Schimmel als Ursache für Haarausfall: Ein umfassender Leitfaden

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. In mehr als 90 Prozent aller Fälle ist Haarausfall erblich bedingt. Eine oft übersehene Ursache ist jedoch Schimmel in der Wohnung. In diesem Artikel werden wir die Zusammenhänge zwischen Schimmel und Haarausfall detailliert untersuchen und Ihnen helfen, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Wie Haarausfall entsteht

Um zu verstehen, wie Schimmel Haarausfall verursachen kann, ist es wichtig, den Haarwachstumszyklus und die Faktoren, die ihn beeinflussen, zu kennen.

Das Haar entsteht im Haarfollikel, der die Haarwurzel von außen umschließt. Seine Zellen gehören zu den aktivsten unseres Körpers und teilen sich etwa fünfmal schneller als normale Hautzellen. Die Energie dafür kommt über kleinste Blutgefäße, die den Follikel als dichtes Netz umgeben und mit Nährstoffen versorgen.

Der Haarwachstumszyklus besteht aus drei Phasen:
  • Die Wachstumsphase (Anagenphase): Die Haarwurzel ist in Hochform, versorgt das Haar optimal und lässt es durchschnittlich 10 bis 15 mm pro Monat wachsen. Rund 85 Prozent der Haare befinden sich in diesem aktiven Zustand. Wie lange ein Haar wächst, ist erblich festgelegt.
  • Die Ruhephase (Katagenphase): Die Haarwurzel schrumpft und verhärtet sich. Die Zellen hören langsam auf sich zu teilen, das Haarwachstum ruht.
  • Der Haarausfall (Telogenphase): Das Haar sitzt immer lockerer im Follikelkanal. Einfaches Kämmen, Bürsten oder Haare waschen reichen, um das Haar ausfallen zu lassen. Die Phase, in der sich ca. 14 Prozent der Haare befinden, dauert 2 bis 4 Monate.

Da jeder Haarfollikel seine einige innere Uhr hat, befinden sich nie alle Haare auf dem Kopf in derselben Phase. Jeder Mensch verliert auch ohne behandlungsbedürftigen Haarausfall täglich Haare. Wie viele das sind, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Ein Haarausfall von 60 bis 120 Haaren pro Tag gilt als normal.

Zum Problem wird Haarverlust erst, wenn mehr Haare ausfallen, als nachwachsen. Das passiert, wenn die Haarzellen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden, das Haar schneller die Ruhephase (Katagenphase) erreicht und dementsprechend früher ausfällt.

Die Rolle von Schimmel bei Haarausfall

Schimmel in der Wohnung kann eine Vielzahl von gesundheitlichen Problemen verursachen, einschließlich Haarausfall. Die wenigsten Menschen wissen zum Beispiel, dass sogar Schimmel in der Wohnung zum Hautpilz führen kann. Das trifft besonders dann zu, wenn der oder die Betroffene nur über eingeschränkte Abwehrkräfte verfügt oder gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe ist.

Schimmel beeinflusst das menschliche Immunsystem und den gesamten Organismus auf negative Weise.

Es gibt verschiedene Wege, wie Schimmel zu Haarausfall beitragen kann:

  • Schwächung des Immunsystems: Schimmel kann das Immunsystem schwächen, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und Entzündungen führt.
  • Allergische Reaktionen: Schimmelpilzallergien können zu Entzündungen der Kopfhaut führen, was den Haarwachstumszyklus stören kann.
  • Mykotoxine: Schimmel produziert giftige Substanzen, sogenannte Mykotoxine, die den Körper belasten und Haarausfall verursachen können.

Ein Befall mit Stachybotrys chartarum, auch bekannt als Schwarzschimmel, stellt eine erhebliche gesundheitliche Gefahr dar - insbesondere dann, wenn seine Toxine über längere Zeit unbemerkt in die Raumluft abgegeben werden. Der Pilz wächst bevorzugt auf zellulosehaltigen Materialien wie Gipskarton, Tapeten oder Holz - vor allem nach Wasserschäden oder anhaltender Feuchte.

