Gerätehäuser: Stauraum und Schutz für Kinderwagen und mehr

Für Erwachsene bietet ein Gartenhaus Platz für eine Vielzahl von Geräten, die vor Regen, Schnee und Wind geschützt sind. Für Kinder können Gartenhäuser eine Vielzahl von Spielsachen und Puppen beherbergen, nicht nur um ihnen gute Gewohnheiten beizubringen, sondern auch um den Garten in Ordnung zu halten. Die Materialien reichen von Holz über Rattan und HDPE bis hin zu Metall - die Auswahl ist groß. Wenn Sie von einem schönen Garten oder einer schönen Terrasse träumen, fangen Sie mit einem unserer Gartenhäuser an: Vielleicht finden Sie Ihr Traumhaus in unserem Katalog.

Fast in jedem Garten oder Grundstück braucht es früher oder später ein Gerätehaus. Dabei stellt sich gleich vorab die Frage: Soll es ein Gerätehaus aus Holz oder ein Geräteschuppen aus Metall werden? Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile.

Doch worauf sollte man beim Kauf eines Gerätehauses achten? Was unterscheidet ein Gerätehaus von gängigen Gartenhäusern? Und für welche Nutzungen eignet es sich besonders? Im Folgenden beantworten wir diese und weitere wichtige Fragen rund ums Gerätehaus: Zu den speziellen Merkmalen eines Gerätehauses, zu Material, Wandstärke und Dachform, Holzboden und Stromanschluss bis hin zur Pflege zwecks Erhaltung der Langlebigkeit.

Was unterscheidet ein Gerätehaus von einem normalen Gartenhaus?

Da es sich sowohl beim Gartenhaus als auch beim Gerätehaus um umgangssprachliche Begriffe handelt, gibt es keine glasklare Definition. Die Übergänge vom Gerätehaus zum Gartenhaus sind fließend: Ein kleines Gartenhaus mit nur einem Fenster kann Gerätehaus sein, aber auch als Gartenhaus durchgehen. Das entscheidet letztlich die Nutzung. Womit wir schon den einzigen, allen Gerätehäusern gemeinsamen Unterschied benannt haben: Ein Geräteschuppen wird nicht zu Wohnzwecken genutzt!

Es wird nicht gemütlich eingerichtet, sondern dient vor allem als Stauraum zur Aufbewahrung der Gartengeräte und anderer Utensilien. Aus dieser Nutzung ergeben sich weitere Merkmale, die das Gerätehaus vom durchschnittlichen Gartenhaus unterscheidet:

  • Ein Gerätehaus ist kleiner als ein Gartenhaus, das auch zum Aufenthalt genutzt wird. Gängig sind Nutzflächen zwischen zwei und acht Quadratmetern. Einige Gerätehäuser verfügen zusätzlich über einen Anbau bzw. ein Schleppdach, das die Nutzfläche im Außenbereich vergrößert. Kompakte Gartenschränke und Gartenboxen, die ebenfalls zur Aufbewahrung dienen, finden sich ebenfalls in der Kategorie "Gerätehäuser".
  • Ein Gerätehaus hat häufig keine oder nur kleine Fenster, denn es ist meist nicht Sinn der Sache, fremden Blicken Einsicht zu gewähren. Ebensowenig benötigt es eine gute Aussicht, da man sich im Gerätehaus kaum aufhält.
  • Eine hohe Wandstärke ist nicht ganz so wichtig wie bei einem Gartenhaus zum Wohnen, denn gewiss will man nicht darin übernachten oder in der kühlen Jahreszeit dort entspannen.

Warum ein Gerätehaus kaufen?

