Bei Haarausfall gehört die Schilddrüse zu den „üblichen Verdächtigen“. Denn sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion von Schilddrüsenhormonen kann sich durch eine brüchigere Haarsubstanz, aber auch durch ein schnelleres Ausfallen der Haare äußern. Die Schilddrüse spielt eine wichtige Rolle im menschlichen Körper, da sie Hormone produziert, die den Stoffwechsel und verschiedene Körperfunktionen regulieren. Eine Funktionsstörung der Schilddrüse kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter auch Haarausfall.
Hast Du in letzter Zeit mehr Haare auf Deinem Kissen oder in der Dusche bemerkt? Und hast Du vielleicht auch schon von Deiner Schilddrüse gehört, die sich nicht ganz so verhält, wie sie sollte? Die Schilddrüse mag klein sein, aber sie hat großen Einfluss auf viele Prozesse in Deinem Körper - und ja, auch auf Dein Haar!
Im folgenden Beitrag stellen wir Ihnen Hintergründe über den Haarausfall im Zusammenhang mit der Schilddrüse vor. Dabei beleuchten wir Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Bei Fragen nehmen Sie bitte direkt Kontakt auf.
Die Schilddrüse (lat. Glandula thyreoidea) ist ein kleines schmetterlingsförmiges Organ, das an der Vorderseite des Halses angesiedelt ist. Die Schilddrüse steuert das größte Organ des menschlichen Körpers, die Haut. Die Schilddrüse produziert die Hormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die über den Blutkreislauf in die Haarfollikel gelangen und dort das Haarwachstum beeinflussen. Diese Hormone steuern die Zellerneuerung und den Stoffwechsel der Haarzellen, was das Wachstum der Haare direkt unterstützt.
Deine Schilddrüse produziert Hormone (T3 und T4), die dafür verantwortlich sind, den Stoffwechsel und das Wachstum in den Zellen zu regulieren. Dazu gehört auch der Haarzyklus, der drei Phasen durchläuft: die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase. Weil Deine Haare ständig wachsen und erneuert werden, sind sie auf eine konstante Versorgung mit Hormonen angewiesen. Besonders wichtig sind die Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die direkt die Proteinsynthese in den Haarfollikeln steuern.
Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) beeinflussen den Stoffwechsel im menschlichen Körper. Das Haarwachstum wird in den Haarfollikel gesteuert, diese haben einen natürlichen Kreislauf. Wird dieser Kreislauf durch zu wenige oder zu viele Hormone aus der Schilddrüse gestört, kommt es zu Veränderungen im Haarwachstum bzw. einem Ausfall von Haaren.
Die Haare selbst bestehen aus abgestorbenen Zellen, dem sogenannten Keratin. Sie enthalten weder Nerven noch Blutgefäße und werden daher häufig auch als „Hautanhangsgebilde“ bezeichnet. Gebildet werden sie aus den in der Kopfhaut befindlichen Haarwurzeln, welche die Haarzellen produzieren. Diese schieben sich nach und nach an die Oberfläche und entwickeln sich zu den sogenannten Spindeln. Diese wiederum bilden lange Fasern, die sich miteinander verdrehen und schließlich zu einem Haar werden.
Die Haare unterliegen einem bestimmten Wachstumsrhythmus. Durchschnittlich wächst ein Haar zwei bis sechs Jahre lang täglich einige Millimeter. Nach dieser aktiven Wachstumsphase (Anagenphase) folgt schließlich eine Übergangsphase (Katagenphase), die etwa zwei Wochen andauert. Anschließend wird das Haar in einer zwei- bis viermonatigen Ruhephase oder auch Ausfallphase (Telogenphase) von dem darunterliegenden, neuen Haar abgestoßen und fällt aus. Die Haare unterliegen also einem ständigen Kreislauf.
Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) beeinflussen den Stoffwechsel im menschlichen Körper. Das Haarwachstum wird in den Haarfollikel gesteuert, diese haben einen natürlichen Kreislauf. Wird dieser Kreislauf durch zu wenige oder zu viele Hormone aus der Schilddrüse gestört, kommt es zu Veränderungen im Haarwachstum bzw. einem Ausfall von Haaren.
