Schieferdeckung mit Schuppen und Schablonen: Eine umfassende Anleitung

Die Schieferdeckung ist eine traditionsreiche und ästhetisch ansprechende Methode, Dächer und Fassaden zu gestalten. Sie verbindet kulturhistorische Elemente mit moderner Architektur und ermöglicht es Bauherren und Planern, Individualität und Kreativität zu verwirklichen. Dabei kommen verschiedene Deckarten zum Einsatz, darunter die Schuppen- und Schablonendeckung.

Schuppendeckung

Die Schuppen-Deckung vereint den natürlichen Charme des Schiefers mit traditioneller Ästhetik und hoher Wirtschaftlichkeit. Sie eignet sich sowohl für Dächer als auch für Fassaden und erfreut sich in der modernen Architektur großer Beliebtheit. Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen dem schwungvollen Deckbild und der geradlinigen Bauweise moderner Gebäude.

Die feinen Details der Schuppen-Deckung tragen zu einem lebendigen Gesamtbild bei, das durch seine ausdrucksstarke Schönheit überzeugt. Diese Deckart ist ideal für die Gestaltung von Traumhäusern, wobei schwungvolle Linien, runde Formen und harmonische Ästhetik im Vordergrund stehen. Qualität und Langlebigkeit sind dabei selbstverständlich.

Im Gegensatz zu anderen Deckarten werden bei der Schuppen-Deckung gleichgroße, vorgefertigte Schablonensteine verwendet. Die Schuppen werden mit hängender Ferse und Fersenversatz gedeckt. Dabei wird die Deckung von links nach rechts als Rechtsdeckung (rechte Schuppen) und von rechts nach links als Linksdeckung (linke Schuppen) bezeichnet.

Schablonendeckung

Die Rechteck Deckung passt mit ihrer Linienführung gut zu einem modernen, sachlichen Baustil. Die Universal-Schablone ermöglicht drei Deckbilder mit einem Stein: Die Rechts- und Linksdeckung - und an der Fassade die Drehung um 45°. Weiterhin ist durch den gerade verlaufenden Rücken eine - gegenüber der Bogenschnitt-Schablone - größere Seitenüberdeckung im Bereich des unteren Brustloches gegeben. Alle Steine dieser Deckung sind jedoch gleich hoch und breit (Schablonen).

Die Wilde Deckung

Die Wilde Deckung ist eine der außergewöhnlichsten unter der Schieferdeckarten. Sie erfordert ein großes handwerkliches Geschick und verlangt nach einer langjährigen Erfahrung mit Schiefer. Es ist auch die aufwändigste Methode der Deckung. Die Wilde Deckung entsteht daraus, dass die Schieferplatten individuell von dem Dachdecker auf das Dach angepasst werden. Noch Fragen? Die Details für Kehlen, Grate, Orte und First schaffen ein individuelles Kunstwerk.

Anders als bei den meisten Schieferdeckarten, die mit gleichförmigen Schablonensteinen arbeiten, wird hier das Deckbild nach exakt definierten Regeln durch variierende Steinhöhen und -breiten belebt.

Befestigung der Decksteine

Decksteine sind bei einer Steinhöhe ≥ 24 cm mindestens mit 3 Schiefernägeln oder -stiften bzw. DrillSklent-Schrauben und bei einer Steinhöhe < 24 cm mindestens mit 2 Schiefernägeln oder -stiften bzw. DrillSklent-Schrauben innerhalb der Höhenüberdeckung zu befestigen. Bei windexponierten Flächen oder Dachneigungen > 70° kann unterhalb der Höhenüberdeckung, aber innerhalb der Seitenüberdeckung, befestigt werden.

Decksteine sind bei einer Steinhöhe > 20 cm mindestens mit 3 Schiefernägeln oder -stiften bzw. DrillSklent-Schrauben und bei einer Steinhöhe ≤ 20 cm mindestens mit 2 Schiefernägeln oder -stiften bzw. DrillSklent-Schraubeninnerhalb der Überdeckung zu befestigen. Wird die Seitenüberdeckung von 29 % nicht erreicht, muss mit erhöhtem Fersenversatz gearbeitet werden. Dies ist beim stumpfen Hieb der Fall.

Bei der Verwendung von Decksteinen in scharfem Hieb beträgt die Höhenüberdeckung 29 % der Steinhöhe, die Seitenüberdeckung ca. 38 % der Steinhöhe bis zu einer Mindestüberdeckung von 50 mm (Dach). Im Einzelfalle ist je nach Dachneigung, Entfernung zwischen First und Traufe und Decksteinsortierung zu prüfen, ob Decksteine in normalem oder scharfem Hieb einzudecken sind.