Bei einem Gerätehaus im Garten handelt es sich um ein klassisches, aber unglaublich praktisches „Gartenaccessoire“, das - je nach Größe - mehr oder weniger viel Stauraum und Nutzfläche bietet. Das Gerätehaus kann für viele Zwecke genutzt werden:

  • Für Gartenwerkzeuge, Pflanzerde, Samen, Dünger und weitere Gartenutensilien.
  • Für den Rasenmäher und andere Maschinen, die im Garten bzw. auf dem Grundstück benötigt werden.
  • Zur Einlagerung der Gartenmöbel und Sonnenschirme im Winter.
  • Als Aufbewahrungsort für Sport- und Spielgeräte, wenn sie nicht gebraucht werden.
  • Als Fahrradgarage und Kinderwagen-Abstellraum.
  • Als Werkzeuglager und Hobbywerkstatt.
  • Als Kinderspielhaus, ausgestattet und bemalt nach den Wünschen der Kids.
  • Als Überwinterungsort für Kübelpflanzen: ohne Fenster nur für die dunkle Überwinterung, mit Fenstern auch als helles Winterquartier (immer mit Frostwächter!).

Vieles, was man "mal eben irgendwo abstellt", ist in einem geschlossenen Raum besser aufgehoben und vor Umwelteinflüssen wie Wind und Regen geschützt. Abschließbare Gerätehäuser bieten auch einen gewissen Schutz gegen Diebstahl, was allerdings auch auf den Standort ankommt: In einem entlegenen Garten ohne Nachbarn hält ein Schloss und auch eine gute Wandstärke Diebe mit einiger krimineller Energie nicht wirklich ab.

Rubicon Gerätehaus-Bausatz - Alle Vorteile | Canopia by Palram (DE)

Gerätehaus mit oder ohne Holzboden?

Gerätehäuser werden sowohl mit als auch ohne Holzboden angeboten. Bei der Gartenhausfabrik gehört der Boden meist zum Lieferumfang. Einige Modelle (wie z.B. die kompakten HPL Design Gartenhäuser, sowie einige Metall-Gerätehäuser) werden auch ohne Holzboden angeboten - warum? Obwohl für die meisten Kunden der Holzboden schon aus Gründen der Sauberkeit und Optik unverzichtbar ist, gibt es Fälle, wo er eher überflüssig ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn durch die Nutzung der Boden sowieso immer sehr dreckig sein wird, so dass die vorhandene Bodenplatte bzw. das Fundament als Untergrund ausreicht.

Wie wichtig ist ein Stromanschluss im Geräteschuppen?

Ob ein Stromanschluss für einen Geräteschuppen wichtig ist, ist im Wesentlichen davon abhängig, ob das jeweilige Modell über Fenster verfügt. Denn: kann das betreffende Areal nicht durch Tageslicht erhellt werden, ist es immer praktisch, im Notfall auf eine Lampe setzen zu können. Strom ist natürlich auch erforderlich, wenn Sie das Gerätehaus aus Werkstatt nutzen, denn dann kommen vermutlich elektrische Geräte wie Bohrmaschine, Kreissägen, Schwingschleifer o.ä. zum Einsatz, für die man vor der Nutzung nicht immer eine Kabeltrommel ausrollen möchte.

Das Material fürs Gerätehaus: Holz oder Metall?

Für ein Gerätehaus aus Holz gibt es gute Gründe:

  • Natürliche Optik, die sich gut mit anderen Gartenaccessoires kombinieren lässt.
  • Temperaturausgleichend: Da Holz "lebt und atmet" findet ein Temperaturausgleich statt, es wird in aller Regel keine schwitzenden Wände geben.
  • Umweltfreundlichkeit, denn Holz ist langlebig und problemlos zu entsorgen.
  • Flexibilität, denn auch Laien können ein Gerätehaus aus Holz bei Bedarf per DIY umbauen oder ihm zumindest eine völlig andere Optik verleihen. Es lässt sich somit besser in jede Umgebung integrieren, sowohl mitten im Grünen als auch neben moderner Wohnhausarchitektur.
  • Vielfältige Nutzbarkeit: Holzhäuser sind ausbaufähig und lassen sich anderen Nutzungen leicht anpassen. Hybrid-Modelle, also kleine Gartenhäuser mit Fenstern, die sich sowohl als Gerätehaus und Stauraum als auch zum Aufenthalt eignen, sind nur aus Holz denkbar. Ein solches Haus könnte z.B. zunächst als Kinderspielhaus genutzt werden und später, wenn die Kinder es nicht mehr benötigen, als Stauraum oder Fahrradgarage.

