Haarige Rote Raupe Bestimmen: Eine Anleitung

Schmetterlingsraupen gibt es in vielerlei Farben und Größen. Ob braun, schwarz, gelb oder grün, ob mit oder ohne Horn - Schmetterlingsraupen lassen sich an äußerlichen Merkmalen meist ziemlich genau erkennen. Auch die Behaarung hilft dabei. Bei behaarten Raupen ist Vorsicht geboten!

Denn die Haare mancher Arten sind mit kleinen Widerhaken versehen, die bei Mensch und Tier allergische Reaktionen auslösen können. Zu Ihrem Schutz sollten Sie sich an ggf. ausgesprochene Betretungsverbote halten und Warnschilder beachten.

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Raupen. Die Bestimmung ist oftmals nicht leicht. Die Farbe der Raupe und Haare kann dabei helfen, die Tiere zu identifizieren. Einfacher ist es, die roten Exemplare zu bestimmen.

Raupe des Goldafters mit weißen Seitenflecken und roten Trichterwarzen

Der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea)

Sobald wir ein Gespinst in einer Eiche sehen, denken wir sofort an den Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea). Aber dieser ist nicht der einzige Schmetterling, dessen Raupen sich dort tummeln. Beispielsweise könnten solche Nester auch von dem Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) stammen. Die Raupen dieses Gesellen besitzen ebenfalls Brennhaare, die bei uns allergische Reaktionen und Juckreiz hervorrufen können.

Der Goldafter gehört zur Familie der Trägspinner. Der Name "Goldafter" bezieht sich auf das goldbraune Hinterleibsende der erwachsenen Schmetterlinge, das besonders bei den Weibchen stark entwickelt ist. Bekannt ist er vor allem an Weißdorn und Eiche, tritt aber auch gerne an Obstbäumen, Schlehen und Hainbuchen, seltener an Ahornarten auf. Die bevorzugten Biotope dieser wärmeliebenden Art liegen in der planaren und kollinen Höhenstufe außerhalb des Waldes, insbesondere an Solitärbäumen, in Hecken, an Alleen, auf Streuobstwiesen und an sonnigen Waldrändern.

Goldfarbene Afterwolle am Hinterleibsende des Goldafters

Diese legen ihre Eier von Juni bis August an Zweigen ab und bedecken das Gelege mit ihrer leuchtend gefärbten Afterwolle. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die Räupchen und verspinnen im Spätsommer mehrere Blätter zu einem fünf bis zehn Zentimeter langen Gespinstnest.

Die Raupen leben zunächst gesellig. Sie überwintern in ihren Gespinsten an den Zweigspitzen, in denen je nach Größe bis zu 100 Larven "wohnen". Im Frühjahr befressen sie Knospen und Blätter und kehren immer wieder in ihr Gespinst zurück. Erst nach der letzten Häutung verteilen sich die Raupen über die Krone.

Merkmale der Goldafter-Raupe

Erwachsene Raupen erreichen eine Länge bis zu 45 Millimetern und sind eindeutig zu identifizieren: Sie haben haarige, weiße seitliche Rückenflecken auf grau-braunem Grund sowie zwei leuchtend rote Trichterwarzen auf dem 9. und 10. Segment. Als erwachsener Schmetterling ist der Goldafter überwiegend weiß gefärbt. Die Vorderflügel des Männchens besitzen manchmal wenige kleine Punkte.

Die Raupen des Goldafters besitzen Brennhaare, die bei Kontakt häufig zu allergischen Reaktionen führen können. Die Haare sind an der Spitze in eine drei- bis fünfstrahlige Krone aufgespalten, am unteren Teil zeigt der Haarschaft eine spaltförmige Öffnung. Das Gift wird beim Abbrechen der Brennhaare frei.

Die Brennhaare führen auf der Haut zu stärkerem Juckreiz, der mehrere Tage anhalten kann. Diese sind nicht nur auf die Raupen beschränkt, sondern finden sich auch in den Gespinstnestern und auf den Eigelegen. Sie können auch im Unterwuchs vorhanden sein und so, z.B. bei Mäharbeiten aufgewirbelt werden. Deshalb sollten beim Umgang mit Goldafterraupen Schutzausrüstungen wie beim Umgang mit Prozessionsspinnerraupen getragen werden.

Goldafter (Raupe) - Euproctis chrysorrhoea

Vorkommen und Massenvermehrung

Der Goldafter neigt gelegentlich zu Massenvermehrungen mit völligem Kahlfraß, vor allem an Obstbäumen. Meist brechen diese Massenvermehrungen aus natürlichen Ursachen wieder zusammen. In Bayern tritt der Goldafter um Großraum München-Augsburg regelmäßig in Alleen in Erscheinung. Seit dem macht er immer wieder örtlich, bisweilen auch regional, auf sich aufmerksam. Auch in der Schweiz mussten die Straßenunterhaltsdienste 2009 eine Spur der A6 Thun-Spiez für rund fünf Stunden sperren, um dort die Raupen des Goldafters zu entfernen.

Bekämpfung und Schutzmaßnahmen

Die Bekämpfung des Goldafters aus hygienischen Gründen ist im Offenland in der Regel nicht erforderlich. Es können hier Maßnahmen zum Einzelschutz (Vermeidung, Schutzkleidung) ergriffen werden. In Gärten und städtischen Grünanlagen können die noch kleinen Überwinterungsgespinste im Herbst und Winter mechanisch entfernt werden. Falls eine mechanische Bekämpfung nicht möglich ist, können die Raupen im Frühjahr des zweiten Fraßjahres (1. bis 2. Maiwoche) auch chemisch bekämpft werden.

Weitere gefährliche Raupenarten

Hierzulande geht von den haarigen Raupen von Eichenprozessionsspinner, Goldafter und Schwammspinner die größte Gesundheitsgefahr aus.

Umgang mit Raupen: Darauf sollten Sie achten

  • Die meisten Raupen sind harmlos und bei uns gibt es nur wenige giftige.
  • Als Faustregel gilt: Grüne, braune und unbehaarte Raupen sind in der Regel nicht gefährlich.
  • Du solltest die Insekten trotzdem lieber nicht berühren - jedenfalls nicht mit bloßen Händen.
  • Insbesondere bei Raupen mit Haaren und auffälligen Mustern musst du aufpassen.
  • Rot-orange gefleckte Goldafter-Raupen besitzen beides. Wenn ihre Brennhaare abbrechen, wird ein Nesselgift freigesetzt, das allergische Reaktionen auslösen kann.
  • Die Härchen der Gespinstmotte können ebenfalls die Haut reizen.
  • Die Larven des Eichenprozessionsspinners sind sogar gefährlich, wenn du sie nicht berührst.
  • Das Problem: Die Härchen fliegen durch die Luft und können auf dir landen. Halte dich darum unbedingt von befallenen Bäumen fern.

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