Nun zum Problem der Schilddrüsenhormone: Wenn die Haarfollikel durch zu wenige oder zu viele Hormone fehlgesteuert werden, ist ihr Wachstum fehlgeleitet. Dadurch erlangen die Haare keine ausreichende Stabilität und werden zu fein, matt und brüchig. Zudem erreichen sie nicht ihre gewohnte Länge und fallen zu früh oder direkt aus.
Man spricht von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), wenn die Schilddrüse nicht mehr so viele Hormone hergestellt, wie der Körper eigentlich benötigt. Die Schilddrüse produziert dann nur noch geringe Mengen der Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4), wodurch der Stoffwechsel stark verlangsamt wird, was die körperlichen, aber auch die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen kann.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion erfolgt in der Regel durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen, die den Hormonhaushalt ausgleichen. Dies kann das Haarwachstum häufig wieder stabilisieren.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert Deine Schilddrüse nicht genügend Hormone. Das führt dazu, dass Dein Stoffwechsel verlangsamt wird, was sich auch auf Deine Haarfollikel auswirkt. Deine Haare wachsen langsamer und es kommt häufiger zu Haarverlust, da die Haare länger in der Ruhephase verbleiben. Hypothyreose kann zu diffusem Haarausfall führen - das bedeutet, dass Du gleichmäßig über den ganzen Kopf Haare verlierst.
Unter dem Begriff “Hypothyreose” versteht man eine krankhafte Unterfunktion der Schilddrüse. Dadurch resultiert eine mangelnde Versorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Bei Erwachsenen liegt die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion in den meisten Fällen in einer chronische Schilddrüsenentzündung.
Die verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen führt dazu, dass der Stoffwechsel im Körper verlangsamt wird. Dies kann das Haarwachstum beeinflussen und zu dünnerem, mattiertem Haar führen. Die Haare können zudem trocken, brüchig und spröde werden.
Schilddrüsenunterfunktion: Das Haar wird brüchig und diffus feiner, da die Stammzellerneuerung und damit die Keratinbildung gestört wird. Teilweise fallen auch die äußeren Augenbrauen aus.
Im Erwachsenenalter entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) meist schleichend, anfangs treten keine oder kaum Beschwerden auf. Symptome machen sich in der Regel erst bei einer stärkeren Unterfunktion bemerkbar.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, was zu einem beschleunigten Stoffwechsel führt. Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion kann Medikamente, eine Radiojodtherapie oder in manchen Fällen eine Operation umfassen. Eine stabile Hormonproduktion ist wichtig, um das Haarwachstum wieder anzukurbeln und Haarausfall zu stoppen.
Hierbei produziert Deine Schilddrüse zu viele Hormone, wodurch der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft. Dieser beschleunigte Stoffwechsel kann die Haarfollikel „überfordern“, was ebenfalls zu Haarausfall führt. Schilddrüsenbedingter Haarausfall ist meistens diffus, was bedeutet, dass Du über den ganzen Kopf verteilt Haare verlierst, ohne dass sich klare, kahle Stellen bilden. Es kann auch sein, dass sich Dein Haar insgesamt dünner und brüchiger anfühlt.
Entgegengesetzt zu einer Unterfunktion, können die beiden Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) auch im Überfluss produziert und ausgeschüttet werden. Dann ist von einer “Hyperthyreose” die Rede. Diese Autoimmunerkrankung kann eine Vielzahl von verschiedenen Krankheitserscheinungen hervorrufen. Eine mögliche Folge der Überproduktion an Hormonen ist unter anderem der Haarausfall. Auch eine erhöhte Zufuhr von Schilddrüsenhormonen in Form von Medikamenten (Thyreotoxicosis factitia) kann die Überfunktion verantwortlich sein.
Durch die erhöhte Produktion von Schilddrüsenhormonen beschleunigt sich der Stoffwechsel im Körper. Dies kann dazu führen, dass das Haar schneller als üblich in die Ruhephase übergeht und ausfällt. Die Haare können dünner, feiner und brüchiger werden.