Als Nachteil eines Gerätehauses aus Holz wird die Pflegebedürftigkeit angeführt: Es muss imprägniert und gestrichen werden, nicht nur einmal, sondern - je nach Lage und Beanspruchung - alle paar Jahre wieder. Zudem sind Gerätehäuser aus Holz im Durchschnitt teurer als Metallschuppen, schon allein aufgrund des Materials und der komplexeren Bauweise.

Ein Gerätehaus aus Metall punktet dagegen mit folgenden Vorteilen:

  • Form- und Farbstabilität: Anders als Holz "arbeitet" das Metall nicht. Es verzieht sich nicht und auch Wetterextreme können ihm nichts anhaben. Dank der Einbrennlackierungen oder Beschichtungen verfärbt sich ein Gerätehaus aus Metall nicht.
  • Pflegeleicht und wartungsarm: Ein Gerätehaus aus Metall muss nicht so regelmäßig neu gestrichen werden wie ein Holzhaus.
  • Feuerfest: Gerätenhäuser aus Stahlblech sind nicht brennbar. Sie können also sorglos auch brennbare Materialien im Schuppen lagern.
  • Preisgünstig: Ein Gerätehaus aus Metall ist vergleichsweise preisgünstig. Das gilt nicht nur für den kleinen Metallschuppen, sondern auch für mittlere und große Modelle.

Die Nachteile des Gerätehauses aus Metall:

  • Als "grünes Wohnzimmer" eignet es sich nicht. Es lässt sich also nicht flexibel nutzen, sondern bleibt immer ein Geräteschuppen Metall.
  • Ein Temperaturausgleich findet nicht statt: Im Sommer heizt sich das Stahlblech in der Sonne auf, im Winter wird es im Innenraum schnell sehr kalt. An den Wänden kann sich Kondenswasser sammeln.
  • Auch das Prasseln des Regens auf dem Blechdach kann als störend empfunden werden, sofern das Gerätenhaus nahe am Wohnhaus steht.

Ein Gerätehaus günstig kaufen

Die Gartenhausfabrik ist nicht nur ein Shop, sondern auch selbst Hersteller. Das hat Vorteile: Im Direktkauf „ab Fabrik“ profitieren Sie von einem optimalen Preis-Leistungsverhältnis, weil Kosten für Zwischenhändler gar nicht erst anfallen.

Ob ein "Geräteschuppen Holz" oder "Gerätehaus Metall" - es gibt verschiedene Möglichkeiten, günstiger an ein Gartenhaus zu kommen.

  • Wenn Sie ein preislich reduziertes Gerätehaus suchen, checken Sie unseren Sale %! Hier finden Sie verschiedene Angebote auslaufender Modelle, einige auch auf Lager. Es lohnt sich, ab und zu einen Blick in diese Rubrik zu werfen.
  • Nutzen Sie saisonale Aktionen! Zum Ende der Saison und über den Winter bieten wir regelmäßig Garten- und Gerätehäuser zu stark reduzierten Preisen an. Nutzen Sie diese Aktionen für Ihren Kauf, auch wenn Sie das Gartenhaus erst Monate später benötigen.

Mit unserem Einlagerungsservice ist das kein Problem: Sie kaufen das Gartenhaus, buchen die Einlagerung einfach dazu und lassen es sich bequem zum Wunschtermin liefern. So sichern Sie sich die attraktiven Konditionen, auch wenn Sie über keinen passenden Ablageort verfügen.

Checkliste: Worauf ist beim Kauf eines Gerätehauses zu achten?

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Gerätehäuser ist es hilfreich, vorab genau zu wissen, wofür man es nutzen will. Als Familie tut man gut daran, den Familienrat zu befragen, denn vielleicht gibt es dazu mehr Wünsche und Ideen als gedacht. Hier eine kleine Checkliste, die die "Qual der Wahll" erleichtern soll:

  • Welche Größe? Wieviel Quadratmeter Nutzfläche muss das Gerätehaus bieten? Reicht vielleicht schon ein sehr kompaktes Modell, ein Gartenschrank oder eine Gartenbox? Braucht es einen Anbau / ein Schleppdach, um auch im Außenbereich überdachte Nutzfläche zu bieten?
  • Soll das Gerätenaus eine besondere Form haben? Sehr breit oder eher schmal und tief? Vielleicht werden zwei Räume benötigt? Òder soll es Gerätehaus im 5-Eck-Stil sein?
  • Soll es ein fensterloses Gerätehaus werden, um jeden Einblick zu verhindern? Òder braucht die geplante Nutzung doch Fenster? Wenn ja, wie viele?
  • Welche Wandstärke wird benötigt? Bei Gerätehäusern beginnt es mit 14mm und 19mm Wandstärke, es folgen stabilere 28 mm Wandstärke und endet bei starken 40/44 mm Wandstärke.
  • Welcher Stil wird gewünscht? Ist das gewählte Gerätehaus bzw. das Modell "in der engeren Wahl" abschließbar? Gefällt das ausgesuchte Gerätehaus auch optisch und passt es gut in die Umgebung?

Spezielle Gerätehäuser: Fahrradgarage, Mülltonnenbox, Schlafhütte...

Für einige Nutzungen hält das Sortiment der Gartenhausfabrik Gerätehäuser bereit, die für spezifische Bedürfnisse konzipiert sind. Das sind zum Beispiel Fahrradgaragen und Mülltonnenboxen, bequeme Schläfhütten zum Relaxen im Garten oder ein Gerätehaus mit Glasanbau, der sich als Gewächshaus nutzen lässt. Auch Anlehnhäuser, die sich ans Wohnhaus anlehnen und dafür die 4.Wand einsparen, sind erhältlich.

Fahrradüberdachungen

Mit einer Grundfläche von rund 120 x 275 cm ist dieser Fahrradunterstand ausreichend bemessen, um mindestens drei Fahrräder unterzubringen - und das auf sehr dekorative Art und Weise. Die Rückwand ist mit 2,85 mm breiten Blockhausbrettern beplankt. Kiefernholz ist bestens geeignet.

