Römische Frisuren für Männer in der Antike

Die Kultur des antiken Roms entstand aus der Kultur des antiken Griechenlands. Wie alle Eroberer hatten die Römer nicht genug Zeit für Kultur. Als die Römer Hellas eroberten und es Griechenland nannten, war ihre Kultur sehr arm.

Bei Frisuren nahmen auch die Römer zu Grunde griechische Bildermodifizierte sie jedoch im Laufe der Zeit. Hier ist ein typischer kurzer römischer Herrenhaarschnitt.

Der Durchschnitts Römer ging insofern mit der „Mode“, als er dem allgemeinen Trend folgte. Und das hieß bis ins 5. Jhd. v. Chr.: Man ließ die Haare einfach wachsen und lang herunter hängen. Die incompti capilli (ungekämmte Haare) galten als typische „Frisur“ der Frühzeit (Hor. C. I, 12, 41).

Büste von Guy Julius Caesar

Der Aufstieg der Barbierstuben und der Einfluss der Kaiser

Nachdem angeblich im Jahr 300 v. Chr. die erste Barbierstube in Rom eröffnet worden war, ging man regelmäßig zum Friseur, um die Haare „in Ordnung“ zu halten. Das heißt, man trug einer eher kurze, schlichte römische Frisuren, auf die man besondere Mühe wie das Kämmen nur an Feiertagen verwandte (Hor. C. I 15, 13 f.; Juv.

In der Kaiserzeit fanden Männer es auch opportun, die Frisur des Kaisers nachzuahmen. So wird zum Beispiel unter Octavian Augustus die Dauerwelle für einige Zeit aus der Mode kommen und die Haare werden nach der ursprünglichen römischen, italienischen und nicht griechischen Tradition glatt getragen.

Oft setzte ein neuer Kaiser auch neue Trends in Sachen Mode. Er wurde sozusagen zur neuen Stilikone. Augustus etwa wurde mit seinem lockigen Pony gerne nachgeahmt. Mal wurde es also lockig, mal wurden Perücken auch von Männern getragen.

Im 2. Jhd. wechselte die Mode unter den Kaisern von kurzem Haar zu längerem, lockigem Haar, bevor sie im 3. Jhd. zur Kurzhaarfrisur umschlug, die den Kopf fast kahl erscheinen ließ.

So trugen die Römer zur Zeit der Republik Haare bis zum Ohrläppchen geschnitten und mit Pony bis zur Mitte der Stirn, leicht gekräuselt. Die Bärte der Römer waren kürzer als die der Griechen. Während der Kaiserzeit trugen die Römer praktisch keine Bärte. Während der Zeit der Republik gingen meist nur junge Leute mit rasierten Gesichtern.

Während der Kaiserzeit ahmen die Römer in ihren Frisuren ihre Kaiser nach. S-förmiger Pony wird auch in Mode kommen. Und bei den Legionären wird ein kurzer Igel-Haarschnitt sehr beliebt sein.

EpocheFrisurmerkmale
Frühe Republik (bis 5. Jh. v. Chr.)Lange, ungekämmte Haare
Späte Republik (ab 300 v. Chr.)Kurze, schlichte Frisuren
KaiserzeitNachahmung der Kaiserfrisuren, Variationen von kurz bis lang und lockig

Auch Herrenfrisuren wurden von den Griechen entlehnt. Das waren Haarschnitte, aber kürzer.

Kaiser Hadrian trug Bart und gelocktes Haar. Das galt vor allem für die Frisuren und die Barttracht. Um das Jahr 130 n. Chr. waren zum Beispiel dicke Locken und ein gestutzter Bart modern. Dann trug man die Bärte immer länger, bis um 230 ganz kurze Haare und ein Stoppelbart in Mode kamen.

Besondere Pflege widmeten die Römer ihren Bärten. Der Friseur (tonsor) war für diese Pflege zuständig. Reiche Männer hatten ihren eigenen tonsor, die restlichen mussten sich mit tonsores begnügen, die ihre Arbeit in eigenen Geschäften (teilweise unter freiem Himmel) erledigten. In den sogenannten tonstrina wurde nicht nur rasiert und frisiert, sondern es blühte auch der Klatsch. Aber nicht nur von sprechenden Stimmen war die tonstrina erfüllt, sondern auch von schreienden, da die Rasiermesser dort meist höchst unzulänglich waren und das Gesicht - wenn überhaupt - nur mit Wasser befeuchtet wurde. So musste sich der Kunde auf das Fingerspitzengefühl des tonsor verlassen; oft genug kam es zu Anzeigen, die zu Geldstrafen gegen den tonsor führten.

Augustus-Statue

Weitere Aspekte der römischen Haarpflege und Mode

Perücken waren auch den Römern bekannt. Aber meistens maskierten ältere Römer ihre Kahlheit mit falschen Haaren.

Dabei war auch Haarfärbung für Männer bekannt. Das wurde oftmals bei ergrauten Haaren eingesetzt, was sehr verspottet wurde. So spottet Martial in einem seiner Epigramme über einen älteren Herren, der sich plötzlich von einem Schwan in einen Raben verwandelt habe.

Um kahlen Stellen oder einer Glatze vorzubeugen, gab es unzählige Mittelchen, die Haarwuchs fördern sollten (ihre Effektivität hielt sich allerdings genauso wie heute in Grenzen). Iulius Caesar kämmte seine Haare nach vorne, um die Stirnglatze zu kaschieren.

Haare sind Kult. Egal ob von Natur aus gelockt oder glatt, ob aufwendig toupiert oder zum kunstvollen Zopf geflochten. Um Haare und ihre Bedeutung ranken sich uralte Legenden und Mythen. Und die Wahl der richtigen Frisur - der aktuellen Mode und dem einzelnen Typ entsprechend - beschäftigte schon die Bürger der Antike.

Wer freilich glaubt, all die beschriebenen Utensilien, um die Haare in die richtige Form zu bringen oder ihnen farblich den angesagten Look zu verpassen, seien nur ein Thema für die antike Frauenwelt gewesen, der irrt gewaltig. Denn auch bei Männern war es durchaus nicht unüblich, sich die Haare zu färben. Hierzu findet sich eine schöne Stelle bei Martial (der verfasste ca. 40 n. Chr. ausschließlich Epigramme).

Sauber, damit er gefällt, und gebräunt sei vom Marsfeld der Körper... Nicht sei zu Stacheln dein Haar in entstellender Weise geschoren; von der geübten Hand lass Haare dir schneiden und Bart. Nicht zu lang lass die Nägel dir wachsen, lass frei sie von Schmutz sein. Und aus dem Nasenloch steh´ niemals ein Haar dir hervor. Nicht komme widriger Atem aus übelriechendem Munde. Nicht stör´ die Nase der Bock…“ (Ovid, Liebeskunst I, 513 - 523). Dies rät der Dichter Ovid (43 vor Christus bis 17 nach Christus) Männern, die auf Beziehungssuche sind.

tags: #römische #frisuren #männer

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen