Die Gesichtsknochen weisen mehrere Hohlräume auf, die über Öffnungen mit der Nase verbunden sind. Diese Hohlräume werden als Nasennebenhöhlen oder Nebenhöhlen bezeichnet und sind wie die Nase mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen (Sinusitis) liegt meist gemeinsam mit einer Entzündung der Schleimhäute der Nase (Rhinitis) im Zuge einer normalen Erkältung (Infekt der oberen Atemwege) vor, weshalb häufig von einer Rhinosinusitis gesprochen wird.
Wenn die Schleimhaut aufgrund der Entzündung anschwillt und sich Eiter bildet, kann dies dazu führen, dass die Verbindung zwischen Nebenhöhle und Nase nicht mehr durchgängig ist und daher Flüssigkeit und ggf. Eiter nicht mehr abfließen können. Dadurch steigt der Druck im Inneren der Nebenhöhle, und Schmerzen treten auf.
Die Nasennebenhöhlen sind in vier Bereiche unterteilt:
Abhängig davon, welcher Teil sich entzündet hat, wird der Begriff „Sinusitis“ weiter konkretisiert:
Bei einer Krankheitsdauer von unter 12 Wochen spricht man von einer akuten Rhinosinusitis. Kommt es zu mindestens vier Episoden im Zeitraum von 12 Monaten (gerechnet ab der ersten Episode) mit zwischenzeitlich vollständiger Ausheilung spricht man von einer rezidivierenden akuten Rhinosinusitis. Bei einem Fortdauern der Symptome über 12 Wochen handelt es sich um eine chronische Rhinosinusitis.
In der Regel tritt eine akute Sinusitis in Verbindung mit einer gewöhnlichen oder besonders langwierigen Erkältung (Infekt der oberen Atemwege) auf. Typische Symptome (ggf. einseitig) sind Schmerzen oder ein Druckgefühl oberhalb der Augen oder über den Wangenknochen. Viele Patient*innen berichten von Zahnschmerzen im Bereich des Oberkiefers.
Typischerweise verstärken sich die Schmerzen bzw. das Druckgefühl beim Beugen nach vorne. Vor allem auf der schmerzenden Seite kann ein dickflüssiges, verfärbtes Sekret aus der Nase fließen. Häufig ist der Geruchssinn eingeschränkt. Viele Patient*innen klagen auch über Kopf- und Halsschmerzen sowie Husten.
Eine akute Rhinosinusitis wird meist von Kopfschmerzen begleitet, die je nach Befall unterschiedlich lokalisiert sein können: hinter der Stirn bei Befall der Stirnhöhle, der Siebbeinzellen und der Kieferhöhle.
Weitere mögliche Symptome:
Eine Stirnhöhlenentzündung äußert sich beispielsweise durch pulsierende oder bohrende Kopfschmerzen, die direkt hinter der betroffenen Stirnseite lokalisiert sind.
Bei einer Stirnhöhlenentzündung vor allem der Bereich der Stirn weh, während Patienten mit einer Entzündung der Kieferhöhle die Beschwerden im Bereich unterhalb der Augen spüren. Sind mehrere Nebenhöhlen gleichzeitig entzündet, sprechen Mediziner von einer Polysinusitis. Wenn alle Nebenhöhlen gleichzeitig betroffen sind, bezeichnen sie dies als Pansinusitis.
Neben Erkältungen kann eine Sinusitis auch durch Komplikationen einer Zahnbehandlung oder Infektionen in Zähnen des Oberkiefers verursacht sein. Typisch für diese Form der Erkrankung sind starke einseitige Schmerzen und Mundgeruch.
Für eine bakterielle Infektion sprechen hohes Fieber und ein schlechter Allgemeinzustand, eine Dauer der Beschwerden über mehr als 7 Tage ohne Besserung oder eine erneute Verschlechterung nach einer vorübergehenden Besserung.
