Rote Haut unter den Augenbrauen: Ursachen und Behandlung des seborrhoischen Ekzems

Rote Flecken im Gesicht können verschiedene Ursachen haben. Oftmals sind erweiterte Blutgefäße unter der Haut die Ursache, die sich beispielsweise bei sportlicher Betätigung, Kälte oder emotionalen Reaktionen mit Blut füllen. Auch scharfes Essen, Medikamente oder Alkohol können diese Reaktion auslösen.

Manche Menschen neigen eher zu Rötungen als andere, was in der Regel kein Grund zur Besorgnis ist. Allerdings können rote Wangen auch ein Warnsignal für eine Erkrankung sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für rote Haut unter den Augenbrauen und erläutert, was dagegen hilft und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Das seborrhoische Ekzem: Eine häufige Ursache für rote Haut unter den Augenbrauen

Das seborrhoische Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis oder Gneis genannt, ist eine häufige, aber meist harmlose Hauterkrankung. Typisch sind rote Flecken mit gelblich-fettigen Schuppen, die vor allem im Gesicht und auf der Kopfhaut auftreten können. Das Ekzem ist nicht ansteckend oder schmerzhaft, kann aber in seltenen Fällen Juckreiz verursachen.

Beim Baby tritt das seborrhoische Ekzem vor allem an der Kopfhaut auf, was auch als „Kopfgneis“ bezeichnet wird. Die Schuppen können sich auf das Gesicht, den Windelbereich oder Hautfalten ausbreiten. Im Gegensatz zu Erwachsenen heilt die Hautkrankheit bei Babys nach wenigen Monaten von alleine ab.

Das seborrhoische Ekzem zeigt sich häufig an talgdrüsenreichen Hautregionen wie:

  • Kopfhaut und Haaransatz
  • Gesicht (Augenbrauen, Hautfalten zwischen Nase und Mund, Bart, Ohr)
  • Brust oder Rücken
  • Hautfalten in den Achseln oder der Leiste

Das seborrhoische Ekzem kann auf eine Körperstelle, zum Beispiel an der Kopfhaut, begrenzt sein - die Erkrankung kann aber auch mehrere Hautregionen betreffen. Je nach Schweregrad sind die Hauterscheinungen unterschiedlich: Bei manchen Menschen kommt es ausschließlich zu einer vermehrten Bildung von Hautschuppen, bei anderen zeigt sich zusätzlich eine starke Entzündung unter den Schuppen. In manchen Fällen juckt die Haut stark, in anderen tritt wiederum kein Juckreiz auf.

Das seborrhoische Ekzem kann unterschiedliche Ausprägungen haben. Die mildeste Form ist das seborrhoische Ekzematid. Es ist meist geprägt von einer starken Talg- und häufig auch Schweißproduktion. Die fettig-gelblichen Schuppen sind oft das einzige Anzeichen. Sie bilden sich in erster Linie im Gesicht, oft an den Augenbrauen und um die Nase.

Ursachen des seborrhoischen Ekzems

Was genau die Ursache für ein seborrhoisches Ekzem ist, ist bislang noch unbekannt. Genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen, da es häufiger bei Kindern auftritt, deren Eltern ebenfalls betroffen sind. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems begünstigen können:

  • Hefepilzbesiedlung: Der Hefepilz Malassezia furfur (auch Pityrosporum ovale genannt) gehört zu den natürlich vorkommenden Hautkeimen. Bei manchen Menschen vermehrt sich dieser Pilz stark und bewirkt eine Entzündung der Haut mit Rötung, Schuppung und Juckreiz.
  • Vermehrte Talgproduktion: Weil das seborrhoische Ekzem vermehrt an Körperstellen auftritt, an denen es viele Talgdrüsen gibt, vermutet man einen Zusammenhang mit einer gestörten Talgdrüsenfunktion.
  • Weitere mögliche Faktoren: Auch Bakterien, eine erbliche Veranlagung, Stress, Klimaveränderungen, Hormone und ein geschwächtes Immunsystem können bei der Entstehung eines seborrhoischen Ekzems eine Rolle spielen.

Ein seborrhoisches Ekzem kommt häufiger bei Menschen mit bestimmten Erkrankungen vor, z.B. bei HIV oder Morbus Parkinson.

Viele Menschen mit seborrhoischem Ekzem stellen fest, dass sich die Erkrankung bei Stress verschlechtert. Auch das Klima kann sich offenbar auf das seborrhoische Ekzem auswirken.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Was ist das seborrhoische Ekzem?

Diagnose des seborrhoischen Ekzems

Dein Hautarzt erkennt das seborrhoische Ekzem in erster Linie am Aussehen der Hautveränderungen und daran, wo diese am Körper auftreten. Wichtig bei der Diagnose ist, sie von anderen Erkrankungen der Haut zu unterscheiden. So kann insbesondere die Schuppenflechte (Psoriasis) zu ähnlichen Symptomen führen. Es gibt jedoch eine Reihe von Unterscheidungsmerkmalen, die bei der Diagnose helfen, andere Hauterkrankungen auszuschließen. Während die Schuppen beim seborrhoischen Ekzem eher gelblich-fettig sind, sehen sie bei Psoriasis eher silbrig-weiß und trocken aus. Auch die betroffenen Hautstellen helfen bei der Unterscheidung: So zeigen sich bei der Psoriasis die schuppenden Hautareale neben der Kopfhaut häufig auch an Körperregionen, die für das seborrhoische Ekzem untypisch sind, etwa den Knien oder Ellenbogen. An den behaarten Bereichen der Kopfhaut geht das seborrhoische Ekzem im Gegensatz zur Psoriasis in den meisten Fällen nicht über die Haargrenze an der Stirn hinaus.

Behandlung und Heilung des seborrhoischen Ekzems

Ein seborrhoisches Ekzem verläuft chronisch, das heißt, es kommt in unterschiedlicher Stärke immer wieder zum Vorschein. In den Sommermonaten zeigt sich oft eine Besserung, im Winter oder bei Stress kann es verstärkt auftreten.

Aktuell ist das seborrhoischen Ekzem noch nicht dauerhaft heilbar. Allerdings lassen sich die Beschwerden mit Shampoos und Cremes, die z.B. Kortison oder Wirkstoffe gegen Hautpilze enthalten, lindern. In manchen Fällen ist auch eine Therapie mit UVB-Licht hilfreich.

Wie das seborrhoische Ekzem genau behandelt wird, richtet sich nach der Ausprägung der Hauterkrankung und danach, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Wenn du mit der Behandlung deines seborrhoischen Ekzems beginnst, denke daran, dass es häufig ein wenig Geduld braucht, bis alle Beschwerden zurückgehen.

Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Haut zu beruhigen. Dazu werden verschiedene topische Medikamente eingesetzt:

  • Antimykotika: Cremes oder Shampoos mit Wirkstoffen wie Ketoconazol oder Ciclopirox hemmen das Wachstum von Malassezia-Pilzen.
  • Kortikosteroide: Entzündungshemmende Cremes oder Gele mit Kortison lindern Rötungen und Juckreiz. Bei längerer Anwendung können sie jedoch die Haut ausdünnen.
  • Keratolytika: Shampoos oder Cremes mit Salicylsäure oder Harnstoff entfernen Schuppen und verbessern das Hautbild.

Je nach Lokalisation und Ausprägung des Ekzems kommen unterschiedliche Darreichungsformen zum Einsatz:

  • Kopfhaut: Shampoos mit Antimykotika, Kortikosteroiden oder Keratolytika
  • Gesicht: Cremes mit Antimykotika, Kortikosteroiden oder Calcineurin-Inhibitoren (z. B. Pimecrolimus, Tacrolimus)
  • Körper: Cremes oder Lotionen mit Antimykotika, Kortikosteroiden oder Keratolytika

Auch Hausmittel können zur Linderung der Symptome beitragen:

  • Apfelessig: Verdünnter Apfelessig kann helfen, den pH-Wert der Haut zu regulieren und das Wachstum von Pilzen zu hemmen.
  • Aloe Vera: Aloe Vera Gel spendet Feuchtigkeit und beruhigt gereizte Haut.
  • Ringelblumensalbe: Ringelblumensalbe wirkt entzündungshemmend und fördert die Heilung.
  • Ölbäder: Ölbäder mit Kamille oder Lavendel beruhigen die Haut und spenden Feuchtigkeit.

Bei Babys lassen sich Schuppenkrusten am Kopf meist gut mit Olivenöl ablösen, das über Nacht einweicht und am nächsten Tag abgewaschen wird. In Hautfalten ist Zinkpaste hilfreich.

Wichtig: Bei starken Beschwerden oder wenn Hausmittel nicht helfen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Alltag mit einem seborrhoischen Ekzem

Obwohl ein seborrhoisches Ekzem harmlos ist, kann es Jugendliche und Erwachsene belasten. Oft bilden sich die schuppigen Flecken im Gesicht und sind für andere sichtbar. Die Erkrankung kann die Betroffenen zudem ihr ganzes Leben begleiten. Menschen, die sich mit ihrem seborrhoischen Ekzem sehr unwohl fühlen, können ihre Ärztin oder ihren Arzt fragen, wie sie einen entspannteren Umgang mit der Erkrankung finden können - zum Beispiel durch eine Verhaltenstherapie.

Es ist nicht ratsam, die entzündeten Hautstellen aus Scham ständig unter einer dicken Schicht Make-up zu verbergen, da dies die Hautporen verschließt. Hin und wieder ein wenig Make-up aufzutragen, ist aber kein Problem. Zur Hautpflege sind milde, nicht zu fetthaltige Pflegeprodukte geeignet.

Menschen mit seborrhoischen Ekzem benötigen keinen besonderen Sonnenschutz. Es reicht aus, sich dem Hauttyp entsprechend vor UV-Strahlen zu schützen. Lindernd kann auch sein, Licht und Luft an die Haut zu lassen.

Vorbeugung

Folgende Maßnahmen können helfen, einem seborrhoischen Ekzem vorzubeugen oder die Symptome zu lindern:

  • Vermeidung von Stress
  • Gesunde Ernährung
  • Regelmäßige Hautpflege mit milden, nicht fettenden Produkten
  • Vermeidung von hautreizenden Substanzen (z. B. aggressive Seifen, alkoholhaltige Lotionen)
  • Schutz vor extremer Kälte und Hitze

Das seborrhoische Ekzem ist zwar nicht heilbar, aber mit einer konsequenten Behandlung und den richtigen Maßnahmen lässt sich die Erkrankung gut in den Griff bekommen.

Weitere Ursachen für rote Flecken im Gesicht

Neben dem seborrhoischen Ekzem gibt es noch weitere mögliche Ursachen für rote Flecken im Gesicht:

  • Allergien: Kontaktdermatitis durch allergieauslösende Stoffe wie Duftstoffe, Latex oder Giftefeu
  • Rosacea: Chronische Erkrankung mit Entzündung der Gesichtshaut, Rötungen, Knötchen und Bläschen
  • Schuppenflechte (Psoriasis): Chronisch-entzündliche Erkrankung mit geröteten, schuppigen Hautarealen und Juckreiz
  • Neurodermitis (atopische Dermatitis): Plötzlich auftretender Hautausschlag mit trockener, schuppiger und juckender Haut
  • Mundrose (Periorale Dermatitis): Roter, chronisch-entzündlicher Hautausschlag um den Mund und am Kinn
  • Akne: Verstopfte Poren, Mitesser, Pickel und entzündliche Knoten
  • Hitzewallungen: Plötzliches Gefühl intensiver Hitze im Gesicht und am Körper, oft begleitet von Rötungen
  • Medikamente: Allergisch oder pseudoallergisch bedingter Hautausschlag als Nebenwirkung
  • Scharfes Essen: Erweiterung der Blutgefäße durch würzige und saure Speisen
  • Alkohol: Alkoholintoleranz oder bestimmte Krebsarten können zu Rötungen führen

Bei unklaren oder anhaltenden Beschwerden sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Tabelle: Übersicht über Ursachen und Behandlungen roter Flecken im Gesicht

Ursache Symptome Behandlung
Seborrhoisches Ekzem Rote Flecken mit gelblich-fettigen Schuppen, Juckreiz möglich Antimykotika, Kortikosteroide, Keratolytika, Hausmittel
Allergie Rötung, Juckreiz, Schwellung Vermeidung des Allergens, Kortikosteroide, Antihistaminika
Rosacea Rötungen, Knötchen, Bläschen, erweiterte Blutgefäße Topische Medikamente, Laserbehandlung, Vermeidung von Auslösern
Schuppenflechte Gerötete, schuppige Hautareale, Juckreiz Topische Medikamente, Lichttherapie, systemische Therapie
Neurodermitis Trockene, schuppige, juckende Haut, Ausschlag Topische Medikamente, Lichttherapie, Vermeidung von Auslösern
Akne Mitesser, Pickel, entzündliche Knoten Topische Medikamente, systemische Therapie, Laserbehandlung

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