Saisonaler Haarausfall im Herbst: Dauer, Ursachen und was Sie dagegen tun können

Viele Menschen bemerken gerade im Herbst oder Winter, dass sich auf einmal mehr Haare in der Bürste oder auf dem Kopfkissen sammeln. Sofort macht sich Sorge breit - verliere ich jetzt dauerhaft meine Haare? In den meisten Fällen steckt jedoch nichts Dramatisches dahinter, sondern das ganz normale Phänomen des saisonalen Haarausfalls. Dieser ist in der Regel vorübergehend und reguliert sich von selbst wieder. Doch was sind die Ursachen, wie lange hält er an und was kann man tun, um den Haarausfall zu minimieren?

In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen und geben praktische Tipps zur Vorbeugung.

Warum fallen im Herbst mehr Haare aus?

Es gibt verschiedene Ursachen von Haarausfall und warum gerade saisonaler Haarausfall im Herbst häufiger vorkommt als in anderen Jahreszeiten.

Natürlicher Haarzyklus

Haare durchlaufen Wachstums-, Übergangs- und Ruhephasen. Im Sommer sind viele Haare gleichzeitig in der Wachstumsphase.

Licht und Hormone

Weniger Sonnenlicht bedeutet weniger Vitamin D und eine leichte Veränderung im Hormonhaushalt.

Temperaturschwankungen

Wechsel von warm zu kalt (oder umgekehrt) stresst die Kopfhaut.

Psychischer und körperlicher Stress

Auch Jahreszeitenwechsel können unbewusst mehr Stress für den Körper bedeuten - zum Beispiel durch veränderten Schlafrhythmus oder saisonale Müdigkeit.

Individuelle Faktoren

Nicht jeder erlebt saisonalen Haarausfall gleich stark.

Im Sommer wird das Haar verstärkt produziert, um die Kopfhaut zu schützen, während im Herbst viele dieser Haare ausfallen, indem sie in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten.

Im Sommer ist die Kopfhaut intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt. UV-Strahlen können die Haarwurzeln stressen und dazu führen, dass die Haare früher in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten. In den Herbst- und Wintermonaten nimmt die Sonneneinstrahlung deutlich ab und damit auch die körpereigene Produktion von Vitamin D. Vitamin D ist wichtig für die Funktion der Haarfollikel und das Zellwachstum. Die jahreszeitlich bedingte Ausschüttung von Hormonen wie Melatonin beeinflusst den Haarzyklus.

Wie lange dauert Haarausfall im Herbst?

Wie lange die Phase dauert, in der sich vermehrt Haare in Waschbecken und Bürste finden, ist von Mensch zu Mensch verschieden. In der Regel sollte dieser Zustand jedoch nur einige Wochen bis wenige Monate andauern. Typischerweise hält er vier bis acht Wochen an, in manchen Fällen auch bis zu zwei bis drei Monaten.

Der saisonale Haarausfall im Herbst dauert in der Regel etwa sechs bis acht Wochen. Der Haarausfall setzt im Herbst/ Winter ein. Dabei fallen mehr Haare als gewöhnlich (ca.

In den meisten Fällen ist der Saisonaler Haarausfall nur ein vorübergehendes Phänomen. In der Regel normalisiert sich der Haarverlust, sobald sich der Körper an die neue Jahreszeit angepasst hat.

Wenn der Haarverlust andauert - sprich, wenn auch im Winter oder über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 60 bis 100 Haare ausfallen - kann es ratsam sein, einen Arzt aufzusuchen. Denn dann können auch ernstere Ursachen dafür in Frage kommen. Dazu gehören Stress, ein Nährstoffmangel oder hormonelle Veränderungen, wodurch beispielsweise Haarausfall in den Wechseljahren bedingt sein kann.

Plötzlich büschelweise HAARAUSFALL! Arzt erklärt Grund für Haarverlust (kein Vitaminmangel!)

Saisonaler Haarausfall: Frühwarnsystem für Haarausfall?

Darüber hinaus kann der vorübergehende Haarverlust im Herbst in einigen Fällen eine Art Frühwarnsystem für hormonell oder altersbedingten Haarausfall sein. Die Forscher konnten belegen, dass der saisonale Haarausfall bei allen Frauen unabhängig von Alter oder Vorbelastung auftritt. Darüber hinaus fiel ihnen auf, dass Frauen, die bereits von einer Form des Haarausfalls betroffen waren, den Haarwechsel im Herbst im Vergleich zu Gesamtgruppe viele stärker selbst wahrnahmen. Ihre These dazu lautet, dass durch den zusätzlichen - wenn auch nicht dauerhaften - Haarverlust im Herbst der Haarausfall so sichtbar wird, dass er auch klinisch auffällig wird.

