Rastazöpfe für dünnes Haar: Anleitung und Tipps

Rastazöpfe erleben seit einiger Zeit ein großes Comeback, sowohl in der Mode als auch bei den Haartrends. Doch Braids sind viel mehr als nur ein Trend.

Das Flechten vieler, dünner Zöpfe erfordert viel Zeit, Geduld, Mühe und nicht zuletzt Geschicklichkeit.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Rastazöpfe auch bei dünnem Haar selber flechten können, welche Varianten es gibt und wie Sie Ihre Haare optimal pflegen.

Was sind Rastazöpfe und welche Varianten gibt es?

Braids ist die englischsprachige Bezeichnung für eine Flechtfrisur, die bei uns als Rastas oder auch Rastazöpfe bezeichnet wird. Dabei werden Braids, die vom Haaransatz bis zu den Haarspitzen geflochten sind, als single braids oder auch als individual braids bezeichnet, open braids sind Zöpfe, die nur kurz geflochten werden und bei denen die restlichen Haare offen bleiben.

Es gibt zahlreiche Varianten, Rastazöpfe zu flechten.

Rasta ist nicht gleich Rasta: Beim aufwendigen Flecht-Trend kannst du verschiedene Varianten ausprobieren.

  • Casamas Braids: Diese Zöpfe, benannt nach ihrem Ursprungsort Casamas im Senegal, werden sehr dick und möglichst fest geflochten.
  • Micro Braids: Bei dieser gängigen Rasta-Variante werden filigrane Strähnen, vom Ansatz bis in die Spitzen, sehr dünn und zart geknüpft.
  • Open Braids: Hierbei werden die Afro-Zöpfe maximal zehn Zentimeter lang geflochten und die verbleibenden Haarlängen bleiben einfach offen.
  • Box Braids: Bei den Box Braids werden die Haare von der Wurzel bis in die Längen geflochten. Die Breite der einzelnen Zöpfe kannst du selbst bestimmen.

Sollten deine Haare zu kurz sein, kannst du dir Rastazöpfe auch problemlos mit Extensions flechten.

Vorbereitung und Anleitung zum Flechten von Rastazöpfen

Die Anleitung zum Braids Flechten ist eigentlich recht unkompliziert, denn Braids sind einfache, wenn auch sehr dünne Zöpfe.

Bevor du dir Rastazöpfe flichtst, beachte folgende Schritte:

  1. Wasche deine Haare gründlich und nimm reichlich Conditioner, der deine Haare mit Feuchtigkeit versorgt.
  2. Kämme deine Haare mit einem grobzinkigen Kamm, um sie von Knötchen zu befreien.
  3. Teile deine getrockneten Haare nun in vier Teile - achte darauf, dass sie ungefähr gleich groß sind und stecke sie mit einer Haarklammer fest.
  4. Mit einem dünnen Kamm teilst du die untere Partie deiner Haare im Nacken nun in zwei bis vier gleich große Teile - je nachdem, wie dick deine Braids werden sollen.
  5. Bevor du mit dem Flechten der Haare beginnst, streiche etwas Haaröl von der Wurzel in deine Längen.
  6. Beginne nun die abgetrennten Partien in kleine Zöpfe zu flechten und wiederhole diesen Vorgang mit den restlichen Haaren deines unteren Haars. Solltest du mit Extensions arbeiten, flichtst du diese in deine natürlichen Haare ein.

Anschließend werden jeweils die rechte und die linke Strähne im Wechsel über die mittlere Strähne gelegt, bei klassischen Braids bis zu den Haarspitzen, bei open braids nur einige Zentimeter.

Wichtig beim Flechten der Braids ist allerdings, auf einige Punkte zu achten:

  • An den Ansätzen sollten die Haare nicht zu straff gezogen werden, da die Spannung auf die Kopfhaut sonst zu groß wird. Wenn man zu stark flechtet, gibts auf Kopfweh, zumindest bei mir. Wie früher nach dem Zahnspange-Nachjustieren... aua...
  • Zudem ist wichtig, die Zöpfe gleichmäßig zu verteilen, da ansonsten kahle Stelle auf der Kopfhaut sichtbar werden, was nicht besonders schön aussieht.
  • Außerdem sollten die Zöpfe möglichst gleichmäßig und vor allem ordentlich geflochten werden, denn unterschiedlich dicke Haarsträhnen können dazu führen, dass sich die Zöpfe lockern oder aufgehen.

Sofern Kunsthaar eingeflochten wird, das mehr Fülle verleiht und auch als Haarverlängerung eingesetzt werden kann, sollte es sich um ein hochwertiges Kunsthaar handeln, das sich möglichst natürlich anfühlt, allerdings wird die Frisur umso schwerer, je mehr Kunsthaar eingeflochten wird. Dies macht sich dann vor allem durch den Zug auf die eigenen Haare nach dem Waschen bemerkbar.