Wenn infolge einer Infektion der Atemwege die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen anschwillt, wird die ansonsten gute Luftzufuhr zwischen Nase und Nebenhöhlen beeinträchtigt. Im Verlauf können die Verbindungsgänge zwischen Nase und Nebenhöhlen ganz verschlossen sein, wodurch der Schleim nicht mehr abtransportiert werden kann und die Belüftungsmechanismen im Inneren der Nebenhöhlen gestört werden. Hierdurch entsteht ein guter Nährboden für Viren und Bakterien, und der Druck darin steigt. Dann werden die knöchernen Strukturen, die die Nebenhöhlen umgeben, schmerzhaft und druckempfindlich.
Laut Studien tritt eine bakterielle Sinusitis nur bei 0,5-2 % aller Personen mit einer Erkältung auf. In den meisten Fällen sind Viren die Auslöser, die sich durch Antibiotika nicht bekämpfen lassen.
Wenn die Schleimhäute aufgrund einer allergischen Rhinitis geschwollen sind, kann dies eine besondere Anfälligkeit für Nebenhöhlenentzündungen mit sich bringen. Dies gilt auch für Personen, bei denen die Verbindungskanäle zwischen Nebenhöhlen und Nase besonders eng sind (z. B. wegen einer schiefen Nasenscheidewand oder Nasenpolypen).
Die Ursachen bleiben aber oft unklar. Häufig zählen zu den möglichen Auslösern:
Weitere Ursachen:
Eine Sinusitis kann auch ohne Schnupfen entstehen. Zum Beispiel können sich durch Allergien wie Heuschnupfen die Schleimhäute in der Nase und den Nebenhöhlen entzünden. Sind die Schleimhäute stark angeschwollen und gereizt, ist es möglich, dass sie den Schleim nicht mehr abtransportieren können. Die Folge: Nebenhölen werden nur noch schlecht belüftet.
Ebenso können anatomische Besonderheiten einen Sekkretstau verursachen und so eine Sinusitis auslösen, darunter eine verkrümmte Nasenscheidewand oder krankheitsbedingte Veränderungen (Nasenpolypen). Wenn Entzündungen der Zahnwurzel in die Kieferhöhle aufsteigen, sprechen wir von einer dentogenen Sinusitis.
In der Regel wird die Diagnose aufgrund des typischen Krankheitsverlaufs und der Symptome gestellt.
Die ärztliche Untersuchung umfasst meist die Nasennebenhöhlen, bei der auch geprüft wird, ob aus der Nase Eiter austritt. Durch vorsichtiges Beklopfen oder Drücken der Nebenhöhlen wird festgestellt, ob eine Druckempfindlichkeit vorliegt.
Auch der Rachen wird angesehen.
In einzelnen Fällen können zur Abklärung Blutuntersuchungen erforderlich sein. Dabei wird kontrolliert, ob Entzündungsparameter erhöht sind, die auf eine bakterielle Sinusitis deuten.
Bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall, CT) sind in der Regel nicht notwendig.
Diagnostiziert wird sie heute standardmäßig und am zuverlässigsten mit Hilfe eines CTs (Computer-Tomographie).
Auch ohne Therapie erfolgt innerhalb von 2 Wochen bei 80 % der Erkrankten eine vollständige Heilung.
Eine Nasennebenhöhlenentzündung verursacht häufig Schmerzen. Diese lassen sich mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Ibuprofen) oder Paracetamol wirksam lindern.
Abschwellende Nasensprays oder -tropfen erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Diese Medikamente führen dazu, dass die Schwellung der Schleimhäute abklingt und der Verbindungskanal zwischen Nebenhöhle und Nase wieder durchgängiger wird. Abschwellende Nasensprays oder -tropfen sollen nicht länger als 7-10 Tage hintereinander angewendet werden.
Es empfiehlt sich, den Kopf beim Schlafen etwas erhöht zu lagern, damit das Sekret besser abfließen kann.
Außerdem können Sie die Beschwerden lindern, indem Sie Ihre Nase mit Kochsalzlösung spülen.
Patentierte Extrakte aus Ampfer, gelbem Enzian, Holunder, Eisenkraut, Schlüsselblume oder definierte Eukalyptusextrakte können ebenfalls empfohlen werden.
