Ein Kaiserschnitt (Sectio) ist ein operativer Eingriff, bei dem das Baby durch einen Schnitt in die Bauchdecke und die Gebärmutter entbunden wird. In Deutschland kommt etwa jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Dieser Artikel bietet Ihnen umfassende Informationen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge eines Kaiserschnitts, einschließlich der wichtigen Aspekte der Rasur vor dem Eingriff und der Pflege der Kaiserschnittnarbe.
Um einen operativen Eingriff vornehmen zu können, bedarf es einer Schmerzausschaltung. Dies kann in Form einer Vollnarkose (Allgemeinanästhesie), einer örtlichen Betäubung (Regionalanästhesie) oder einer Kombination aus Allgemein- und Regionalanästhesie erfolgen. Der Begriff „Anästhesie" leitet sich ab aus dem Griechischen "an-" (ohne) und "aisthesis" (Empfindung).
Eine Kaiserschnittentbindung erfolgt in der Regel in Spinalanästhesie, da sie die größtmögliche Sicherheit für Mutter und Kind bietet. Ähnlich wie bei der PDA wird ein Lokalanästhetikum verwendet, ohne aber einen Katheter zu legen. Das Medikament wird stattdessen als Einzeldosis verabreicht, da der schmerzlindernde Effekt nur für den kurzen Zeitraum der Schnittentbindung benötigt wird. Der Vorteil liegt im sehr schnellen Wirkungseintritt, sodass schon kurz nach der Medikamentengabe ein schmerzfreier Kaiserschnitt durchgeführt werden kann. Die komplette untere Körperhälfte ist dann schmerzunempfindlich.
Sie sollten nüchtern bei der Operation erscheinen, das heißt: Ab 24 Uhr des Vortages dürfen Sie nicht mehr essen und rauchen. Um 6 Uhr dürfen Sie noch zwei Glas Wasser, Tee oder Kaffee ohne Milch zu sich nehmen. Der Magen soll vor einer Anästhesie leer sein. Falls Sie morgens Medikamente einnehmen, besprechen Sie bitte mit Ihrem Anästhesiearzt beim Vorbereitungsgespräch, welche Medikamente vor der Operation noch eingenommen werden sollen.
Ein geplanter Kaiserschnitt wird normalerweise rund eine Woche vor dem eigentlichen Entbindungstermin durchgeführt. Natürlich kann der Zeitpunkt je nach Zustand von Mutter und Kind variieren.
Füllen Sie im Vorfeld zu Hause alle Aufklärungs- und Einverständniserklärungen aus und bringen Sie diese ausgefüllt zur Kaiserschnitt-Operation mit. Am Tag des Eingriffs sollten Sie, wie mit der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt besprochen, zu den angegebenen Zeiten nichts mehr essen und trinken.
Gibt es keine anderen Festlegungen, gilt in der Regel: sechs Stunden vor dem Eingriff keine feste Nahrung und ab zwei Stunden vor dem Eingriff keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Entfernen Sie sämtlichen Körperschmuck wie Ketten, Ringe oder Piercings. Wenn Sie möchten, können Sie sich im Bereich des geplanten Schnitts selbst rasieren.
Am Tag des Eingriffs werden Sie in einem Zimmer im Kreißsaal auf den Kaiserschnitt vorbereitet. Dafür wird ein CTG (Kardiotokogramm) geschrieben. Der sogenannte ‚Wehenschreiber‘ zeichnet gleichzeitig die Wehentätigkeit und die Herzschlagfrequenz des ungeborenen Kindes auf. Falls erforderlich, wird auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Über einen Venenzugang erhalten Sie Flüssigkeit zur Stabilisierung des Kreislaufs. Falls nicht schon geschehen, rasiert die betreuende Hebamme den Schnittbereich und stattet Sie mit einem OP-Hemd aus. Ist Ihre Begleitperson beim Kaiserschnitt anwesend, erhält sie ebenfalls OP-Kleidung. Bei Vollnarkosen empfehlen wir der Begleitperson, außerhalb des OP-Raums zu warten.
Im Operationssaal erwartet Sie bereits das OP-Team. EKG-Elektroden und eine Blutdruckmanschette werden angebracht, um den Kreislauf während des Kaiserschnitts zu überwachen. Dann werden zunächst die Spinalanästhesie und kurz vor Beginn des Kaiserschnitts ein Blasenkatheter gelegt.
Nach der Desinfektion des Bauches wird der Operationsbereich mit einem Tuch abgedeckt. Ihre Begleitperson wird dann an Ihrem Kopfende platziert, während die Hebamme hinter dem Tuch Ihr Baby in Empfang nimmt. Bevor es losgeht, wird die Wirkung der Anästhesie noch einmal überprüft.
Dann dauert es nur wenige Minuten, bis Ihr Kind auf der Welt ist. Bei der Eröffnung der Bauchdecke verwenden wir besonders schonende Verfahren, um so wenig wie möglich Gewebe zu verletzten. Durch dieses Vorgehen verkürzt sich nicht nur die Operationsdauer, sondern auch die Zeit des Krankenhausaufenthaltes.
Früher war es Standard, dass Frauen vor der Geburt rasiert wurden. Das ist heutzutage allerdings keine gängige Praxis mehr. Tatsächlich haben Studien bewiesen, dass es keinen Unterschied macht, ob du bei der Geburt rasiert bist oder nicht. Das Infektionsrisiko bleibt dasselbe. Beim Kaiserschnitt bleibt eine Rasur vorab allerdings nach wie vor unabdingbar.
Wenn Sie möchten, können Sie sich im Bereich des geplanten Schnitts selbst rasieren. Falls nicht schon geschehen, rasiert die betreuende Hebamme den Schnittbereich und stattet Sie mit einem OP-Hemd aus.
Die nach einem Kaiserschnitt verbleibende Narbe benötigt eine gute Nachsorge, um schnell und unauffällig zu verheilen. Direkt nach der Geburt ist die Kaiserschnitt-Narbe zunächst eine rote, geschwollene Wunde, meist direkt oberhalb des Ansatzes der Schambehaarung, die mit einem Pflaster (steriler Wundverband) abgeklebt wird.
Meist können nach etwa einer Woche die Fäden gezogen bzw. die Klammern gelöst werden. Achten Sie dann darauf, dass an keiner Stelle die Kaiserschnitt-Narbe aufgegangen ist. Nach etwa 3 Wochen sind die Narben in der Regel oberflächlich gut verheilt, doch die durchtrennten Muskelfasern und Nerven brauchen noch bis zu einem Jahr, um sich komplett zu regenerieren. So kann die Haut um die Kaiserschnitt-Narbe auch zunächst taub sein.
Mit der Massage sollten Sie allerdings erst beginnen, wenn die Fäden oder Klammern entfernt wurden und die Kaiserschnittnarbe sichtlich abgeheilt ist. Lassen Sie sich vom Krankenhauspersonal oder Ihrer Hebamme die Massage-Technik zeigen:
Verwenden Sie für die Massage der Kaiserschnittnarbe gern eine Narbencreme oder Salbe. Besonders empfehlenswert dafür sind:
Allerdings eignet sich auch jede gut verträgliche Hautsalbe. Bitte achten Sie aber in jedem Fall darauf, Ihre Hände gründlich zu waschen, bevor Sie die Salbe oder Creme auftragen.
In manchen Fällen kann es u. a. zu folgenden Problemen mit der Kaiserschnittnarbe kommen:
Vorsicht ist in den folgenden Situationen geboten:
Dann sollten Sie direkt ärztlichen Rat einholen.Ihre Kaiserschnitt-Narbe geht auf, ist leicht offen oder gerissen? Auch in diesen Fällen ist es angeraten, einen Arzt aufzusuchen. Gleiches gilt für ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber oder Schüttelfrost.
Nachfolgend beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Kaiserschnitt.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Einmal Kaiserschnitt - immer Kaiserschnitt? | Die Kaiserschnittrate ist zwar bei der zweiten Geburt höher, wenn die erste Entbindung schon per Kaiserschnitt erfolgte. Trotzdem ist ein Kaiserschnitt dann nicht zwingend notwendig. |
| Wer entscheidet, ob ein Kaiserschnitt gemacht wird? | Die Entscheidung für oder gegen einen Kaiserschnitt wird je nach Verlauf der Schwangerschaft bereits vor der Geburt festgelegt. Falls sich in der Schwangerschaft oder während der Geburt Komplikationen für Mutter und/oder Kind ankündigen, wird der Kaiserschnitt unumgänglich sein. In der Regel wir aber eine normale Geburt angestrebt. |
| Ist ein Kaiserschnitt weniger schmerzhaft? | Spätestens am Tag nach dem Kaiserschnitt können die Mütter mit etwas Hilfestellung schon aufstehen. Das erste Aufstehen ist meist mühevoll und leider auch etwas schmerzhaft. Dennoch sollten die Frauen so schnell wie möglich Ihren Kreislauf wieder in Schwung bringen. Nur so lassen sich Komplikationen wie die Thrombose verhindern. |
Dieser Artikel soll Ihnen helfen, sich optimal auf einen Kaiserschnitt vorzubereiten und die bestmögliche Nachsorge zu gewährleisten. Bei weiteren Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.
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