großer Schönheit, Intelligenz und Talent, die sich ihrer Wirkung auf andere bewusst war.

So berühmt wie eine Generation vor ihr nur die große Pastellmalerin Rosalba Carriera, reist sie nach ihrer Flucht um die Welt, nach Rom, Neapel und Florenz, nach Wien, dann nach Russland, kehrt erst 1801 unter der Herrschaft Napoléons nach Paris zurück und nimmt doch ihr Wanderleben wieder auf, fährt nach Berlin, London, porträtiert Könige und Künstler - und die berühmtesten Damen ihrer Zeit. Über 600 Bildnisse hat sie im Lauf ihrer langen Karriere gemalt, „und doch konnte ich, da ich meine Kunst ebenso liebte wie mein Leben, kaum vier Arbeiten aufweisen, die mich vollkommen befriedigten“.

Christie's ImagesHubert Robert wendet sich aus dem Bild. Und auf dem kleinen ovalen Portrait blickt auch sie nach rechts, in die gleiche Richtung wie Robert. Es wirkt wie eine Reaktion auf seine Geste. Ein kleines Lächeln liegt in ihren Augen, kräuselt sich um ihren Mund. Es ist das erste Selbstbildnis - und dass es eines ist, dafür spricht jedes kleinste physiognomische Detail, von der Nasenspitze bis zum Schwung ihres Halses - in dem sie sich mit „verlorenem Blick“ malt. Als habe sie selbst, dieses eine Mal, den Flirt zu weit getrieben. Sie wirkt angegriffen, durchsichtig, ihre Wangen sind schmaler geworden. In den Tagen der Revolution hat sie rapide an Gewicht verloren, konnte nichts mehr bei sich behalten. Das Bildnis, vom Vigée Le Brun-Experten Joseph Baillio auf „1789“ datiert, ist schnell ausgeführt, die Haare sind nur skizziert. Und doch blitzt darin ihre Meisterschaft auf. Wie spinnwebfein der Schleier wirkt, der sich durch ihr Haar windet und über ihren Nacken rieselt, wie ihre Haut aufblüht, wie das Blut in ihren Wangen und Lippen pulsiert! Sie zeigt wie fein ihre Brauen sind und wie meisterhaft sie die zarten Stellen an den Schläfen, die Schatten unter den Augen zu setzen versteht, wie lebendig das alles ist! Und doch ist darin schon die neue Schlichtheit des Klassizismus zu spüren. Viel nimmt sie in diesem Bildnis voraus. Der ockerbraune Hintergrund erinnert an die „fonds davidiens“ wie sie Jacques-Louis David in den 1790er Jahren malt. Jener Maler, einer ihrer Künstlerfreunde, der vom einstigen Hofmaler zum Genius der Revolution mutierte. Aber Vigée Le Brun setzt dem Braun hellblaue Lichter auf. Und sie setzt ihm das blutrote Kleid der Royalistin entgegen. Man spürt in diesem Porträt auch eine neue Sittsamkeit, das, was man „Innerlichkeit“ nennen und was sie nach der Revolution an allen Fürstenhöfen Europas zu ihrem Stilmittel machen wird; zuweilen gerinnt es ihr zum Stereotyp, zur hübschen Pose. Besonders in Sankt Petersburg, wo sie von 1795 an sechs Jahre lang lebt und als Porträtistin des Zarenhofs und russischer Fürstlichkeiten ein Vermögen verdient. Dort hat das ovale Bild die Jahrhunderte überdauert.

Elisabeth Vigée Le Brun - Selbstbildnis mit Strohhut

Frida Kahlo: Schmerz und Hoffnung in der mexikanischen Seele

Frida Kahlo (1907 - 1954) war eine mexikanische Malerin, die für ihre ausdrucksstarken Selbstporträts bekannt ist, die ihre persönlichen Schmerzen, ihre mexikanische Identität und die politische Situation ihrer Zeit thematisieren. Ihr Leben war geprägt von körperlichem Leiden, emotionalen Turbulenzen und einer unbändigen Leidenschaft für die Kunst.

In ihrem Doppel-Selbstbildnis „Baum der Hoffnung, bleibe stark“ (1946) thematisiert Kahlo ihre körperlichen und seelischen Schmerzen nach einer komplizierten Operation. Die nackte Frau auf dem Krankenhausbett symbolisiert ihre Verletzlichkeit, während die aufrecht thronende Künstlerin in festlichem Ornat Stärke und Würde verkörpert.

Viele ihrer Bilder sind gleichermaßen Schrei wie Trost, spiegeln Verzweiflung ebenso wie Würde und Stärke. Sie sind plakative Selbstinszenierungen heroischer Vitalität wie auch Dokumente von beschämender Leere und Verlorenheit. Mit ihren Bildern hat Frida Kahlo die innere Schnur geschaffen, die ihr nach Grimberg fehlte. Über ihre Kunst vermochte sie, sich mit sich selbst zu verständigen und innerlich zusammenzuhalten.

Als sie dieses Selbstporträt malt, ist Frida Kahlo 39 Jahre alt und hat gerade eine komplizierte Operation hinter sich: Bei der Wirbelsäulenversteifung wurden vier Lendenwirbel mit Knochensubstanz aus dem Beckenkamm und einer 15 cm langen Metallplatte fixiert, sie muss monatelang ein Stahlkorsett tragen. Obwohl schon jahrelang von heftigen Schmerzen gequält, verläuft die Genesung nicht wie erwartet, die Schmerzen halten an, Schwäche, Unruhezustände und eine schwere Depression folgen. Da dem Arzt offenbar ein Behandlungsfehler unterlaufen ist, wird sie sechs Jahre später erneut zehn Monate im Krankenhaus verbringen, in denen insgesamt sechs weitere Operationen vorgenommen werden. Frida ist Expertin im Finden, Verlieren und Wiedererrichten der Hoffnung. Die wiederkehrenden seelischen und körperlichen Schmerzen, die Suizidgedanken zeigen sich in ihren Bildern ebenso wie ihre unbändige und stolze Vitalität.

Es ist beeindruckend, wie etwa 1950 die inzwischen längst berühmte Künstlerin ihre Lebenssituation als Patientin zu gestalten vermag: „im Krankenzimmer Frida Kahlos verbreitete sich eine eigenartige Fröhlichkeit. Nach und nach wurde es mit kommunistischen Plakaten und Judasbildern dekoriert. Ihre Staffelei, Pinsel und Farben wurden herbeigeholt, Tequila wurde von jemandem eingeschmuggelt und bald tauchte ein großer Filmprojektor auf und es wurden Filme gezeigt. Und jeden Tag sah man in Frida Kahlos Krankenzimmer einen neuen Film, egal ob sie frisch operiert war oder sogar noch unter Narkose stand (…).“ (1). Lebendigkeit und fröhlicher Lebenswille scheinen aus diesem mexikanischen Krankenzimmer hervorzuquillen, bester Nährboden für unverbrüchliche Hoffnung.

Seit ihrer Kindheit war Frida schwersten körperlichen und seelischen Schmerzen ausgesetzt. Im Alter von 11 Jahren zieht sie sich eine Verletzung am rechten Fuß zu, das Bein antrophiert leicht - die Ärzte vermuten Kinderlähmung. 1925, jetzt 18 Jahre alt, gerät sie in einen schweren Unfall, wesentliche Ursache des lebenslangen Schmerzsyndroms. Der Bus, in dem sie sitzt, stößt mit einer Straßenbahn zusammen, sie wird von einer eisernen Haltestange durchbohrt. Als junge Frau, die gerade ins Leben aufbrechen, sich entdecken möchte, wird der Unfall in seiner nachhaltigen traumatisierenden Verheerung ahnbar. Liest man die Chronologie ihrer Patientenakte, entsteht der Eindruck eines buchstäblichen Martyriums (2). So schreibt der mexikanische Literat Carlos Fuentes über Kahlo: „Vom Tag ihres Unfalls bis zum Tag ihres Todes muss sie 32 Operationen erdulden. Ihre Biografie besteht aus 29 Jahren Schmerzen. Ab 1944 muss sie acht Korsetts tragen. (…) Ihr verwundeter Rücken sekretiert und „stinkt wie ein toter Hund“. Sie wird nackt an den Füßen aufgehängt zur Stärkung ihrer Wirbelsäule. Sie verliert ihre Föten in großen Lachen von Blut (Frida muss ärztlich indiziert zwei Abtreibungen vornehmen lassen und hat 1933 eine Fehlgeburt im 4. Monat). Ständig ist sie von Blutflecken, Chloroform, Verbänden, Nadeln, Skalpellen umgeben. Sie ist ein mexikanischer St. Sebastian, gefesselt und mit Pfeilen gespickt. Sie ist die tragische Verkörperung von Platons sehr plastischer Beschreibung: Der Körper ist das Gefängnis der Seele.“ (3)