Antibiotika sind bei einer Nebenhöhlenentzündung nur selten notwendig.
Eine akute allergische oder rezidivierende akute Rhinosinusitis sollte mit Kortison-Nasenspray behandelt werden.
Bei den meisten Patient*innen heilt eine Nasennebenhöhlenentzündung innerhalb von 2 Wochen aus.
In den meisten Fällen sind Antibiotika nicht erforderlich bzw. überflüssig; sie sind in der Regel nur bei schweren bzw. sehr langwierigen bakteriellen Infektionen mit hohem Fieber sinnvoll oder wenn z. B.
Auch viele Hausmittel eignen sich hervorragend, um die Symptome abzumildern.
Hausmittel bei einer Nasennebenhöhlenentzündung:
Darüber hinaus empfiehlt es sich, auf eine gute Belüftung und eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu achten, in denen Sie sich aufhalten und stickige Luft oder Zigarettenrauch zu vermeiden.
Hier finden Sie eine tabellarische Übersicht über die verschiedenen Behandlungsmethoden:
| Behandlungsmethode | Beschreibung | Hinweise |
|---|---|---|
| Abschwellende Nasensprays | Befreien die Nase und erleichtern den Schleimabfluss | Nicht länger als 7-10 Tage anwenden |
| Nasensprays mit Kortison | Wirken entzündungshemmend | Bei häufig wiederkehrenden Entzündungen oder Allergien |
| Schmerzmittel | Lindern den drückenden Gesichtsschmerz | Je nach Bedarf |
| Antibiotika | Bekämpfen bakterielle Infektionen | Nur bei bakterieller Sinusitis |
| Inhalation | Befeuchtet die Schleimhäute und löst Schleim | Mit Kamille oder ätherischen Ölen |
| Nasenspülung | Schwellt die Schleimhaut ab und fördert den Sekretabfluss | Mit Kochsalzlösung |
| Flüssigkeitszufuhr | Verdünnt den Schleim und erleichtert den Abfluss | Mindestens 2-3 Liter pro Tag |
| Soleinhalation | Löst Schleim in den Atemwegen | In Gradierwerken |
Patient*innen mit einer erhöhten Neigung zur Sinusitis können im Fall einer Erkältung bereits zu einem frühen Zeitpunkt Nasentropfen/-spray einsetzen.
Da die häufigsten Auslöser für eine Stirnhöhlenentzündung Erkältungsviren sind, haben in der feucht-kalten Jahreszeit hauptsächlich immunstärkende Allgemeinmaßnahmen einen hohen Stellenwert bei der Vorbeugung dieser Erkrankung.
Unterstützen Sie Ihre körpereigenen Abwehrkräfte deshalb durch ein gesundheitsförderndes Verhalten, indem Sie z.B.:
Gemieden werden sollten hingegen Rauchen und geschlossene Räume mit trockener oder verqualmter Luft.
Im Übrigen wirkt sich laut Dr. Matar natürlich auch eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Trinken positiv auf die Gesundheit aus und hilft vorzubeugen.
Um Erkältungen vorzubeugen, hilft eine ausgewogene, zuckerarme und vitaminreiche Ernährung: Zu viele Kohlenhydrate (Brot, Süßes) fördern allgemein Entzündungen und schwächen das Immunsystem. Eine eher mediterrane Kost mit viel Gemüse stärkt dagegen über den Darm das Immunsystem, ebenso probiotische Bakterien aus beispielsweise Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Sauerkrautsaft.
Wann mit Nasennebenhöhlenentzündung zum Arzt?
Immer. Heißt: Bei Verdacht auf eine Sinusitis sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat suchen. In seltenen Komplikationen kann sich die Nasennebenhöhlenentzündung auch auf die Augenhöhlen, die Knochen oder Schädelhöhlen ausbreiten.
Suchen Sie umgehend eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt beifolgenden Symptomen auf1:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Sinusitis eine häufige Erkrankung ist, die in den meisten Fällen gut behandelt werden kann. Wichtig ist, die Symptome ernst zu nehmen und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen.
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