Schilddrüsenüberfunktion: Durch eine übermäßige Anregung und daraus resultierende Erschöpfung der haarbildenden Zellen kommt es zur Ausdünnung des Haares und Haarausfall.
Diese hormonelle Überproduktion kann bewirken, dass die Haare viel zu schnell wachsen, immer dünner werden, leicht abbrechen und so nur noch eine kurze Länge erreichen.
Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow und die Hashimoto-Thyreoiditis können ebenfalls Haarausfall verursachen. Bei diesen Erkrankungen greift das Immunsystem die Schilddrüse an, was die Hormonproduktion beeinflussen kann.
Autoimmunerkrankungen erfordern oft eine gezielte medikamentöse Therapie, die das Immunsystem und die Hormonproduktion stabilisiert.
Auch Medikamente, die bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingenommen werden, können zu Haarausfall führen. Beispiele sind Thyreostatika, Carbimazol, Thiamazol, Methyl- und Propylthiouracil. Haarausfall verursachend können grundsätzlich auch Medikamente sein, die in den Schilddrüsenstoffwechsel eingreifen: Jodide, Levothyroxin, Amiodaron und Lithium.
Ein großes Blutbild und ein Hormonstatus bei Ihrem Arzt können Aufschluss darüber geben, ob Ihr Haarausfall durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse hervorgerufen wird. Hinweis: Bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Schilddrüsenstörung, sollte eine Laboruntersuchung von TSH-, T3- und T4-Wert beim Arzt/bei der Ärztin erfolgen. Durch eine rechtzeitige Korrektur kann eine Besserung erfolgen.
Bei Haarausfall oder anderen Symptomen aufgrund einer Erkrankung der Schilddrüse sollte in erster Linie das ärztliche Gespräch gesucht werden, um die zugrunde liegende Schilddrüsenfunktionsstörung abklären und behandeln zu lassen. Eine genaue Diagnose und eine angemessene medizinische Therapie sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen oder zu reduzieren.
Hier kommt die gute Nachricht: Wenn du Deine Schilddrüsenerkrankung behandelst, kann sich auch Dein Haarwachstumszyklus wieder normalisieren.
Schilddrüsenfunktion überprüfen lassen: Der erste Schritt ist natürlich, Deine Schilddrüse untersuchen zu lassen.
Für Menschen, die unter durch Schilddrüsenprobleme verursachtem Haarausfall leiden, können unterstützende Behandlungen wie die PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma) und die Mesotherapie das Haarwachstum anregen und das Haar insgesamt stärken. Beide Methoden zielen darauf ab, die Kopfhaut mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und die Haarfollikel zu revitalisieren, was besonders dann sinnvoll sein kann, wenn der Haarausfall auch nach der medikamentösen Einstellung der Schilddrüse anhält.
Diese Behandlungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn der Haarausfall stabil ist und die Schilddrüsenerkrankung bereits gut eingestellt wurde. Da sie die Haarfollikel stärken und das Haarwachstum unterstützen, können PRP- und Mesotherapie als begleitende Maßnahmen zur Schilddrüsenbehandlung dabei helfen, das Haar wieder dichter und kräftiger wachsen zu lassen.
Der Haarausfall bei einer Schilddrüsenfehlfunktion ist reversibel, das heißt, dass mit der Behandlung der Über- oder Unterfunktion auch der Haarausfall gestoppt wird. Die Haare wachsen wieder und die Haarstruktur wird auch wieder kräftiger. Haben Sie hier etwas Geduld: Haare wachsen nur etwa 1 bis 1,5 cm pro Monat (siehe Haarwachstum). Bis die volle Haarpracht wieder hergestellt ist, kann es also ein paar Monate dauern.
Letztendlich ist es wichtig, eine positive Einstellung zu bewahren, denn diffuser Haarausfall aufgrund einer Schilddrüsenfunktionsstörung ist meist reversibel, sofern die Erkrankung durch Medikamente reguliert wird. Dennoch kann Haarausfall seelisch belastend sein.
