Raspe ist eine weit verbreitete Hauterkrankung bei Pferden, die viele Pferdebesitzer zur Verzweiflung treiben kann, da sie aufwändig in der Behandlung ist. Doch was genau ist Raspe überhaupt? Als Raspe bezeichnet man die Vorstufe der entzündlichen Hauterkrankung „Mauke“. Allerdings ist Raspe nicht nur auf die Fesselbeuge beschränkt, sondern kann sich auf dem gesamten Bein ausbreiten.
Nun liest man vielfach, das wäre aber Mallanders und wir hätten das immer falsch behandelt, weil es sich ja um eine ganz andere Erkrankung als Raspe handeln würde. Mallanders und Sallanders sind sehr alte Begriffe aus dem 17 bis 19. Jahrhundert. In einem Buch von 1834 (Vorlesungen für Pferdeliebhaber - Hering) fand ich eine Erklärung darüber, dass man Raspe im englischsprachigen Raum mit Mallenders / Sallenders bezeichnen würde.
Aber das Hautproblem, das wir bisher als Raspe bezeichnet haben, gibt es in 2 verschiedenen Formen: die chronische Raspe, die sich einfach durch eine verstärkte Schuppenbildung zeigt (und demnach dasselbe ist wie Mallenders) und die "aufgeblühte", akute Raspe, die sehr schmerzhaft entzündlich, blutig und krustig zeigt und durch das entzündliche Geschehen eine Ähnlichkeit zur Mauke aufweist. Und eines geht oft ins andere über, der Zustand kann wechseln.
Trotzdem muss ich zugeben: So wirklich gesicherte Informationen haben wir über die Raspe nicht. Wir haben inzwischen allerhand Erfahrungen im Umgang damit gesammelt, aber die Erfahrungen sind extrem unterschiedlich und in tiermedizinischen Fachbüchern findet man im Grunde fast nichts darüber.
Warum Raspe entsteht, ist ungeklärt. Die Auslöser von Raspe sind ungeklärt und können sehr unterschiedlich sein. Bei Raspe handelt es sich erst einmal um eine starke Schuppenbildung auf der Haut. Meist tritt dies rund um den Fesselkopf auf.
Der häufigste Auslöser ist das Stehen auf matschigen und stark fäkalbelasteten Untergründen, mangelnde Behangpflege sowie zu wenig Bewegung und damit zu wenig Durchblutung. Bei stark behaarten Pferden vermutet man auch eine nicht ausreichende Belüftung und Wärmestau an den Beinen. Dadurch kommt es zu Krustenbildung.
Gelegentlich können Nahrungsmittelunverträglichkeiten Raspe auslösen. Dabei handelt es sich jedoch, entgegen der landläufigen Meinung, um einige wenige Einzelfälle. Viel häufiger findet man an Raspe erkrankte Pferde, die unter einem starken Eiweiß-, Vitamin-, oder Spurenelementemangel leiden. Daher ist der oft gegebene Rat bei Raspepferden nur noch Heu zu füttern ohne eine Kontrolle der bestehenden Ration oftmals kontraproduktiv und kann die Raspeerkrankung stark verstärken, sofern diese aufgrund von Nährstoffmängeln entstanden ist.
Nach meiner Beobachtung und Erfahrung spielen also die genetische Veranlagung und der Milbenbefall eine sehr große Rolle. Durch den Milbenbefall kann es zu Sekundärinfektionen kommen, die zu chronischen Hautveränderungen führen können. Sehr, sehr häufig leiden diese Pferde unter Milbenbefall. Ob Milbenbefall jedoch immer der alleinige Auslöser ist, ist fraglich.
In dem englischsprachigen Blog eines Tierarztes (Dr. David Marlin) fand ich einen Artikel über Mallenders und Sallenders, in dem geschrieben wurde, die häufige oder chronische Infektion mit Chorioptes-Milben würden diese Hyperkeratose verursachen und die Hautbereiche würden sich dann auch infizieren können.
Die Veranlagung scheint genetisch zu sein. Meist tritt das Problem erst auf, wenn das Pferd ausgewachsen ist.
Wichtig zu wissen ist vor allem: Es handelt sich um eine chronische Hautveränderung. Das bedeutet, dass es in den allermeisten Fällen nicht komplett wieder verschwinden wird. Man muss es pflegen und gut beobachten, damit es nicht zu akuten Entzündungen kommt.
Im ersten Stadium bilden sich Schuppen, später dicke Krusten, unter denen die Haut geschwollen, rot und sehr empfindlich sein kann. Auch offene Läsionen kommen vor. In der weiteren Entwicklung reißt oder platzt die Haut unter den Krusten auf und es entstehen blutige Hautläsionen sowie Entzündungen bis hin zum Einschuss.
Typisch für die Raspe ist der Juckreiz. Werden die Krusten nicht regelmäßig trocken entfernt, kommt es darunter zu Schwellungen und Rötungen der Haut. Allerdings sind viele Pferde dort einerseits dunkel pigmentiert, andererseits auch stark behaart. Daher entdeckt man diese Problematik auch oft erst, wenn die Raspe schon eine Weile besteht und es neben der Krustenbildung auch zu Mauke gekommen ist.
Allerdings sind viele Pferde dort einerseits dunkel pigmentiert, andererseits auch stark behaart. Daher entdeckt man diese Problematik auch oft erst, wenn die Raspe schon eine Weile besteht und es neben der Krustenbildung auch zu Mauke gekommen ist.
Mauke sollte allerdings nicht mit Raspe verwechselt werden. Mauke und Raspe werden auch grundsätzlich unterschiedlich behandelt. Solange es sich rein um Raspe handelt und die Haut keine Läsionen aufweist, erfolgt die Behandlung rein durch Abscheren des Behanges und intensives, tägliches auskämmen der Krusten.
Raspe tritt besonders häufig im Fellwechsel auf.
Raspe ist für Pferde erstmal nicht schmerzhaft. Kommt dazu jedoch starker Juckreiz durch Mauke, Pilze, Milben oder Haarlinge, kann es ein starker Stressfaktor für ein Pferd sein. Daher sollte man früh und gewissenhaft handeln, sobald das Pferd Raspe entwickelt.
Raspe sollte an der Ursache behandelt werden. Die Raspe muss vor allem gut gepflegt werden. Beinbehänge müssen täglich penibel gebürstet und gekämmt werden. Auch in der Haltung sollte stets auf saubere, trockene Untergründe geachtet werden.
Notwendig ist auch die Haltung auf sauberen und trockenen Untergründen. Matschausläufe, matschige Weiden oder zu tiefe Sandböden sollten sowohl bei Raspe als auch bei Mauke vermieden werden.
Wenn die Raspe heftig krustig und schmerzempfindlich ist, liegt eine Infektion vor.
Oft werden paraffinhaltige Salben oder Öle zum Lösen der Schuppen verwendet. Das funktioniert zugegebenermaßen auch gut, zumal Paraffinöle nicht reizen und gut vertragen werden. Bedenken sollte man aber: Mit einer dauerhaften Mineralöl-Behandlung fördert man nicht die Hautregeneration.
Ich halte es für sinnvoller, die Haut gut zu unterstützen und durch eine gut angepasste Pflege nicht nur die Symptome zu mildern, sondern auch in einem gewissen Rahmen für Besserung zu sorgen. Tatsächlich aber zeigt es sich aber leider immer wieder, dass manche Raspestellen sehr empfindlich sind und Pflanzenöle so gar nicht mögen. Kaum verwendet man pflanzenölhaltige Cremes oder Salben oder auch reine Pflanzenöle, dann blüht solch überempfindliche Raspe heftig auf und wird sehr schmerzempfindlich. Andere Pferde kommen jedoch damit wunderbar zurecht. Da gibt es also keine allgemeingültige Regel.
Dann wird mit einer milden, handgemachten, gut überfetteten Seife gewaschen (sehr gute Tierseifen gibt es z.B. Sehr kräftige Schuppen / Krusten müssen evtl. zunächst mit einem Mineralölprodukt (z.B. Nach dem Waschen und Trockentupfen wird sanft desinfiziert (z.B.
Man muss also ein wenig hin- und herwechseln, um auf Dauer auf eine regenerierend wirkende Pflege umstellen zu können. Krusten und Schuppen werden mit dem z.B. Nachtkerzenöl gelöst, bei sehr hartnäckigen, festen Schuppen-Placken benötigt man evtl.
In allen Fällen gilt: Dranbleiben! Milben im Blick behalten und die Stellen geschmeidig und sauber halten! Und wenn alles insgesamt auf einem guten Stand ist, machen Sie sich bitte nicht verrückt, wenn es hier und da mal ein paar Schuppen oder Krüstchen gibt. Das kann bei unseren langhaarigen Pferden immer mal vorkommen.
Ein Tinker, Shire, Clydesdale oder Friese ist in der Pflege aufwendiger als ein Warmblut. Regelmäßige Kontrollen und Sauberhalten der Behänge gehören einfach dazu, wenn man sich für Pferde dieser Rassen entschieden hat. Aber nicht jede kleine Schuppenbildung und jedes Krüstchen ist gleich ein Drama, sondern das lässt sich bei Pferden mit chronischer Hautveränderung nicht komplett vermeiden.
In den Diskussionen um dieses Krankheitsbild geht es immer wieder um die Fütterung. Und da geht es vor allem darum, was diese Pferde NICHT fressen sollten. Tatsächlich scheint es oft so, als würden betroffene Pferde auf bestimmte Futtermittel mit Verschlechterung der Symptome reagieren. Und ich möchte es auch nicht ausschließen, dass das so ist. Nur ist es wirklich sehr, sehr schwierig, da eine schlüssige Linie zu finden, was das Problem wohl schlechter machen könnte.
Pferde mit Raspe sollten zunächst stärkearm gefüttert werden. Eine Ausschlussdiät zur Detektion von Nahrungsmittelallergien kann jedoch durchgeführt werden, wenn die Raspe trotz guter Pflege nicht besser geworden ist. Nahrungsmittelallergien beim Pferd kommen vor, sind aber sehr selten.
Trotzdem sollte die allgemeine Ration bei Raspe direkt angeschaut werden. Neben der stärkearmen Ernährung durch eine eventuelle Kraftfutterreduktion sollte man dem Pferd hochwertige Fettsäuren in Form von Omega 3 und Omega 6 zur Verfügung zu stellen. Zum Beispiel aus Hanföl und Leinöl. Dazu benötigt das Pferd eine ausreichende Dosis an Zink und Mangan.
Vielfach wird auch gesagt, betroffene Pferde dürften nichts "synthetisches" bekommen und die Gabe von "Industriefutter" wäre die Ursache des Problems. Auch dazu habe ich mal ein bisschen in alten Büchern gestöbert: Schon in einem Buch von Galiberti von 1660 kann man recht viel lesen über "Heylung der Räpffen" und "Wider die Schrunden". Aus den Beschreibungen kann man schließen, dass "Räpffen" wohl Raspe meint und auch hier wurde es zusammen mit Krätze und Räude (also Krankheiten durch Milben verursacht) erwähnt.
1660 gab es sicher keine "synthetischen Industriefutter" und trotzdem gab es auch damals das Problem und auch damals galt es als hartnäckig, die Behandlungsvorschläge waren entsprechend aufwendig.
Allem voran wird momentan gesagt, man dürfe kein Futter mit Biotinzusatz geben, weil Biotin zu vermehrter Keratinproduktion führen würde und das würde also die Hyperkeratose verschlimmern. Aber ich denke, wenn man über das oben Geschriebene etwas nachdenkt, dann sieht man, dass eine Hyperkeratose sicherlich andere Ursachen hat als die Zufuhr von Biotin. Es gibt auch in der Literatur keinerlei Hinweise darauf, dass Biotin bei Mensch oder Tier zu Hyperkeratose führen könnte.
Und ich möchte zu Bedenken geben: Individuelle Beobachtungen können sehr täuschen! Denn meist wird ein Futtermittel dann gewechselt, wenn man das Gefühlt hat, dass das bisherige nicht passt. Heißt also: Da lief schon vor dem Futterwechsel etwas nicht so rund. Darum gibt man dann ein neues Futter. Und wenn die Sache dann noch schlechter wird, dann meint man, nun wäre das neue Futter schuld.
