In vielen Gärten sind Gartenhäuser aus Holz zu finden, entweder selbst gebaut oder als Fertigbausatz. Daneben gibt es jedoch auch Gärten, in denen die Gartenhäuser aus Stein gemauert sind, beispielsweise in vielen Kleingartenanlagen. Solche Gartenhäuser sind meist etwas größer als Holzgartenhäuser und werden wie richtige Häuser genutzt. Das bedeutet, in einem Gartenhaus aus Stein befindet sich nicht selten neben dem Schlaf- und Wohnbereich auch eine kleine Küche und ein WC. Möchte sich der Gartenbesitzer ein Gartenhaus aus Stein selber bauen, muss er dabei einige Punkte beachten.
Ein selbst gebautes Gartenhaus bietet mehr Gestaltungsmöglichkeiten und kann mit der richtigen Planung als Geräteschuppen und auch als Wohlfühlort dienen. Wichtige Faktoren wie Wandstärke, Grundfläche und Material - etwa Metall für ein langlebiges Gerätehaus - sollten dabei berücksichtigt werden.
Der Bau in Eigenregie erfordert Planung und handwerkliches Geschick. Ob Geräteschuppen, zweites Wohnzimmer oder Outdoorküche: Ein Satteldach und eine stabile Wandstärke verleihen dem Gartenhaus Funktionalität und Stil.
Dies fängt schon damit an, dass er in aller Regel eine entsprechende Genehmigung benötigt. Bauen Sie Ihr Gartenhaus selbst, ist unter Umständen eine Genehmigung durch das Bauamt notwendig. Die Vorschriften variieren je nach Bundesland und auch einige Gemeinden erlassen oft unterschiedliche Bestimmungen und Vorschriften. Daher ist es notwendig, dass Sie sich stets vorab genau über die Vorgaben informieren. Bei der zuständigen Baubehörde erfahren Sie, ob Sie eine Baugenehmigung brauchen und welche Vorgaben Sie einzuhalten haben.
Für die Baugenehmigung sollten Sie üblicherweise folgende Unterlagen und Daten bereithalten:
Die Kosten für eine Baugenehmigung belaufen sich in der Regel auf rund 50 €, können jedoch je nach Bundesland und Gemeinde variieren.
Die Menge an benötigtem Material bei einem solchen Bauprojekt ist immens. Vom Fundament bis zum Dach sollten Sie bei der Wahl des Materials auf Beständigkeit achten. Das Fundament wird aus Estrichbeton gegossen - dabei bestimmen die Größe des Gartenhauses und die Bodenart, wie massiv das Fundament sein muss. Balken, Kanthölzer, Bohlen, Bretter, Latten und Leisten aus Holz werden für das Gartenhaus benötigt. Dazu eignen sich robuste, regionale Hölzer wie Kiefer, Fichte oder Lärche. Zudem kommt je nach Nutzung eine Dämmung hinzu. Damit Sie in Ihrem Gartenhaus später nicht im Dunkeln stehen, sind Fenster von Nöten. Nachhaltig und ästhetisch sind gebrauchte Fenster, beispielsweise aus einem Haus, das saniert wird. Diese eignen sich für Wohnhäuser oft nicht mehr aufgrund ihrer schlechten Energiewerte, aber für ein Gartenhaus sind sie meist noch perfekt geeignet.
Der Standort des Gartenhauses ist ein wichtiger Aspekt, vor allem dann, wenn es nicht nur als Geräteschuppen dienen soll. Die Bodenbeschaffenheit und die Ausrichtung sind wichtig für die Standortwahl. Aber auch die Strom- und Wasserversorgung muss beachtet werden, wenn Sie Ihr Gartenhaus vollumfänglich nutzen möchten. Eine nachhaltige Option der Stromversorgung, besonders für die Beleuchtung, ist ein Solarpaneel auf dem Dach. Doch wenn das Home-Office ins Gartenhaus verlegt, ein Heizstrahler angeschlossen oder der Elektrorasenmäher geladen werden muss, wird die zusätzliche Leistung über ein Erdkabel vom Sicherungskasten im Wohnhaus notwendig. Für Elektroarbeiten sollten Sie unbedingt eine Fachkraft hinzuziehen.
Ähnlich gestaltet sich auch die Wasserversorgung. Soll Regenwasser gesammelt werden und für das Gießen von Pflanzen genutzt werden, bietet es sich an, das Wasser über die Dachrinne und ein Fallrohr in einem Fass oder einem Tank zu sammeln. Geht es jedoch darum, Trinkwasser in die Outdoor-Küche zu legen oder eine Gartendusche zu integrieren, sollte auch hier eine Fachkraft beauftragt werden, die die Wasserversorgung zuverlässig gewährleisten kann.
Sind alle Details geklärt, Genehmigungen eingeholt und das Material besorgt, kann der Bau Ihres Gartenhauses starten.
Bei allen Mauerwerken, die höher sind als 50cm, gilt die Grundregel, dass die Breite des Fundaments die dreifache Mauerdicke und die Tiefe des Fundaments ein Drittel der geplanten Mauerhöhe betragen muss. Bei einem Gartenhaus ist es prinzipiell sinnvoll, eine Bodenplatte als Fundament zu bauen. Zunächst muss der Boden mindestens 80cm tief ausgehoben werden. Diese Tiefe ist erforderlich, um ein stand- und frostsicheres Bauwerk sicherzustellen.
Abhängig von der Größe des Gartenhauses, der Bauweise und den Bodenverhältnissen können folgende Fundamente genutzt werden: Plattenfundament, Streifenfundament oder Punktfundament. Ein Plattenfundament ist die stabilste und langlebigste Lösung, jedoch mit etwas Aufwand verbunden. Es besteht aus einer massiven Bodenplatte, die den gesamten Grundriss abdeckt und häufig für Gartenhäuser genutzt wird. Zur Vorbereitung markieren Sie den Umriss mit Pflöcken, befestigen Schalungsbretter und heben die Fläche bei Bedarf aus, um eine Betonschicht von 15-20 cm zu ermöglichen. Danach wird Bausand eingefüllt und gut verdichtet.
Anschließend wird die ausgehobene Fläche verdichtet und dann erst mit einer Schicht aus Sand und danach mit einer Schicht aus Kies aufgefüllt. Die einzelnen Schichten müssen dabei jeweils gut verdichtet werden, denn ansonsten würden sich Risse bilden, wenn sich das Gartenhaus setzt. Sofern Wasser- und Stromleitungen geplant sind, werden diese in einer Tiefe von etwa 50cm eingebracht. Für Wasserleitungen werden dafür PE-Rohre verlegt, für Stromleitungen wird mit Erdkabeln gearbeitet.
Auf den Sand legen Sie PE-Folie aus, die das Einsickern von Beton verhindert und vor Feuchtigkeit schützt. Anschließend gießen Sie den Estrichbeton ein: Erst 10 cm Beton, dann Stahlmatten zur Stabilisierung, bevor die Platte bis zur Oberkante der Schalung aufgefüllt und glatt abgezogen wird.
Die verdichtete Fläche wird dann mit Baufolie abgedeckt, um zu verhindern, dass später Nässe aus dem Erdreich in das Gartenhaus aufsteigen kann. Um die Fläche wird anschließend eine Schalung aus Holzbrettern gebaut. Die Schalung gibt die Form des Gartenhauses vor und verhindert, dass der Beton über das Fundament hinaus fließt. Die Schalung wird dabei so hoch gebaut, dass die Oberkante der Bretter mit der Höhe der Bodenplatte übereinstimmt. Wichtig ist daher, die Schalung genau auszurichten, damit später auch tatsächlich eine gerade Bodenplatte entsteht. Der Beton wird anschließend eingefüllt und glattgestrichen. Dabei werden Stahlgitter mit den Beton eingebracht. Die Stahlgitter verstärken die Betonplatte und verhindern spätere Risse.
Solange der Beton noch dickflüssig ist, bringen Sie Streifenflachverbinder ein. Die Verbinder fixieren später die Grundbalken. Zur Stabilisierung benötigen Sie:
Ist der Estrich vollständig durchgetrocknet und das Fundament somit belastbar, wird das Grundgerüst des Gartenhauses gebaut. Es besteht aus Grundbalken, Eckpfosten und Querbalken. Zuerst montieren Sie die Grundbalken auf der Bodenplatte und verschrauben darauf die vier Eckposten sowie die zwei Pfosten für die Tür mithilfe von Metallwinkeln. Auf die Eckpfosten werden die Querbalken mit Winkeleisen befestigt. Auf diesen liegt später das Gewicht des Daches. Für zusätzliche Stabilität werden die Balken mit einer Nut in Stärke der Eckpfosten versehen. Auf die Querbalken werden anschließend die Dachsparren montiert. Achten Sie dabei auf die geplante Dachneigung und den passenden Dachüberstand.
Steht das Grundgerüst, geht es an den Aufbau der Seitenwände. Dazu dienen OSB-Platten (Oriented Structural Board). Diese werden mit langen Schrauben an den Eckpfosten und Querbalken verschraubt. Danach sägen Sie die Öffnung für die Tür in die entsprechende Holzplatte. Zeichnen Sie dazu zunächst den Umriss mit Bleistift auf das Holz und sägen Sie die Öffnung mit einer Stich- oder Säbelsäge aus. Die entstandene Türöffnung zusammen mit den Türpfosten wird mit Holzlatten ausgekleidet. Sobald die Beschläge im Türrahmen montiert sind, kann die Tür eingesetzt werden.
Um die Öffnungen für die Fenster auszusägen, gehen Sie vor wie bei der Tür: Zeichnen Sie die Umrisse auf und sägen Sie diese aus. Hier ist Genauigkeit gefragt. Sind die Öffnungen zu groß oder zu klein, passen die Fenster nicht und durch mögliche Spalte können Wind und Feuchtigkeit eindringen. Achten Sie zudem darauf, dass die Stege zwischen den Fenstern mindestens 15 cm breit sind, um Stabilität zu garantieren. Setzen Sie anschließend die Fenster in die Öffnungen ein.
Im nächsten Schritt werden die Dachlatten montiert. Das genaue Vorgehen ist immer abhängig von der gewählten Bedachung. Besonders beliebt bei Gartenhäusern, die vorrangig als Lager genutzt werden, sind Wellplatten oder Stegdoppelplatten. Eine optisch ansprechende Alternative sind Dachschindeln. Diese sind in unterschiedlichen Farben erhältlich und beständiger als Wellplatten. Die Montage ist allerdings aufwendiger. Hier müssen Bretter mit Nut und Feder auf die Dachsparren geschraubt werden, um darauf die Dachschindeln zu befestigen.
Zuletzt gilt es, das Gartenhaus fertigzustellen. Für einen individuelleren Look können Sie die Außenwände des Gartenhauses mit Holzpaneelen verkleiden. Damit das Holz langlebig und schön bleibt, wird es geschliffen und anschließend grundiert. Anschließend können Sie Ihr Gartenhaus nach Belieben farblich gestalten und streichen.
Welche Steine für das Gartenhaus vermauert werden, ist letztlich eine Frage des Geschmacks und des Budgets. Beliebt sind Kalksandsteine, da diese recht günstig sind und gute Eigenschaften wie beispielsweise eine gute Wärmedämmung mitbringen.
Bevor das Mauern beginnen kann, ist noch ein letzter vorbereitender Schritt notwendig. Damit die Wände gerade verlaufen, werden Latten oder Pfosten entlang der Außenwände gesetzt und mit Schnüren verbunden.
In der folgenden Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du einen Schuppen in der Größe 2,5 m × 1,7 m × 2,2 m (Länge × Breite × Höhe) selber baust. Bevor du damit beginnst, deinen Geräteschuppen aufzubauen, benötigst du ein solides Fundament. In der Regel reicht ein Punktfundament aus, bei dem das Gartenhaus von einer Schotterschicht mit einzelnen Betonplatten getragen wird. Alternativ und je nach Gegebenheiten des Gartens kannst du das Fundament auch aus Beton gießen.
Ein Gartenhaus ist der Traum vieler Haus- und Gartenbesitzer. Weil jedes Gartenhaus anderen Begebenheiten und Ansprüchen genüge tragen muss, ist es am besten, wenn Sie Ihr Gartenhaus selber bauen. Planen Sie das Gartenhaus so, dass es auch optisch gut in Ihren Garten passt. Zu überdimensioniert kann das Gesamtbild des Außenbereichs empfindlich stören. Planen und bauen Sie hingegen zu klein, stört das nicht nur optisch, es ist auch Platzverschwendung, weil an selber Stelle mehr Stauraum hätte geschaffen werden können. In unserer Skizze finden Sie exemplarische Maße. Die statische Bemessung der Holzquerschnitte ist bei den Sparren sehr wichtig. Diese müssen nämlich die (optionale) Dachbegrünung und auch das darin gespeicherte Wasser ohne wesentliche Durchbiegung tragen. Sie erleichtern sich außerdem die Arbeit, wenn Sie Fenster- und Türelemente im Baumarkt nach Maß anfertigen lassen. Alternativ können Sie diese Arbeit auch selbst vornehmen.
Allerdings ist man auf ein Häuschen im Garten, das man selbst vom Grundstein an geplant und gebaut hat, sicher wesentlich stolzer als auf ein gekauftes Exemplar. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie ein individuelles Gartenhaus selber bauen. Außerdem geben wir praktische Tipps zu Fundament und Baugenehmigung.
Ob du eine Baugenehmigung für deinen Geräteschuppen benötigst, hängt von der Größe und dem Standort ab. Von Bundesland zu Bundesland unterscheiden sich die Vorgaben allerdings. Informiere dich vor der Planung und dem Bau deines Geräteschuppens oder Gartenhauses über die Gesetze in deinem Bundesland.
Im Folgenden findest du eine Übersicht der gesetzlichen Vorgaben, die in den einzelnen Bundesländern gelten:
| Bundesland | Baugenehmigung notwendig? |
|---|---|
| Baden-Württemberg | Baugebiet: bei über 40 m³ Rauminhalt Außenbereich: bei über 20 m³ Rauminhalt |
| Bayern | Baugebiet: bei über 75 m³ Rauminhalt Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Berlin | Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Brandenburg | Baugebiet: bei über 75 m³ Rauminhalt Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Bremen | Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt Außenbereich: bei über 6 m³ Rauminhalt |
| Hamburg | Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Hessen | Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Mecklenburg-Vorpommern | Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Niedersachsen | Baugebiet: bei über 40 m³ Rauminhalt Außenbereich: bei über 20 m³ Rauminhalt |
| Nordrhein-Westfalen | Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt Außenbereich: nur für Land- und Forstwirtschaft erlaubt |
| Rheinland-Pfalz | Baugebiet: bei über 50 m³ Rauminhalt Außenbereich: bei über 10 m³ Rauminhalt |
| Saarland | Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Sachsen | Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Sachsen-Anhalt | Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
| Schleswig-Holstein | Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt Außenbereich: bei über 10 m³ Rauminhalt |
| Thüringen | Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung |
Auch bezüglich des Abstandes zur Grundstücksgrenze gibt es festgelegte Vorschriften. Die Bundesländer geben hier ebenfalls unterschiedliche Mindestanforderungen vor. Je nach Nutzung beziehungsweise Ausstattung ist es in Ausnahmefällen möglich, ein Gerätehaus direkt an der Grundstücksgrenze zu errichten. Hierbei gilt es, die nötigen Vorkehrungen zum Brandschutz zu treffen. Andernfalls kannst du in der Regel mit einem Mindestabstand von 3 m zum Nachbargrundstück rechnen.
tags: #Schuppen #massiv #bauen #anleitung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.