Die gute Nachricht: Schilddrüsenfunktionsstörungen sorgen in der Regel für keinen dauerhaften Haarverlust. Nach erfolgreicher Behandlung der ursächlichen Schilddrüsenerkrankung und der Normalisierung der Schilddrüsenwerte wachsen die ausgefallenen Haare meist wieder nach - auch nach länger anhaltenden Funktionsstörungen.
Beachten Sie hier, dass manche Medikamente, die bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingenommen werden, selbst zu Haarausfall führen können.
Einen Zusammenhang zwischen der Stärke des Haarausfalls und der Intensität der Schilddrüsenfunktionsstörung besteht nicht. Eine schwere Hormonfehlfunktion führt nicht automatisch zu starkem Haarausfall. Im Gegenteil hierzu kann schwerer Haarausfall auch bei einer leichten Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auftreten.
Es ist daher ganz normal, dass jeden Tag auch Haare ausfallen. Im Normalfall wachsen dafür jedoch neue Haare nach, sodass der Haarverlust nicht auffällt. Vor allem beim Kämmen und Waschen werden viele abgestoßene Haare vom Kopf entfernt. Ein gewisses Maß an Haarausfall ist normal. Etwa 100 Haare verliert ein gesunder Mensch pro Tag.
Die Ursachen für Haarausfall können vielseitig begründet sein - unter anderem in einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Über die Schilddrüsenhormone werden lebenswichtige Körperfunktionen gesteuert, auch das Haarwachstum. Häufige Fehlfunktionen sind eine Unter- (Hypothyreose) sowie eine Überfunktion (Hyperthyreose) der Schilddrüse. Dabei werden zu wenige oder zu viele Hormone produziert und ausgeschüttet.
1. Haarausfall aufgrund einer Schilddrüsenerkrankung ist nicht sofort sichtbar und/oder als solcher zu erkennen. Anstelle von kahlen Stellen äußert er sich in Form von stellenweisem Haarausfall und lichter werdendem Haar.
2. Haarausfall in Folge von Schilddrüsenerkrankungen ist oftmals vollständig reversibel. Aber auch wenn der Haarausfall nur vorrübergehend ist, braucht es Monate, bis das Haarwachstum wieder einsetzt. Das Nachwachsen der Haare ist nicht vorhersehbar, so kann sich das neue Haar sowohl in der Farbe als auch in der Textur unterscheiden.
4. Haarausfall ist nur ein Symptom einer Schilddrüsenerkrankung. Weitere Symptome sind Müdigkeit, ständiges Frieren, spröde und brüchige Nägel, unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme und Stimmungsschwankungen.
5. Schilddrüsenerkrankungen werden in Schilddrüsenunter und -überfunktion unterteilt. Diese werden als Hypothyreose und Hyperthyreose bezeichnet.
6. Anzeichen und Symptome einer Hypothyreose können unter anderem an Ihren Händen und Nägeln erkannt werden.
7. Vitamin B12 kann die durch eine Schilddrüsenunterfunktion verursachten Symptome verbessern.
8. Schilddrüsenerkrankungen können Erwachsene und Kinder, Männer und Frauen betreffen. Sie können schon von Geburt an vorhanden sein und sich mit zunehmendem Alter entwickeln.
9. Schilddrüsenprobleme sind unter anderem eine Folge von Jodmangel. Aber auch Autoimmunerkrankungen greifen die Schilddrüse an und verursachen eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion.
10. Ja, die Entfernung der Schilddrüse durch einen chirurgischen Eingriff beseitigt das Problem.
11. Jeder profitiert von Bewegung. Das gilt auch, wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden.
Ein gesunder Schilddrüsenhaushalt ist entscheidend für das Wachstum und die Gesundheit unserer Haare. Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können zu Haarausfall und anderen Haarproblemen führen. Falls Sie bei sich vermehrten Haarausfall beobachten und gleichzeitig Symptome einer Schilddrüsenstörung feststellen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen zu lassen.
Generell gilt: Je früher gehandelt wird, desto schneller lässt sich weiterem Haarausfall vorbeugen. Denn es kann mitunter Jahre dauern, bis die Haare in Länge und Volumen wieder nachgewachsen sind.
tags: #schilddrüse #haarausfall #wachsen #haare #nach
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.