Deutsche Schauspieler mit Schnurrbart: Eine Hommage an markante Gesichtsbehaarung

Bärte haben zu allen Zeiten eine wichtige Rolle gespielt. Sie zierten Künstler, Kaiser, Komiker und Diktatoren. Sie waren ein politisches Statement oder dienten dazu, Eindruck zu schinden. Entdecken wir gemeinsam die wichtigsten und berühmtesten Trendsetter in Sachen Gesichtsfrisur.

Einer der ersten berühmten Bartträger war Abraham Lincoln, der 16. Präsident der Vereinigten Staaten. Den Bart ohne Schnauzer soll "Abe" auf Wunsch der elf Jahre alten Grace Bedell stehen gelassen haben. "Wenn Sie Ihren Backenbart wachsen lassen, werde ich meine Brüder dazu bringen, Sie zu wählen, und es würde besser aussehen, weil Ihr Gesicht so dünn ist." Lincoln ließ den Bart stehen und wurde Präsident. Bis heute ist der Bart als Lincoln, Schifferkrause oder Chin Curtain bekannt, wird aber hauptsächlich von verheirateten Amish oder Mormonen getragen.

Ein wenig erinnert Karl Marx' wallende Backenmähne an die Haarpracht des Weihnachtsmanns. Tatsächlich war dieser Bart aber keinesfalls ein Ausdruck von Gutmütigkeit, sondern ein zeitgenössisches Kennzeichen der Revolution. Der Revoluzzerbart kam mit der französischen Juli-Revolution 1830 auf und verbreitete sich nach 1848 auch in Deutschland. Der Trend hielt sich in Revoluzzer-Kreisen bis ins 20. Jahrhundert.

Kaiserlicher Haarwuchs

Die extravagante Form des Kaiser-Wilhelm-Barts ließ sich nur aufrechterhalten, indem der Kaiser nachts eine hinter den Ohren befestigte Bartbinde trug. Der Bart des letzten deutschen Kaisers war so markant, dass er bei Anhängern zum Symbol für Kaisertreue wurde. So siegessicher wie sein Schnurrbart, dessen gezwirbelte Enden sich geradezu triumphierend gen Himmel streckten, war Kaiser Wilhelm II. nicht, als er sich gegen Ende des Ersten Weltkriegs im belgischen Spa verschanzte. Der Kaiser wurde abgeschafft, der Bart hat's überlebt - und trägt noch heute seinen Namen.

Der ungewollte Doppelgänger

Charlie Chaplin muss sich geärgert haben. Ausgerechnet sein markantes Zweifingerbärtchen wurde zum Markenzeichen Adolf Hitlers. Dabei trug der britische Komiker diesen Bart schon in der kurzen Stummfilm-Komödie "Mabel's Busy Day", die im Juni 1914 in die Kinos kam. Zu diesem Zeitpunkt hatte der zukünftige Diktator noch einen preußischen Schnurrbart mit langen Barthaaren. Wenige Monate später zog Hitler als Soldat in den Ersten Weltkrieg und musste das unbändige Oberlippenhaar trimmen - der lange Bart behinderte ihn beim Einsatz einer Gasmaske. Nur ein Jahrzehnt später stand der kurze Bartblock für den unangenehmeren der beiden Zeitgenossen. In seinem ersten Tonfilm "Der große Diktator" nutzte Chaplin die skurrile Parallele, parodierte den Führer und rächte sich so an dem Bartgenossen. Der Diktator ist bis heute untrennbar mit dem Bartschnitt verbunden, den man inzwischen Hitlerbärtchen nennt.

Weitere berühmte Bärte

Zu den elegantesten Schnurrbärten gehört zweifelsohne der Clark-Gable-Bart. Mit dem schmalen Oberlippenbart verführte Clark Gable Vivien Leigh in "Vom Winde verweht" - und damit Millionen Kinozuschauer auf der ganzen Welt. Einen weiteren prominenten Fan bekam der Gable-Bart mit Brad Pitt. Für die Dreharbeiten zu "Inglourious Basterds" bekam Pitt die schmale Haarspur auf die Oberlippe frisiert und ließ sie auch nach Drehschluss stehen. Schnurrbärte, so Pitt, würden einfach nicht genügend respektiert.