Überdeckung und Hieb

Bei Wandflächen beträgt die Mindesthöhenüberdeckung 40 mm, die Mindestseitenüberdeckung wird durch die Decksteinhöhe, den Decksteinhieb und den Fersenversatz bestimmt. Für die Höhen- und Seitenüberdeckung der Fuß- und Gebindesteine ist grundsätzlich das über dem Fuß liegende Deckgebinde maßgebend. Dies gilt analog für alle Ort-, Grat- und Firststeine. Bei der Wahl der Steingröße sind die Sparrenlängen, die Lage des Daches zur Hauptwetterrichtung und der Decksteinhieb zu berücksichtigen. Im Zweifelsfall ist die jeweils größere Decksteinsortierung oder der scharfe Hieb zu wählen.

Der Schieferfuß

Der Fuß eines Dachs bildet den unteren Abschluss der Deckung und muss daher besonders robust und wetterfest ausgeführt werden. Die eingebundene Variante sorgt für:

  • Optimalen Regenschutz im besonders exponierten Traufbereich
  • Langlebigkeit, da keine zusätzlichen Materialien wie Blech rosten oder sich lösen können
  • Handwerkliche Ästhetik, da die Deckung durchgängig und stimmig wirkt

Diese Form des Fußgebindes verlangt viel Erfahrung, sauberes Arbeiten und ein gutes Auge fürs Detail.

Verjüngung der Decksteine

Die Deckung auf dem Dach erfolgt im unteren Teil über dem Fußgebinde mit den größten, nach Gattung sortierten Decksteinen, die in ihrer Größe zum First hin deutlich kleiner werden (verjüngen). Hierbei muss in der fertig gedeckten Dachfläche eine stufenlose Verringerung der Gebindehöhe in Abhängigkeit von der Sparrenlänge, mindestens entsprechend der hier eingeblendeten Tabelle, erfolgen:

Sparrenlänge [m]Differenz zwischen der größten und kleinsten Gebindehöhe [mm]Übliche Anzahl der zu verwendenden benachbarten Sortierungen
≤ 6≥ 401
≤ 8≥ 602
> 8≥ 802-3

Die breiten und schmalen Decksteine sind in der Fläche zu verteilen. Innerhalb einer Gebindehöhe muss die Differenz von der breitesten bis zur schmalsten Sichtbreite der Decksteine mindestens 40 mm unabhängig von der Sparrenlänge betragen. Nur bei kleinen Dachflächen, wie z. B. Gleiches gilt für die Grat-Eindeckung.

Bei der Deckung an der Wand wird an der unteren Kante der zu deckenden Fläche (z.B. Sockel) mit den größten Decksteinen begonnen. Zum Abschluss der Wandfläche hin werden die Decksteine deutlich kleiner (verjüngen). Hierbei muss in der fertig gedeckten Fläche eine stufenlose Verringerung der Gebindehöhe, in Abhängigkeit von der einzudeckenden Wandhöhe, eingehalten werden:

Einzudeckende Wandhöhe [m]Differenz zwischen der größten und kleinsten Gebindehöhe [mm]Übliche Anzahl der zu verwendenden benachbarten Sortierungen
≤ 3≥ 201
≤ 6≥ 401
≤ 8≥ 602
> 8≥ 802-3

Die verschiedenen Steinbreiten in den Sortierungen sind innerhalb einer Gebindehöhe zu verteilen. Die Differenz von der breitesten bis zur schmalsten Sichtbreite der Decksteine beträgt dabei mindestens 30 mm, unabhängig von der einzudeckenden Wandhöhe. Nur bei kleinen Wandflächen (z. B. Attiken) dürfen die geforderten Maße unterschritten werden.

Weitere Deckarten

Neben der Schuppen- und Schablonendeckung gibt es noch weitere interessante Deckarten für Schieferfassaden:

  • Dynamische Deckung: Hierbei ergeben rechteckige Schiefersteine ein orthogonales Fassadenbild. Die charakteristische Form der Schiefer wird mithilfe von Schablonen zugerichtet.
  • Symmetrische Deckung: Für Fassadendeckungen mit Schiefer wurde die Deckart Symmetrische Deckung entwickelt. Ein Quadrat mit abgerundeter Ecke: So sieht ein Deckstein dieser Deckungsart aus. Kennzeichnend ist ein diagonaler Versatz der Stoßfugen.
  • Wabendeckung: Die Wabendeckung wird vornehmlich als Fassadendeckung verwendet.

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