Neurodermitis, auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Haut, die in Schüben auftritt und nicht ansteckend ist. Typische Zeichen sind Hautausschlag und quälender Juckreiz. Sie betrifft häufig Kinder und beginnt meist schon in den ersten sechs Lebensmonaten mit einem Ekzem, bildet sich im Verlauf bis zum Erwachsenenalter aber oft zurück und verschwindet dann zeitweise oder sogar ganz.
Neurodermitis und Schuppenflechte sind zwei der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Obwohl sie ähnliche Symptome wie entzündete, schuppende und juckende Haut haben, sind sie sehr unterschiedliche Krankheitsbilder, die auf unterschiedliche Ursachen und Mechanismen zurückzuführen sind. Neurodermitis beginnt vor allem im Kindesalter, während Schuppenflechte häufig im Erwachsenenalter auftritt. Beide Krankheiten können jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben und erfordern eine spezifische Behandlung und Pflege.
Die Beschwerden bei Neurodermitis können sehr belastend sein und die Lebensqualität der/s Betroffenen beeinträchtigen. Eine gute Hautpflege und das Vermeiden von Auslösern tragen wesentlich dazu bei, Beschwerden vorzubeugen.
Allein in Deutschland schätzt man, dass ca. 2 Millionen Kinder und 2,5 Millionen Erwachsene an Neurodermitis leiden.
Weil Neurodermitis schubweise verläuft und nicht ansteckend ist, gibt es Phasen mit starken oder weniger starken Beschwerden. Auch zwischen Betroffenen kann die Erkrankung sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Zu den häufigsten Symptomen einer Neurodermitis gehören:
Bei Babys treten erste Symptome zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat auf. Der sogenannte Milchschorf kann - muss aber kein Vorbote für eine Neurodermitis sein.
Welche Körperstellen betroffen sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt zudem maßgeblich vom Alter ab:
Neurodermitis beginnt beim Baby meist bei Neurodermitis im Gesicht und an der behaarten Kopfhaut. Dort bildet sich der so genannte Milchschorf. Die Haut ist gerötet, nässt und ist mit Schuppenkrusten bedeckt. Der damit verbundene Juckreiz ist für die Babys häufig sehr quälend.
Weitere betroffene Stellen bei Babys sind die Wangen sowie die Streckseiten von Armen und Beinen, seltener Rücken, Bauch und Brust. Schon bald zeigen sich bei Babys und auch Kleinkindern die typischen Beugeekzeme in Kniekehlen, Armbeugen oder Nacken.
In Deutschland sind mit etwa 23% Babies und Kleinkinder die am stärksten von Neurodermitis betroffene Altersgruppe, im Laufe der Jahre verringern sich jedoch die Symptome oder verschwinden ganz: Im Schulalter sind nur noch 8% der Kinder betroffen.
Insgesamt nimmt Neurodermitis bei Kindern oft einen milderen Verlauf als bei Erwachsenen. Allerdings haben Kinder, die Neurodermitis haben oder hatten, ein höheres Risiko für andere allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma.
Neurodermitis tritt in verschiedenen Altersgruppen auf und manifestiert sich unterschiedlich.
Die Ursachen von Neurodermitis sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass Neurodermitis durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren und einer genetischen Veranlagung entsteht. Daher ist die Hauterkrankung auch vererbbar.
Bei Neurodermitis-Patienten ist offensichtlich die Hautbarriere gestört, sodass die Hornschicht der Haut ihre Schutzfunktion nicht richtig erfüllen kann.
Mögliche Ursachen und Auslöser:
Bei jedem Menschen kann Neurodermitis unterschiedlich verlaufen. Es ist deshalb wichtig, dass die Behandlung von Neurodermitis bei jedem Betroffenen genau passt.
Daher sollten Sie Ihre Neurodermitis genau ins Visier nehmen: Beobachten Sie, wie, wann und warum sich ein Schub bei Ihnen oder Ihrem betroffenen Kind ausbreitet. Es ist wichtig, die persönlichen Auslöser der atopischen Dermatitis zu kennen und so gut wie möglich zu vermeiden.
Eine zentrale Rolle spielt die richtige Hautpflege. Sie sollten nur Produkte verwenden, die für die Anwendung bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis) geeignet sind. Bepanthen® Sensiderm Creme ist eine leichte Creme zur Stabilisierung der Hautschutzbarriere und trägt damit zur Linderung von Rötungen und Juckreiz infolge von Hauttrockenheit oder atopischer Dermatitis bei. Dabei ist sie frei von Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen sowie Kortison.
Bei Neurodermitis ist es sehr wichtig, die Haut vor dem Austrocknen zu bewahren. Die grundlegende Behandlung von Neurodermitis ist deshalb eine tägliche Hautroutine, um die Hautbarriere zu schützen. Bei leichter Neurodermitis reicht es häufig schon aus, die Haut gut zu pflegen.