Provokante Werke, ein Ozelot als Haustier, ein exzentrischer Stil - der spanische Künstler Salvador Dalí war sowohl künstlerisch als auch modisch ein auffälliger Mensch und setzte sich auch gerne in Szene. Seine stachlig nach links und rechts stehenden Oberlippenhaare, in dessen Mitte er ein Loch rasierte, nannte er seine "Antennen", die ihm zum Empfang göttlicher Botschaften dienten. Kopiert wurde der exzentrische Salvador-Dalí-Bart eher selten - bis auf einen deutschen TV-Ermittler gibt es wenige Nachahmer.

Zum Grauen der Eltern war der Vollbart wesentliches Kennzeichen der Flower-Power-Generation in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren. Die Beatles lieferten nicht nur die Hymnen der Zeit, sie waren der Prototyp der haarigen Hardcore-Hippies mit gestriegelten Mähnen und wuchernden Bärten, wie hier George Harrison. Kaum zu glauben, dass die Musiker ihre Karriere als Bubis ohne Barthaar begonnen hatten. Anfang der Siebziger trennten sich die Wege der vier Briten, der Vollbart aber hielt sich bis zum Ende des Jahrzehnts.

Kaum ein Promi prägte den Begriff Pornobalken so maßgeblich wie Tom Selleck. Der "Magnum"-Starermittler war das Sinnbild des Schnurrbarts der achtziger Jahre. Dabei ist der schwarze Block, der sich wie angeklebt an Sellecks Oberlippe schmiegte, die perfekte Ergänzung zum krausen Brusthaar, das bei Magnum aus diversen Hawaiihemden hervorblitzte. Darsteller Selleck hegte und pflegte das gute Stück wohl auch wegen einer Drohung: Seine Frau soll gedroht haben, sich von ihm scheiden zu lassen, sollte er den markanten Bart abrasieren.

Was haben Snoop Dog, Brad Pitt, Mel Gibson und Johnny Depp gemeinsam? Richtig: Sie alle experimentieren selbstbewusst mit ihrem Barthaar. Ein besonders seltsamer Trend, der ihnen in den Neunzigern im Gesicht stand: Der Goatee - ein zotteliger Ziegenbart - ist ein Schnauzer in Kombination mit einem längeren Kinnbart, der je nach Geschmack offen getragen, spitz gezwirbelt oder geflochten wird.

David Beckhams Haar- und Bartstile bewegen seit Jahren die Klatschseiten der Boulevard- und Modemagazine. Mit dem Dreitagebart wurde der britische Fußballer 2003 zum Trendsetter. Metrosexuell nannte man den neuen Stil, bei dem die Brust glattrasiert, das Gesicht aber mit verwegenen Stoppeln übersäht ist. Der metrosexuelle Mann pflegt sich, trägt Ohrringe, geht auch mal zur Maniküre oder zum Yoga. Als letzte Bastion steht der Schatten eines Barts auf seinem Unterkiefer und verteidigt die neue Männlichkeit.

Man nehme einen ganz normalen Mann, reiche ihm eine auffällige Brille und einen Jutebeutel und verbiete ihm für einige Wochen das Rasieren und Frisieren jeglicher Körperbehaarung. Was kriegt man? Genau, einen Hipster. Während der Prototyp meist aussieht wie eine Mischung aus Hippie, Kunststudent und H&M, zeigt der Hipster-Bart weitaus mehr Vielfalt. Die Mutter der gepflegten Gesichtsbehaarung wird oft als Modeerscheinung verschrien, dabei überzeugt der Schnurrbart seit Jahrhunderten als das natürlichste Accessoire für den Mann von Welt.

Auch auf der Leinwand konnte das gewisse Etwas zwischen Nasenflügel und Oberlippe so einige popkulturelle Meilensteine setzen. Deswegen im Folgenden: die 10 besten, schönsten und größten Schnauzer der Film- und Fernsehgeschichte.

Die 10 besten Schnauzer der TV- und Filmgeschichte

Für die schönsten Schnurrbärte der Film- und Fernsehgeschichte einfach weiterscrollen.