Aber kann es denn überhaupt sein, dass man wenige Tage nach Futterwechsel eine Veränderung der Raspestellen bemerkt? Oben habe ich geschrieben, dass es ca. 17 Tage von Zellteilung bis Ankunft in der obersten Hautschicht dauert. Also 2 bis 3 Wochen. Und bevor Nährstoffe tatsächlich in der Haut ankommen, dauert es ja auch eine ganze Weile! Hat man also ein Futter gefunden, das eigentlich passen sollte, so tut man gut daran, dies erst einmal auch längerfristig zu geben, denn Verschlechterungen können viele Gründe haben.
Natürlich kann und sollte man bei der Auswahl umsichtig vorgehen. Denn wie gesagt: Wir alle haben das Gefühl, die Pferde könnten auf bestimmte Dinge reagieren, wissen aber nicht genau, worauf. Recht positiv wirken sich häufig Produkte mit Seealgen aus. Hier gilt jedoch zu beachten: Seealgen enthalten sehr viel Jod und müssen darum sehr vorsichtig dosiert werden. Auch verschiedene Kräuter können sich positiv auf die Hautgesundheit auswirken.
Als Kombi-Produkt aus Seealgen, Spirulina, Lecithin, Kieselerde, Kräutern und Samen bieten sich die Herbasalin Wellnesshappen als Futterergänzung an. Das Mineralfutter sollte gut zum Heu passen und der Eiweißbedarf sollte gedeckt sein. Aber auch nach recht vielen Jahren in denen ich viele Pferde mit Raspe betreue, muss ich leider schreiben: Es gibt kein Mineralfutter, dass "gegen" Raspe gefüttert werden kann. Auch hier gilt: Man bekommt Raspe nicht weggefüttert.
Als Kombi-Produkt aus Seealgen, Spirulina, Lecithin, Kieselerde, Kräutern und Samen bieten sich die Herbasalin Wellnesshappen als Futterergänzung an. Das Mineralfutter sollte gut zum Heu passen und der Eiweißbedarf sollte gedeckt sein.
Tabelle: Empfohlene Nährstoffe und Futtermittel bei Raspe
| Nährstoff | Futtermittel | Wirkung |
|---|---|---|
| Omega 3 & 6 Fettsäuren | Hanföl, Leinöl | Unterstützung der Hautgesundheit |
| Zink & Mangan | Mineralfutter | Wichtig für die Hautregeneration |
| Seealgen | Futterergänzung | Positive Wirkung auf die Haut |
Bei Raspe handelt sich um eine chronische Hautveränderung. Heißt also: wir müssen lernen damit umzugehen - wir bekommen es nicht weg. Man kann die Situation verbessern - aber auch verschlechtern. Und was bei einem Pferd gut funktioniert, passt beim anderen überhaupt nicht.
Es gibt viele mögliche Pflegeprodukte, allerdings sollte man auf fettbasierte Cremes oder stark austrocknende Waschungen verzichten. Fettbasierte Cremes sollten nicht zum Einsatz kommen, da diese sich wie ein dicker Film auf die Krusten legen und darunter bestes Milieu für eine Bakterieninfektion bieten. Zudem sollten die Beine nur selten gewaschen werden.
Wenn sie gewaschen wurden, ist es sinnvoll die Beine zu föhnen, um die Haut nicht allzu lange nass zu lassen. Dies würde ansonsten die Entstehung von Mauke begünstigen.
Pferde mit Raspe sollten regelmäßig arbeiten. Gute Durchblutung und Schweißbildung helfen der Haut gesund zu bleiben. Daher gehört eine gute Trainingsplanung und Belastung zur Raspeprävention dazu.
Die Behänge müssen täglich penibel gebürstet und gekämmt werden. Die meisten Pferde genießen diese Prozedur, da sie den Juckreiz lindert. Oft tritt Raspe vor allem bei Pferden mit viel Beinbehang auf. Diese Pferde sollten dauerhaft an den Beinen kürzer, aber nicht komplett geschoren werden.
Hier sind einige Tipps zur Pflege und Vorbeugung:
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