Fetthaltige Pflegeprodukte wie Salben schützen die Haut gut vor dem Austrocknen, lassen sich aber manchmal etwas schlechter auftragen. Flüssigere Cremes haben einen geringeren Fettanteil, lassen sich dafür aber angenehmer und einfacher auftragen. Lotionen haben einen sehr hohen Wasseranteil und eignen sich daher vor allem bei von Neurodermitis betroffenen, nässenden Hautstellen.
Neben dem Fettanteil ist es wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten. Manche Inhaltsstoffe können allergische Reaktionen hervorrufen und sollten deshalb gemieden werden. Dies gilt beispielsweise für Konservierungs-, Duft-, Farbstoffe, Emulgatoren, Paraffinöl oder Vaseline.
Bei der Hautreinigung gilt: besser pH-neutrale oder leicht saure medizinische Seifen (Syndets) benutzen als „normale“ Seifen oder Duschgels. Auch rückfettende Produkte zum Duschen oder Baden sind oft hilfreich. Generell sollten Sie eher kurz und lauwarm duschen oder baden, um der Haut nicht zu viel Fett zu entziehen.
Die richtige Hautpflege kann die kortisonfreie Zeit zwischen den Schüben verlängern, weshalb sie essentiell bei der Behandlung von Neurodermitis ist.
Ist die Haut akut entzündet und juckt, können Cremes oder Salben mit Kortison notwendig sein. Kortisonsalben oder -cremes werden nicht dauerhaft, sondern nur zur akuten Behandlung von Neurodermitis eingesetzt. Kortisonpräparate gibt es in unterschiedlicher Stärke, sie sind zum Teil rezeptpflichtig.
Zur Behandlung von Neurodermitis sind außerdem noch so genannte Immunmodulatoren zugelassen. Sie hemmen bestimmte Substanzen, die bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielen. Welches Präparat für Sie geeignet ist und wann es angewendet werden sollte, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Wenn die Therapie mit entzündungshemmenden Salben oder Cremes nicht ausreicht, kommt zusätzlich eine Lichttherapie infrage. Falls die Beschwerden weiterhin bestehen, können als letzte Instanz Tabletten, die das Immunsystem hemmen, eine weitere Behandlungsmöglichkeit bieten. Diese Maßnahme gehört jedoch unbedingt in die Hände eines Arztes und sollte gut durchdacht werden.
Wenn gleichzeitig allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen bestehen, kann der Einsatz von Antihistaminika sinnvoll sein.
Die Behandlung von Neurodermitis setzt sich aus verschiedenen Stufen zusammen, die aufeinander aufbauen und abhängig von den Beschwerden zum Einsatz kommen:
Da das Ausschalten von Risikofaktoren und die Auswahl der Therapeutika schwierig sein kann, sollte die Behandlung von Neurodermitis beim Baby immer durch einen Arzt koordiniert werden. So wird der optimale Behandlungserfolg gesichert und schwere Schübe sowie Komplikationen verhindert.
Hausmittel können einigen Neurodermitis-Betroffenen Erleichterung verschaffen. Kühle, feuchte Umschläge sind hilfreich gegen Juckreiz. Einige Betroffene bevorzugen Umschläge mit Kamillenblüten-Aufguss. Die Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, kann aber in manchen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen.
Eine Alternative zu den Hausmitteln bei Neurodermitis sind Umschläge mit Schwarztee, die durch die enthaltene Gerbsäure ebenfalls entzündungshemmend wirken. Einige Betroffene schwören auch auf Kokosöl bei Neurodermitis. Dem Öl werden antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungen nachgesagt, zudem soll es Hauttrockenheit und Juckreiz lindern.
Die Ernährung kann Neurodermitis beeinflussen, jedoch scheinen Nahrungsmittelallergien für die Beschwerden bei Neurodermitis nur eine geringe Rolle zu spielen. Lebensmittel, die bei Kindern als Neurodermitis-Auslöser infrage kommen, sind vor allem Kuhmilch, Soja, Weizen, Haselnuss, Erdnuss und Fisch.
Bei Erwachsenen spielen eher so genannte Kreuzallergien eine Rolle. Dabei reagiert das Immunsystem nicht nur auf Pollen bestimmter Bäume oder Gräser, sondern auch auf Inhaltsstoffe bestimmter Obstsorten, Gewürze oder Nüsse, in denen ähnliche Allergene vorhanden sind.
Ob und welche Lebensmittel Hautprobleme bereiten, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Deshalb gibt es keine allgemeine „Neurodermitis-Diät“ mit einem Ernährungsplan bei Neurodermitis. Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel die Haut beeinflussen, eignet sich das Führen eines Tagebuchs.
Wer betroffen ist, kann einiges tun, um einem Neurodermitis-Schub vorzubeugen. Hier einige Tipps für den Alltag:
Neurodermitis kann sich auch auf der Kopfhaut manifestieren, was oft mit starkem Juckreiz und Schuppenbildung einhergeht. Die Behandlung umfasst milde Shampoos und spezielle Pflegeprodukte.
Spezielle Cremes können helfen, die Symptome von Neurodermitis auf der Kopfhaut zu lindern.
Falls Beschwerden länger anhalten oder sich verschlimmern, ist ein Besuch beim Hautarzt (Dermatologe) ratsam, um eine individuelle Therapie zu finden.
Sowohl Neurodermitis als auch Schuppenflechte (Psoriasis) sind Entzündungskrankheiten der Haut, die zu Rötungen und zu Schuppungen der Haut führen.
Der Unterschied von Psoriasis und atopischen Ekzemen ist der Folgende: Bei Neurodermitis treten Ekzeme auf, bei Schuppenflechte sogenannte Plaques, das sind silbrig-weiße Hautschuppen auf geröteter, entzündeter Haut.
Während bei Neurodermitis die Reparatur der Hautbarriere im Fokus der Hautpflege steht, liegt der Fokus im falle der Schuppenflechte auf der Beruhigung der zugrundeliegenden Entzündung sowie der schonenden Ablösung der Plaques.
Für beide Hauterkrankungen ist die intensive Lipid- und Feuchtigkeitsversorgung der Haut ebenfalls wichtiges Ziel der Hautpflege.
Es folgt eine tabellarische Übersicht über die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten:
| Merkmal | Neurodermitis (Atopische Dermatitis) | Schuppenflechte (Psoriasis) |
|---|---|---|
| Hautbarriere | Gestört | Intakt |
| Hauttrockenheit | Neigung zu trockener Haut | Keine generelle Neigung |
| Immunsystem | Überempfindlichkeit auf Auslöser | Reaktion wie auf Verletzung |
| Hautveränderungen | Ekzeme | Plaques (silbrig-weiße Schuppen) |
| Hautpflege-Fokus | Reparatur der Hautbarriere | Beruhigung der Entzündung, Ablösung der Plaques |
| Gemeinsamkeiten | Chronischer Verlauf, Schubartigkeit, Juckreiz, Entzündungen, individuelle Auslöser | |
Menschen mit Neurodermitis haben oft eine gestörte Hautbarriere, daher ist eine regelmäßige Feuchtigkeitspflege besonders wichtig. Reichhaltige Feuchtigkeitscremes und Emollientien mit Inhaltsstoffen wie Ceramiden, Linolsäure und Nachtkerzenöl können die Hautbarriere stärken.
Es ist ratsam, hypoallergene und parfümfreie Produkte zu verwenden, da Allergene und irritierende Substanzen wie Parfüms, Farb- und Konservierungsstoffe vermieden werden sollten.
Die Medizinische Hautpflege von Allpresan Derma med bei Neurodermitis umfasst Produkte, die biomimetische Lipide, Panthenol und Bartflechtenextrakt enthalten. Diese Inhaltsstoffe reparieren nachweislich die Hautbarriere und schützen so vor weiterer Austrocknung. Gleichzeitig versorgen sie die Haut intensiv mit Lipiden und Feuchtigkeit, was zur Linderung der Symptome beiträgt und die Hautgesundheit fördert.
Neurodermitis und Schuppenflechte können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Der ständige Juckreiz und die sichtbaren Hautveränderungen können zu Schlafstörungen, Stress und sozialer Isolation führen. Es ist wichtig, Strategien zu entwickeln, um mit diesen Herausforderungen umzugehen.
Dazu gehören:
Stressmanagement: Stress kann sowohl bei Neurodermitis als auch bei Schuppenflechte Schübe auslösen. Techniken wie Yoga, Meditation und progressive Muskelentspannung können helfen, den Stresspegel zu senken.
Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken. Bei Schuppenflechte kann eine entzündungshemmende Diät hilfreich sein.
Regelmäßige Pflege: Eine konsequente Hautpflege mit geeigneten Produkten ist entscheidend. Verwende feuchtigkeitsspendende Cremes und vermeide reizende Substanzen.
Trigger vermeiden: Identifiziere und vermeide persönliche Auslöser für Schübe, wie bestimmte Nahrungsmittel, Allergene oder extreme Temperaturen.
Medizinische Betreuung: Regelmäßige Besuche beim Dermatologen sind wichtig, um die Erkrankung unter Kontrolle zu halten und die Behandlung anzupassen.
Die richtige Diagnose und eine individuell angepasste Behandlung sind entscheidend für den Umgang mit Neurodermitis und Schuppenflechte. Beide Erkrankungen erfordern eine kontinuierliche Pflege und Aufmerksamkeit. Mit der richtigen Strategie können Betroffene ihre Symptome effektiv lindern und ihre Lebensqualität verbessern.
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