Was tun gegen Haarausfall im Herbst?

Wenn plötzlich mehr Haare in der Bürste landen, fühlt sich das erst mal beunruhigend an. Aber keine Panik - saisonaler Haarausfall ist meistens harmlos und vergeht von selbst wieder.

Einer der Gründe für verstärkten Haarverlust im Herbst ist, dass die Haare im Sommer stark strapaziert werden. Der ideale Weg, um die Haare zu stärken, ist eine ganzheitliche Behandlung.

Hier sind einige Expertentipps, die helfen können:

1. Sanfte Kopfhaut- und Haarpflege

Es ist wichtig, ein mildes Shampoo zu wählen, da die Seifenstoffe (Detergenzien) vieler Produkte die Kopfhaut und Haarwurzeln reizen können. Dies kann zu saisonalem Haarausfall, verlangsamtem Haarwachstum, Jucken, Schuppen sowie zu stumpfem und brüchigem Haar führen. Diese natürlichen Shampoos schäumen zwar weniger, aber die Menge an Schaum sagt nichts über die Qualität und Wirksamkeit des Produkts aus.

Verwendet ein mildes Shampoo und vermeidet übermäßige Hitze- oder Chemiebehandlungen. Zuviel Styling kann die Haarwurzel zusätzlich belasten. Sanftes Bürsten/ Kämmen reduziert zudem unnötiges Ziehen und Zug auf Haarwurzeln.

2. Weniger Haarwäschen

Viele Personen neigen dazu, ihre Haare häufiger zu waschen, um sie sauber zu halten und schnelles Nachfetten zu vermeiden. Paradoxerweise lässt das häufige Waschen die Kopfhaut austrocknen, was zu einer verstärkten Talgproduktion führt. Die Anwendung eines natürlichen Trockenshampoos oder eines purifizierendes Haarserums kann die Haare mit pflanzlichen Substanzen reinigen, ohne sie waschen zu müssen.

3. Reibung vermeiden

Um Haarausfall zu vermeiden, sollte jegliche Reibung der Kopfhaut und der Haare vermieden werden. Haare und Kopfhaut stark zu reiben und zu schrubben ist einer der größten Fehler bei der Haarpflege. Starkes Reiben beim Waschen, wie man es aus der Werbung und dem Friseursalon kennt, hat starke negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Haare. Wenn die Haare nass sind, schwillt der Haarschaft (der sichtbare Teil der Haare) an, wird elastischer und ist somit anfälliger für Haarbruch. Das Frottieren der nassen Haare mit einem Handtuch kann die Haarkutikula (äußere Schuppenschicht) schädigen.

4. Keratin

Das Protein Keratin ist der Grundbaustein unserer Haare. Wir empfehlen je nach Art und Zustand der Haare eine Ölbehandlung durchzuführen, um die Haare zu stärken, besonders wenn die Haare im Sommer geschädigt wurden.

5. Weichmachende Produkte

Weichmachende Produkte für die Haare wie Spülungen oder Masken enthalten synthetische oder natürliche Fette und Silikone, also plastik-ähnliche Substanzen, die das Haar umhüllen. Diese künstlichen Substanzen können die Haare weder mit Nährstoffen versorgen, noch die Haarstruktur reparieren.

6. Ernährung

Die Haare werden von den Wurzeln aus genährt, welche wiederum die Nährstoffe aus dem Blut erhalten. Ein Mangel an Vitamin D kann das Haarwachstum beeinträchtigen, ebenso wie ein Defizit an Vitamin A und E. Zusätzlich kann das Wachstum der Haarwurzeln durch ein antioxidantienreiches Haarserum mit Pflanzen wie der Durvillaea Antarctica Alge, Moringa und Lavendel angeregt werden.

Gutes Essen für gute Haare: Deine Haarwurzeln lieben Nährstoffe wie Vitamin D, Zink, Eisen und Biotin.

7. Haare bürsten

Haare bürsten ist ein Jahrtausend altes Schönheitsritual mit vielen Vorteilen, darunter die Verteilung des Haarfettes von der Haarwurzel auf die gesamte Länge des Haares. Wenn die Haare kopfüber nach unten gebürstet werden, wird die Kopfhaut besser durchblutet, wodurch mehr Nährstoffe an die Haarwurzeln transportiert werden. Da die Bürstenstriche die Kopfhaut anregen, sind einige Minuten Haare bürsten pro Tag sehr empfehlenswert, um fettige Haare zu vermeiden und einen schönen Glanz zu erhalten.

Vorbeugung von Haarausfall im Herbst

Die tägliche oder wöchentliche Behandlung zur Stärkung der Haare gemeinsam mit einer ausgewogenen Ernährung ist der beste Weg, um Haarausfall im Herbst zu vermeiden und die Haare nach den Sommermonaten wieder stark, geschmeidig und glänzend zu machen.

Um kaputte Haare zu reparieren, können Hausmittel mit pflanzlichen Haarprodukten, das Haare Bürsten und biologische Haarprodukte helfen.

Hier sind einige Tipps, wie Sie Haarausfall im Herbst vorbeugen können:

  • Frühzeitig aktiv werden: Bereits im Sommer auf gute Haar- und Kopfhautpflege achten.
  • Ausgewogene Ernährung: Ausreichend Eiweiß, Eisen, Zink, Vitamin D und weitere Mikronährstoffe aufnehmen.
  • Sonnenlicht & Bewegung: Tageslicht fördert Vitamin D-Produktion; Bewegung und gutes Kopfhaut-Mikromilieu unterstützen Haarwachstum.
  • Stressmanagement: Chronischer Stress kann Haarzyklen stören - ausreichend Schlaf, Entspannung, bewusste Pausen helfen.
  • Vermeiden übermäßiger Belastung: Hitze (z. B. Föhn, Glätteisen), enge Zöpfe oder Haarteile reduzieren Belastung der Haarwurzel.

Vitamin D

Ein Mangel an Vitamin D kann die Haarfollikel schwächen und Haarausfall begünstigen. Eine gute Tageslicht-Exposition oder gezielte Supplementierung (nach Rücksprache mit Arzt/Ärztin) kann sinnvoll sein. In den dunklen Monaten können Nahrungsmittel mit viel Vitamin D (bspw. Fisch und Meeresfrüchte, einige Pilzarten, Leinsamen, Milchprodukte, Avocados) helfen, dern Mangel vorzubeugen.

Natürliches Sonnenlicht ist nach wie vor die beste Quelle für Vitamin D. Spaziergänge an sonnigen Tagen, auch im Winter, können helfen, die Vitamin-D-Speicher aufzufüllen.

Fisch, Pilze, Avocado oder Milchprodukte sind kleine Vitamin-D-Helfer.

Sonne tanken, wo’s geht: Ein kurzer Urlaub in der Sonne, ein bisschen Solarium oder sogar eine Infrarotsauna können Wunder wirken.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn du bei dir Haarausfall im Herbst wahrnimmst, muss das kein Grund zur Panik sein. Wenn du die Vermutung hast, dass mehr dahinterstecken könnte, solltest du deinen Scheitel im Auge behalten. Mache dafür einmal im Monat ein Selfie von deinem Oberkopf.

Ein/e Dermatolog:in sollte aufgesucht werden, wenn:

  • der Haarverlust länger als 3-4 Monate anhält oder sich verschlimmert
  • kahle Stellen entstehen oder großflächige Ausdünnung sichtbar wird
  • die Kopfhaut gerötet, schuppend oder entzündet ist
  • gleichzeitig Symptome wie Müdigkeit, Schilddrüsenbeschwerden, Gewichtsverlust oder andere Krankheitszeichen auftreten
  • ein starker Eisenmangel, Hormonstörung oder eine andere medizinische Ursache vermutet wird

In solchen Fällen kann eine Untersuchung sinnvoll sein: Bluttests (z. B. Eisen, Ferritin, Schilddrüsenwerte, Vitamin D), ggf. eine Haaranalyse oder Kopfhautdiagnostik.

Hält der Haarausfall über einen längeren Zeitraum (mehr als 8 bis 12 Wochen) bis zum Frühjahr/Sommer an, kann dies auf eine ernste Ursache hinweisen, insbesondere wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Auch Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder sichtbare kahle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der Haarausfall behandlungsbedürftig sein könnte. Ein ungleichmäßiges Ausfallmuster, beispielsweise an der Stirn, am Oberkopf oder in Form von kreisrunden kahlen Stellen, sollte ebenfalls fachärztlich untersucht werden.

Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine andere Form des Haarausfalls wie z.B. androgenetische Alopezie, Krankheiten oder Hauterkrankungen sein.

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