Schuppen am Haaransatz können sowohl ein kosmetisches Problem als auch ein Symptom einer zugrunde liegenden Hauterkrankung sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Schuppen, insbesondere im Zusammenhang mit der Schuppenflechte (Psoriasis) der Kopfhaut.
Jeder Mensch produziert Schuppen. Die oberste Hautschicht (Epidermis) besteht aus Hautzellen, die in mehreren Schichten angeordnet sind. Die Zellen durchwandern binnen vier Wochen die verschiedenen Hautschichten (von innen nach außen), sterben letztlich ab und werden an der Hautoberfläche abgestoßen. Erst größere Verbände ab einer Anzahl von etwa fünfhundert Zellen sind als Schuppen sichtbar. Sie bilden sich, wenn die Haut die Flöckchen zu schnell abstößt und diese verklumpen. Typisches Anzeichen ist eine juckende Kopfhaut.
Schuppen lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
Bei den meisten Patienten betrifft die Schuppenflechte Kopfhaut und Stirn. Damit sind diese Stellen die von einer Psoriasis mit Abstand am häufigsten betroffenen Regionen des Körpers - unabhängig von Alter, Geschlecht oder Krankheitsstadium. Ein Großteil der Schuppenflechte-Patienten hat unter anderem Psoriasis-Flecken auf der Kopfhaut.
Bereits im Anfangsstadium von Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis) zeigen sich die typischen Hautveränderungen der Psoriasis. Die Entzündungsherde der Schuppenflechte auf dem Kopf reichen oft über den Haaransatz hinaus, zeigen sich beispielsweise an der Stirn in der Nähe des Haaransatzes, an den Schläfen und im Nacken. Die Herde sind rötlich gefärbt, schuppen stark und verursachen oft einen unangenehmen Juckreiz.
Zusammenfassend sind die typischen Symptome:
In manchen Fällen führt eine Schuppenflechte auf dem Kopf zu - in der Regel vorübergehendem - Haarausfall, da sich Plaques um die Haarschäfte bilden. Bei einer sehr starken (asbestartigen) Ausprägung der Psoriasis capitis brechen die Haare ab, und es kommt möglicherweise zu einem bleibenden Haarausfall.
Die Ursache von Schuppenflechte auf der Kopfhaut beziehungsweise der Psoriasis allgemein ist noch nicht eindeutig geklärt. Mediziner gehen von einem Zusammenspiel von erblicher Veranlagung und bestimmten Faktoren (Trigger) wie Stress, Infektionen oder Alkohol- und Nikotinkonsum aus, die Psoriasis-Schübe verursachen.
Weitere Ursachen für Schuppen können sein:
Für einen ersten Verdacht auf eine Schuppenflechte am Kopf reicht dem Arzt unter Umständen schon ein Blick auf die betroffenen Stellen - vor allem, wenn der Patient bereits wegen einer Psoriasis in Behandlung ist. Dennoch gilt es, die Schuppenflechte der Kopfhaut gegen andere Hauterkrankungen wie Ekzeme, Pilzerkrankungen, Knötchenflechte (Lichen ruber), Lupus erythematodes sowie weitere Erkrankungen oder lediglich trockene Haut abzugrenzen. Hierfür entnimmt der Arzt möglicherweise eine Hautprobe.
Um der Ursache der Schuppen auf den Grund zu gehen, erhebt der Arzt zuerst im Gespräch Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Dann schaut er sich die Haut Ihres Körpers an. Hautveränderungen an anderen Körperstellen liefern dem Arzt unter Umständen entscheidende Anhaltspunkte. Wichtig ist auch die Unterscheidung, ob es sich um trockene oder fettige Kopfschuppen handelt. Gerade bei entzündeter Kopfhaut zeigt ein Erregernachweis, ob ein Pilzbefall, eine bakterielle Infektion oder ein Parasitenbefall vorliegen. Gegebenenfalls nimmt der Hautarzt Blut- und/oder Gewebeprobe ab.
Die Therapie einer Psoriasis der Kopfhaut zielt darauf ab, die überschießend schuppende Kopfhaut zu normalisieren und die Entzündung zu stoppen. Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Bevor diese zum Einsatz kommen, gilt es, die Schuppen zu entfernen, damit die Wirkstoffe ihre Wirkung bestmöglich entfalten. Diese Aufgabe erfüllen frei verkäufliche schuppenlösende Shampoos mit Salicylsäure, gut auswaschbare salicylhaltige Öle sowie - bei besonders hartnäckigen Schuppen - spezielle Cremes oder Lösungen.
Vor allem Präparate, die nach dem Entfernen der Schuppen zum Einsatz kommen und die die Symptome der Schuppenflechte des Kopfs bekämpfen. Hierzu zählen verschiedene Shampoos, Schäume und Lösungen, die Kortison und/oder Vitamin-A- oder Vitamin-D3-Abkömmlinge (zum Beispiel Calcipotriol oder Tacalcitol) enthalten und alkoholfrei sein sollten.
Gute Erfahrungen gibt es mit sogenannten UV-Lichtkämmen (UV-B-Strahlen) bei einer Kopfhaut-Schuppenflechte. Mithilfe der UV-Lichtkämme lassen sich von der Psoriasis betroffene Stellen der Kopfhaut gezielt mit UV-Licht bestrahlen. Zuvor ist es auch hier notwendig, die Schuppen von der Kopfhaut zu lösen.
Wenn diese äußerlichen (topischen) Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder weitere mittelschwere bis schwere Symptome der Psoriasis bestehen, kommt möglicherweise eine innerliche (systemische) Behandlung mit Medikamenten zum Einnehmen oder Spritzen zum Einsatz. Der Arzt verschreibt dann Medikamente, die Entzündungsprozesse gezielt verlangsamen oder stoppen.
Manche Menschen setzen zudem Hausmittel wie Mandelöl oder Mittel der Homöopathie ein, um Schuppenflechte auf der Kopfhaut zu behandeln.
Zusammenfassend stehen folgende Behandlungsoptionen zur Verfügung:
Schuppenflechte auf dem Kopf ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar. Psoriasis verläuft individuell sehr unterschiedlich. Zwischen den einzelnen Schüben kommt es immer wieder zu beinahe beschwerdefreien Zeiten. Manchmal verschlechtert sich die Psoriasis von Schub zu Schub.
Die Symptome und Auswirkungen der Schuppenflechte auf der Kopfhaut lassen sich jedoch durch eine geeignete Behandlung in den Griff bekommen. Unbehandelt erhöht sich zudem bei Schuppenflechte auf der Kopfhaut die Gefahr für Psoriasis-bedingten Haarausfall.
Es gibt keine zuverlässige Methode, einer Schuppenflechte auf der Kopfhaut vorzubeugen. Einige Maßnahmen helfen jedoch, die Symptome zu verringern und den Hautzustand zu verbessern:
Denken Sie bei der Haarpflege daran: An allen Stellen, an denen die Haut mechanisch, chemisch oder durch Hitze oder Kälte gereizt wird, treten die Symptome der Psoriasis capitis verstärkt auf - auch an jenen, die vorher erscheinungsfrei waren und gesund aussahen.
Schuppen sind für viele Betroffene ein kosmetisches Problem, das sich aber meist ohne ärztliche Hilfe in den Griff bekommen lässt. In folgenden Fällen ist es jedoch wichtig, dass Sie zum Hautarzt (Dermatologen) gehen:
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