Um die Haarwurzeln zu schonen, kann man statt klassischer holländischer Cornrows auch Lace-Cornrows flechten, wo man jeweils nur von der Seite Haare zum Zopf dazu nimmt, die dem Mittelscheitel zugewandt ist. Auf diese Weise liegt der Zopf immer am äußeren/unteren Rand der jeweiligen Haarpartie und es wird vermieden, dass die untere Hälfte der Haare beim Flechten zum Scheitel hin nach oben gezogen werden.

Cornrows sind ganz allgemein holländisch geflochtene Zöpfe, die vom Stirn- bzw. Schläfenansatz in geraden, parallelen Linien bis zum Nacken reichen, und ab dann als freie Zöpfe in demselben Holländermuster weitergeflochten werden, bevor sie am Ende mit Haargummis oder speziellen Clip-Perlen abgebunden werden.

Um die Länge der Zöpfe etwas gleichmäßiger als bei der einheitlichen Scheitel-bis-Nacken-Methode zu gestalten, kann man am Oberkopf auch einen mehr oder weniger großzügigen Zickzackscheitel ziehen, um dann von jeder Zickzacklinie im rechten Winkel fort 1-3 Cornrows schräg/diagonal nach seitlich hinten zu flechten.

Cornrows sind gut geeignet, um kürzere Haare in Zöpfen zu verbauen, die die Haare insgesamt länger erscheinen lassen. Sie sind dünner als Einzel- oder zwei Zöpfe und verteilen sich gleichmäßiger über den Kopf, so dass alle Haare, auch wenn sie noch ziemlich kurz sind, gut in ihnen Platz finden.

Um zu verhindern, dass sich im Nacken viele, dicke Zöpfe stauen und drängeln, sollten die Partien der Haarzunahme für die Seitenzöpfe über oder nahe den Ohren in dem Fall eher kürzer gehalten werden, damit mehr Nackenfläche für die mittleren, längeren und vor allem dickeren Zöpfe übrigbleibt.

Um zu verhindern, dass die Zöpfe am Hinterkopf zu dick werden, gibt es für längere Haare die Methode, die mittleren Cornrows noch einmal aufzuteilen. Dabei wird das Flechten der mittleren und am längsten über den Kopf verlaufenden Zöpfe so etwa am oberen Hinterkopfdrittel beendet und die betreffenden Zöpfe als freie Zöpfe zu Ende geflochten. Die Haarpartie darunter kann jetzt ebenso in einer daran anschließenden Cornrow weitergeflochten werden.

Man kann es bei dieser Methode auch so machen, dass man die Unterpartie des gesamten Hinterkopfes schon vorher abteilt und die Scheitel dann nicht von oben einfach fortsetzt, sondern zwischen je zwei oberen Scheiteln mittig versetzt neue anlegt. Das ist nicht nur haarschonender, da die Scheitel mehr über den Kopf verteilt werden, sondern sorgt auch dafür, dass die Zöpfe sich besser über den Hinterkopf verteilen.

Man kann die Cornrows auch nur am Vorderkopf machen und am Hinterkopf einfache Zöpfe, also Rastas/Open Braids flechten, wofür dann kleinere Flächen (Quadrate o.ä.) abgeteilt werden.

Pflege von Rastazöpfen

Afrohaare benötigen sehr viel Feuchtigkeit und Pflege. Mit Braids ist es einfacher, deine Haare zu schützen und zu pflegen, da du sie nur einmal pro Woche waschen musst.

Ansonsten erfordern Braids keine besondere Pflege, auf Kuren, Spülungen und andere Stylingprodukte kann getrost verzichtet werden. Es reicht aus, die Braids einmal pro Woche mit einem Gemisch aus mildem Haarshampoo und Wasser einzusprühen und danach sorgfältig auszuwaschen.

Verwende hierzu ein feuchtigkeitsspendendes und im besten Fall durchsichtiges Shampoo, um sichtbare Rückstände in deinen Braids zu vermeiden.

Langeweile kommt bei Rastazöpfen garantiert nicht auf, denn der Flecht-Look ist so wandelbar wie kaum eine andere Frisur. Ponytail, Updo, lange Mähne, Dutt oder Half-up-Frisur sind in Nullkommanichts gestylt. Und das Beste: Die vielen geflochtenen Strähnen erzeugen eine Schwere, durch die die Stylings besonders gut halten.

Aufflechten der Rastazöpfe

Deine Rastas lösen sich langsam oder du hast einfach wieder Lust auf eine neue Frisur? Kein Grund, gleich zum nächsten Frisör zu rennen, denn deine Braids kannst du ganz einfach selbst wieder aufflechten.

Als Anfänger solltest du das Aufflechten deiner Zöpfe nicht später als nach drei Monaten vornehmen, da sich mit der Zeit Haaringe bilden, die sich nur mühsam wieder entfernen lassen. Solche Haarringe entstehen durch den natürlichen Haarausfall. Deine Haare können nämlich nicht ausfallen, da sie in den Rastas festgeflochten sind. Die Folge: Haaringe am Ansatz, die das Entfernen der Rastazöpfe erschweren.

Was sind Haarringe? Haare bleiben in den Zöpfen hängen, da sie ja festgeflochten sind. Du wirst also keine Haare im Kamm oder im Abfluss finden. Haarringe sind Ansammlungen von ausgefallenen Haaren an den Haarwurzeln.

Bevor du mit dem Aufflechten beginnst, solltest du deine Haare noch einmal gründlich waschen.

  • Schnipp, Schnapp, Zopfende ab - und zwar unterhalb deines eigenen Haares. Falls du dir nicht sicher bist, wo dein Eigenhaar endet, halte den Braid gegen das Licht.
  • Nun beginnt die eigentliche Arbeit: das Aufflechten. Mit Hilfe des Stilkamms beginnst du am unteren Ende des Zopfes. So kannst du drei bis vier Zopfmaschen auflösen, indem du mit dem Kamm einstichst und ihn von oben nach unten ziehst. Das geht viel schneller als mit den Fingern.
  • Auch die Haarringe kannst du nun mit den Fingern auseinanderziehen und einfach vom Ansatz lösen.
  • Die restlichen Haare sollten sich nach dem Auskämmen nun auch ganz einfach lösen lassen.

Wenn du deine Afrokrause magst, kannst du sie gern noch ein wenig zur Schau stellen. Sobald du aber wieder aussehen möchtest, wie früher, wasch einfach deine Haare (aber vorher das Selfie nicht vergessen).

Vor dem Waschen: Sprühe deine Haare mit einem Detangling Spray ordentlich ein und kämme sie durch. Ansonsten kann es sein, dass sich deine Haare nach dem Waschen verknoten.

Am besten benutzt Du ein klärendes Reinigungsshampoo, um mögliche Rückstände zu entfernen. Im Anschluss empfehlen wir eine Haarkur, um die Haare reichhaltig zu Pflegen.

Wasche dein Haar nur vor oder nach dem Aufflechten und auf keinen Fall währenddessen.

Wenn ein paar deiner Rastas zusammenhängen, reiß sie nicht einfach auseinander. Flechte erst alle Zöpfe auf und entferne dann die Haarringe.

Boxer Braids: Eine Alternative für dünnes Haar?

Boxer Braids sind mehr als nur eine Frisur - sie sind Power, Style und Trend in einem.

Flechten für ANFÄNGER STEP BY STEP | BRAIDS GANZ EINFACH | DIY HAAR TUTORIAL | PelicanBay

Boxer Braids (oder Boxerbraids), auch als Boxerzöpfe bekannt, sind zwei fest am Kopf entlang geflochtene Zöpfe im Dutch-Braid-Stil. Im Gegensatz zu den bekannten French Braids, bei denen die äußeren Strähnen über die mittlere gelegt werden, verläuft die Flechtung bei Boxer Braids unterhalb der Mittelsträhne.

Wie kann ich mir Boxer Braids selbst flechten?

Die gute Nachricht ist: Du brauchst keine Profi-Ausrüstung für den schicken Look, nur ein bisschen Geduld und die richtige Technik. Wichtig dabei: Die Haarsträhnen werden dabei nicht über-, sondern untereinander geflochten. Das sorgt für die markante 3D-Optik.

Das brauchst du:

  • Mindestens schulterlanges, gut kämmbares Haar
  • Kamm oder Stielkamm
  • Schaumfestiger für mehr Griffigkeit
  • 2 Haargummis (am besten transparent)
  • Etwas Fixierspray für den besseren Halt

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Wasche deine Haare und gib etwas Schaumfestiger hinein.
  2. Ziehe mit einem Stielkamm einen exakten Mittelscheitel von der Stirn bis in den Nacken.
  3. Binde eine Seite ab, damit sie nicht stört und beginne auf der anderen Seite.
  4. Wenn du im Nacken angekommen bist, flechte den Zopf bis zu den Spitzen zu Ende und fixiere ihn mit einem transparenten Haargummi.
  5. Wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite.
  6. Haarspray drüber - fertig!

Je enger du die Strähnen einarbeitest, desto klarer kommt der 3D-Effekt zur Geltung und die Frisur hält auch beim Workout bombenfest.

Boxer Braids sind die ideale Kombination aus praktisch und stylisch für Sport, Alltag und selbst für besondere Anlässe. Sie sitzen sicher, sehen schick aus und lassen sich mit etwas Übung und dank unserer einfachen Step-by-Step-Anleitung auch ganz einfach selbst flechten.

Fazit

Rastazöpfe sind eine tolle Möglichkeit, um dünnem Haar mehr Fülle und Struktur zu verleihen. Mit der richtigen Technik, Pflege und etwas Geduld können Sie diesen trendigen Look selbst kreieren und lange Freude daran haben.

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