Bart, Schnauzer oder glatt rasiert? Die Gesichtsbehaarung ist vielfältig. Der Drei-Tage-Bart und der Stoppel-Look liegen weiterhin klar im Trend, doch die klassische Glattrasur feiert ein leises Comeback. Die Stiftung Warentest (Heft 12/2024) hat 20 Nassrasierer umfassend geprüft. Dabei wurden 16 moderne Systemrasierer und vier klassische Rasierhobel unter die Lupe genommen. Einwegrasierer wurden in den aktuellen Test nicht aufgenommen.
Der Testbericht zeigt, welche Modelle etwa bei Rasurgründlichkeit und Klingenhaltbarkeit überzeugen.
Der Kauf eines Nassrasierers ist Vertrauenssache: Vertraut der Mann einer der beiden großen Marken Wilkinson oder Gilette, ist er offen für Newcomer wie Harry's und Bulldog oder greift er zur sparsamen Eigenmarke? Und dann ist da noch die Versuchung, zum Retro-Nerd zu werden - so wie die Warentester. Die Stiftung Warentest hat Nassrasierer untersucht - und zeigt dabei Sympathie für Bart-Nerds. Denn die Tester loben geradezu die klassische Rasierklinge, die ja doch fast ausgestorben ist.
Nur bei Liebhabern findet der „Hobel“ noch eine Nische - und bei Herstellern wie Merkur aus Solingen, die sich der neuen Zeit der Systemrasierer mit ihren drei bis sechs Klingen einfach über Jahrzehnte hinweg verweigert haben.
Tatsächlich ist das Ergebnis auch im Detail eines jener Testurteile, die bei den zahlenden Kunden der Testzeitschrift das Urteil „Mangelhaft“ heraufbeschwören: Die Warentester finden nämlich eigentlich alle getesteten Modelle so ziemlich gleich „Gut“. Bei den 16 Systemrasierern verwundert das regelmäßige Nassrasierer, die Erfahrung mit unterschiedlichen Marken haben, dann doch. Bei den Hobeln weniger: In den Metallgeräten steckt ja immer die gleiche Sicherheitsklinge aus Opas Tagen drin.
Und wie so oft berücksichtigt der Test einige interessante Modelle nicht: Der Anbieter Harry's etwa hat vor einigen Jahren des ehemalige ostdeutsche VEB Feintechnik gekauft und vermarktet dessen Klingen bis in die USA als „German Razor Blades“ - leider im Testfeld nicht dabei, ebensowenig der Newcomer Bulldog. Offen bleibt auch, ob die dubiose Varianten-Vielfalt der großen Hersteller Wilkinson und Gillette mit vermeintlich besseren Klingen einen Unterschied zum Standard machen.
Differenzen sehen die indifferenten Warentester im Grunde nur bei den Kosten. Der Anschaffungspreis der Systemrasierer liegt demnach zwischen 3,99 Euro beim Preistipp der Tester von Aldi (Lacura Men Herren Rasierer 6 Klingen) und 19,99 Euro (Gillette Labs), bei den Hobeln zwischen 10,86 Euro (Wilkinson Sword The Edger Rasierhobel) und 40 Euro (Merkur 23C). Wobei natürlich ein Merkur-Hobel aus der wunderbar altertümlichen Fabrik in Solingen einfach großartig nerdiger ist als die langweilige Marke Wilkinson, aber das Image testet natürlich wieder niemand.
Laufende Kosten bei Hobeln geringer: Wie auch immer: Die Hobel spielen ihre durchschnittlich höheren Anschaffungskosten den Testern zufolge durch die geringeren laufenden Kosten für neue Rasierklingen wieder rein. Denn gerade die gehen beim Rasieren auf lange Sicht ins Geld, kostet eine Ersatzklinge für Systemrasierer doch bis zu fünf Euro. Pro Jahr fallen bei einer täglichen Rasur mit Systemrasierern je nach Modell zwischen 157 Euro (Gillette Labs) und 19,50 Euro (beim Preistipp der Tester von Aldi) an.