Aber auch die Seele kann als Gefängnis erlebt werden. Aus den Selbstzweifeln und schwer depressiven Zuständen in ihrer hochkonflikthaften und ambivalenten Liebesbeziehung zum Künstler Diego Rivera hat Frida nie einen Hehl gemacht. Sie hat ihn, den knapp 20 Jahre älteren, berühmten und Affären mit Frauen höchst zugeneigten Maler im Alter von 22 Jahren geheiratet und wird sich bis an ihr Lebensende nach seiner unverbrüchlichen Liebe verzehren: einer Liebe, derer sie sich endlich sicher wissen möchte, die sie halten, tragen, vielleicht auch beruhigen soll und die ihr doch immer wieder entgleitet. Die abhängige Liebe zu diesem großen Künstleridol greift ihren Lebenswillen und ihre Hoffnungsfähigkeit vielleicht noch bohrender an als die körperlichen Schmerzen. Möglicherweise könnten die körperlichen Schmerzzustände Frida auch eine perfide Erleichterung verschaffen, weil sie das innere Leiden auf einen sichtbaren, begreifbaren und auch behandelbaren Schauplatz übertragen. Auf der körperlichen Ebene wird ihr Leiden öffentlich - und auf der psychischen Ebene zeigt sich ihre Widerstandskraft, ihr buchstäblich erotischer Lebenswillen. Sie geht - wohl als Rache an Diego - zahllose Affären ein, unter anderem auch mit Leo Trotzki, dem das Künstlerpaar auf seiner Flucht nach Lateinamerika Unterschlupf gewährt. Die Affären geben ihr passagere Bestätigung, aber keine Ruhe: Sie wird Zeit ihres Lebens Diego verfluchen, verteufeln und doch sehnlichst brauchen. Sogar seine Affäre mit ihrer eigenen Schwester Cristina wird sie ihm verzeihen. „Kahlo verfügte über eine außerordentliche Begabung, Intelligenz und Schönheit, hatte aber kein Empfinden für irgendeines dieser Attribute. Das ist so, als besäße man eine Handvoll Perlen ohne sie tragen zu können, weil die Schnur zum Zusammenhalten nicht zur Verfügung steht“, schreibt der Psychologe und Psychoanalytiker Grimberg (2).

Im Ringen um Möglichkeiten, existenziellen Schmerz auszuhalten, hat Frida Kahlo einen Ausdruck für die Würde des Scheiterns gefunden. Viele ihrer Bilder sind gleichermaßen Schrei wie Trost, spiegeln Verzweiflung und Entsetzen ebenso wie Würde und Stärke. Sie sind plakative Selbstinszenierungen heroischer Vitalität wie auch Dokumente von beschämender Leere und Verlorenheit. Mit ihren Bildern hat Frida Kahlo die innere Schnur geschaffen, die ihr nach Grimberg fehlte. Über ihre Kunst vermochte sie, sich mit sich selbst zu verständigen und innerlich zusammenzuhalten.

Letztlich aber war ihre Erkrankung mächtiger als ihr vitaler Lebenswille. Die Knochenimplantate verursachen wiederkehrende Entzündungen, die Kahlo in den letzten Lebensjahren an den Rollstuhl fesseln und von ständiger Betreuung abhängig machen. 1953 wird ihr rechter Unterschenkel, von Wundbrand befallen, amputiert. Sie stirbt ein knappes Jahr später kurz nach ihrem 47. Geburtstag.

Künstlerin Frida KahloErleben Sie die faszinierende Bilderwelt von Frida Kahlo - der Ikone der mexikanischen Kunst! Ihre ausdrucksstarken, symbolgeladenen Selbstporträts erzählen von Leidenschaft, Identität und innerer Zerissenheit. Holen Sie sich die einzigartigen Bilder von Frida Kahlo als hochwertigen Kunstdruck, stilvolles gerahmtes Leinwandbild, modernes Poster oder kunstvoll handgemaltes Gemälde direkt in Ihr Wohnzimmer! Frida Kahlo de Rivera wurde am 6. Juli 1907 als Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón in Coyoacán, Mexiko-Stadt geboren und war eine mexikanische Malerin und eine der bekanntesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Berühmt ist sie vor allem für ihre Selbstporträts, die ihre persönlichen Schmerzen, ihre mexikanische Identität und die politische Situation ihrer Zeit thematisieren. Obwohl sie oft dem Surrealismus zugerechnet wird, lehnte sie diese Zuordnung ab und bezeichnete ihre Werke als Ausdruck ihrer Realität.