Laut Fachliteratur sind diese Symptome typisch für chronische Mykotoxinbelastungen:

  1. Atemwegsprobleme
  2. Hautreizungen
  3. Neurologische Beschwerden
  4. Müdigkeit
  5. Kopfschmerzen
  6. In Einzelfällen: Haarausfall, Blutungsneigung

Besonders immungeschwächte Personen, Dialysepatienten oder Kinder sind gefährdet. Stachybotrys chartarum ist keine harmlose Verfärbung an der Wand, sondern ein ernstzunehmender Mykotoxinbildner, der das Potenzial hat, chronisch krank zu machen.

Schimmel erkennen: Äußere Anzeichen | Getifix

Hautpilz und Haarausfall

Hautpilz ist eine Infektion der Haut. Betroffen ist entweder ein einzelnes, abgegrenztes Areal oder mehrere Bereiche, die an unterschiedlichen Körperstellen auftreten. Haare oder die Fuß- sowie Fingernägel können ebenfalls befallen werden. Menschen können andere Menschen infizieren oder von Tieren angesteckt werden.

Generell neigen Menschen mit einem schwachen Immunsystem eher zum Ausbruch des Hautpilzes. Vorerkrankungen oder eine gestörte Hautbarriere begünstigen die Infektion.

Betroffene erkennen Hautpilz an Hautpartien, die jucken, sich schuppen oder rot verfärbt sind. Gelegentlich kommt es zum Austrocknen der Haut und es entstehen unangenehmem Risse. Die angegriffene Haut kann dann sogar brennen und bluten.

Behandelt wird Hautpilz mit vom Arzt verschriebenen Antipilzmedikamenten. Diese Mittel werden äußerlich angewendet. Bei manchen Pilzarten ist es sinnvoll, zusätzlich Hausmittel zur äußeren Anwendung zu verwenden - unter anderem Essig. Um die Pilzsporen abzutöten, ist eine besonders gründliche Hygiene unerlässlich. Dadurch werden erneute Ansteckungen vermieden.

Den Hautpilz gibt es in vielen unterschiedlichen Formen. Besonders häufig kommt die Ringelflechte vor. Sie breitet sich primär auf den Extremitäten aus. Arme, Beine, der Oberkörper und das Gesicht können betroffen sein. Ebenfalls relativ oft ist der Fußpilz verbreitet. Die ersten Symptome bilden sich zwischen den Zehen, wo es juckt, nässt und die Haut sich sichtbar rötet. Der Fußpilz bevorzugt diese oftmals feuchten Areale, ideal zur Ansiedlung von Bakterien und Pilzen.

Schwarze Punkte auf der Kopfhaut deuten ebenfalls auf Tinea Capitis und einen Befall der Haarwurzeln hin. Hier sollte dringend einen Hautarzt aufgesucht werden. Generell kann sich der Hautpilz so gut wie überall am Körper zeigen. Der Bart, die Fußnägel und Areale im Nacken sind typische Stellen für eine Späterkennung.

Was tun bei Verdacht auf Schimmelbefall?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Schimmel in Ihrer Wohnung zu Haarausfall führt, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Ärztliche Untersuchung: Lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen, um andere Ursachen für den Haarausfall auszuschließen. Eine ärztliche Untersuchung kann aufklären, ob sich Sporen des Schimmelpilzes im Körper befinden. Anhand des Vorhandenseins spezieller Schimmelsporen lässt sich schnell feststellen, ob eventuell hier der Grund für den Hautpilz liegt.
  2. Schimmelbeseitigung: Hat sich innerhalb der eigenen vier Wänden Schimmel gebildet, dann sollte er schnellstmöglich bekämpft werden. Wichtig ist die fachgerechte Entfernung (z.B. durch Baubiologen) des Schimmels und vor allem die Behebung der Ursachen des Schimmels. So kann Schimmel nur wachsen, wenn eine hohe Feuchtigkeit vorliegt. ( Baufehler, Wasserschaden, falsches Lüftungsverhalten)
  3. Immunsystem stärken: Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressreduktion können helfen, das Immunsystem zu stärken.
  4. Geeignete Mittel zur Schimmelbekämpfung: Als Bekämpfungsmittel würde ich auf keinen Fall chlorhaltige Mittel nehmen, die reizen die Atemwege sehr stark! Insbesondere bei Asthmatiker ist dies infolge der bronchialen Hyperreagibilität gefährlich. Besser geeigntet sind Isopropanol od. hochprozentiger Ethanol.( in Apo erhältlich) Sehr gut ist auch der chlorfreie Jati-Schimmelpilzentferner oder Sanosil.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Es ist wichtig zu beachten, dass Schimmel nicht die einzige Ursache für Haarausfall ist. Hier sind einige andere häufige Ursachen:

  • Androgenetische Alopezie: In mehr als 90 Prozent aller Fälle ist Haarausfall erblich bedingt. Ihre Ursache liegt in einer Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem körpereigenen Botenstoff Dihydrotestosteron (DHT).
  • Diffuser Haarausfall: Beim diffusen Haarausfall gehen die Haare im Gegensatz zum hormonell bedingten Haarausfall nicht nur an bestimmten Stellen aus. Sie werden insgesamt immer weniger und dünnen gleichmäßig aus. Von dieser Variante des Haarausfalls sind zumeist Frauen betroffen.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Dabei bilden sich plötzlich münzgroße, kahle Stellen. Die Haare können aber auch komplett ausfallen. Bis heute ist die Ursache für kreisrunden Haarausfall ungeklärt. Es wird vermutet, dass das körpereigene Immunsystem sich gegen die eigenen Haarwurzeln richtet.
  • Chronische Krankheiten: Z.B. Hormonstörungen, Vergiftungen.
  • Übersäuerung des Körpers: Diese Übersäuerung entsteht ihrerseits durch falsche Ernährung, Alkoholkonsum und zu viel Zucker. Hinzu kommt der Faktor Stress. Stress steigert Übersäuerung und damit den Haarausfall am meisten.

Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Die Behandlung von Haarausfall hängt von der Ursache ab. Hier sind einige gängige Behandlungsmethoden:

  • Minoxidil: Eine Lösung, die zweimal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird. Die Lösung fördert die Durchblutung der Haarwurzel und regt das Haarwachstum an.
  • Antiandrogene: In schweren Fällen des Haarverlustes - wenn der Haarausfall schnell fortschreitet und nicht auf eine äußerliche Therapie anspricht, kann eine Therapie mit sogenannten Antiandrogenen in Betracht gezogen werden. Antiandrogene wirken gegen männliche Hormone und sollten nur unter gründlicher Abwägung und unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen eingenommen werden.
  • Haartransplantation: Bei erblich bedingtem Haarausfall kann eine Haartransplantation eine dauerhafte Lösung sein.

Tabelle: Ursachen und Behandlung von Haarausfall

Ursache Beschreibung Behandlung
Androgenetische Alopezie Erbliche Überempfindlichkeit gegenüber DHT Minoxidil, Antiandrogene, Haartransplantation
Diffuser Haarausfall Gleichmäßiges Ausdünnen der Haare Behandlung der Grunderkrankung, Nährstoffergänzung
Kreisrunder Haarausfall Plötzliche kahle Stellen Kortikosteroide, Immuntherapie
Schimmelbefall Schwächung des Immunsystems, allergische Reaktionen Schimmelbeseitigung, Stärkung des Immunsystems
Hautpilz Infektion der Kopfhaut mit Pilzen Antipilzmittel (Shampoos, Cremes, Tabletten)

Fazit

Schimmel in der Wohnung kann eine ernstzunehmende Ursache für Haarausfall sein. Es ist wichtig, die Symptome zu erkennen, die Ursache zu bekämpfen und das Immunsystem zu stärken. Wenn Sie unter Haarausfall leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache zu ermitteln und die richtige Behandlung zu erhalten.

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