Fahrradunterstand: Schrittweise Anleitung

  1. Zunächst werden die Positionen für die Beton-Fundamenblöcke festgelegt.
  2. Erdlöcher ausheben und einlassen. Natürlich können Sie auch ein Punktfundament gießen.
  3. Alle Fundamentblöcke müssen die gleiche Höhe haben. Mit Latte und Wasserwaage kontrollieren.
  4. Jetzt bereiten Sie das Pflasterbett vor: Das Erdreich 10 cm tief ausheben. Kies einfüllen und verdichten, dann mit einer Latte abziehen.
  5. Auf dem so vorbereiteten Unterbau lassen sich nun die 30 x 30 cm großen Gehwegplatten verlegen.
  6. Die Aussparungen für die Überblattung an Trägern und Pfosten markieren.
  7. Die erforderlichen Ausklinkungen in den Pfosten einschneiden, dann mit dem Beitel ausstemmen.
  8. Die Überstände der Dachsparren nach den Maßen im Einkaufszettel anzeichnen und ablängen.
  9. Die Dachsparren und die Eck-/Zwischenpfosten mit Spanplatten-Schrauben verbinden.
  10. Den Längsträger ebenfalls mit den Pfosten verschrauben.
  11. Die Abstände kontrollieren, erst dann endgültig befestigen.
  12. Um die Konstruktion provisorisch zu stabilisieren, eine Latte diagonal fixieren. Falls die Pfosten nicht exakt in der Flucht sind, lassen sie sich mit Hilfe dieser Latte nachjustieren.
  13. Die Rahmen für die Wandbeplankung verschrauben und mit gerundeten Blockhausbrettern beplanken.
  14. Das erste Element steht zum Befestigen zwischen den Pfosten bereit.
  15. Mit Zwingen werden die oberen Rahmenbretter zunächst bündig mit der Unterkante des Längsträgers fixiert, angenagelt und mit den Pfosten schräg von innen verschraubt.
  16. Die Elemente passen exakt zwischen die Pfosten.
  17. Rahmenleisten für die Rahmen stumpf verschrauben.
  18. Die Positionen für die Sägeschnitte anzeichnen.
  19. Die Überblattung bis zur halben Holzdicke mehrfach einschneiden und mit dem Beitel sauber ausstemmen.
  20. Die Diagonalleisten werden auf jeder Seite des Kreuzes mit Nägeln untereinander verbunden.
  21. Die Diagonalkreuze in die Rahmen setzen und wiederum mit Nägeln befestigen.
  22. Die drei vorgefertigten Kreuzrahmen 20 mm von der Vorderkante der Pfosten entfernt aufnageln.
  23. Der Rohbau steht, jetzt fehlen nur noch der Anstrich und das Dach. Selbstverständlich lassen sich die Abmessungen der Konstruktion Ihren örtlichen Gegebenheiten anpassen.
  24. Dachbretter ablängen. Reststücke probeweise so auslegen, dass der Überstand an der Traufe 40 mm beträgt.
  25. Die Dachsparren vor dem Eindecken streichen.

Zwei Wochenenden und rund 380 Euro an Materialkosten hat unser Bauherr in den maßgefertigten Anlehn-Bikeport investiert. Zeit und Kosten, die sich offensichtlich gelohnt haben: Der Fahrradschuppen, der sich in diesem Fall an die Garagenwand anlehnt, wirkt leicht und filigran und bietet auf relativ kleiner Grundfläche ausreichend Platz für den Fuhrpark einer ganzen Familie: für Fahrräder, Kinderwagen, Tretroller und andere Vehikel. Der Bikeport wurde hier im gleichen Baustil wie die Garage konstruiert, lässt sich aber genauso gut an jede Hauswand anlehnen. Allerdings sollten Sie den Fahrradschuppen dann farblich auf das Haus abstimmen.

Praxistipp: Wenn möglich sollten Sie den Fahrradunterstand so platzieren, dass Sie von beiden Stirnseiten aus Fahrräder darin unterstellen können. Da der Unterstand bewusst schmal (= platzsparend) entworfen wurde, wird es innen leicht eng, wenn Sie ausladende Räder (Mountainbikes oder E-Bikes) nebeneinander abstellen wollen.

Kinderwagen im Mehrfamilienhaus abstellen

Endlich ist der neue Kinderwagen da und Du fährst stolz Deinen kleinen Schatz durch die Gegend. Die Nachbarn gratulieren zum süßen Baby, aber schon einige Tagen später verziehen sie die Miene, wenn sie Deinen Kinderwagen im Treppenhaus stehen sehen. Kommt Dir bekannt vor? Dann wohnst Du bestimmt in einem Mehrfamilienhaus. Wir erklären Dir, wo Du Deinen Kinderwagen abstellen darfst und Ärger mit den Nachbarn vermeidest.

Zuerst einmal die gute Nachricht: Das Abstellen eines Kinderwagens im Hausflur darf nicht pauschal verboten werden. Generelle Verbote im Mietvertrag oder der Hausordnung sind in der Regel nicht zulässig (LG Berlin, 15. September 2009, Az.: 63 S 487/08). Das heißt aber nicht, dass man dort nach Lust und Laune alles abstellen kann, was man will. Beim Treppenhaus und dem Flur eines Mehrfamilienhauses handelt es sich um eine Gemeinschaftsfläche, die von allen Hausbewohnern genutzt wird.

