Rasieren mit Rasierpinsel: Die ultimative Anleitung für eine perfekte Nassrasur

Eine möglichst gründliche, hautschonende Nassrasur beginnt mit der richtigen Vorbereitung - und für die darf ein guter Rasierpinsel keinesfalls fehlen. Seine Verwendung macht aus dem Rasieren nicht nur ein angenehm entschleunigtes Ritual.

Der Rasierpinsel ist ein buschiger kleiner Pinsel aus Naturhaaren oder synthetischen Fasern mit einem kurzen Griff am Ende. Er dient dazu, mit kreisenden Bewegungen die Rasierseife oder Creme zu Schaum aufzuschlagen und sie anschließend auf dem Barthaar zu verteilen. Nachdem er in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufkam und das Aufschäumen und Auftragen per Hand ersetzte, verschwand er mit dem Siegeszug der Elektrorasierer beinahe aus der Wahrnehmung. War er am Ende zur letzten Jahrhundertwende nur noch bei Opa zu Hause zu finden, feiert er seit einigen Jahren eine Renaissance. Immer mehr Männer wenden sich der traditionellen Rasur zu.

In unserem letzten Blogbeitrag haben wir Ihnen bereits die zahlreichen Vorteile von Rasierseifen vorgestellt: Vor allem was die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz angeht sind Klar Rasierseifen gegenüber herkömmlichem Rasierschaum aus der Dose deutlich im Vorteil. Aber auch bezüglich der Rasur selbst können Rasierseifen punkten: Ihr Schaum ist deutlich stabiler, öffnet die Poren und stellt die Haare mehr auf.

Wichtigstes Hilfsmittel beim Rasieren mit Rasierseife ist der Rasierpinsel. Sie benötigen ihn, um aus der Rasierseife und etwas Wasser den Rasierschaum herzustellen. Traditionell bestehen Rasierpinsel aus Dachshaar und die meisten Pinsel werden immer noch mit Tierhaaren hergestellt. Wir haben uns jedoch aus Tierschutzgründen dazu entschieden, unsere Pinsel mit hochwertigen synthetischen Haaren herzustellen. Ob Sie einen eher weichen oder etwas härteren Rasierpinsel bevorzugen, ist Geschmackssache. Prinzipiell gilt: Je weicher die Borsten sind, desto besser schäumen sie. Für die nachhaltige Rasur empfehlen wir zudem einen Rasierhobel. Er ist die komplett plastikfreie und somit langlebige und umweltfreundliche Alternative zu Einwegrasierern.

Bevor wir ins Detail gehen, hier eine Übersicht über die Bestandteile eines Rasierpinsels:

Warum ein Rasierpinsel? Die Vorteile auf einen Blick

Besser wäre die Frage, warum eigentlich nicht? Den eigenen Rasierschaum aufschlagen dauert etwas, entstresst aber gleichzeitig Körper und Seele. Ein Rasierpinsel trägt nicht nur den Schaum auf den Bart auf, er bewirkt gleichzeitig ein sanftes Peeling der Haut. Die Durchblutung wird gesteigert und die Haut wird entspannt. Dabei lagern sich zusätzliche Nährstoffe in der Haut an, welche den Bartwuchs unterstützen. Darüber hinaus erlaubt ein Rasierpinsel eine viel bessere Verteilung des Rasierschaums als die bloßen Handflächen. Durch die kreisenden Bewegungen wird der Schaum von allen Seiten an das Barthaar massiert. Und wenn dich diese ganzen Vorteile nicht überzeugt haben: Es fühlt sich auch noch einfach toll an. Man fühlt sich mit seinen Vorfahren verbunden, männlich, kraftvoll und gleichzeitig ist man bewusst im Hier und Jetzt. Es ist ein Akt des Self-Care.

Zunächst einmal ist ein Pinsel das perfekte Tool, um Rasierseife richtig aufzuschäumen. Ist er hochwertig, nehmen seine Borsten beim Anfeuchten genau die richtige Menge Wasser auf. In Verbindung mit der Rasierseife entsteht dann ein fester Schaum, der sich gut auftragen lässt. Natürlich könntest du den Schaum nach dem Aufschäumen auch mit den Händen in deinem Gesicht verteilen. Allerdings würde dir in diesem Fall ein wirklich netter Nebeneffekt entgehen. Denn: Die kreisenden Bewegungen mit dem Pinsel über deine Haut regen die Durchblutung an und entfernen abgestorbene Hautschüppchen - sozusagen Gesichtsmassage und Peeling inklusive.

Die Qual der Wahl: Welcher Rasierpinsel ist der Richtige?

Pinsel ist nicht gleich Pinsel: Unterschiede beim Material können sich stark auf dein Rasurerlebnis auswirken. So können in einem schlechten Rasierpinsel Haare verarbeitet sein, die viel zu hart sind und deine Haut unnötig reizen. Neben einem robusten Griff solltest du deshalb auf weiche Borsten achten.

Dachs, Wildschwein, Pferd und Kunststoff. Bei so vielen Möglichkeiten auf dem heutigen Markt gibt es keine Entschuldigung, sich nicht die bestmögliche Rasur zu gönnen.

Hier eine Übersicht über die gängigsten Materialien und ihre Eigenschaften:

Rasierpinsel aus Dachshaar

Rasierpinsel aus Dachshaar sind besonders langlebig und weich. Sie eignen sich deshalb gut für sehr empfindliche Haut. Rasierpinsel aus Dachshaar haben den Vorteil, dass sie viel Wasser aufnehmen und besonders weich sind. Das macht sie zur ersten Wahl bei der Rasur empfindlicher Haut. Die Königsklasse dieser Pinsel, Pure Badger, sind Rasierpinsel bestehend aus einem hochwertig lackierten Holzgriff und darin eingebrachte Haarbündel aus reinem Dachshaar.

Dachshaar Rasierpinsel sind zweifellos die beste Sorte, die man kaufen kann. Weiches und langlebiges Dachshaar wird von Barbern auf der ganzen Welt als die Creme de la Creme in puncto Leistung und Optik angesehen. Dachshaar Rasierpinsel können bei richtiger Pflege viele Jahre halten.

Es gibt verschiedene Qualitätsstufen von Dachshaar:

  • Pure Badger: Die am einfachsten erhältlichen und preiswertesten.
  • Best Badger: Eine Qualitätsstufe höher, das Haar wird vom Dachsbauch entnommen.
  • Super Badger: Stammt aus den dorsalen Regionen des Dachses, weicher als Best Badger.
  • Silberspitz: Stammt aus dem Nackenbereich des Dachses, gilt als die luxuriöseste Variante.

Rasierpinsel mit Schweinsborsten

Pinsel mit hochwertigen Schweinsborsten wiederum sorgen für einen stärkeren Massageeffekt. Außerdem richten sie die Barthaare beim Einschäumen stärker auf - optimale Voraussetzungen für ein gründliches Ergebnis!

Wildschweinborsten Rasierpinsel sind stärker und leisten gute Arbeit beim Anheben der Haare von der Hautoberfläche. Dadurch wird es einfacher, jedes Haar mit Schaum zu bedecken für ein zufriedenstellendes Rasiererlebnis. Wildschweinborsten sind ein guter Einstieg, wenn man noch nie einen Rasierpinsel gekauft oder benutzt hat.

Rasierpinsel mit Synthetik-Fasern

Wer keinen Echthaar-Rasierpinsel nutzen will, kann auf einen Rasierpinsel mit Synthetik-Fasern zurückgreifen. Besonders die preiswerten Varianten sind jedoch oft sehr steif und nehmen zu wenig Wasser auf, was beim Aufschäumen der Rasierseife zu Problemen führen kann.

Von synthetischen Fasern halten Rasierprofis oft nichts. Dennoch gibt es inzwischen hochwertige Rasierpinsel aus synthetischen Fasern, die den Echthaarpinseln in nichts nachstehen.

Mittlere bis minderwertige Kunstfaser Rasierpinsel werden häufig als zu steif oder zu weich bezeichnet. Das Gute daran ist, dass die Qualität von Kunsthaar mit zunehmender Technologie immer besser wird, was bedeutet, dass wir bald Kunstfaser Rasierpinsel sehen werden, die mit den besten Dachshaar Rasierpinseln konkurrieren können.

Rasierpinsel von Mühle, Edwin Jagger, Wilkinson und Zubehör im Vergleich/ Test (deutsch)

Schritt für Schritt zur perfekten Rasur mit dem Rasierpinsel

Ein Rasierpinsel hat zwei Aufgaben: Die Rasierseife oder Rasiercreme zu Schaum aufschlagen und den Schaum dann gründlich auf dem Bart zu verteilen.

  1. Als erstes stellst du den Rasierpinsel in warmes Wasser. Er muss sich richtig vollsaugen. Das macht die Haare noch weicher und du brauchst dieses Wasser für das Schaumschlagen.
  2. Ist der Pinsel vollgesogen, schlägst du das überschüssige Wasser mit einer fließenden Bewegung über dem Waschbecken ab. Abschlagen heißt jetzt nicht, irgendwo gegen zu schlagen.
  3. Nun setzt du ihn auf der Rasierseife oder Creme auf, welche bereits in der Schale sein sollte. Wenn du Rasierseife hast, die bereits in einem Tiegel kommt, kannst du direkt darin arbeiten, ansonsten schabst du etwas davon in deine Schaumschale.
  4. Führe kreisende Bewegungen aus dem Handgelenk aus. Gleichmäßige Bewegungen sorgen dabei für einen cremigen Schaum. Denke daran: Es ist kein Schneebesen. Es hat mehr etwas von einer Teezeremonie - tatsächlich sind die Bewegungen beim Rasierpinsel und beim Teepinsel fast gleich.
  5. Den Rasierschaum trägst du nun mit dem Pinsel direkt auf den angefeuchteten Bart auf. Setze auch hier wieder den schaumigen Pinsel senkrecht auf das Gesicht und verteile den Schaum mit kreisenden Bewegungen. Wenn der Schaum nicht reicht, tauche den Pinsel noch einmal in die Schale und nimm etwas mehr auf.

Das Herstellen von Rasierschaum mittels Rasierseife und Rasierpinsel erfordert etwas Übung. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, wenn Sie zu Beginn noch unsicher dabei sind. Die genaue Technik variiert je nach Anwender: Manche schlagen den Rasierschaum, während andere stampfen oder rühren. Am besten verwenden Sie alle diese Bewegungen und beobachten, wie sich der entstehende Schaum dadurch verändert. Insgesamt gilt: Je mehr Zeit Sie sich beim Anrühren des Rasierschaums nehmen, desto fester und langlebiger wird dieser. Achten Sie darauf, nicht zu viel Wasser zu verwenden. Der Schaum sollte für die Rasur schließlich gut auf der Haut haften und nicht wegfließen. Viel Luft macht zwar aus wenig Seife viel Schaum. Dieser ist dann aber weniger stabil und fällt schnell in sich zusammen.

Je mehr Zeit Sie sich für eine Nassrasur nehmen, desto gründlicher und hautschonender fällt das Ergebnis aus. Vor allem Barthaare sind in trockenem Zustand sehr fest. Hier muss der Rasierer richtig kämpfen, um durchzukommen. Durch gründliches Einweichen der Haare werden diese weicher. Reinigen Sie die Haut vor der Rasur, um Bakterien, abgestorbene Hautzellen und Schmutzpartikel zu entfernen! Diese können dann später den Rasierer nicht verstopfen. Am besten eignet sich dafür ein Peeling. Feuchten Sie die zu rasierende Stelle danach noch extra mit warmem Wasser an. Lassen Sie den Rasierschaum nach dem Auftragen noch etwas einwirken. Da Rasierschaum aus Rasierseife besonders stabil ist, müssen Sie sich nicht beeilen.

Wo Sie die Rasierseife zu Schaum aufschlagen, bleibt Ihnen überlassen. Sie können Klar's Rasierseifen direkt in der Dose aufschlagen. Wichtig ist, dass diese sauber und trocken ist. Ansonsten steigt die Wahrscheinlichkeit von Hautirritationen. Einige bevorzugen es auch, die Rasierseife direkt auf der Haut aufzuschlagen. Dabei kommt der Massageeffekt des Rasierpinsels hervorragend zum Einsatz. Das Schlagen auf der Haut ist aber anstrengender und weniger effektiv als in einer Schale. Entscheiden Sie sich für das Aufschlagen der Klar Rasierseife in der zugehörigen Dose, benötigen Sie kein zusätzliches Gefäß. Lassen Sie die Seife nach dem Rasieren am besten offen einige Stunden trocknen und verschließen Sie sie dann wieder. So können weder Staub noch andere Schmutzpartikel die Seife verunreinigen. Die Reste des angerührten Rasierschaums müssen Sie nicht extra abspülen.

Das Klar Rasierwasser Klassik wirkt vor allem kühlend und desinfizierend. Es beugt dadurch Rasurbrand effektiv vor. Sehr empfindliche Haut reagiert auf den enthaltenen Alkohol aber manchmal mit Irritationen.

Damit der Pinsel lange hält: Die richtige Pflege

Dein Favorit ist gefunden? Super! Damit du auch lange Freude an ihm hast, braucht der Pinsel allerdings etwas Pflege. Wie bei jedem Werkzeug, so gilt auch für den Rasierpinsel: Gute Pflege bringt ein langes Leben. Regelmäßig nach Gebrauch gründlich ausspülen ist für alle Pinselarten ein Muss. Speziell Naturhaarpinsel sollten regelmäßig mit einem milden Shampoo gewaschen werden. Damit werden auch letzte Seifenreste aus dem Haar gespült.

Wenn dein Rasierpinsel schon eine Weile in Gebrauch ist, können sich Haare lösen, die dann auf der Seife oder sogar auf dem Gesicht landen. Diese kannst du einfach mit deiner Bartbürste aus dem Rasierpinsel herausbürsten. Wenn Haare gebrochen sind und abstehen, solltest du diese abschneiden. Nimm dafür eine Bartschere oder eine kleine Nagelschere und setze etwas oberhalb der Bruchstelle an. Kontrolliere generell deinen Pinsel regelmäßig auf Haarausfall. Wenn sich viele Haare in kurzer Zeit lösen, kann es sein, dass der Klebstoff oder der Griff sich gelöst hat. Es kann aber auch bedeuten, dass du beim Aufschäumen der Rasierseife oder beim Auftragen des Schaums auf die Haut zu viel Druck aufwendest.

Rasierpinsel reinigen: Wasche deinen Pinsel nach jedem Gebrauch mit lauwarmem Wasser aus.

Rasierpinsel trocknen lassen: Wringe den Pinsel auf keinen Fall aus oder rubble ihn mit einem Handtuch trocken!

Nach der Rasur reinigst du deinen Rasierpinsel unter lauwarmem Wasser und stellst ihn auf den Griff, die Haare nach oben, zum Trocknen.

Ein netter Bonus beim Rasierpinselkauf sind Sets, die eine Halterung zum Trocknen und weitere Accessoires mitliefern. In einigen Sets ist gleich eine Schale mit dabei und manche kommen gleich komplett mit Nassrasierer und Bartbürste.

Für unterwegs: Reise-Rasierpinsel

Wer viel auf Reisen ist, aber auf die traditionelle Rasur nicht verzichten will, findet Reise-Rasierpinsel. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine besondere Hülle haben, die sich über die Haare des Pinsels stülpen lässt. Mit dieser Hülle oder Kapsel werden einerseits die Haare selbst vor Schaden geschützt, andererseits auch die Kleidung im Koffer vor der Feuchtigkeit. Damit der Pinsel aber nicht unterwegs anfängt zu schimmeln, sind diese Hüllen luftdurchlässig.

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