Rasierhobel vs. Systemrasierer: Vor- und Nachteile im Vergleich

Der Rasierhobel erlebt eine Renaissance in unseren Badezimmern. Doch welche Vor- und Nachteile bietet dieser Nassrasierer im Vergleich zu modernen Systemrasierern? Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und hilft Ihnen bei der Entscheidung.

Epilieren, Sugaring oder Rasieren - es gibt viele Wege, um Körperbehaarung loszuwerden. Neben Hightech-Geräten und Zuckerpaste scheint der Rasierhobel wie ein Relikt vergangener Zeiten. Tatsächlich war die Hobelrasur bis in die 1970er Jahre weit verbreitet, bevor Systemrasierer ihren Siegeszug antraten. Doch gerade im Hinblick auf ein plastikfreies Badezimmer und langfristige Kosteneinsparungen gewinnt der Rasierhobel wieder an Bedeutung. Er eignet sich sowohl für die Bartrasur als auch für andere Körperteile wie die Beine. Hier erfahren Sie, worauf Frauen und Männer beim Kauf und Gebrauch achten sollten.

Sowohl Rasierhobel als auch Systemrasierer werden für die Nassrasur verwendet, unterscheiden sich jedoch in Material und Aufbau.

Aufbau und Funktionsweise

Der Rasierhobel besteht aus einem Griff und einem unbeweglichen Kopf, in den eine Rasierklinge eingelegt wird. Im Gegensatz dazu hat der Systemrasierer einen beweglichen Rasierkopf, der sich leichter an die Körperformen anpasst. Dieser Kopf enthält oft drei oder fünf Klingen, die in einem Kunststoffrahmen eingefasst sind. Die Mehrfachklingen sollen eine gründliche Rasur gewährleisten.

Nach der empfohlenen Nutzungsdauer wird beim Systemrasierer der komplette Kopf entsorgt und ein neuer aufgesteckt. Beim Rasierhobel hingegen wird nur die Klinge ausgetauscht. Es gibt Rasierhobel in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise mit verchromtem Griff oder aus Bambus. Die Unterschiede liegen nicht nur im Material, sondern auch im Verschluss und im Kamm.

Verschiedene Verschlussarten:

  • Schraubverschluss: Der Kopf ist über einen Schraubverschluss mit dem Griff verbunden. Durch Drehen lässt sich der Verschluss öffnen, um die Rasierklinge einzulegen.
  • Butterfly-Verschluss: Durch Druck oder Drehung öffnet sich die Halterung, um die Klinge zu wechseln.

Kammvarianten:

  • Offener Kamm: Der Bügel hat eine sichtbare Verzahnung, auf der die Klinge aufliegt. Durch den größeren Klingenspalt werden längere und dickere Haare besser erfasst. Diese Variante ist besonders für Männer mit drahtigem Barthaar geeignet, erfordert jedoch Übung, um Schnittverletzungen zu vermeiden. Der Vorteil ist eine gründlichere Rasur.
  • Geschlossener Kamm: Der Bügel ist durchgängig, wodurch die Klinge weniger frei liegt. Diese Variante ist weniger gründlich als der offene Kamm.

Bei der ersten Rasur sollte man vorsichtig vorgehen, da der Rasierhobel schwerer ist als System- oder Einwegrasierer und anders in der Hand liegt. Arbeiten Sie beim Rasieren mit wenig Druck. Da der Kopf des Rasierhobels unbeweglich ist, sollten Sie an schwierigen Stellen wie Knöcheln oder Knien besonders behutsam rasieren, bis Sie geübter sind. Verwenden Sie Ihren üblichen Rasierschaum oder, um Plastikmüll zu vermeiden, Rasierseife.

Die Reinigung des Rasierhobels ist einfach: Zerlegen Sie den Kopf und reinigen Sie die Teile unter fließendem Wasser. Seien Sie vorsichtig mit der Klinge!

Ein Nachteil könnte anfangs die Handhabung sein, aber mit etwas Übung ist die Rasur genauso problemlos wie mit einem Systemrasierer.

TUTORIAL Vintage Rasierhobel | Wilkinson Sword

Kostenvergleich

Ein Rasierhobel ist in der Anschaffung teurer als ein Systemrasierer. Günstige Modelle sind ab etwa 20 Euro erhältlich, während teurere Modelle 90 Euro oder mehr kosten können. Da jedoch nur die Rasierklingen regelmäßig ausgetauscht werden müssen (eine 10er-Packung ist ab etwa 2,50 Euro erhältlich), kann der Rasierhobel langfristig kostengünstiger sein. Rasierklingen von Marken-Systemrasierern kosten im Vergleich dazu etwa 12,95 Euro für 6 Stück, was 2,16 Euro pro Klinge entspricht, während Rasierhobelklingen nur wenige Cent kosten (etwa 0,25 Euro).

Ein weiterer Vorteil des Rasierhobels ist die Vermeidung von Plastikmüll.

Erfahrungsbericht

Ein Selbsttest zeigt, dass der Umstieg auf den Rasierhobel zunächst etwas Überwindung kostet. Die ersten Versuche können zu kleinen Schnittverletzungen führen, aber mit der richtigen Technik und etwas Übung gelingt die Rasur bald problemlos und gründlich.

Die ersten Schritte:

  1. Gesicht waschen und Rasierschaum auftragen.
  2. Rasierhobel im 30-Grad-Winkel ansetzen.
  3. Auf das sanfte Raspeln achten.

Anfängerfehler und Learnings:

  • Schnittgefahr bei zu steilem Winkel.
  • Rasur nur mit feuchter, aufgeweichter Haut.
  • Weniger Druck ist besser.
  • Mehr Zeit einplanen.

Nach wenigen Tagen der Eingewöhnung ist die Rasur mit dem Rasierhobel effizienter als mit modernen Rasierern. An den Übergängen, an Kinn und Oberlippe braucht es jedoch mehr Zeit und Konzentration.

Historischer Hintergrund

Der Rasierhobel ist technisch gesehen ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert. Erste Modelle kamen 1874 in England auf den Markt und erinnerten an Schreinerhobel. Zu den Pionieren gehörte Wilkinson. Um die Jahrhundertwende erfand King Camp Gillette den Sicherheitsrasierer, bei dem dünne Stahlklingen zwischen zwei Kämmen eingespannt wurden. Diese Grundform hat sich bis heute kaum verändert. Im englischsprachigen Raum heißt der Rasierhobel übrigens «Safety Razor», da er sicherer und einfacher zu bedienen ist als Rasiermesser.

Der Siegeszug des Rasierhobels wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Elektrische Rasierer wurden erschwinglich, und seit den 1970er-Jahren ersetzten Rasiersysteme aus Kunststoff und Einwegrasierer viele der noch vorhandenen Rasierhobel.

Umweltaspekte und Nachhaltigkeit

Ein großer Vorteil des Rasierhobels ist die Reduzierung von Abfall. Die dünnen Metallklingen sind im Idealfall nur in Papier eingewickelt, was im Vergleich zu den vielen Plastikteilen der Systemrasierer deutlich umweltfreundlicher ist. Preislich hat der Rasierhobel ebenfalls Vorteile, auch wenn die Anfangsinvestition höher ist. Gute Hobel halten aber jahrzehntelang, und eine Klinge kostet nur 20 bis 40 Rappen, während es bei den Systemen 2 bis 4 Franken sind.

Preis und Umweltgedanke sprechen klar für den Rasierhobel und tragen zum Comeback dieser über 100 Jahre alten Technik bei. Dies gilt nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen.

Viele kleine Marken haben die Chance auf neue Kunden gepackt, und Traditionsmarken wie Mühle oder Merkur Solingen feiern ein Comeback. Zusätzlich bringen Pioniere wie Gillette und Wilkinson ihre Rasierhobel zurück, die sie vor 120 Jahren erfunden haben.

Der Umstieg auf den Rasierhobel erfordert etwas Übung, aber die Vorteile in Bezug auf Nachhaltigkeit, Hautschonung und Kostenersparnis sind überzeugend.

Weitere Vorteile des Rasierhobels

  • Sanft zur Haut: Der Rasierhobel arbeitet mit einer einzigen, sehr scharfen Klinge, wodurch die Haut weniger gereizt wird.
  • Weniger eingewachsene Haare und Pickel: Durch den schnellen Klingenwechsel wird das Risiko einer Infektion reduziert.
  • Keine chemischen Zusätze: Der Rasierhobel benötigt keinen Gleitstreifen mit potenziell hautreizenden Inhaltsstoffen.

Rasierhobel vs. Systemrasierer - Ein direkter Vergleich

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hier ein direkter Vergleich der beiden Systeme:

Merkmal Rasierhobel Systemrasierer
Gründlichkeit der Rasur Sehr gründlich Weniger gründlich
Hautschonung Hautschonender Kann Hautirritationen verursachen
Umweltfreundlichkeit Umweltfreundlicher Weniger umweltfreundlich (Plastikmüll)
Kosten Langfristig günstiger Kurzfristig günstiger
Handhabung Erfordert Übung Einfache Handhabung

Fazit: Der Rasierhobel bietet eine gründliche, hautschonende und umweltfreundliche Rasur. Wer bereit ist, etwas Zeit in die richtige Technik zu investieren, wird mit einem Rasierhobel langfristig nicht nur Geld sparen, sondern auch eine angenehmere Rasurerfahrung machen.

Die Wahl des richtigen Rasiersystems hängt letztendlich von Ihren individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Berücksichtigen Sie die genannten Vor- und Nachteile, um die beste Entscheidung für sich zu treffen.

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