  1. Charlie Chaplin in 'Modern Times'
  2. Dennis Hopper als Billy in 'Easy Rider'
  3. Tom Selleck als Magnum
  4. Marlon Brando als Don Vito Corleone in 'Der Pate'
  5. Sasha Baron Cohen als Borat
  6. Sam Eliott als The Stranger in 'The Big Lebowski'
  7. Will Ferrell als Ron Burgundy in 'Anchorman'
  8. Rami Malek als Freddie Mercury in 'Bohemian Rhapsody'
  9. Ned Flanders in 'Die Simpsons'
  10. Danny Trejo als Machete Cortez in 'Machete'

Als in Los Angeles zum 69. Mal die Emmy Awards verliehen wurden - der wichtigste Fernsehpreis der Welt - ging eine der begehrten Trophäen an den schwedischen Schauspieler Alexander Skarsgård für seine Nebenrolle in der Drama-Serie “Big Little Lies“. Dabei sorgte der 41-Jährige schon vorher auf dem roten Teppich für den ersten Aha-Moment. Im klassischen Smoking mit Fliege unterstrich der Hollywoodstar nicht nur seine Stilsicherheit - mit einem fein säuberlich gestutzten Schnurrbart setzte Skarsgård auch eines der modischen Highlights des Abends. Spätestens da war auch klar: Der Oberlippenbart ist der Trend-Look des Jahres.

Der Schnurrbart und das 70er-Jahre-Comeback

Nicht nur Alexander Skarsgård setzt mit der angesagten Gesichtsbehaarung im Stil der 70er-Jahre ein Zeichen. Auch Pedro Pascal, bekannt als Agent Javier Peña aus der Netflix-Erfolgsserie “Narcos“, kündigte zuletzt das große Schnurrbart-Revival an. Beide Schauspieler kombinieren den Schnauzer zu einem klassischen Look und das ist absolut nachahmenswert.

So schneidet und pflegt man den Schnäuzer

Den Oberlippenbart unterscheidet man in der Regel in drei Barttypen: Bleistiftbart, Walrossbart und Zwirbelbart. Für welchen Typ Sie sich entscheiden, hängt stark davon ab, wie dicht das eigene Barthaar oberhalb der Lippen spießt.

  • Bleistiftbart: Der Bleistiftbart zeichnet sich durch sein gepflegtes und akkurates Aussehen aus, ist vergleichsweise schmal und fein säuberlich getrimmt, wie im Fall von Alexander Skarsgård.
  • Walrossbart: Der Walrossbart ist dagegen sehr voll und stark ausgeprägt und hängt teils sogar über den Mund hinaus. Zu den wohl bekanntesten Trägern gehören der ehemalige Handball-Nationaltrainer Heiner Brand und Daimler-Chef Dieter Zetsche.
  • Zwirbelbart: Dieser Oberlippenbarttyp ist derzeit vor allem unter Hipstern stark angesagt. Eine gewisse Bartlänge vorausgesetzt, werden die äußeren Enden des Schnurrbarts je nach Belieben eingedreht (gezwirbelt) und in den meisten Fällen nach oben gestylt.

Schnurrbart schneiden

Voraussetzung für einen gepflegten und klar definierten Oberlippenbart ist eine gründliche Nassrasur der restlichen Barthaare. Ein Schnurrbart selbst hat für gewöhnlich nach drei bis vier Wochen die gewünschte Fülle und Länge erreicht. Um den Schnauzer in Form zu bringen und zu stutzen empfiehlt sich eine Bartschere. Mit dieser lassen sich Feinheiten deutlich besser umsetzen, als mit einem elektrischen Trimmer. Außerdem ist ein Bartkamm hilfreich. Mit diesem lassen sich die Barthaare gezielt nach unten kämmen und dann parallel zur Oberlippe mit der Schere abschneiden. Wichtig hierbei ist, immer der Form des Mundes zu folgen, da das Ergebnis sonst schief und unsauber aussehen kann.

Tut sich unterhalb der Nase eine kleine Lücke auf, in der weniger oder gar keine Barthaare wachsen, ist das nicht weiter schlimm. Wichtig ist, dass der Bart links und rechts davon relativ dicht und gleichmäßig wächst.

Schnurrbart-Pflege

Ein sauberer Oberlippenbart sollte regelmäßig gekämmt und gewaschen werden. Um das Haar geschmeidig und gesund zu halten, sollten Sie Ihren Schnurrbart außerdem mit Bartöl behandeln. Dieses versorgt auch die Hautschicht unter den Haaren mit wichtigen Pflegestoffen und schützt die Barthaare.

Für ein aufwendigeres Styling empfiehlt sich spezielle Bartwichse. Die Bienenwachs-ähnliche Konsistenz vereinfacht beispielsweise das Formen eines Zwirbelbarts enorm.

Am 2. September ist Welttag des Bartes. Welche Prominenten den Bart als Markenzeichen nutzen - ein Überblick in Bildern.

