Gartenhäuser und Schuppen, oft aus Holz oder Wellblech, können im Laufe der Zeit baufällig werden oder neuen Projekten im Weg stehen. Der Abriss solcher Nebengebäude ist jedoch oft mit unerwarteten Kosten und Hindernissen verbunden. Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick darüber, was Sie beachten sollten, um beim Abbruch in handwerklicher, finanzieller oder rechtlicher Hinsicht keine bösen Überraschungen zu erleben.
Nebengebäude wie Garagen, Carports, Schuppen oder Scheunen erfüllen auf einem Grundstück oft einen wichtigen Zweck: Sie dienen als Lagerstätte, Werkstatt, Partyraum oder Unterstand. Doch auch diese Gebäude halten nicht ewig und werden mit der Zeit baufällig. Dann stellt sich die Frage, ob ein Abriss sinnvoll ist.
All dies sind gute Gründe, um ein Nebengebäude wie eine Scheune oder einen Carport abzureißen. Allerdings gilt: Dabei ist einiges zu beachten. Die Entscheidung für oder gegen einen Abriss sollte also nicht vorschnell getroffen werden. Übrigens: Um ein Nebengebäude handelt es sich immer dann, wenn dem Objekt im Vergleich zum Hauptgebäude eine untergeordnete Bedeutung auf dem Grundstück zukommt.
Viele Haus- und Grundstücksbesitzer denken, dass sie beim Abriss eines kleinen Nebengebäudes grundsätzlich keine Abrissgenehmigung benötigen. Die Annahme, dass man über den Abriss einer Garage auf seinem eigenen Grundstück komplett selbst bestimmen kann, ist jedoch nicht ganz korrekt. Genauso wie bei der Abrissgenehmigung für ein Haus ist vor allem die Größe des Nebengebäudes ausschlaggebend dafür, ob Sie eine Genehmigung benötigen oder nicht. Unterhalb der Grenze von 300 m3 ist sie meist nicht erforderlich. Hier genügt es in der Regel das zuständige Bauamt in Kenntnis zu setzen.
Wenn Sie alle eventuell benötigten Genehmigungen vorliegen haben, können Sie sich an die konkrete Planung des Abrissprojekts machen. Hierbei gibt es natürlich viele Details zu beachten. Gerade den Abriss eines Nebengebäudes stellt sich so mancher recht unkompliziert vor. Tatsächlich können Carports, Geräteschuppen und Co. häufig im sogenannten Handabbruch abgerissen werden - insbesondere, wenn es sich um kleinere Holzbauten handelt. Sobald das Nebengebäude eine bestimmte Größe überschreitet oder etwa aus stabilem Mauerwerk besteht, sieht die Sache mitunter etwas anders aus. Hier können beim Thema Sicherheit, benötigtes Werkzeug sowie der Abfallentsorgung Komplikationen auftreten. Für unerfahrene Laien empfiehlt es sich in diesem Fall eher auf die Unterstützung eines Profis zurückzugreifen.
Es ist daher nicht ratsam, sich selbst an das Zerlegen eines alten Gartenhauses zu machen. Fachbetriebe prüfen vor dem Abriss, welche Substanzen vorhanden sind.
Der Werkstattschuppen hinter dem Haus besitzt einen eigenen Stromanschluss? In der Scheune sind Fenster eingebaut und in der alten Garage haben Sie schon immer Asbest vermutet? In all diesen Fällen sind gründliche Vorbereitungen zu treffen, bevor es an den Abriss des entsprechenden Nebengebäudes geht. Nebengebäude, die über eigene Elektroinstallationen verfügen, müssen vor dem Abriss unbedingt vom Stromnetz getrennt werden. Anderenfalls besteht große Gefahr für Leib und Leben. Setzen Sie sich hierfür gegebenenfalls mit dem Stromversorger bzw.
Auch wenn in Ihrer Garage oder Ihrer Scheune vermutlich niemand gewohnt hat, sind eine Entrümpelung sowie eine Entkernung vor dem Abriss sinnvoll. So befreien Sie das Nebengebäude vorab von altem Gerümpel, wie Gartenstühlen, Autoreifen und Co. - das ist vor allem mit Blick auf die spätere Entsorgung wichtig. Denn wer Abfälle trennt und separat entsorgt, spart langfristig viel Geld.
Für den Abriss eines Nebengebäudes benötigen Sie natürlich passendes Werkzeug sowie gegebenenfalls schweres Gerät. So werden beispielsweise gemauerte Bauwerke häufig mit Baggern eingerissen - das ist effektiv, sicher und spart viel Zeit.
Übrigens: Wenn Sie den Abriss eines Nebengebäudes selbst erledigen, sollten Sie sich rechtzeitig um einen Container für die Abfallentsorgung kümmern.
Auch der Abriss eines Nebengebäudes in Eigenregie ist mit viel Lärm und Schmutz verbunden. Wir empfehlen Ihnen daher unbedingt Ihre Nachbarn rechtzeitig zu informieren - vor allem dann, wenn Garage, Carport oder Schuppen nahe an der Grundstücksgrenze stehen.
Das oberste Gebot auf einer Abrissbaustelle ist Sicherheit - gerade dann, wenn Sie den Abriss in Eigenregie durchführen. Sie sollten deshalb bereits im Vorfeld darauf achten, die Baustelle ausreichend abzusichern, alle Sicherheitsabstände einzuhalten und sich die passende Schutzkleidung besorgen.
Die Höhe der Kosten hängt von der Größe des Hauses und dem Material ab, aus dem es besteht. Besonders sehr alte Gartenhäuser können Sondermüll enthalten. Wenn das Haus aus Beton besteht, ist mit 1000 bis 1500 Euro zu rechnen. In der Regel handelt es sich um Baumischabfälle. Besonders sehr alte Gartenhäuser können Sondermüll sein. Wenn das Haus bereits vor 1970 im Garten stand, enthält die Dachpappe vermutlich Teer. Bis Mitte der 1980iger enthielten Holzschutzmittel hochgiftige Substanzen wie DDT und andere Insektizide.
Meist fallen beim Abriss eines kleinen Hauses etwas fünf bis sieben Kubikmeter Baumischabfall an. Diese Menge lässt sich mit einem PKW-Kombi in mehreren Touren zu einer Deponie bringen. Die Kosten für das Anliefern von Kleinmengen sind etwas geringer als die Containergebühren.
Wer beim Abriss des Häuschens sparen möchte, sollte es selbst entrümpeln und Möbel über den Sperrmüll entsorgen.
Um Ihnen eine schnelle Übersicht über die Abrisskosten verschiedener Gebäudearten in Stuttgart zu geben, haben wir die wichtigsten Werte in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Die Kosten hängen stark von Faktoren wie Gebäudegröße, Bauweise und eventuellen Zusatzaufwänden (z. B.
| Gebäudeart | Kosten pro m² | Zusatzkosten |
|---|---|---|
| Einfamilienhaus | 80 - 120 € | Keller, Schadstoffe, Lage |
| Mehrfamilienhaus | 100 - 150 € | Keller, Schadstoffe, Lage |
| Garage | 50 - 100 € | Material, Größe |
Eine grobe Faustformel für Abrisskosten eines Hauses lautet:
Wohnfläche (m²) x Preis pro m² = Abrisskosten
Beispiel für ein Einfamilienhaus mit 120 m²:
120 m² x 100 €/m² = 12.000 €
💡 Expertentipp: Achten Sie beim Hausabriss in Stuttgart darauf, dass während der Brutzeit von Vögeln (März bis Juli) ein Abbruchverbot besteht, und lassen Sie das Gebäude vorab auf mögliche Nistplätze überprüfen, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen
Pauschale Preisvorgaben sind an dieser Stelle nicht möglich, weil die oben genannten Faktoren von Projekt zu Projekt stark schwanken. Grundsätzlich liegen die Kosten für den Abriss einer Garage, eines Carports oder eines Schuppens aber meist zwischen 10 und 40 Euro/m3.
Auch wenn Sie sich einen vollständigen Abriss von Garage und Co. in Eigenregie nicht vorstellen können, lohnt es sich zumindest bei den Vorarbeiten selbst Hand anzulegen. Ein Abrissunternehmen kann Ihnen beim Projekt Nebengebäudeabriss mächtig unter die Arme greifen. Damit die finanzielle Belastung trotzdem so niedrig wie möglich bleibt, sollten Sie sich Angebote verschiedener Firmen einholen und diese miteinander vergleichen. Achten Sie darauf, dass alle Leistungen im Preis inkludiert und einzeln aufgelistet sind.
Die meisten Baustoffe nach einem Gebäudeabriss müssen aufwendig entsorgt werden. Dabei gilt: Je besser Sie die Abfälle voneinander trennen, umso günstiger wird die Entsorgung. Denn während beispielsweise Bauschutt hervorragend recycelt werden kann, sieht das bei Baumischabfällen ganz anders aus - deshalb ist die Entsorgung von Baumischabfällen generell teurer.
Nachdem Sie oder eine Firma das Gartenhaus abgerissen haben, sind die finanziellen Hauptlasten noch nicht abgeschlossen. Die Entsorgung der Bauabfälle kann sogar deutlich teurer sein als der eigentliche Abbruch. Handelt es sich bei dem Abfall um verschiedene Materialien, wie etwa Holz, Beton oder Metall, werden diese meist gemeinsam als Baumischabfall entsorgt. In einem Container ist die Entsorgung von bis zu 10 Kubikmetern ab etwa 1000-1500 Euro möglich.
Wenn es Ihnen möglich ist, die Abfälle nach Material zu sortieren, kann das die Kosten bei der Abgabe an einen Wertstoffhof senken. Sie müssen entscheiden, ob die Sortierung und mehrere Fahrten die Kostenersparnis wert sind.
Achtung! Bei der Sortierung ist aber zum Beispiel Holz nicht automatisch gleich Holz. Je nach Behandlung können verschiedene Holzabfälle nicht zusammen angenommen werden.
Insgesamt entstehen bei einem regulären Gartenhaus samt Entsorgung etwa 2000 Euro Kosten, wenn sie es von einer Firma abreißen lassen. Diese Kosten können durch schadstoffhaltige Materialien oder besondere Verbauung aber noch deutlich steigen. Eine ausführliche Planung aller Aspekte legt Ihnen offen, an welcher Stelle Sie sparen können und ob es sich lohnt, den Abriss selbst vorzunehmen.
Grundsätzlich eignen sich vor allem kleinere Gartenhütten mit einfacher Konstruktion (ohne gefährlich Altlasten!) für den Abriss in Eigenregie. In (fast) jedem Fall benötigen Sie mehrere Helfer aus dem Familien- oder Freundeskreis, um die Abriss- und Entsorgungsarbeiten gut zu bewältigen. Besonders günstig ist die Situation, wenn Sie das alte Gartenhaus selbst aufgebaut haben und noch über die ursprüngliche Bauanleitung verfügen.
Tipp: Unterschätzen Sie nicht den zeitlichen Aufwand!
Die Beauftragung einer Fachfirma für Abriss und Entsorgung eines Gartenhauses ist in bestimmten Fällen nicht nur sinnvoll, sondern sogar zwingend erforderlich. Dies gilt besonders für Gartenhäuser, die vor 1990 errichtet wurden, da hier häufig mit Schadstoffen wie Asbest oder bedenklichen Holzschutzmitteln zu rechnen ist.
Ein wesentlicher Vorteil der professionellen Lösung liegt in der fachkundigen Erkennung und Behandlung von Schadstoffen. (Werden solche festgestellt, wird die Entsorgung entsprechend teurer!) Zudem übernimmt die Fachfirma die komplette Projektabwicklung einschließlich aller Entsorgungswege. Sie garantiert die Einhaltung sämtlicher rechtlicher Vorschriften und entlastet den Auftraggeber sowohl zeitlich als auch organisatorisch.
Kostenbeispiel: Ein Gartenhaus aus Holz mit 30 m³ ist zu entsorgen. Das Holz ist mit wenig giftigem Holzschutz imprägniert, die Dachpappe enthält weder Teer noch Asbest. Weder ist ein massives Fundament zu entfernen noch sind besondere Einbauten vorhanden. Ein solcher Abriss bewegt sich typischerweise in einem Rahmen von 1.800 bis 2.700 Euro für das Gesamtprojekt.
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