Das heißt zwar einerseits, dass auch Du diesen Bereich zum Abstellen eines Kinderwagens nutzen darfst, wenn Du dringend auf ihn angewiesen bist. Andererseits muss sich der Vermieter bei dieser Gemeinschaftsfläche aber auch darum kümmern, dass sich die Bewohner sicher dort bewegen können und beispielsweise im Brandfall keine Fluchtwege versperrt sind. Das heißt, die Sicherheit aller Bewohner steht im Vordergrund.

Das Abstellrecht vorab im Mietvertrag klären

Ist der Nachwuchs schon beim Einzug in die Wohnung geplant, kannst Du direkt beim Durchgehen des Mietvertrags mit dem Vermieter klären, ob der Kinderwagen später im Treppenhaus abgestellt werden darf.

Ganz sicher gehst Du, wenn Du Dir das Nutzungsrecht zum Abstellen des Kinderwagens in den Mietvertrag oder einer vertraglichen Hausordnung aufnehmen lässt (LG Berlin, Urteil vom 31. Juli 2012, Az.: 63 S 576/11).

Gut zu wissen: Bekommt ein einzelner Mieter dieses besondere Nutzungsrecht, muss es auch den anderen Mietern eingeräumt werden (vgl. AG Münster WuM 2008, 664; AG Köln ZMR 2011, 886).

Kinderwagen im Flur oder Treppenhaus abstellen

Ist Dein Kinderwagen zu sperrig, um ihn jeden Tag in den fünften Stock und wieder nach unten zu schleppen, hast Du unter gewissen Umständen das Recht, ihn im Hausflur abzustellen. Und zwar, wenn Du dringend auf den Kinderwagen angewiesen bist und:

  • Dein Kinderwagen nicht in den Aufzug passt bzw. es keinen Aufzug gibt, in dem Du den Kinderwagen transportieren könntest.
  • Du den Kinderwagen über viele Treppen in Deine Wohnung oder den Keller bringen müsstest.
  • Du keine andere Möglichkeit hast, den Kinderwagen unterzustellen (z.B. im Fahrradraum, in einem Schuppen neben dem Haus, etc.).

Allerdings hat auch hier die Sicherheit aller Mitbewohner die höchste Priorität. Deshalb musst Du beim Abstellen einiges beachten:

  • Der Flur/das Treppenhaus muss trotz abgestelltem Kinderwagen genug Platz bieten, um sich problemlos zu bewegen (falls nötig, musst Du den Kinderwagen zusammenklappen).
  • Der Kinderwagen darf die anderen Bewohner nicht behindern oder gefährden.
  • Alle Zugänge und Fluchtwege müssen gut erreichbar sein.
  • Es ist auf keinen Fall erlaubt, den Kinderwagen im Treppenhaus anzuketten, da dadurch im Notfall wichtige Fluchtwege versperrt sein könnten.

Ist das Treppenhaus eigentlich zu schmal, um dort noch einen Kinderwagen abzustellen, kann es trotzdem ein Hintertürchen für Dich geben: das Oberlandesgericht Hamm urteilte, dass ein kurzzeitiges Abstellen des Kinderwagens in engen Treppenhäusern nicht grundsätzlich verboten werden darf (OLG Hamm, 03.07.2001, Az.: 15 W 444/00).

In so einem Fall darfst Du den Kinderwagen aber nur tagsüber dort abstellen. Nachts und bei längerer Nichtbenutzung musst Du den Kinderwagen anderweitig unterbringen und zum Beispiel im Keller abstellen.

Damit Du im Zweifelsfall auch eine juristische Quelle hast, auf die Du Dich beziehen kannst, haben wir Dir die entsprechenden Urteile mit angegeben. Bitte beachte aber, dass wir keine rechtliche Beratung sind und Dir die genannten Urteile nur als Wegweiser dienen sollen.

tags: #schuppen #fur #kinderwagen #test

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen