Raupen bestimmen: Ein umfassender Leitfaden zur Identifizierung gelber Raupen und anderer Arten

Raupen sind ein faszinierender Bestandteil des Ökosystems und in vielen Gärten anzutreffen. Ihre Vielfalt in Farben, Formen und Größen ist beeindruckend. Die Bestimmung einer Raupe kann jedoch eine Herausforderung sein, da es in Deutschland über 3700 Schmetterlingsarten gibt, die alle verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen.

Für die Raupen gilt noch mehr als bei den Eiern, dass man den Tagfalter über die Raupe fast immer eindeutig bestimmen kann. Manchmal kann die Tagfalterart über die Zucht der Raupe leichter bestimmt werden. Während z.B. der Hufeisenklee-Gelbling und der Weißklee-Gelbling durch äußere Merkmale nicht eindeutig unterscheidbar sind, können ihre Raupen sehr einfach unterschieden werden. Auch bei den Kohlweißlingen unterscheiden sich die Raupen deutlicher als die Falter.

Merkmale und Lebensweise von Raupen

Raupen sind die Larven von Schmetterlingen und weisen einige charakteristische Merkmale auf:

  • Körperbau: Wie andere Larven besitzen sie 14 Segmente und sind in Kopf, Rumpf und Hinterleib gegliedert.
  • Beine: Raupenarten haben höchstens vier Brustbeinpaare, drei Bauchbeinpaare und ein hinteres Beinpaar. Also insgesamt nicht mehr als acht Beinpaare.
  • Futterpflanzen: Die Raupen der Tagfalter sind sehr stark vom Vorkommen geeigneter Futterpflanzen abhängig. Viele Tagfalterraupen ernähren sich nur von den Blättern oder Fruchtständen einer einzigen Pflanze.

Die Vielfalt der Raupenfarben

Raupen kommen in einer Vielzahl von Farben vor. Die häufigsten Farben sind grün und braun, aber auch schwarz ist relativ häufig. Am seltensten treten blaue Raupen auf. Gelbe Raupen sind häufig leicht zu entdecken, aber schwierig zu bestimmen. Es gibt zahlreiche Schmetterlingsarten, deren Raupen gelblich sind. Die Farben Rot, Grün oder Gelb sind weit verbreitet.

Warum sehen Raupen der gleichen Schmetterlingsart unterschiedlich aus?

Das hängt zum einen vom Stand der Entwicklung ab, manchmal aber auch davon, wo die Schmetterlinge leben. In einigen Fällen ist es von Natur aus so, dass die Raupen unterschiedlich gefärbt sind.

Gelbe Raupen: Beispiele und Besonderheiten

Einige Beispiele für gelbe Raupen und ihre Besonderheiten:

  • Kohlweißling: Die Raupe des Rapsweißlings ist auffällig und unverwechselbar durch das gelbe, körnige Horn. Sie wird vor allem an Kohlarten, aber auch am Kapuzienerkresse gefunden.
  • Jakobskrautbär: Die Raupen des Jakobskrautbären sind gelb-schwarz gestreift und fressen das giftige Jakobskraut, wodurch sie selbst giftig für Fressfeinde werden.
  • Orthosia incerta/cerasi: Hellgrüne Raupe mit gelben Streifen, gefunden auf Rosen.

Raupen mit Haaren: Vorsicht geboten!

Sollten Sie haarige Raupen entdecken, sollten Sie vorsichtig sein. Jedoch sind nicht alle Raupen mit Haaren giftig oder gar gefährlich.

Gefährliche Raupen mit Haaren:

  • Eichenprozessionsspinner: Der Eichenprozessionsspinner breitet sich bei Trockenheit rasant aus. Er siedelt sich bevorzugt in Eichenwäldern an, ist aber auch im urbanen Bereich in Parks zu finden. Die Brennhaare können bei Hautkontakt oder beim Einatmen zu allergischen Reaktionen, wie Hautausschlägen und im schlimmsten Fall, sogar zu Asthmaanfällen führen oder einen anaphylaktischen Schock auslösen.
  • Schwammspinner und Esparsetten-Widderchen: Diese sind aufgrund ihrer Optik sehr auffällig und signalisieren bereits Gefahr. Sie sollten diese Raupen auf keinen Fall anfassen und Hautkontakt vermeiden.

Ungefährliche Raupen mit Haaren:

  • Buchsbaumzünsler: Die Raupen sind grün, haben schwarze Streifen, Punkte und weiße Haare.
  • Distelfalter: Die Raupen sind grün bis schwarz, mit gelben Punkten und gelblichen und orange gefärbten Haaren.
  • Kleiner Fuchs: Die Raupen sind grünschwarz und haben gelbe Punkte. Die Haare sind schwarz.

Wichtig: Nicht nur haarige Raupen sehen bedrohlich aus, sondern auch Raupen mit Stachel. Diese sind für den Menschen allerdings nicht gefährlich.

Im Garten der Schmetterlinge | Reportage für Kinder | Anna und die wilden Tiere

Weitere Raupenarten und ihre Merkmale

Neben den bereits genannten Arten gibt es noch viele weitere Raupenarten mit spezifischen Merkmalen:

  • Ritterfalterraupen: Die Raupen der Ritterfalter sind besonders eindrucksvoll. Manche sind nach dem Schlüpfen sehr ähnlich (z.B. Schwalbenschwanz und Segelfalter), entwickeln dann aber ganz charakteristische Farben und Zeichnungen.
  • Weißlingsraupen: Die Raupen der Weißlinge sind schlanker als die der Ritterfalterraupen. Viele haben eine grüne Färbung, manche sind bunt.
  • Bläulingsraupen: Die Raupen der Bläulinge werden oft als "asselartig" beschrieben. Sie haben alle eine ähnliche Form, sind aber unterschiedlich gezeichnet und unterschiedlich gefärbt.
  • Scheckenfalterraupen: Die Raupen der Scheckenfalter leben in Gemeinschaftsgespinsten am Boden, in denen sie als halberwachsene Raupen auch zusammen überwintern.
  • Edelfalterraupen: Die Raupen der Edelfalter verfügen oft über Stacheln oder Dornen. Trotz der unterschiedlichen Farben und Zeichnungen sind die längliche Form und der Kopf bei den meisten Arten ähnlich.
  • Schillerfalterraupen: Die Raupen der Schillerfalter leben solitär auf den Blättern von Pappeln und Weiden. Nach der ersten Häutung ähneln sie mit ihren "Hörnern" den Nacktschnecken.
  • Eisvogelraupen: Die Raupen der Eisvögel haben sehr spezifische Strategien gegen kleine Fressfeinde entwickelt. Sie verlängern mit ihren Kotballen und Gespinstfäden die an beiden Seiten abgefressene Mittelrippe ihres Fraßblattes.
  • Augenfalterraupen: Die Raupen der Augenfalter sind oft behaart und leben an Gräsern.

Tabelle: Unterscheidung zwischen Kleinem und Großem Kohlweißling

Merkmal Kleiner Kohlweißling Großer Kohlweißling
Größe Max. 25 Millimeter Bis zu 40 Millimeter
Punkte Weniger ausgeprägt Deutliche dunkle Punkte
Raupenfarbe Grün mit gelben Streifen Variabel

tags: #Raupe #gelbe #Haare #bestimmen

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