Menschen mit feuerrotem Haarschopf stechen sofort ins Auge. Und das nicht nur, weil Rot eine Signalfarbe ist, sondern auch, weil dieser Haarton so selten auftritt. Brünette und Schwarzhaarige trifft man allenthalben, Rothaarige sind dagegen fast eine Rarität.
Rote Haare sind ein echter Hingucker. Ob naturgegeben oder gefärbt: Die auffällige Haarfarbe unterstreicht die Individualität von Träger:innen auf ganz eigene Weise. Doch woher kommt die rote Haarfarbe eigentlich? Wie selten sind rote Haare tatsächlich? Und wie pflegt und färbt man sie richtig - zum Beispiel bei einem Wechsel von Rot auf Braun oder Rot zu Blond?
In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über rote Haare wissen müssen. Von der genetischen Veranlagung über die passende Farbnuance bis hin zu Pflege-Tipps, Styling-Ideen und häufig gestellten Fragen. Plus: aktuelle Farbtrends und inspirierende Looks.
Rote Haare sind echte Unikate in der Welt der Haarfarben. Nur etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung haben von Natur aus rotes Haar. Das macht sie zur seltensten natürlichen Haarfarbe überhaupt. Besonders häufig kommt sie in Nordeuropa vor, etwa in Schottland und Irland, wo bis zu zehn Prozent der Menschen naturrote Haare haben.
Rotes Haar steht für Vielfalt, Ausdrucksstärke und Selbstbestimmung. In der Mode- und Beauty-Welt sind rote Nuancen längst mehr als ein Trend. Sie feiern regelmäßig ihr Comeback auf Runways, in Kampagnen oder als individuelles Statement. Dabei zählt nicht Mut zur Auffälligkeit, sondern Freude am persönlichen Stil.
"Nur etwa zwei Prozent der Menschen in Deutschland haben rote Haare", sagt Torsten Schöneberg, Professor für Biochemie und Endokrinologie an der Uni Leipzig. In Deutschland liegt der Anteil bei rund ein bis zwei Prozent, also etwa 650.000 Menschen.
Dieses sogenannte Pigment kommt beim Menschen in zwei Varianten vor, erklärt Schöneberg. Eines dieser Pigmente heißt Eumelanin, es sorgt dafür, dass die Haare eine nussbraune bis schwarze Farbe annehmen. Die zweite nennt sich Phäomelanin und gibt blondem und rotem Haar seine charakteristische Färbung. Auch wenn bei fast allen Menschen beide Farbstoffe vorkommen, setzt sich in den meisten Fällen das Eumelanin durch. "Das ist ähnlich wie bei einem Tuschkasten", sagt Schöneberg.
Die Ursache für rote Haare liegt im sogenannten MC1R-Gen - einem kleinen Abschnitt unserer DNA mit großer Wirkung. Dieses Gen beeinflusst die Produktion von Melanin, also der Pigmente, die für Haut-, Haar- und Augenfarbe verantwortlich sind.
Bei Menschen mit rotem Haar funktioniert dieses Gen etwas anders: Statt dunklem Eumelanin bildet der Körper mehr Phäomelanin - ein Pigment, das für die charakteristische rot-goldene Haarfarbe sorgt.
Die Bildung von Eumelanin wird durch ein spezielles Gen, das sogenannte mc1r-Gen, gesteuert. Bei den meisten Rothaarigen ist dieses Gen funktionslos. Als Folge überwiegt das Pigment Phäomelanin, das ihnen neben rotem Haar auch eine helle Haut und viele Sommersprossen beschert.
Eine dunkle Haarfarbe werde außerdem genetisch dominant vererbt, rote Haare dagegen rezessiv, erklärt der Wissenschaftler. Das bedeutet, dass zum Beispiel das Kind einer rothaarigen Mutter und eines schwarzhaarigen Vaters eher dunkle Haare haben wird, weil sich die dunkle Haarfarbe des Vaters genetisch durchsetzt. Damit das Kind rote Haare bekomme, müssten in der Regel auch beide Elternteile rot- oder zumindest hellhaarig sein, sagt Schöneberg. Da diese Konstellation eher selten ist, werden dunkle Haare häufiger weitervererbt als rote.
Spannend: Rote Haare kommen nicht nur in Europa vor. Auch bei den Berbern in Nordafrika oder in einzelnen Regionen Asiens gibt es Menschen mit naturrotem Haar.
Die rote Haarfarbe vererbt sich rezessiv - das heißt, beide Elternteile müssen Träger:innen des Gens sein, damit ein Kind mit roten Haaren geboren wird. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass in einer Familie ohne sichtbare Rothaarige plötzlich ein Kind mit leuchtend roten Locken zur Welt kommt.
Ob naturrot oder coloriert - rote Haare brauchen gezielte Pflege, um gesund, glänzend und farbintensiv zu bleiben. Denn gerade rote Pigmente neigen dazu, schneller zu verblassen als andere.
Unsere wichtigsten Pflege-Tipps:
Wer sich für rote Haare entscheidet, hat die Qual der Wahl - von zartem Rotblond bis hin zu intensivem Bordeaux. Wichtig ist: Der Farbton sollte zum Hautunterton und zur Augenfarbe passen.
Überblick über verschiedene Rottöne:
| Farbton | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Rotblond | Ein sanfter Einstieg in die Welt der Rottöne | Helle Hauttypen mit goldenem oder neutralem Unterton |
| Kupferrot | Warmer Klassiker | Helle bis mittlere Hauttypen, bringt grüne und blaue Augen zum Leuchten |
| Rotbraun | Zurückhaltendes, sattes Rot | Olivfarbene oder mittlere Hauttöne |
| Bordeaux-Rot | Tief, edel und charakterstark | Neutrale bis kühle Hautuntertöne |
| Lila-Rot | Verspielt, kreativ und auffällig | Helle Hauttypen mit rosigem Unterton |
Rote Haare zu färben - ob von Rot auf Braun oder von Rot zu Blond -, erfordert etwas Know-how:
Was ist das Besondere an Rothaarigen?
Rothaarige haben oft eine besondere Kombination aus heller Haut, Sommersprossen und lebendiger Haarfarbe. Nur circa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung haben von Natur aus rot-orangefarbene Haare. Davon leben die meisten in Schottland.
Doch warum gibt es so wenige Rotschöpfe? Studien haben herausgefunden, dass Rotschöpfe weniger empfindlich gegenüber Nadelstichen oder Druckschmerz sind. Auf Temperaturreize hingegen reagieren sie sensibler.
Ein Gendefekt als Grund für rote Haare
Die Farbe von Haaren ist abhängig vom sogenannten Melanin. Bei Menschen mit dunklen Haaren überwiegt die Produktion an Eumelanin. Bei Rothaarigen produzieren die Haarfollikel mehr Phäomelanin.
Eines der wichtigsten Gene bei der Haarfarbe ist MC1R. Dieses Gen trägt normalerweise dazu bei, dass Proteine gebaut werden, die mehr Eumelanin produzieren. Ist das Gen defekt, werden mehr Proteine für die Produktion von Phäomelanin zur Verfügung gestellt.
Erbbiologie: Rezessive und dominante Gene entscheiden über die Farbe
Bei einem doppelten Chromosomensatz liegen Gene jeweils paarweise vor. Ein Gen befindet sich auf einem Chromosom. Dabei können sich die Gene in ihren Ausprägungen (Allelen) unterscheiden. Es gibt dominante ("herrschende") Allele und rezessive ("zurücktretende") Allele.
Die Eigenschaft der dominanten Allele setzt sich immer gegen ein rezessives durch.
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