Renaissance Perücke Herren: Ein modisches Statement der Geschichte

Die Renaissance Perücke für Herren ist mehr als nur ein modisches Accessoire. Sie ist ein Statement, das tief in der Geschichte verwurzelt ist und bis heute ihren Reiz nicht verloren hat. Ob für historische Kostüme, besondere Anlässe oder einfach nur zur Veränderung des eigenen Looks - die Renaissance Perücke bietet vielfältige Möglichkeiten.

Ludwig XIV mit Allongeperücke

Die Geschichte der Perücke: Von der Antike bis zur Renaissance

Die Verwendung von Perücken lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. In Ägypten und Griechenland trugen Menschen Perücken aus menschlichen Haaren oder Tierhaaren, um Attraktivität und Status zu symbolisieren. Im Mittelalter waren Perücken weniger verbreitet, da sie als unchristlich galten. Erst ab dem 16. Jahrhundert wandelte sich diese Einstellung.

Im 16. Jahrhundert frisierten vornehme Herren ihr Haar gerne halblang und toupierten die untere Partie etwas in die Breite. Natürlich beeinflussten sich Kleidung und Frisuren wechselseitig. Mitte des 17. Jahrhunderts kamen Ringel- und Korkenzieherlocken in Mode. Der Grund: Eine neue Papillotier-Technik ermöglichte es, das Haar zu kleinen, natürlich fallenden Locken zu drehen.

Im 17. und 18. Jahrhundert war die Perücke in Europa weit verbreitet. Sie hatte den Vorteil, die Haare nicht ständig neu locken zu müssen und den Kopf zu wärmen, denn die zugigen Barockschlösser ließen sich nur schwer heizen.

Ludwig XIV und die Allongeperücke

Von einer möglichst unauffälligen Schönheitskorrektur zum modischen Massenphänomen der frühneuzeitlichen Aristokratie wurde die Perücke wohl erst am französischen Hof: Dort begann der schon nicht mehr ganz so strahlende Sonnenkönig Ludwig XIV. in den 1670er Jahren, die zuvor nur fallweise aufgesetzte Perücke ständig zu tragen (angeblich, nachdem eine Krankheit ihn seiner eigenen, langen Haare beraubt hatte) und wurde darin von seiner unmittelbaren Umgebung und bald auch den europäischen Höfen begeistert nachgeahmt, wo man nun gleichfalls im großen Stile begann, sich die flohverseuchten Schöpfe zu scheren.

Ludwig lancierte die sogenannte Allongeperücke, bei der die lang herabfallenden, sorgsam geringelten Strähnen sich über der Stirn zu zwei hochgetürmten Lockenwirbeln aufbauschen. Vorbild für dieses modische Detail boten die antiken Bildnisse Alexanders des Großen, deren typisches Kennzeichen diese „Anastolé“ (griech: „hoch/zurückwerfen“) genannte Frisur ist.

Auf Bildnissen des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel (reg. 1680-1726), der natürlich auch die in Versailles „vorgetragene“ Mode befolgte, sieht man gut die Vorzüge, die diese ausgesprochen repräsentative Prachtperücke auch einem vielleicht selbst nur mittelprächtigen Barockfürsten bot: Das Gesicht wird von den wallenden Locken wie von einer Aureole oder Löwenmähne umbauscht und gewinnt so - langer Nase und hängender Unterlippe zum Trotz - etwas unbestimmt Hoheitsvolles.

Die Allongeperücke wurde 1673 in Frankreich zur Staatsperücke, sodass sie bald in ganz Europa Männer von Stand trugen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden Männerperücken kürzer, die Allongeperücke kam außer Mode. Stattdessen setzte sich eine Perückenform mit Zopf und waagerecht eingedrehten Locken über den Ohren durch.

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Vielfalt der Perücken im Barock und Rokoko

Natürlich unterlag das Perückentragen wie alle Kleider- und Modefragen zumindest bei Hofe strengen und en détail justierten zeremoniellen Rangabstufungen: es gab die diversen Typen für unterschiedliche Tageszeiten, für verschiedene festliche Anlässe, in Kombination mit bestimmten Gala- und Zivilkostümen, es gab wilde Debatten, ob Geistliche solch eitles Ding aufzustülpen hätten oder nicht, es gab sie in runder oder eckiger Grundform, nur mit seitlichen, oder kompletter Lockenmontur, mit einem oder zwei Zöpfen, die auch in Beutel gesteckt oder in Schlaufen gebunden sein konnten (und dann einfach nur noch albern aussahen), und, und, und…

Perücken sind oft weiß, manchmal violett, pink, blau oder gelb gepudert. Frauen tragen Haarteile und pudern ihr Haar grau, wohl auch, um den Farbunterschied zwischen dem eigenen Haar und den Haarteilen zu kaschieren. Perückenpuder wird aus Mehl oder Stärke hergestellt und mit Lavendel oder Orangenblüten parfümiert.

Material und Herstellung

Das Haar, das der eine trug, musste ein anderer liefern: Die reisenden Händler schätzten lange Zeit hindurch besonders das robuste, blonde Haar der Niederländerinnen, das beispielsweise Bauernmädchen abgekauft, dann gewaschen, gebleicht oder gefärbt und anschließend in einzelnen Strähnen mühsam vernäht wurde. Entsprechend teuer war die Anschaffung und groß die Frustration, wenn schon nach kurzer Tragezeit das erste Ungeziefer in dem kunstvoll arrangierten Haarturm Einzug hielt.

Kein Wunder allerdings, stießen Milben und Wanzen dort doch auf gehaltvolle Nahrung, denn die nur trocken gereinigte Perücke wurden jeden Morgen zum Abschluss einer zwar nicht intensiven, aber länglichen Reinigungs- und Ankleidezeremonie frisch mit parfümierten Puder, meist aus fein gemahlenem Mehl, aufgeweißt: ein entsprechender kleiner Blasebalg, kostbar gefertigt, hat sich in der Schatzkammer erhalten!

Renaissance König Perücke: Ein besonderes Beispiel

Die Renaissance König Perücke mit kurzem Pony und halblangen Locken ist in dunklem rotbraun gehalten und steht jedem edlen Lord und natürlich einem Herrscher besonders gut. Zu historischen Kostümen ist diese Perücke perfekt.

Egal ob Sie als König oder adeliger Lord zum Maskenball gehen, oder als Piratenkönig ein Schiff in der Karibik befehligen... diese schöne Perücke passt zu wirklich vielen Kostümen. Sie ist dunkelbraun mit leichten kastanienbraunen Akzenten und mit ganz feinen, schwarzen Strähnchen durchzogen. Das lässt die Perücke unglaublich echt erscheinen. Die Locken fallen bis zu den Schultern und der kurze Pony war sehr beliebt in der Renaissance Zeit.

Pflegehinweise:

  • Perücke vorsichtig der Verpackung und dem Netz entnehmen.
  • Nicht schütteln, bürsten oder kämmen, sondern nur leicht mit den Fingern in Form bringen.
  • Vorsichtig von der Stirn aus über den Hinterkopf ziehen.

Sollten Sie selbst lange Haare haben, empfehlen wir ein zusätzliches Haarnetz. Das bändigt Ihre Frisur unter der Perücke und gibt ihr zusätzlich Halt.

Moderne Renaissance der Perücke

Eine wahre Renaissance erlebten Perücken dann mit Beginn des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit kamen die ersten Perücken aus Kunsthaar auf. Sie waren deutlich günstiger und leichter zu pflegen als Perücken aus Echthaar. Den Höhepunkt der Beliebtheit in jüngster Vergangenheit markieren die 1960er und 1970er Jahre.

Perücken sind nicht nur eine praktische Hilfe für Menschen, die unter Haarausfall leiden oder aus medizinischen Gründen ihre Haare verloren haben. Perücken können das Aussehen einer Person radikal verändern und so zu einem neuen Image oder eine neue Wahrnehmung beitragen.

Ähnlich wie modische Kleidung kann eine Perücke perfekt als Ausdruck der Individualität und als Statement des eigenen Geschmacks verwendet werden. Es gibt viele Anlässe für eine Perücke, wie zum Beispiel eine Partynacht bei der Sie sich schick machen, um ausgelassen mit Ihren Freunden zu feiern oder ein Date, dass Sie mit einem neuen Look überraschen wollen.

Verschiedene Stile und Arten von Perücken

Modische Perücken gibt es in vielen verschiedenen Arten und Stilen. Die Wahl der richtigen Perücke hängt von persönlichen Vorlieben und dem gewünschten Look ab.

  • Langhaarperücken: Sie verhelfen zu einem klassischen Look, der elegant und feminin wirkt.
  • Kurzhaarperücken: Kurze Haare werden oft als modern und lässig empfunden.
  • Lockige Perücken: Lockige Haare stehen in vielen Kulturen für Sinnlichkeit, Verspieltheit und Kreativität.
  • Farbenprächtige Perücken: Neben dem Schnitt ist natürlich auch die Farbe einer Frisur eine gute Möglichkeit dem Look eine spezielle Note zu verleihen und das eigene Aussehen zu verändern.

Moderne Perücken sind von so hoher Qualität, dass sie von Laien kaum noch als solche erkannt werden können. Die Haarfarbe und -struktur ist sehr natürlich und es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Qualitäten und Arten.

Perücken als modisches Accessoire

Perücken können ohne Zweifel als modisches Accessoire getragen werden, da Ihre Vielfalt zu jedem Outfit passt. Die Wandlungsfähigkeit nutzen viele Stars und Prominente, wie Lady Gaga, Katy Perry, Beyoncé, Keira Knightley oder Shirin David gerne, um ein einzigartiges Aussehen zu kreieren, das sich von dem der anderen unterscheidet.

Manchmal kann die Motivation für eine Perücke aus modischen Gründen auch einfach nur der Wunsch einer (kurzfristigen) Typveränderung sein. In allen Fällen sind hochwertige Perücken die perfekte Wahl.

Perücken in Film und Theater

Das perfekte Extra für ein authentisches Kostüm zu Karneval oder Halloween sind Perücken. Das Faschings-Accessoire gibt es in allen erdenklichen Längen, Formen und Farben, sodass du für jedes Outfit die passende Frisur bei uns findest.

Wer einfach eine ausgefallene Perücke zu seinem Kostüm sucht, kann zu lang- und kurzhaarigen Exemplaren in grellen Farben oder mit Farbverläufen greifen. Aber auch Halloween ist ein perfekter Anlass, um zu einer Perücke zu greifen. Egal ob Vampir, Teufel, Horrorclown oder Hexe - In unserem Onlineshop findest du die passende Perücke für einen gruseligen Look.

Die Perücke in der Rechtsprechung

Man kennt das Bild: Ein Gerichtssaal in England. Darin befinden sich Menschen, die sich einer strikten Kleiderordnung unterwerfen: Perücke und lange Robe.

Dass die Perücke sich durchsetzen konnte, hatte unterschiedliche Gründe: Im 17. Jahrhundert war fließendes Wasser noch ein Luxusgut, da verwunderte es nicht, wenn man den einfachen Weg ging: Statt die Haare zu waschen, setzte man eine Perücke auf. Wenig später ging man sogar dazu über, die Kopfhaare komplett zu entfernen. Sie wurden einfach weg rasiert. So wollte man sich vor Läusen und anderen ungebetenen Kopfbewohnern schützen.

Die Würde des Standes. Mit einer Perücke heben sich Anwälte und Richter nach außen hin ab und zeigen, dass sie dem Justiz-Apparat angehören. Anonymität als Schutz vor den Angeklagten. Durch das Tragen einer Perücke und Robe erhofften sich in früheren Zeiten Anwälte und Richter, dass sie außerhalb des Gerichtsgebäudes nicht von (ehemaligen) Angeklagten erkannt werden würden.

Traditionellerweise bestehen die Perücken der englischen Richter nicht aus Kunsthaar, sondern aus weißem Rosshaar. In früheren Zeiten wurde auch Echthaar oder das Haar von Ziegen zur Anfertigung verwendet, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aber hat sich Rosshaar durchgesetzt.

Seit einigen Jahren regt sich Widerstand gegen die Gerichtsperücke. Einige Richter verzichten bei Strafsachen vor dem Familien- oder Zivilgericht sogar ganz auf die Gerichtsperücke. Im Gegensatz zu den Anwälten.

Die englische Anwaltskammer, der sogenannte Bar Council, hat zwar schon erste Anstrengungen unternommen, ist aber noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen, ob die Gerichtsperücke nun getragen werden soll oder nicht.

Wie wir bereits gesehen haben, dienen die Perücken unter anderem dazu, beim Gegenüber mächtig Eindruck zu schinden. Klar, dass das mit einer nagelneuen Perücke nicht so gut gelingt, denn diese würde dem Gegenüber nur signalisieren, dass man noch ganz neu ist im Stand der Anwälte und Richter.

Daher greifen einige Juristen zu ganz unorthodoxen Methoden: Die Perücke wird noch während des Studiums gekauft und dann entsprechend präpariert, dass sie pünktlich zum ersten Termin vor Gericht die gewünschte Patina besitzt. Manche angehende Anwälte und Richter benutzen ihre Perücke als Mopp oder hängen sie in den strömenden Regen.

Es geht allerdings auch einfacher: Man kann die speziellen Gerichtsperücken auch gebraucht kaufen.

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