Ursachen für Rötungen und Schuppen im Gesicht: Ein umfassender Leitfaden

Das seborrhoische Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis genannt, ist ein chronisch-entzündlicher Hautausschlag, der im Gesicht und am Kopf auftritt und sich durch gelblich, fettige Schuppen äußert. Die Haut unter den Schuppen ist gerötet. Auch Säuglinge können eine seborrhoische Dermatitis haben. Es handelt sich dabei um ein vorübergehendes Hautbild, den Milchschorf.

Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind Hautflecken, die mit gelblichen, fettig glänzenden Schuppen besetzt sind. Auf heller Haut erscheinen die Flecken rot. Auf dunkler Haut sehen die schuppigen Stellen eher wie hellere Flecken aus.

Seborrhoisches Ekzem im Gesicht

Symptome des seborrhoischen Ekzems

Das seborrhoische Ekzem bzw. die seborrhoische Dermatitis äußert sich durch mit Hautrötungen einhergehenden Plaques, welche von fettig-gelblichen und symmetrisch angeordneten Schuppen besetzt sind. Daneben kann die seborrhoische Haut auch mit Juckreiz einhergehen. Das klinische Bild variiert jedoch, je nachdem, an welchen Körperarealen es auftritt:

  • An der Kopfhaut sind meist wenig scharf begrenzte, flächige Rötungen mit dichter, nicht festhaftender, weißlicher Schuppung zu finden. Meist werden die Haaransatzgrenzen nicht überschritten. Juckreiz tritt nicht auf oder ist nur gering ausgeprägt.
  • Im Gesicht tritt das seborrhoische Ekzem meist mittig auf, beispielsweise am Haaransatz, an oder zwischen den Augenbrauen, an der Nase, an den Nasolabialfalten, im Bart oder auch hinter den Ohren. Häufig sind dann rote, schuppige Plaques mit unterschiedlichem Schuppenbesatz sichtbar.
  • Am Rumpf sind oft Hautareale entlang der Wirbelsäule oder am Schultergürtel betroffen. Dort finden sich deutlich begrenzte Plaques sowie Papeln. Die Schuppung ist allerdings verhältnismäßig gering, aufgrund von vermehrtem Schwitzen oder durch den kleidungsbedingten Abrieb.

Der Ausschlag kann sich auch auf andere Körperbereiche ausbreiten, häufig über dem Brustbein und auf dem Rücken im Bereich der Brustwirbelsäule. Auch Hautfalten können betroffen sein - zum Beispiel unter der Brust sowie in der Achsel- oder Leistenregion.

Je nach Zeitpunkt der Manifestation unterscheidet man zwischen zwei Typen:

  • Typ 1: Das seborrhoische Ekzem tritt innerhalb der ersten drei Lebensmonate im Säuglingsalter auf. Es kommt dann ohne therapeutische Maßnahmen von allein zum Erliegen. Die seborrhoische Dermatitis wird dann häufig als Kopfgneis bezeichnet und mit dem Milchschorf verwechselt.
  • Typ 2: Diese Form des seborrhoischen Ekzems tritt bei Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren auf. Männer sind meist häufiger betroffen als Frauen.

Ursachen und Auslöser

Zwar wurde das seborrhoische Ekzem bereits im 18. Jahrhundert beschrieben, die Ursache ist jedoch bis heute nicht vollständig geklärt. Die Dermatitis tritt vor allem in Talgdrüsen-reichen Regionen auf. Beim seborrhoischen Ekzem gehen Wissenschaftler von einer gestörten Funktion der Talgdrüsen aus.

Über die Entstehung der nicht heilbaren seborrhoischen Dermatitis herrscht in der Medizin zwar noch Uneinigkeit, allerdings sind einige Mechanismen und Auslöser bekannt, die im Zusammenhang mit der Hautkrankheit stehen und als Ursache infrage kommen:

  1. Vermehrte Talgproduktion: Die Forschung geht davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen einer Funktionsstörung der Talgdrüsen und dem seborrhoischen Ekzem besteht. Denn die Hautkrankheit tritt insbesondere in Körperregionen auf, in denen es eine Vielzahl an Talgdrüsen gibt - etwa auf der Kopfhaut, im Gesicht, auf der Stirn, an den Nasenflügeln oder hinter dem Ohr. Die Talgdrüsen bilden ein fettiges Sekret, den sogenannten Talg, der die Haut geschmeidig hält und eine Austrocknung verhindert. Er ist aber auch die ideale Nahrungsgrundlage für Hautpilze.
  2. Hefepilz Malassezia: Auf der menschlichen Haut leben unzählige Mikroben, zu denen auch der Hefepilz Malassezia gehört. Er zählt also zur natürlichen Hautflora und schadet dem Menschen im Normalfall nicht. Die erhöhte Talgproduktion schafft allerdings die perfekte Basis, damit sich der Hefepilz ungehindert vermehren kann. Darauf reagiert die Haut mit ausgeprägten Entzündungsreaktionen, Rötungen, Schuppungen und sogar Juckreiz.
  3. Gene: Mediziner gehen davon aus, dass das seborrhoische Ekzem auch eine genetische Komponente hat. Einerseits wurde im Rahmen der Forschung ein bestimmtes Risikogen entdeckt, andererseits kommt die Hauterkrankung gehäuft in Familien vor, in denen bereits eine Person betroffen ist. Kinder, deren Eltern betroffen sind, leiden häufiger ebenfalls unter dem Ekzem.
  4. Immunschwäche: Autoimmunerkrankungen und bestimmte Virusinfektionen hebeln das Immunsystem aus und machen es für weitere Krankheiten wie das seborrhoische Ekzem im Gesicht anfällig. Insbesondere immungeschwächte Menschen erkranken häufiger am seborrhoischen Ekzem, sodass eine Beteiligung des Immunsystems angenommen wird.
  5. Hormone: In der Forschung wird noch diskutiert, inwieweit männliche Geschlechtshormone (Androgene) für die Entstehung der seborrhoischen Dermatitis verantwortlich sind. Hormonelle Faktoren sind wichtig, denn Männer sind weitaus häufiger betroffen.

Einer der Triggerfaktoren für den Ausbruch des Ekzems ist Stress. Saisonale Schwankungen mit Verbesserung im Sommer und Verschlechterung im Winter sind ein weiteres Indiz für die Rolle des Immunsystems.

Diagnose

Meist lässt sich die Erkrankung leicht feststellen. Die Haut des Patienten ist leicht gerötet und hat in den typischen Hautregionen gelblich, fettende Schuppen. Zur Abgrenzung anderer Hautkrankheiten fehlt oft der Juckreiz.

Wenn schuppige, nicht juckende Hautrötungen oder -aufhellungen an den typischen Stellen auftreten, ist die Diagnose einfach. Meist reichen ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese) und eine anschließende körperliche Untersuchung aus. Die Ärztin oder der Arzt versucht dabei vor allem, andere Hauterkrankungen auszuschließen, die dem seborrhoischen Ekzem ähneln können. Dazu gehören die Schuppenflechte (Psoriasis) oder die Neurodermitis (atopische Dermatitis). Bei diesen Erkrankungen verändert sich die Haut aber in der Regel an anderen Körperstellen. Bei Neurodermitis jucken die entzündlichen Hautveränderungen und bestehen auf heller Haut aus unscharf begrenzten Rötungen und teilweise kleinen Bläschen. Auf dunkler Haut wirken von Neurodermitis betroffene Stellen noch dunkler als die umgebende Haut. Außerdem entstehen anstatt Bläschen eher kleine, feste Knötchen (Papeln).

Nur selten sind weitere Untersuchungen erforderlich. So kann mithilfe eines Abstrichs im Labor geprüft werden, ob es sich um eine bakterielle Hautinfektion wie die Borkenflechte handelt.

Behandlungsmöglichkeiten

Wer bei sich Anzeichen des Ekzems vernimmt, sollte sich an einen Hautarzt wenden. Dieser kann entscheiden, welche Therapie am besten geeignet ist.

Jugendliche und Erwachsene können die entzündeten Hautstellen mit bestimmten Medikamenten zum Auftragen behandeln, um die Beschwerden zu lindern.

Die Kopfhaut profitiert von teerhaltigen Shampoos und Waschlösungen mit pilzhemmenden Eigenschaften. Außerdem steht eine große Bandbreite an Cremes bereit. Medizinerinnen und Mediziner beraten, welche Creme gegen das seborrhoische Ekzem hilft - infrage kommen auch salicylsäurehaltige Cremes oder solche mit Antipilzmitteln. Manchmal sind auch entzündungshemmende Cremes und Kortison-Gele notwendig. Je nachdem, wie stark die Entzündungen ausfallen und um welches Produkt es sich handelt, dauert die Behandlung mehrere Tage bis wenige Wochen.

Folgende Mittel können zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden:

  • teerhaltige Shampoos
  • Cremes mit Salicylsäure
  • Cremes oder Shampoos mit Antipilzmitteln
  • entzündungshemmende Cremes oder Gele mit Kortison

Das Ekzem wird oft mit einer entsprechenden Creme behandelt, aber auch eine Haartinktur oder Shampoo ist möglich. Ist die Schuppung besonders ausgeprägt, kann bei dem Antimykotikum der Zusatz von Salicylsäure sinnvoll sein. Auch Zusätze wie Teer, Zink und Selen können wirken. Die speziellen Shampoos sind in der Regel zwei- bis dreimal wöchentlich abends aufzutragen. Kortisonhaltige Präparate können kurzzeitig bei einer starken Entzündung eingesetzt werden, etwa in Form von Lotions oder Shampoo. Dazu startet die Behandlung zunächst mit einem niedrigpotenten Kortison-Präparat.

Für das seborrhoische Ekzem im Gesicht, insbesondere im Bereich der Nase oder des Bartes, kann ein Reinigungsschaum mit Glycol- und Salicylsubstanzen verwendet werden, wie beispielsweise der DERMASENCE Mousse Reinigungsschaum. Dieser unterstützt die Regeneration des Säureschutzmantels optimal und befreit die Haut von überschüssigem Talg.

Befindet sich das seborrhoische Ekzem auf der Kopfhaut, achte darauf, ein mildes Shampoo zur Haar- und Kopfhautpflege zu verwenden, z. B. das DERMASENCE Seborra Shampoo. Dieses wirkt der (durch Hautpilz verursachten) Schuppenbildung entgegen und normalisiert die Kopfhaut. Durch das DERMASENCE Polaneth Shampoo wird Juckreiz mit einem Soforteffekt gemindert. Der Wirkstoff Polidocanol als Lokalanästhetikum stillt diesen. Außerdem erfrischt und kühlt Menthol die Haut.

Generell sollten das Haar und die Haut sanft gepflegt werden, etwa mit pH-neutralen Shampoos und Seifen. Außerdem sollten Betroffene nicht zu stark fettende Produkte nutzen, sondern diese meiden. Die Haut sollte eher entfettet werden.

Antimykotika sind Anti-Pilzmittel, die eine Hautbesiedelung mit dem Hefepilz sowie die Entzündungsreaktion reduzieren können.

Medikamente einzunehmen, ist in der Regel nicht nötig.

Alltag mit seborrhoischem Ekzem

Wichtig ist die Einsicht des Patienten, dass man das seborrhoische Ekzem nicht heilen kann und ein wiederkehrender Verlauf üblich ist. Ein seborrhoisches Ekzem ist oft chronisch und tritt nach dem Absetzen der Medikamente wieder auf.

Patientinnen und Patienten sollten auch in ihrem Alltag ein paar Dinge beachten. Auch dem Körper und Geist Ruhe zu gönnen, kann sich positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirken.

Bei Menschen mit einem seborrhoischen Ekzem sind die Rötungen und Schuppungen auf der Kopfhaut oder an anderen Körperstellen mal mehr und mal weniger ausgeprägt - spielt der Lebensstil hier eine Rolle? Laut einiger Theorien wirkt sich die Ernährung auf ein seborrhoisches Ekzem aus. Derzeit gibt es aber keine anerkannten Ernährungsempfehlungen für Betroffene. Ein stressiger Alltag kann jedoch eine Verschlechterung bewirken. In vielen Fällen bessert sich der Hautauschlag durch regelmäßige Sonnenbäder. Dabei ist der Sonnenschutz wichtig. Herkömmliche Sonnenschutzmittel reichen aus, um sich gemäß dem eigenen Hauttyp vor UV-Strahlen zu schützen.

Obwohl ein seborrhoisches Ekzem harmlos ist, kann es Jugendliche und Erwachsene belasten. Oft bilden sich die schuppigen Flecken im Gesicht und sind für andere sichtbar. Die Erkrankung kann die Betroffenen zudem ihr ganzes Leben begleiten. Menschen, die sich mit ihrem seborrhoischen Ekzem sehr unwohl fühlen, können ihre Ärztin oder ihren Arzt fragen, wie sie einen entspannteren Umgang mit der Erkrankung finden können - zum Beispiel durch eine Verhaltenstherapie.

Es ist nicht ratsam, die entzündeten Hautstellen aus Scham ständig unter einer dicken Schicht Make-up zu verbergen, da dies die Hautporen verschließt. Hin und wieder ein wenig Make-up aufzutragen, ist aber kein Problem. Zur Hautpflege sind milde, nicht zu fetthaltige Pflegeprodukte geeignet.

Menschen mit seborrhoischen Ekzem benötigen keinen besonderen Sonnenschutz. Es reicht aus, sich dem Hauttyp entsprechend vor UV-Strahlen zu schützen. Lindernd kann auch sein, Licht und Luft an die Haut zu lassen.

Nicht zuletzt können Medikamente die Wahrscheinlichkeit für eine seborrhoische Dermatitis erhöhen, etwa das Antidepressivum Lithium oder auch spezielle Neuroleptika.

Zusätzlich zur akuten Therapie eines atopischen Ekzems sollte darauf geachtet werden, die Haut nicht noch mehr zu reizen, sondern sie ergänzend zu unterstützen.

Ursachen für schuppige Haut

Stress reduzieren: Da Stress sich ungünstig auf das seborrhoische Ekzem auswirkt, sollte der Lebensstil möglichst stressarm sein. Dabei helfen entspannende Maßnahmen, wie Yoga oder Achtsamkeitsübungen.

Sparsam schminken: Ekzeme, etwa im Gesicht, können zu Schamgefühlen führen. Betroffene bedecken die Hautstellen oft mit Make-up. Das kann jedoch die Hautporen verschließen und andere Hautprobleme hervorrufen - ein leichtes Make-up und milde Pflegeprodukte mit einem geringeren Fettanteil vertragen Betroffene meist gut.

Führen seborrhoische Ekzeme zu einem hohen Leidensdruck, bietet sich eine Verhaltenstherapie an.

OFT nervig, SELTEN schlechtes Omen: Seborrhoische Dermatitis (Achtung: ausführliches Video)

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