Prominenter Bart-Stil
Klaas Heufer-Umlauf Staatlicher Bart
Kurt Beck Mühevoll gepflegter Bart
Horst Lichter Imposanter Bart
Johnny Depp Wilder Bartwuchs
Tom Selleck Schnauzer
Conchita Wurst Bart (trotz Typveränderung)
Brad Pitt Variierende Bärte
Heiner Brand Charismatischer Bart
Dieter Hallervorden -
Rudi Völler -
Götz George Variierende Bärte
Fidel Castro & Che Guevara Bart
Albert Einstein Dichter Schnauzer
Charlie Chaplin Zweifingerschnurrbart

Hollywood ist die Heimat der ganz großen Stars, meist stammen diese auch aus den USA, doch so manch ein Sternchen hat deutsche Wurzeln.

  1. Der Action-Held ist natürlich der Sohn eines US-Soldaten. Seine Mutter aber ist Deutsche.
  2. Die Mutter von Sarah Chalke ("Scrubs - Die Anfänger") emigrierte in den 50er Jahren mit ihrer Familie aus Deutschland nach Kanada. Trotzdem sorgte die Rostockerin dafür, dass ihre Tochter zweimal wöchentlich in Vancouver die deutsche Schule besuchte. Das trug Früchte: In einigen Szenen von "Scrubs" kann man sehen, wie Chalke fließend Deutsch spricht.
  3. Der Name verrät es schon: Peter Dinklage ("Game of Thrones") hat deutsche Vorfahren. In "Taxi" spielte er 2015 sogar in einer deutschen Filmproduktion nach einem Roman von Karen Duve, obwohl er die Sprache gar nicht spricht.
  4. Wilhelm ist der zweite Vorname von Leonardo DiCaprio ("Killers of the Flowermoon"), und das kommt nicht von ungefähr: Irmelin Indenbirken heißt seine Mutter und ist Deutsche. Deren Familie war in den 50ern aus dem westfälischen Oer-Erkenschwick in die USA ausgewandert.
  5. Sie machte ihren Schulabschluss an einer amerikanischen Schule in Hessen, ihre Schwester studierte in München. Als der Vater von Julianne Moore, ein Richter in der US-Armee, für einige Jahre nach Frankfurt am Main versetzt wurde, zog die Familie nach. Moore gab allerdings in einem Interview zu, dass sie nie richtig gut Deutsch lernte, weil die meisten ihrer Freunde Amerikaner waren.
  6. Michael Fassbender ("Inglourious Basterds") ist der Sohn einer Irin und eines Deutschen und wurde in Heidelberg geboren. Dort verbrachte er die ersten zwei Jahre seines Lebens, bevor die Familie nach Irland zog. Trotz der Bemühungen seiner Großmutter spreche er nur passabel Deutsch, gab Fassbender in einem Interview zu.
  7. Auch Katherine Heigl ("Grey's Anatomy") hat deutsche und irische Vorfahren. Ihren Großvater Hans Engelhardt hielt es nicht in Esslingen am Neckar, und er wanderte in die USA aus.
  8. Der "Herr der Ringe"-Star Dominic Monaghan ist ein Berliner. Zumindest ist er dort geboren und lebte während seiner Kindheit außerdem in Düsseldorf, Stuttgart und im westfälischen Münster.
  9. Sandra Bullock ("Gravity") heißt mit zweitem Vornamen Annette und ist die Tochter der deutschen Opernsängerin Helga Meyer. Diese trat bis zu Bullocks zwölftem Lebensjahr am Staatstheater in Nürnberg auf.
  10. Der Vater heißt Klaus, der Bruder Christian und die Mutter arbeitete bei der Lufthansa. Letztere war allerdings nicht wie der Vater Deutsche, sondern Schwedin. Auch Schauspielerin Kirsten Dunst ("Civil War") ist nicht nur beruflich international unterwegs.

Tom Selleck feiert seinen 80. Hollywood - Seine Traumrolle liegt Jahrzehnte zurück: Als Privatdetektiv Thomas Magnum spielte sich Tom Selleck in die Herzen von Millionen. In Magnum war er über acht Staffeln hinweg der lässige Ermittler im Hawaii-Hemd, der im roten Ferrari 308 durch Hawaii braust und Kriminalfälle löst. In den 80er-Jahren stand er als einer der attraktivsten Männer der Welt im Rampenlicht. Am 29. Jänner wird er 80 Jahre alt.

WM-Titel für die schönsten Bärte

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