Ein schwerer Unfall 1925 prägte ihr Leben und ihre Kunst, da sie fortan mit chronischen Schmerzen lebte. Ihr Werk zeigt oft leuchtende Farben, symbolische Elemente und den Einfluss der mexikanischen Folklore. Frida Kahlo war mit dem Maler Diego Rivera verheiratet, mit dem sie eine komplizierte, aber kreative Beziehung führte.

Trotz ihrer körperlichen Leiden ließ sich Frida Kahlo nicht von ihrer künstlerischen Leidenschaft abbringen. Ihre Malerei wurde zu einem Mittel der Selbstanalyse, mit dem sie ihre Schmerzen, ihre emotionalen Turbulenzen und ihre politischen Überzeugungen ausdrückte. Sie war eine überzeugte Kommunistin und setzte sich aktiv für soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Frauen ein. Ihre Werke wie "Die gebrochene Säule" oder "Ohne Hoffnung" spiegeln ihren unermüdlichen Kampf mit ihrer Gesundheit wider, während Gemälde wie "Zwei Fridas" oder "Selbstporträt mit Dornenhalsband" tief in ihre innere Welt blicken lassen.

Frida Kahlo starb am 13. Juli 1954 in ihrer Heimat Mexiko-Stadt und wurde nach ihrem Tod zur Ikone der mexikanischen Kultur und des Feminismus. Heute ist sie nicht nur eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne, sondern auch ein weltweites Symbol für Stärke, Individualität und Widerstandsfähigkeit. Ihr ehemaliges Wohnhaus, das Blaue Haus (Casa Azul), ist heute ein Museum, das ihr Vermächtnis bewahrt und jährlich Tausende von Besuchern anzieht. Ihre Kunst inspiriert bis heute Feministinnen, Künstler und Bewunderer auf der ganzen Welt. Künstlerin Frida KahloErleben Sie die faszinierende Bilderwelt von Frida Kahlo - der Ikone der mexikanischen Kunst! Ihre ausdrucksstarken, symbolgeladenen Selbstporträts erzählen von Leidenschaft, Identität und innerer Zerissenheit. Holen Sie sich die einzigartigen Bilder von Frida Kahlo als hochwertigen Kunstdruck, stilvolles gerahmtes Leinwandbild, modernes Poster oder kunstvoll handgemaltes Gemälde direkt in Ihr Wohnzimmer! Frida Kahlo de Rivera wurde am 6. Juli 1907 als Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón in Coyoacán, Mexiko-Stadt geboren und war eine mexikanische Malerin und eine der bekanntesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Berühmt ist sie vor allem für ihre Selbstporträts, die ihre persönlichen Schmerzen, ihre mexikanische Identität und die politische Situation ihrer Zeit thematisieren. Obwohl sie oft dem Surrealismus zugerechnet wird, lehnte sie diese Zuordnung ab und bezeichnete ihre Werke als Ausdruck ihrer Realität.

Ein schwerer Unfall 1925 prägte ihr Leben und ihre Kunst, da sie fortan mit chronischen Schmerzen lebte. Ihr Werk zeigt oft leuchtende Farben, symbolische Elemente und den Einfluss der mexikanischen Folklore. Frida Kahlo war mit dem Maler Diego Rivera verheiratet, mit dem sie eine komplizierte, aber kreative Beziehung führte.

Trotz ihrer körperlichen Leiden ließ sich Frida Kahlo nicht von ihrer künstlerischen Leidenschaft abbringen. Ihre Malerei wurde zu einem Mittel der Selbstanalyse, mit dem sie ihre Schmerzen, ihre emotionalen Turbulenzen und ihre politischen Überzeugungen ausdrückte. Sie war eine überzeugte Kommunistin und setzte sich aktiv für soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Frauen ein. Ihre Werke wie "Die gebrochene Säule" oder "Ohne Hoffnung" spiegeln ihren unermüdlichen Kampf mit ihrer Gesundheit wider, während Gemälde wie "Zwei Fridas" oder "Selbstporträt mit Dornenhalsband" tief in ihre innere Welt blicken lassen.

Frida Kahlo starb am 13. Juli 1954 in ihrer Heimat Mexiko-Stadt und wurde nach ihrem Tod zur Ikone der mexikanischen Kultur und des Feminismus. Heute ist sie nicht nur eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne, sondern auch ein weltweites Symbol für Stärke, Individualität und Widerstandsfähigkeit. Ihr ehemaliges Wohnhaus, das Blaue Haus (Casa Azul), ist heute ein Museum, das ihr Vermächtnis bewahrt und jährlich Tausende von Besuchern anzieht. Ihre Kunst inspiriert bis heute Feministinnen, Künstler und Bewunderer auf der ganzen Welt.

Frida Kahlo mit einer Olmec-Figur im Jahr 1939

Vergleich und Kontrast

Obwohl Vigée Le Brun und Kahlo in unterschiedlichen Epochen und Kontexten lebten, teilen sie eine Gemeinsamkeit: Sie nutzten das Selbstbildnis, um ihre Identität als Frauen und Künstlerinnen zu erforschen. Während Vigée Le Brun ihre Weiblichkeit und ihren Erfolg feierte, thematisierte Kahlo ihren Schmerz und ihre Verletzlichkeit.

Beide Künstlerinnen schufen Werke von großer emotionaler Tiefe und visueller Kraft, die bis heute Betrachter auf der ganzen Welt berühren.

Albrecht Dürer: Ein Akt der Selbstentblößung

Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel für ein Selbstbildnis ist die Zeichnung von Albrecht Dürer (1471-1528), in der er sich nackt darstellt. Diese Zeichnung, die sich in der Graphischen Sammlung der Klassik Stiftung Weimar befindet, ist ein Akt der Ehrlichkeit und schonungslosen Offenheit.

Ehrlich und schonungslos offen wirkt die Zeichnung, in der Albrecht Dürer (1471-1528) sich selbst studierte - nackt, nur das Haar mit einer Haube zurückgebunden. Der Fokus liegt auf dem Kopf, dem Oberkörper, den Genitalien und dem Spiel der Muskeln.

Auf dem grün grundierten Papier sind die Konturen und Schattierungen schwarz angelegt, die Lichtreflexe weiß aufgetragen. Damit erzielt Dürer eine plastische Wirkung. Diese Art zu zeichnen war damals modern. Dürer kannte sie wahrscheinlich aus Venedig, einem der führenden Kunstzentren seiner Zeit. Ebenso modern war es, das eigene Bildnis als Kunstwerk zu begreifen. Geradezu unerhört war es aber, sich nackt zu zeigen, da Nacktheit mit Gefühlen von Scham und Ehrlosigkeit sowie mit Armut verbunden wurde.

So momenthaft die Zeichnung wirkt, so wohlüberlegt ist sie. Die Arme fehlen nicht zufällig, denn dies war typisch für die antiken Skulpturen, die an den Höfen der Renaissance gesammelt wurden. Auch sie waren oft nackt, doch da es sich um kunstvoll gestaltete Idealkörper von Göttern und Helden handelte, wurde diese Nacktheit bewundert - zumindest von Kunstliebhabern und Gelehrten. Dürers Lichtführung wie bei Kerzenschein spielt zudem auf die Nacht als die Zeit geistig schöpferischer Menschen und damit auf das Selbstbild der Renaissance-Künstler an, die nicht mehr als einfache Handwerker gesehen werden wollten.

Albrecht Dürer - Selbstbildnis von Albrecht Dürer

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Informationen zu den hier diskutierten Selbstbildnissen zusammen:

KünstlerWerkEntstehungszeitMerkmale
Elisabeth Vigée Le BrunFemme à la robe rougeca. 1789Offenes Haar, rotes Kleid, Ausdruck von Unsicherheit
Frida KahloBaum der Hoffnung, bleibe stark1946Doppel-Selbstbildnis, thematisiert Schmerz und Hoffnung
Albrecht DürerSelbstbildnis (Zeichnung)ca. 1509Nackt, Fokus auf Körper und Muskeln

Portraitmalerei in der Kunst

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