Bei den Hobeln liegen die jährlichen Kosten je nach Modell zwischen 10,35 Euro (Mühle Traditional R 89 Metall verchromt) und 36 Euro (Merkur 23C), pro einzelner Ersatzklinge zwischen 28 Cent und 69 Cent. Im Netz gibt es allerdings auch da die unterschiedlichsten Varianten aus der ganzen Welt - und in den Rasier-Foren die absurdesten Rezensionen dazu. Großartig übrigens auch der Test der „New York Times“, deren riesiges Test-Team „The Wire“ einfach sehr viel witziger ist als die dröge Stiftung Warentest. Aber das ist ein anderes Thema.
Die Warentest-Tester achten jedenfalls auf etwas recht Originelles: Rasierhobel überzeugen sie in puncto Umweltfreundlichkeit. Ihre Klingen bestehen aus reinem Metall und sind vollständig recycelbar - jedenfalls wenn man in Kauf nimmt, dass sich die Mitarbeiter im Abfall-Sortierzentrum die Finger abschneiden.
Die Wechselköpfe der Systemrasierer bestehen hingegen aus einem Materialmix, der schlecht verwertbar ist. Sie empfehlen sich den Testern zufolge vor allem für Menschen, die es bequem mögen und eher eilig unterwegs sind: Etwa eine Minute lag zwischen der langsamsten täglichen Rasur mit einem Hobel und der schnellsten mit Systemklingen. Bei Dreitagebartstoppeln betrug die Differenz maximal gut zwei Minuten. Nicht berücksichtigt: Wer nicht so richtig geschickt ist, schneidet sich anfangs immer mal und braucht zu Beginn sicherlich länger. Und braucht etwas Hingabe und Interesse an dem Nischen-Thema, um wirklich gleichmäßig rasiert zu sein.
Wer mit dem Hobel rasiert, sollte zum Beispiel darauf achten, diesen im passenden Winkel zur Haut anzusetzen, nämlich bei circa 30 Grad. Ist der Winkel zu steil, besteht die Gefahr, sich zu schneiden. Ist der Winkel zu flach, werden die Haare nicht richtig erfasst. Zudem gilt den Testern zufolge folgende „Barbier-Weisheit“: Gut geschäumt ist halb rasiert.
System- oder Einwegrasierer? Zwei oder sechs Klingen? Um Nassrasierer tobt ein Konkurrenzkampf. Was bei den Nassrasierern in die Werbeschlacht geworfen wird, ist schon erstaunlich: Einwegrasierer, Systemrasierer, klassische Rasierhobel - und all das auch noch in unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen. Scheinbar immer neue Technologien kommen auf den Markt, manche gefeiert als ganz großer Wurf, als Revolution im Gefecht um die beste Nassrasur. Wie soll man da durchblicken?
Dabei gibt es bei einem Nassrasierer kaum Potenzial für historische Durchbrüche: Rasierer mit drei, fünf oder sieben Klingen oder solche mit Stoßdämpfung und Wärmestreifen - viel mehr an Innovationen lässt sich dem Produkt Nassrasierer gar nicht abgewinnen. Wohl deshalb motzen die Hersteller ihre Rasierer mit klangvollen Namen auf: Mach3, Fusion5 ProShield oder Hydro Silk Bikni heißen beispielsweise Systemrasierer, die etwa Gilette oder Wilkinson Sword auf den Markt werfen.
Dass vor allem Systemrasierer so beliebt sind, hat andere Gründe als die Qualität der Rasur. Die liegen vor allem im gezielten Marketing. Denn bei gleichbleibender Technik werben Nassrasierer mit immer attraktiveren Details. So wurde zum Beispiel die Klingenanzahl von zwei Stück auf nunmehr fünf bis sieben Stück erhöht. Die Hersteller sprechen von einer noch dichteren Lagerung der einzelnen Klingenblätter und einer noch gründlicheren Rasur, vom Vermeiden mehrfacher Nachrasuren und vom Schutz vor Entzündungen.
Auf ihren Webseiten preisen die Anbieter ihre Klingen-Techniken als bahnbrechend und die Rasur als „klügste“, individuelle oder gar als „Erlebnis“. Immer häufiger wird Rücksicht auf die sensible Haut genommen - bei Produkten für Frauen wie für Männer. Dabei helfen sollen beispielsweise stoßdämpfende Technologien (z. B. „Hydro Sense“ bei Wilkinson oder SkinGuard bei Gilette) oder Schutzkissen an den Enden des Rasierkopfs (z. B. „Shilette Ladyshave Venus Divine“). Eine Besonderheit ist der Heated Razor von Gilette. Er verfügt über ein kleines Metallplättchen, das sich beim Rasieren erhitzt und dem Anwender das Gefühl eines warmen Handtuchs vermitteln soll. Doch all dies hat viel mit Wohlfühlwerten zu tun.
Dem reinen Komfort dienen auch Feuchtigkeitsstreifen, die Sie anfangs unten und bei neueren Nassrasierern nun auch oben an den Klingen anbringen können. Vorgelagerte Gummilamellen sollen zudem die Haare vor den Klingen aufrichten und so das Nachrasieren überflüssig machen. Viele der Klingen sind federnd gelagert, wodurch die Gefahr, sich zu schneiden, auf ein Minimum reduziert werden soll. Einige sind speziell gehärtet, um ausdauernder zu rasieren. Doch um gute Rasurergebnisse zu erzielen, wird all das nicht gebraucht; der Komfort ist der eigentliche Vorteil.
Auch auf Hautstraffen oder bestimmte Rasierwinkel - wie bei einem Rasierhobel - ist ein Systemrasierer nicht angewiesen und er benötigt auch keinen Rasierdruck. All das passt vielmehr in eine Zeit, da Konzernriesen die Einzigartigkeit ihrer Nassrasierer suggerieren und die Kunden das auch noch glauben. Auch dass Rasierköpfe hinter Gittern (aus „Sicherheitsgründen“) nicht die Qualität der Klingen erhöhen, liegt auf der Hand. Daher sollten Sie auch die ausgefeiltesten Klingenblöcke von Systemrasierern nur acht bis maximal zwölfmal verwenden. Anschließend sollten Sie sie gegen neue austauschen.
Dies wiederum führt zu einem der Hauptvorteile von Einwegrasierern und Rasurhobeln der ersten Generation: Beide kommen im Unterhalt günstiger. Denn bei den Rasurhobeln müssen Sie nur zwei einfache Rasierblätter austauschen, bei den Wegwerfrasierern wird kurzerhand das ganze Gerät nach der Rasur entsorgt. Zum Vergleich: Der Fünferpack günstiger Balea-Einwegrasierer kostet um die 65 Cent, während Sie in einem Systemrasierer der unteren Preisklassen das Zehnfache davon unterbringen können - eine Wechselklinge dagegen bekommen Sie für rund 2 Euro.
Der Preisvorteil gilt aber nicht in jedem Fall: Mit rund 2 Euro pro Stück kann ein guter Einwegrasierer so viel wie eine Ersatzklinge für einen guten Systemrasierer kosten. Wer noch den zusätzlichen Müll bedenkt, den Nutzer von Wegwerfrasierern in die Tonne werfen, landet schnell beim Systemrasierer. Ein Tipp von Stiftung Warentest sei noch nachgereicht: Wenn Sie auf den Preis schauen müssen, sollten Sie größere Packungen an Ersatzklingen kaufen. Deren Stückpreis ist oft geringer.
Mehr Klingen bedeuten nicht unbedingt ein besseres Ergebnis, schreibt die Stiftung Warentest im großen Nassrasierer-Vergleich und führt mit dem Isana Pace 6 Lady von Rossmann den Beweis. Das 6-Klingen-Modell schneidet im Test schlechter ab als der 3-Klingen-Rasierer und Testsieger Gilette Venus Embrace. Liegt die Klingen-Anzahl unter drei, werde es aber schwierig, wie der Warentest offenlegt. Denn die meisten Modelle mit nur zwei Klingen verlieren sich im Urteil Rasieren und Hautschonung, einige auch bei der Handhabung im Mittelmaß.
Beispiele sind die nur „befriedigenden“ Gilette Simply Venus 2, Wilkinson Sword Extra 2 Beauty oder der dm / Balea Einwegrasierer. Hinterlassen sie Schürfstellen an Schienbeinen oder Hautirritationen, verlieren sogar die guten Marken ob ihrer Schwächen im Urteil Hautschonung. Als „Stoppelbruder“ oder „Raspelrudi“ getaufte Versager rückten die Tester ausgerechnet den „Damenbeschützer“ Sword Lady Protector von Wilkinson ganz ans hintere Ende des Testfelds.
Wenn Sie sich mit einem Epilierer anfreunden können, haben Sie bis zu vier Wochen glatte Haut. Die elektrischen Geräte rupfen die Haare direkt an der Wurzel aus - über ein rotierendes Pinzetten-System. Mit etwas Übung wird der Schmerz erträglicher. Manche Epilierer bieten auch Techniken zur Schmerzlinderung. In einem Test von Stiftung Warentest zupften nicht alle Epilierer die Haare gut. Versuchen Sie es bevorzugt mit Modellen von Braun und Philips.
Manche Frauen könnten es beschwören: Nassrasierer für Männer sezieren Haare - jedenfalls unter versierter Hand - nicht nur schneller, sondern auch gründlicher und mit besseren, weil länger haltenden Resultaten. Dieser Frage hat sich auch die Stiftung Warentest gestellt - und kommt in ihrem Test zu folgendem Ergebnis: Zumindest die „sehr guten“ Damen-Nassrasierer von Gilette (z. B. Testsieger Venus Embrace oder Venus Pro Skin Sensitive) und die beiden Wilkinson-Modelle Sword Quattro For Women und Sword Quattro For Women Bikini Sensitive rasieren so gut wie das Männer-Referenzmodell Gilette Mach3.
Ganz und gar für die weibliche Anatomie ausgelegt, belohnen reine Damen-Modelle die Nutzerinnen aber mit mehr Komfort: Dank abgerundeter Schwingköpfe und ergonomisch geformter Griffe kommt man besser an schwer erreichbare Stellen. Herren-Nassrasierer sind im Vergleich kantiger, was sie nicht unhandlicher macht, aber diffiziler zu führen, wenn es an Achselhöhlen, Knöchel oder Bikinizonen geht. Probandinnen, die man zum Warentest eingeladen hatte, fanden zudem das Hautgefühl nach der Rasur angenehmer als mit einem Männer-Rasierer, war in einer Ausgabe der Zeitschrift „test“ zu lesen.
Geht es Ihnen vorwiegend um eine glatte bzw. getrimmte Intimzone, können Sie auf unsere Tipps zu den besten Intimrasierern im Test zurückgreifen. In diesem Ratgeber haben wir das Wichtigste für die problemlose Intimenthaarung mit verschiedenen Methoden für Sie zusammengestellt. Auch typische Probleme kommen dabei nicht zu kurz.
Gleich vier Nassrasierer teilen sich den Testsieg. Darunter zwei Modelle von Gillette und zwei von Wilkinson. Mit der Gesamtnote "gut (1,8)" werden unter anderem der Gillette Fusion5 und der Hydro 5 Skin von Wilkinson Sword bewertet. Ein günstiger Preistipp ist der Rasierer von Isana mit der Gesamtnote (gut (1,9)". Bester Rasierhobel mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,1)" ist der Hobel von Störtebekker. Er überzeugt vor allem in der Testkategorie Haltbarkeit der Rasierklingen.
Zu den Testsiegern der Stiftung Warentest gehören unter anderem der Gillette Fusion5 und der Hydro 5 Rasierer von Wilkinson Sword. Ein Preistipp mit einer ebenfalls "guten" Gesamtnote ist das Modell Pace 5 von Isana. Günstiger und nachhaltiger geht es in Bezug auf die Folgekosten mit einem Rasierhobel. Testsieger unter den Modellen ist der Hobel von Störtebekker.
tags: #Rasierer #für #Rasierklingen #Test
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.